Une Fleur de Lis

von Thea-Chan
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
31.08.2016
14.11.2017
17
19.357
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31.08.2016 721
 
Hugenottin. Hexe. Frau. Diese drei Worte hatten mich mein Leben lang gejagt. Sie kreisten in meinem Kopf wann immer es still wurde. Und trotzdem stand ich hier. „Euer Haar wird ein Problem werden. Wieso ist es so kurz?“ Königin Anne sah mich aus stechenden blauen Augen an. Instinktiv fasste ich nach den kurzen, gerademal schulterlangen Locken. „Langes Haar kann unpraktisch sein Mylady.“ Ich senkte den Blick. Dann hörte ich sie lachen. Glockenhell. „Ich verstehe. Mein Haar ist ein Luxus den sich nicht jeder erlauben kann. Doch werdet ihr es frisieren können?“ Ich nickte. „Ja Mylady, dessen bin ich fähig.“ Ich schaute vorsichtig auf. Die Königin musterte mich immer noch unglaublich genau. Schließlich lächelte sie mich an. „Ihr könnt bleiben…..“ „Claire“ Wieder lächeln. „Claire, was für ein hübscher Name. Nun, Claire, wie es aussieht seid ihr meine neue Kammerzofe. Lasst euch alles zeigen. Zeigt ihr alles.“ Mit einem letzten Blick auf ihre Dienerinnen stand die Königin auf und verließ den Saal. Ich knickste schnell, doch sie sah es bereits nicht mehr. Die Dienerinnen starrten mich an. Ich merkte, dass ich den beiden unheimlich war. „Kommt mit uns. Das Ankleidezimmer der Majestät ist dort entlang.“, sagte eine von ihnen. Sie war groß, doch üppig und älter als ich. Das Haar hatte sie zu einem einfachen Zopf geflochten; dieser fiel ihr lang über den Rücken. Sie ging voran und mit langen Schritten. Durch die Flure des endlosen Palastes. Meine Augen wurden geblendet so hell und golden und Marmoren war der Palast. Weite Flure, goldene Wände. Brokat und Seide. Die Gewänder der Dienerinnen raschelten als sie an uns vorbei liefen. Ich sah mich um und sog den Geruch von Brot und Wein ein. „Halt deinen Kopf gesenkt. Sonst wird Marie dich schelten.“ Das Mädchen neben mir hatte graue Augen und blondes Haar. Sie war etwa so alt wie ich. „Ich bin Nanette.“, stellte sie sich vor. Ich versuchte ein Lächeln. Sie wollte nett sein. Ich wusste nur nicht was ich zu ihr sagen sollte. „Die Königin ist eine gute Herrin. Besser als die meisten zumindest.“ Nanette schien aus Erfahrung zu sprechen. „Bist du schon immer Dienerin gewesen?“, fragte ich. Nanette nickte. „Meine Mutter ist in Savoy die Dienerin der Schwester des Königs.“ Aus ihrer Stimme sprach ein gewisser Stolz. „Was ist mit dir Claire? Bist du eine geborene Dienerin?“ Nein. Ich war keine geborene Dienerin. Ich war ein Niemand. Ich hatte keinen Platz in dieser Welt der sich so leicht zu ordnen lassen konnte. Doch erfahren sollte, durfte es niemand. Also nickte ich nur. Nanette schien sich damit zufrieden zu geben. Wir schwiegen den restlichen Weg. Die Gemächer der Königin waren riesig. Kostbare Teppiche hingen an den Wänden und sie hatte ein Doppelbett mit einem grünen Baldachin. Direkt neben dem Bett war eine kleine, lasierte Holztür mit goldenen Griffen. Marie, die üppige, wie ich sie taufte, öffnete die Tür und ich stand im Ankleidezimmer der Königin. Zahllose Truhen standen an den Wänden und es gab nahe dem Fenster einen Schminktisch mit Spiegel auf dem Haarschmuck verteilt war. Marie sah mich an. „Du wirst die Königin jeden Tag ankleiden, ihr das Haar frisieren, “ ihr Blick streifte abschätzig mein Haar, „und wenn sie das wünscht darfst du sie schminken. Frage sie nie etwas. Und rede nur wenn du gefragt wirst. Sie sucht sich ihre Garderobe immer selbst aus. Leg ihr den von ihr gewünschten Schmuck an. Und wehe es fehlt auch nur ein Schmuckstück oder ein Schuh.“ Maries Stimme war scharf und es lag beinahe ein unterdrückter Zorn darin. „Du kannst erst gehen wenn sie dich entlässt. Nanette bringt der Königin ihr Essen. Hast du das alles verstanden Mädchen?“ Diese Frau schüchterte mich nicht ein. Ich hatte schlimmeres erlebt. Doch sie war die erste Dienerin der Königin und wenn ich sie mir zur Feindin machte wäre ich nicht lange Kammerzofe. Ich zwang mich der Frau ins Gesicht zu sehen. „Ja Madame. Ich werde eure Worte beherzigen.“ Jetzt sah sie verblüfft aus. Doch sie verbarg diese Empfindung schnell wieder hinter einem neutralen Ausdruck. „Nanette bringt dich zu deinem Quartier. Du wirst mit ihr wohnen.“

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Hallo Leute,
schön das ihr meine Geschichte gefunden habt.
Ich hoffe sie gefällt euch und wenn ihr Zeit habt schreibt mir doch eine Review. :)
Ich beziehe mich übrigens mehr auf die BBC Serie THe Musketeers als auf die Bücher des großen Dumas.
LG Thea
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