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Eragon und Murtagh - Treue Reiter des Königs?

von EraMur
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Freundschaft / P16 / Gen
Arya Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
27.08.2016
01.05.2019
64
119.329
30
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Dieses Kapitel
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03.10.2016 1.741
 
Reise


Einige Tage waren sie jetzt schon unterwegs und so langsam hatte sie wirklich genug vom weiten Reisen. Immer noch besser als auf engem Raum eingesperrt sein, dachte sich Sara dann wieder und blickte sich in der öden Landschaft um. Die hohen Berge hatten sie hinter sich gelassen und mittlerweile braches Land ereicht. Zum Glück hatten sie alle Pferde dabei, denn zu Fuß wäre es hier die reinste Hölle gewesen. Eigentlich konnte sie recht glücklich sein, denn besser als in der Hauptstadt beim König gefangen, ging es jetzt für sie ins sagenumwobene Land der Elfen. Ja, sie würde wirklich den riesigen Wald erblicken dürfen, von denen nur wenige wussten wo er lag, geschweige denn je einen Fuß hinein gesetzt hatten.
Insofern konnte sie dem ganzen durchaus Positives abgewinnen, zumal man ihr viel Freiheiten ließ. Entkommen könnte sie hier ja aber sowieso nicht, selbst wenn sie es gewollt hätte. Ihr braunes Pferd, das sie bisher immer zuverlässig getragen hatte, beschleunigte den Trab und schloss zum rabenschwarzen Rappen vor ihm auf. Im Gegensatz zu ihr hatte man dem Reiter dieses Tieres Ketten um die Hände gelegt, die im gleichmäßigen Takt rappelten. Für Sara war es nur verständlich, dass Eragon mit weit mehr Vorsicht behandelt wurde als sie. Immerhin war er Drachenlord und der Magie fähig. Sie wurden zwar von einigen Wachen begleitet, doch die dürften im Normalfall kein Problem für ihn darstellen. Höchstens die Elfe Arya und zwei weitere Magier an ihrer Seite würden ihn vielleicht aufhalten können. Das Dreigestirn ritt meist an der Spitze ihres kleinen Zuges, jedoch immer darauf bedacht sie beide nicht aus den Augen zu verlieren. Besonders Aryas Blick schien sie immer sorgsam zu betrachten. Verwundert hatte Sara bei ihrer Abreise feststellen müssen, dass sie nur in kleiner Gruppe unterwegs waren. Beinahe alle Anhänger der Varden, inklusive der Anführerin Nasuada, zogen wohl woanders hin. Bisher hatte niemand ihr verraten wollen, wohin genau. Sie selbst tippte aber auf Surda, was außerhalb des Einflusses von Galbatorix stand. Noch zumindest. Immerhin hatten sie und ihr Bruder ja auch kurz davor gestanden, dorthin zu reisen. Eine kleine Träne bildete sich in ihren Augen, doch bevor sie ihre volle Größe entwickelte, hatte Sara sie weggewischt und richtete ihren Blick ins blaue Firmament, wo Saphira ihre Kreise zog. Die Drachendame durfte meist fliegen, sie konnte soweiso nichts lange auf der Erde halten. Sie hatte auch ehrenhaft versichert nicht wegzufliegen oder einen Angriff zu starten, immerhin war ihr Reiter ja in Gefangenschaft. Der wurde nur selten in den Rastpausen zu seiner Drachendame gelassen, was ihn missmutig stimmte. Überhaupt war dies aber der einzige Umstand, der Eragon wirklich zu stören schien. Sonst war er oft guter Laune, es sei denn er beschwerte sich zu Saphira zu wollen.
Gerade grinste er Sara fröhlich von der Seite an, "herausragendes Wetter haben wir heute, nicht wahr. Wie geht es eigentlich meiner netten Dienerin. Ist euer Pferd auch ja bequem genug?" Er sprach die Worte mit solch einem ironischen Unterton, dass Sara ihm am Liebsten etwas ins Gesicht geworfen hätte.
"Ja ganz hervorragendes Wetter, wie immer brennt die Sonne von oben. Mir geht es vorzüglich hier oben, euch ja scheinbar auch. Nur eines noch." Sie ritt ganz nah an zu ihm heran "ich bin nicht mehr eure Dienerin, das sollte klar sein." Schnell gab sie dem Rappen einen Klaps, sodass dieser erschrocken wiehernd nach Vorne preschte. Eragon hatte seine ehrliche Mühe mit den angeketteten Händen auf seinem Tier zu bleiben, was Sara zum lauten Lachen brachte. Alle Mitreisenden drehten sich fragend um, gerade noch rechtzeitig um den durchgeschüttelten Drachenlord zu erblicken, der sein Pferd irgendwie wieder beruhigt hatte.
Sara lachte noch immer, denn sie hatte wohl Recht mit ihrer Annahme behalten, dass es sich bei seinem Pferd um ein äußerst scheues Wesen seiner Art handelte. Das würde sie bestimmt nochmal wiederholen. Empört starrte Eragon sie mit zusammengepresstem Mund an, schien aber nicht wirklich sauer. "Na warte nur, die Rache kommt bestimmt noch."
Unter normalen Umständen hätten Sara diese Worte durchaus etwas Angst gemacht, doch sein Tonfall verdeutlichte eindeutig, dass er es nicht ernst meinte. Hatte er doch etwas Humor?

"Ich sage es doch immer", ergriff der Zwerg namens Orik das Wort, "Reiten ist immer gefährlich. Am Ende hätten wir noch unseren Gefangenen unglücklich verloren. Einem Zwerg reichen die Füße immer aus." Die Inbrunst, mit der er seine Worte vortrug, trugen nicht gerade dazu bei, dass Sara ihr Lachen stoppen konnte. Keiner ging auf den meckernden Zwerg ein, der sich schon öfter über sein Ross beschwert hatte, als die Elfe sich näherte.

"Wo wir jetzt alle wieder die Herren unserer Pferde sind, denke ich eine Pause ist angebracht. Die edlen Rösser würden sich über etwas Ruhe sicher nicht beklagen", ergriff Arya das Wort, die mit wehendem Haar zu ihnen geritten kam.
"Hervorragend, ich sage Saphira Bescheid, dass sie landen darf. Es wird auch Zeit, dass ich sie wieder sehe."
Kurz schien die Elfe zu überlegen, doch dann nickte sie ernst, "in Ordnung ihr dürft heute Zeit mit ihr verbringen." Für den Drachenlord schienen des erlösende Worte gewesen zu sein, denn ein freudiges Funkeln war in seinen sonst so kalten Augen auszumachen. Die Verbindung mit Saphira musste etwas ganz Besonderes sein, das auf der Welt wohl einzigartig war, wie Nichts anderes. Sara wunderte es folglich auch nicht, dass die Drachendame nicht von ihrem Reiter wegflog und sich ungewöhnlich brav und zahm verhielt. Von Drachen hatte sie das aus den Erzählungen immer anders vermutet. Eragons Stimme riss sie aus den Gedanken über die Drachen, bei denen sie scheinbar unaufmerksam in den Himmel zur den glitzernden Schuppen des mächtigen Wesens geblickt hatte. "Sie ist ein prachtvoller Drache, nicht wahr", tat er stolz kund. "Wenn wir heute lange genug Rasten, muss ich übrigens meiner Verpflichung nachkommen."
Saras fragender Blick schien Bände zu sprechen, denn sie musste überhaupt nichts antworten, ehe er schon fortfuhr "Wir haben schon länger nicht mehr den Schwertkampf trainiert. Das bin ich euch immerhin schuldig, meine Dienerin. Sie lassen uns hier mit Sicherheit nicht mit echten Schwertern kämpfen, doch mit dem Stock sollte es auch klappen". Lächelnd schaute er sie an, "Keine Sorge ich werde euch nicht nochmal so verletzten, zartes Wesen."
Entrüstet platze Sara mit der Antwort nur so heraus "Ihr würdet es nicht schaffen mich zu verletzten, denn ich bin mit Sicherheit kein zartes Wesen und ganz bestimmt nicht mehr eure Dienerin. Sucht euch also jemand anderen zu kämpfen, denn eure Verpflichtung mir gegenüber hat sich in Luft aufgelöst".
Scheinbar amüsiert über ihre impulsive Antwort, verbreiterte sich sein Grinsen. "Also kneift ihr etwa, naja das hätte ich mir denken können."
"Von wegen, wir sehen uns gleich mit Stock gegenüber, da könnt ihr sicher sein", rief sie schnell, während sie durch ihr umherwirbelndes Haar strich.
"Sehr schön, dann wäre das ja geklärt", sprach Eragon nur, während er sich von seinem Pferd schwang und erwartungsfroh in den Himmel blickte, wo Saphira ihren Landeanflug gestartet hatte.





"Das sind ja wieder einmal herausragende Neuigkeiten mein lieber Murtagh. Ihr zwei seid ja wirklich zu Nichts imstande. Da schlüpfen euch die Varden durch die Finger, weil ihr lieber ein paar mehr Rasten einlegt, anstatt meine Befehle zu befolgen".
Murtagh wollte widersprechen, doch er riss sich auf Anraten Dorns hin noch zusammen. Auch durch die Traumsicht war die zornige Miene des Königs bedrohlich genug. Mit zarterer Stimme fuhr er fort, "nun gut meine Lieben, dann verfolgen wir eben Plan B. Da es uns nicht möglich ist, Eragon per Traumsicht zu orten und seinen Aufenthaltsort damit auszumachen, müssen wir dies umgehen. Das ist eigentlich gar nicht so schwer, benötigt nur die passenden Zutaten." Er machte eine bedrohlich lange Pause, wie als erwartete er, dass Murtagh selbst das Wort ergriff. Als nichts von ihm kam, räusperte sich der König aber wieder.
"Eine ganz einfache Mission, die euch mit Sicherheit gelingen wird. Selbst bei eurem fragwürdigen Talent kann man das gar nicht vermasseln. Ihr bringt mir Roran aus Carvahall unverzüglich in die Hauptstadt und führt ihn vor mich. Und das so schnell wie möglich!"
Murtagh kam aus dem Staunen nicht heraus und wollte beinahe laut Lachen. Ihm wurde jedoch schnell klar, dass Galbatorix es durchaus ernst meinte. Murtagh erinnerte sich noch gut an den Bauern mit dem Hammer, der in dem verflucht winzigen Dorf hauste. Wie zur Hölle sollte der denn helfen die Traumsicht zu umgehen?
"Was bringt euch denn dieser Roran, mein König, ich glaube es ist fast einfacher jeden Winkel des Landes nach Eragon abzusuchen."
Galbatorix Lippen bebten, als er die nächsten Worte ausspie, "du wagst es mich zu hinterfragen, Junge? Der Mann nutzt mir sehr viel, so viel musst du nur wissen. Er hat etwas, das ich brauche, um deinen Bruder orten können, ganz einfach. Also suche den verdammten Kerl und bringe ihn hier her."
Murtagh nickte ergeben, immer noch unschlüssig, was er von der ganzen Sachen halten sollte. "In Ordnung mein König, wir werden euch nicht enttäuschen."
Galbatorix lächelte wieder seltsam, "davon gehe ich doch mal stark aus, Murtagh. Richte Dorn von mir aus, er soll sich diesmal gefälligst beeilen und nicht im Flug einschlafen, bevor Carvahall am Ende noch ausgestorben ist, bevor ihr ankommt." Nach diesem Satz verschwand das Gesicht auf der Oberfläche und Murtagh löste den Zauber.
Verwundert streichelte er Dorns Halsschuppen. "Also langsam glaube ich wirklich der König hat die Prioritäten aus den Augen verloren." Dorn summte zufrieden über die Krauleinheit, "er wird schon wisssen, für was er diesen Roran eben braucht. Hauptsache wir kriegen dafür Saphira und Eragon zurück." Murtagh nickte bedächtig. Wie immer würden sie den Worten des Königs gehorchen, etwas Anderes blieb ihnen ja auch gar nicht übrig. Immerhin hatten sie ein klares Ziel und wenn das am Ende zum Auffinden ihrer Familie führte war ja alles gut. Dafür würde er eben auch nochmal in das Dorf reisen. Schnell erinnerte er sich an das Aussehen des Bauern und beschwor die Traumsicht herrauf. Doch anstatt Rorans bickte er ins schwarze Nichts. Irgendwie war auch der Kerl sich vor der Traumsicht verbergen – sehr seltsam.
"Egal", führte Dorn wieder an, "wir wissen ja wo wir hinmüssen. Die Dorfbewohner haben ja keinerlei Grund zu fliehen."
Murtagh musste seinem Drachen Recht geben. Wenigstens würde diese Aufgabe wirklich einfach werden.
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