Mit gehangen, mit gefangen.

von Sonique
GeschichteAbenteuer, Familie / P12
OC (Own Character)
28.08.2016
19.01.2020
61
93839
7
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something old, something new, something borrowed, something blue
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Lija blickte sich erleichtert um und stellte zufrieden fest, dass all ihre Gäste das Fest genossen und gut gelaunt miteinander tanzten oder sich am Buffet bedienten. Sie schenkte ihrem frisch gebackenem Ehemann William einen liebevollen Blick und küsste ihn innig, bevor sie den Blick wieder durch den Wald schweifen ließ. Die 24-jährige Zivilistin, Kindergärtnerin und heute auch Braut, stammte ursprünglich aus dem Wildfire Fuchsrudel, aus Alaska, doch nun war hier ihr Zuhause, sie gehörte nun zum Rudel der Dark River Leoparden und es freute sie aus tiefstem Herzen. Sie schmiegte sich an William und genoss es, als der 26-jährige Soldat und Ausbilder der Rekruten den Arm um sie legte, um sie noch enger zu sich zu ziehen. Die beiden hatten sich damals in der Stadt kennengelernt, wo der gebürtige schwarze Jaguar dreimal in der Woche Taekwondo-Stunden gab. Nie hätte er gedacht, dass er ausgerechnet dort seine Gefährtin finden würde, doch seine kleine Schwester hatte ihm schon immer gesagt, dass die Liebe genau dort lauerte, wo man sie nicht erwarten würde. Die 19-jährige saß zu seiner Rechten und spielte mal wieder mit ihren schwarzen Locken, welche ihr bis knapp unter die Schultern reichten. Gerade als er zu ihr sah, grinste sie ihm zu und in ihren meerblauen Augen konnte er große Freude entdecken, sie stand in dieser Sache voll und ganz hinter ihm, das wusste er. Maylin war nicht groß, gerade mal 1,56m, doch dafür war ihr Herz umso größer und das war es, was William an seiner Schwester bewunderte. Sie machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau im Sender des Rudels und überraschte dort alle mit ihrer guten Arbeit und ihren kreativen Ideen. Gerade als die Schwarzhaarige sich noch ein Brötchen in den Mund schieben wollte, kam Desiree auf sie zu, eine talentierte Soldatin, und zog sie mit einem frechen Grinsen auf die Tanzfläche. William und Lija sahen ihr lachend nach, einzig und allein Leska schnaubte missmutig. Die 19-jährige saß zur Linken von Lija und verstand den ganzen Aufwand nicht. Sie wünschte sich, dass sie weiter lernen könnte für ihre Prüfung. Müde und auch erschöpft strich sie sich ihre blonden, glatten Haare aus dem Gesicht. Sie trug ihre Haare in einer aufwändigen Steckfrisur und nur ihr Pony macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Ihre stahlgrauen Augen beobachteten ihre neue… nun, sie wusste nicht was Maylin für sie war, wahrscheinlich einfach nur die Schwester des Gefährten ihrer Cousine – nicht mehr und nicht weniger.

William wusste sich nicht recht mit den beiden Mädchen zu helfen. Maylin versuchte alles, dass Lija und Leska sich wohl fühlten, doch die Cousine seiner Gefährtin schien genau das Gegenteil zu versuchen. Zumindest hat sie sich heute zusammengerissen, dachte der Brünette für sich. Er warf seiner Angebeteten noch einen liebevollen Blick zu, bevor er aufstand und Lija mit einem Messer gegen ein Glas stieß. „Ich weiß, Lucas hat bereits eine großartige Rede gehalten und dass ich das unter keinen Umständen übertrumpfen kann.“ begann er und aus dem Rudel ertönte bereits ein Lachen. „Trotzdem würde ich auch gerne ein paar wenige Worte loswerden. Abgesehen davon, dass ich mich freue, dass ihr alle hier seid und dieses Ereignis mit uns teilt, wollte ich mich bei meiner Schwester für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ebenso wie bei unseren Eltern und natürlich auch dem Rest des Rudels.“ Dabei zwinkerte er den Jüngeren zu, denn diese hatten bei der Dekoration geholfen. Sie waren ein Rudel, da griff man einander unter die Arme und unterstützte sich, das war etwas, was er auch Lija und Leska zeigen wollte. Seine Frau war nun ebenfalls aufgestanden und lächelte strahlend in die Menge. „Wir freuen uns, dass ihr gekommen seid, hoffen natürlich, dass euch das Essen schmeckt, ihr viel Spaß habt und ihr auch bis zum Umfallen tanzt. Insbesondere wollte ich euch aber danken, dass ihr mich und meine Cousine so herzlich aufgenommen habt.“ sie warf einen kurzen Blick zu ihrer Linken, wo ihre Brautjungfer versuchte sie mit Blicken zu erdolchen und lenkte ihren Blick dann wieder auf ihre neue Schwägerin, die ihr von ihrem Platz auf der Tanzfläche aus aufmunternd zulächelte. „Ihr seid unsere neue Familie, das ist etwas, das wir heute auch gerne feiern würden.“ fügte sie noch etwas unsicher hinzu. William drückte sie sanft an sich, küsste sie auf den Scheitel und hob sein Glas. „Auf die Familie, auf den neuen Bund, auf meine Gefährtin Lija.“ Einstimmig kam sein Prost zurück, bevor die Musik wieder anging und die Menge sich in Bewegung setzte.

Auch Maylin begann wieder mit Desiree zu tanzen und lachte ausgelassen. „Du scheinst dich heute beinahe so zu freuen, als wäre es dein Tag. Ich bin gespannt wie du denn dann aussiehst, wenn es wirklich einmal so weit ist.“ lachte die Soldatin und drehte sich unter dem Arm der um einen Kopf Kleineren durch. „Wieso sollte ich mich denn nicht freuen?“ erwiderte diese gut gelaunt und drehte sich nun ihrerseits. „Mein Bruder ist glücklich, meine Eltern auch, seine Gefährtin ist super nett und bald schon sind wir eine große glückliche Familie. Da kann ich doch gar nicht anders als mich zu freuen.“ „Na wenn du das sagst.“ Die Größere zwinkerte ihr zu und tanzte zufrieden weiter, doch ihr entgingen die besorgten Blicke nicht, die Maylin immer mal wieder in Richtung Leska warf. „Hey, was schaust du denn immer so?“ fragte sie sie und stieß sie dabei in die Seite. Die Schwarzhaarige begann ihre Locken um die Finger zu wickeln, wie so oft, wenn sie etwas bedrückte. „Sie sieht immer so unglücklich aus. Vielleicht sollten wir sie fragen, ob sie mit uns tanzen will.“ Damit war die aufgeweckte Katze auch schon verschwunden. Desiree sah ihr Kopf schüttelnd nach, als sie sich durch die Menge schlängelte und sogar unter Lucas‘ und Clays Beinen hindurchkroch, um dann bei der Polarfüchsin mit dem tödlichen Blick zu landen. Diese schien jedoch noch finster zu blicken, als sie Maylin entdeckte, falls das überhaupt möglich war. „Willst du mit uns tanzen?“ fragte die nur um ein halbes Jahr Jüngere und hoffte innerlich, dass ihr griesgrämiges Gegenüber dieses eine Mal ja sagen würde. Die beiden kannten sich nun seit beinah sechs Monaten und bis jetzt hatten die beiden noch keine einzige Konversation gehabt, in der Leska ehrlich gelächelt hatte und das bereitete der Jüngeren Sorgen. Immer wieder hatte sie versucht, sich mit der Blondine anzufreunden, doch diese schien kaum einen an sich ran zu lassen, außer ihrer Cousine. Ein Schnauben riss sie aus ihren Gedanken. „Nein. Hätte ich das gewollt, wäre ich bereits selbst tanzen gegangen, ich brauche keine Nanny, die jede Stunde kommt und fragt, ob alles gut ist.“ war letzten Endes die bissige Antwort ihrer neuen Familie. Niedergeschlagen nickte sie. Auch wenn sie weiterhin lächelte, verletzte es sie, dass Leska ihr keine Chance geben wollte, doch sie würde noch dafür sorgen, dass diese sich wohl fühlte, das hatte sie sich selbst zum Ziel gesetzt. Lija warf ihr einen Blick zu, der so viel bedeutete wie Mach dir nichts draus, du weißt sie ist immer so und auch von ihrem Bruder bekam sie einen Blick a là Du machst das gut, sodass sie beiden ein herzliches Lächeln schenkte, ihnen einen Luftkuss zuwarf und wieder auf der Tanzfläche verschwand.

Ein leises Seufzen entwich Lija, als  sie ihr nachsah und auch ihrer Cousine, welche sich gerade entschuldigt hatte, um kurz auszutreten. William und sie hatten gewusst, dass es mit den beiden schwer werden würde und sie hatten sich darauf eingestellt, wollten beide, dass sie vier zusammenzogen und eine Familie werden würden, doch im Moment schien diese friedliche Familie noch viel weiter entfernt, als sie es sich jemals vorgestellt hatte. Vielleicht waren William und sie eine Ausnahme. Vielleicht lag es in ihrer Natur und Katze und Fuchs konnten wirklich keine Freunde werden. Lucas hatte sie bereits gewarnt…
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