Auf der Wiesn gibt´s ka Sünd

von Melianna
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Florian David Fitz OC (Own Character)
21.08.2016
04.09.2016
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Disclaimer: Diese Geschichte ist nicht mehr als ein Produkt meiner Fantasie. Sie entspricht in keinerlei Hinsicht der Wahrheit und ist niemals so passiert. Die auftretenden realen Personen sind in ihren eingebundenen Handlungen erfunden und entsprechen, so wie beschrieben, nicht der Realität.

-1-

Was soll ich zu meiner Wenigkeit sagen? Es gab da nicht wirklich viel. Ich war Mitte 20, Single, vollkommen auf mich allein gestellt und hatte die Abfahrt Richtung Lebensentscheidung aber richtig verfehlt. Zu behaupten ich wäre falsch erzogen, oder eher gesagt von meinen Eltern falsch vorbereitet worden wäre gelogen. Eigentlich hatte ich die besten Voraussetzungen gehabt. Mein Vater, Berliner Millionär mit eigener Web-Firma, meine Mutter bodenständige Innenarchitektin, die aus einem Hause stammte, das mir alle Türen geöffnet hätte. Japp, was soll ich dazu noch sagen? Nach dem Abi hab ich angefangen zu studieren. Grafikdesign, zur Freude meines Vaters. Er hatte wirklich alle Hoffnungen darin gesetzt, dass ich eines Tages in seine Fußstapfen treten würde. Als ich jedoch nach dem ersten Semester alle Zwischenprüfungen verhauen hatte, war der Traum dieser Karriererichtung hinüber. Ich mittlerweile 20, mein Vater enttäuscht. Danach begann ich das Studium zur Innenarchitektin. Meine Mutter hatte mir Hoffnungen gemacht, dass das etwas für mich wäre. Das Ende vom Lied… der Stoff war mir zu langweilig. Ich schmiss das Studium schon nach wenigen Wochen. So zog sich mein Leben des Weiteren hin. Ich begann ein Journalismus-Studium – passte nicht, ich versuchte mich in der Medizin – klappte knapp zwei Jahre, doch mein jugendlicher Leichtsinn verbaute mir alles. Und nun, ja, nun war ich zerstritten mit meinen Eltern, mein Vater hatte mir jegliche Konten gesperrt und ich war mit meinem restlichen Ersparten von 10.000 Euro (natürlich das Abi-Geschenk meines wohlhabenden Großvaters) nach München geflohen um mich dort auf einem Selbstfindungstrip – wie soll ich es sagen – ach ja, zu finden. 25 Jahre, vollkommen auf mich gestellt, in einer Stadt die ich nicht wirklich kannte. Die mich jedoch so anzog wie keine andere. Meine Wohnung finanzierte ich hier und da durch Modeljobs, jobbte als Kellnerin in kleinen Bars und Versuchte mich in diesem Jahr als Wiesnmädchen. Ich kann nicht sagen, dass das schon immer ein Traum von mir war – aber es ließ sich nun einmal nicht abstreiten, dass es ein sehr gut bezahlter Job war. Und Geld konnte man immer gebrauchen. Ich zumindest. Mir ging es nicht schlecht – um Gottes Willen nein – aber wenn man aus meiner Familie stammte, dann konnte Genug nie genug sein. Und diese Worte dachte ich mir beim besten Willen nicht aus, denn es war der Leitspruch meines Vaters gewesen.
Das Dirndl was ich als Dienstkleidung bekommen hatte, war auch nicht zu verachten. Ich konnte nicht abstreiten, dass ich mit natürlichem – göttlichem Vorbau gesegnet war und ich wollte es auch nicht. Was mir die zwei Dinger schon an Türen geöffnet hatten – und bevor hier jemand auf Falsche Gedanken kommt – ich rede von Türen zu Jobs die richtig gut bezahlt werden. Modeljobs für Werbekampagnen, Plakatwerbung oder aber auch der Wiesnjob, denn die waren wirklich schwer zu bekommen.

„Hey Madl! Bring ma noch zwa Bier her!“, schrie einer der Gäste mir entgegen.
Mittlerweile war es gegen 10 Uhr Abends und das Zelt war zum Bersten voll.
„Kommt sofort!“, rief ich ihm entgegen und nahm noch weitere Bestellungen auf.
Nachdem ich alles aufgenommen hatte, besorgte ich das Bier, die Weißwürste und das Brathähnchen an der Theke und brachte alles an seinen vorhergesehenen Ort. Dankend nahmen mir die Herrschaften Ihre Bestellungen entgegen und schmissen mit dem Trinkgeld nur so um sich.
„Josi du kannst jetzt erst einmal Pause machen!“, sagte Marta, die Teamleiterin, „Danach übernimmst du den großen Tisch in der oberen Etage!“
Ich nickte kurz und verschwand in den Aufenthaltsraum. Erschöpft ließ ich mich auf einen der Stühle fallen und legte die Beine nach oben.

Am Anfang hatte ich mir die Arbeit viel einfacher vorgestellt. Ein paar Gläser und Teller tragen, für einen Lohn zu dem man nicht nein sagen konnte. Plus – und das durfte man in keinem Fall außer Acht lassen – das ganze Trinkgeld was einem entgegen geworfen wurde. Vom Tisch nahm ich mir eine Flasche Wasser und trank einen Schluck.
„Na Josi, wie läuft´s?“, fragte Kathi, die ebenfalls in die Pause kam.
„Kann mich nicht beschweren. Der Rubel läuft“, grinste ich und zwinkerte Ihr zu.
„Japp, die alten sind heut wieder richtig Großzügig!“
„Ich bin gespannt, ob die das oben auch sind.“
„Was meinst du damit?“, fragte Kathi verwundert.
„Marta hat mich nach der Pause oben eingeteilt!“
„Du darfst dann zu den Promis hoch?“, Kathi starrte mich fassungslos an.
Ich grinste nur, beugte mich nach vorn und klappte ihr mit meinem Mittel- und Zeigefinger den Mund wieder zu.
„Natürlich darfst du mich weiterhin beneiden. Aber lass den Mund zu, damit siehst du viel hübscher aus!“
Plötzlich löste sie sich aus ihrer Starre und streckte mir die Zunge heraus.
„Bild dir nur nichts darauf ein!“
„Sowieso“, ich grinste wieder und erhob mich, „Wollen wir doch einmal sehen, wer sich da oben alles so tummelt!“ Ich war Kathi noch einen gespielten Luftkuss zu und verschwand wieder zu den Anderen.

„Damit wir uns gleich verstehen! Keine Bilder, keine dummen Fragen!“, wies Marta mich an, „Es sei denn die Herrschaften wünschen es! Haben wir uns verstanden?“
Ich nickte und verdrehte innerlich die Augen.
Als würde ich mich jemanden um den Hals werfen. Wer weiß was da überhaupt für „Z-Promis“ sitzen würden.
„Gut!“
„Welchen Tisch hab ich?“
„Den großen Tisch, da hinten!“ Marta zeigte in die hintere Ecke, wo eine Meute junger Leute saß.
„Besonderheiten?“, fragte ich.
„Keine, es sei denn es ergeben sich noch welche. Und jetzt husch an die Arbeit!“
Sie klatschte mir kurz auf den Hintern und meine Beine bewegten sich.

Ganz Frau, wie ich nun einmal war, glich mein inneres Auge die Gesichter am Tisch, mit den Gesichtern aus den Klatschzeitungen ab. Wäre ich in diesem Moment ein Groupie gewesen – wäre ich im Himmel angekommen, denn an dem Tisch fanden sich deutsche Schauspieler der Extraklasse wieder. Um ehrlich zu sein hätte ich am liebsten mein Smartphone gezückt und hätte fotografiert was das Zeug hält  - doch ich durfte nicht vergessen, was ich hier eigentlich tat.

„Na, wen ham wer denn da?“, rief mir eine Stimme aus der Menge entgegen.
„Guten Abend“, ich lächelte so unübertrieben wie möglich und zückte Block und Bleistift.
„Des klingt aber koa weng bayrisch!“, gespielt beleidigt blickte mich einer der Schauspieler an.

Ich konnte nicht anders und begann zu lachen.
„Gespielter Akzent kostet extra!“
„Des heißt, wenn ich dir den hier“, und dabei wedelte der junge Mann mit einem 10 Euro-Schein, „in die Hand drücke, dann sprichst du mit uns bayrisch?“
„Des heißt, wennst mir den Schein dort gibst, dann koa ich mir scho vorstelln des zu mache!“
Ich gab mir wirklich Mühe, die Ernsthaftigkeit in meiner Stimme zu halten, doch das was heraus kam war schallendes Gelächter. Es gab nur selten Momente in denen ich mich so zum Ei machte.
Auch die anderen begannen zu Lachen

„Nu sagt einfach mal an, was ihr wollt!“ Ich versuchte erneut meine eigentliche Arbeit zu erledigen.
Nach und nach schrieb ich in die einzelnen Bestellungen auf meinen Zettel. Plötzlich spürte ich
wie sich eine Hand auf meinem Hintern platzierte.
„Ick wees ja nicht, aber dit kostet och extra. Ick hoff dit ist dir klar?“, rutschte es mir in meinem Berliner Dialekt heraus – und so nahm ich höflich die Hand wieder weg und platzierte sie auf dem Tisch, wie alle anderen.
„Kostet der Dialekt auch extra?“, fragte nun ein weiterer Mann lachend.
„Den jibt es sogar all inlklusiv!“
„Also darf ich daraus schließen, dass die junge Dame aus Berlin stammt?“, fragte nun jemand am anderen Ende des Tisches, der sich als Matthias Schweighöfer entpuppte.
„Dit dürfen se junger Mann. Und wenn se mir jetzt noch verraten, was ick ihnen jutes tun kann, dann wern wer echte Freunde!“
Er grinste breit, „Ick nehm een Bier!“
„Wird erledigt Chef“, ich zwinkerte ihm kokett entgegen und lief an den Tresen.

Während Paule meine Bestellungen fertig machte blickte ich eine Weile umher. Schwer zu sagen, ob das alles hier mein Traum gewesen war, doch ich konnte mich langsam damit anfreunden. Natürlich, im Berliner Nobelbezirk sitzen und auf Papas Kosten leben wäre auch nicht schlecht gewesen – aber besser?!

„Deine Sachen sind fertig!“, rief Paule mir entgegen und riss mich aus meinem Tagtraum.
Mit geschickten Fingern hatte ich alles auf mein Tablett gestapelt und ging zurück zum Tisch, wo sich mittlerweile drei weitere Personen eingefunden hatten. Vor lauter Aufregung wäre ich beinahe gestolpert, doch ich blieb cool – so cool… Oh mein Gott, oh mein Gott, das waren Elyas M´Barek und Florian David Fitz. Geduldig bediente ich erst den vorderen Tisch und dann den hinteren, an dem Mathias Schweighöfer saß.
„Da ist ja meene neue Lieblings Berlinerin“, begrüßte er mich und grinste breit in meine Richtung.
„Ick bring dein Bier junger Mann!“
„Hab ick das vorhin richtig verstanden, jetzt sind wer doch Freunde!“ Er zwinkerte kurz, worauf ich lachen musste.
„Dit war die Abmachung!“, bestätigte ich, „Du jibst mer deine Bestellung und wer werden Freunde!“
„Dann bin ick der Matthias!“
Er reichte mir freundlich seine Hand, welche ich dankend entgegen nahm.
„Ick bin Josi!“
„Freut mich dich kennen zu lernen!“
„Ebenfalls! Und die Beiden Herren hier? Was darf ich euch bringen?“
„Ich nehm ein Bier“, begann Elyas M´Barek und versuchte dabei sehr charmant in meine Augen zu blicken, wobei ich der festen Überzeugung war, dass er lieber eine Ebene weiter unten geschaut hätte.
Florian Fitz anstelle, schien etwas zurückhaltender zu sein. Er lächelte nur kurz und warf mir ein schnellen,
„Ich auch“ entgegen, bevor er sich wieder im Zelt umblickte.
Und wieder trat ich meinen Weg in Richtung Bar an.
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