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Nur für eine Nacht

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Masumi Nishijima Minene Uryuu
25.08.2016
25.08.2016
3
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Hallo, herzlich willkommen bei meiner ersten Fanfiktion zu Mirai Nikki^^ Ohne große Umschweife wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Über Kommentare, Lob oder auch konstruktive Kritik würde ich mich sehr freuen :)

Disclaimer: Weder Mirai Nikki noch die hier handelnden Personen gehören mir und ich verdiene auch kein Geld mit dieser Story.
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Nur für eine Nacht

Der Regen prasselte heftig auf den großen Pappkarton neben dem Fluss, den Minene zurzeit ihr zu Hause nannte. Bangend um die Stabilität ihrer Unterkunft lag sie ausgestreckt auf dem Bauch in selbiger. Dicht bei ihr hatten es sich die beiden Streifenhörnchen gemütlich gemacht, die mit ihr hier lebten. Das Dach ihres Kartonhauses wölbte sich unter dem Regenguss schon gefährlich nach innen.
Plötzlich schreckten die Streifenhörnchen hoch als Minenes Handy klingelte.
„Argh, wer ruft denn jetzt an?!“, knurrte sie schlecht gelaunt, während sie einen Blick auf das Display warf.
Mit einem genervten seufzen nahm sie ab: „Nishijima, was ist los? Du rufst zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt an. Was? Ein Treffen? In einer Stunde schon?! Geht es um Amano-Kun oder seine kleine Freundin? Grrr, ich hoffe es ist wichtig, denn…“
Hier brach sie ab. Während des Gesprächs wollte sie sich hin knien, dabei stieß Minene jedoch mit dem Kopf gegen die Wölbung der Kartondecke, die nicht nur sehr aufgeweicht war, sondern in der sich schon eine große Menge Wasser gesammelt hatte. Durch den leichten Stoß gab das Material nun endgültig nach.

„Platsch!!! Arrrgh!!!“, ertönte es plötzlich mitten im Gespräch aus Nishijimas Handy. Das wütende Geschrei Minenes war so laut, dass er sogar das Telefon ein Stück vom Ohr weghalten musste.
„Minene? Alles in Ordnung? Was ist passiert? Und was ist nun mit dem Treffen?“
Erst jetzt bemerkte er, dass das Gespräch beendet war und nur noch das Freizeichen ertönte.

Ein Wasserschwall wie aus einem Eimer ergoss sich über die Terroristin. Ihre tierischen Gefährten reagierten schnell und entkamen durch einen schnellen Sprung. Wutentbrannt schrie sie und sprang auf. Dabei zerfiel nun auch der Rest des durchnässten Kartons. Wie aus Reflex betätigte sie dabei die Taste zum Auflegen an ihrem Handy.
Kurze Zeit später hatte sich Minene wieder etwas beruhigt. Sie sammelte ihre wenigen Besitztümer, hauptsächlich Utensilien zum Bauen von Bomben und eine Pistole, ein.
Obwohl es ohnehin nichts mehr half, da sie bereits Nass bis auf die Knochen war, stellte sie sich unter den Baum, der neben ihrem Kartonhaus stand. Betrübt und frierend betrachtete sie die zermatschten Reste ihrer Bleibe. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, knurrte nun auch noch ihr Magen und erinnerte sie so daran, dass sie bereits seit zwei Tagen nichts mehr gegessen hatten.
Besorgt sah eines der Streifenhörnchen, es war inzwischen auf ihre Schulter geklettert, sie an.
„Mhh, das ist alles die Schuld von diesem Volltrottel Nishijima. Hätte er mich nicht genervt mit dem dämlichen Anruf und diesem blöden Treffen, dann hätte der Karton sicher noch ein bisschen gehalten. Na ja, das Treffen hat sich eh erledigt. So durchnässt kann ich nicht in die Stadt gehen und ich weiß außerdem auch gar nicht, wo er sich treffen wollte.“

Ungefähr eine halbe Stunde später stand Minene immer noch unter dem Baum. Sie war etwas ratlos wie sie nun vorgehen sollte. Sie brauchte eigentlich eine neue Unterkunft, aber noch dringender etwas zu Essen. Ihre Energiereserven waren jedoch so gut wie aufgebraucht. Das ständige Zittern, dass sie ihrer nassen Kleidung zu verdanken hatte, machte dies auch nicht gerade besser.
Sie zog ihr Handy aus der Hosentasche, schob es auf und warf einen Blick in ihr Zukunftstagebuch, als könne es ihr in dieser Situation helfen. Natürlich tat es das nicht, schließlich zeigte es ihr als Fluchttagebuch nur ihre Fluchtwege auf. Nur vor was hätte sie hier flüchten sollen? Vor der Kälte vielleicht?
„Immerhin ist es kein Dead End“, murmelte sie. Ein vergeblicher Versuch sich irgendwie aufzumuntern.
Langsam ließ sie sich an dem Baum herabsinken.  Seufzend lehnte sie den Kopf zurück gegen den Stamm und sah hinauf in die Baumkrone. Ein paar Wassertropfen fielen ihr aus dem Blätterdach ins Gesicht.

Plötzlich hörte sie das Motorengeräusch eines Autos, das Quietschen einer Bremse und dazu wurde die Umgebung  erhellt von einem rot blinkenden Licht.
„Was?! Wie kann das…?“ Die Terroristin schreckte auf. Ihr erster  Blick galt nicht dem Wagen, der oben am Straßenrand hielt, sondern ihrem Zukunftstagebuch auf ihrem Handy. Das zeigte jedoch weder einen Fluchtweg, noch ein Dead End auf. Verwirrt drückte sie einige Tasten, doch da tat sich nichts.

Als sie sich wegdrehte um davon zu rennen, klickten bereits die Handschellen.  Zuerst sah sie ihr rechtes Handgelenk an, das von einem Teil der Handschelle umschlossen war. Das andere Ende hielt ein breit lächelnder Nishijima fest.
Minene lief knallrot an über diesen dämlichen Scherz. Es war doch ein Scherz, oder?
„Das hast du also wichtiges zu tun – im Regen sitzen und frieren? Da hättest du meine Einladung mit mir Abendessen zu gehen ruhig annehmen können.“ Nishijima hielt ihr noch immer lächelnd einen Schirm über den Kopf.
„WAAAAS?!“, brüllte sie wütend, „Wegen dem Mist störst du mich?! Wegen diesem Blödsinn ist mein Haus drauf gegangen!“
Verständnislos sah er sie an. „Welches Haus?“
Nun wurde sie verlegen und deutete mit einer kleinen Geste auf den zerstörten Karton.
„Ist das dein Ernst? Du hast in diesem Karton gewohnt?“
„Wo soll ich denn sonst wohnen? Hast du etwa schon vergessen, ich bin einer  der meistgesuchten Terroristen der Welt! Ich kann nicht mal einfach so eine Wohnung oder ein Hotelzimmer mieten!“, fuhr sie ihn erneut an.

Nishijima setzte einen mitleidigen Blick auf, was Minene so sehr verwirrte, dass sie verstummte und ihr sogar eine peinlich berührte Röte ins Gesicht stieg.
„Komm doch mit zu mir. Du könntest dort ein heißes Bad nehmen und dich in meinem Bett richtig ausschlafen. Ich schlafe dann einfach auf der Couch. Und unser gemeinsames Essen kann auch bei mir stattfinden. Wir bestellen einfach etwas.“
„Ein heißes Bad, was? Du willst doch nur spannen, du Perversling! Außerdem, hast du schonmal darüber nachgedacht, dass du deinen Job verlierst, sollte herauskommen, dass du einer Terroristin Unterschlupf gewährst?!“

Mit einem Hundeblick wandte er ein: „Komm wenigstens für ein oder zwei Nächte mit. Du frierst doch und wirst dich erkälten, wenn du hier draußen bleibst.“
Obwohl sich Minene mit aller Kraft gegen diesen Blick wehrte, hatte sie keine Chance und willigte schließlich ein. „Nimm mir wenigstens dieses Ding ab“, verlangte sie, wobei sie mit dem Handgelenk an der Handschelle zog.
„Die lasse ich lieber dran, nicht, dass du mir noch entkommst“, meinte der Polizist mit einem frechen Zwinkern.

Seufzend fügte sich Minen in ihr Schicksal und folgte ihm zu dem Polizeiauto. Mit einem kurzen Blick zurück versicherte sie sich noch, dass ihre Streifenhörnchenfreunde gut unter waren. Die beiden saßen auf dem Baum und blickten ihr hinterher.
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So, das war auch schon Kapitel 1. Ich hoffe es hat euch gefallen und auf den Rest der Story neugierig gemacht ;)
 
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