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Plausible Unmöglichkeiten sollten unplausiblen Möglichkeiten vorgezogen werden. (Marshall x Reader)

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Cake Fiona Marshall Lee Prince Gumball
21.08.2016
06.07.2017
3
5.244
5
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06.07.2017 3.250
 
Es war Mittwoch und du musstest wieder zu einer Untersuchung ins Krankenhaus gehen, auch wenn du überall hinwolltest nur nicht hierher. Du mochtest diese sterile und kalte Atmosphäre nicht. Es war als würdest du den Tod hier in jeder Ecke treffen, als würde er schon hier auf dich warten und dich willkommen heißen. Dich mit einer süßen Stimme in die Ruhe und Stille rufen.
Bei diesen Gedanken lief dir ein kalter Schauer über den Rücken und ein Seufzen entwich deinen Lippen. Entnervt rutschst du weiter in deinem Sitzt im Wartezimmer runter, wo neben dir nur ein kleiner Junge saß. Er hatte keine Haare mehr auf dem Kopf und sah generell sehr blass und krank aus, doch das hinderte ihn nicht daran mit dem Lächeln eines Kindes mit seinem kleinen roten Spielzeugauto zu spielen.
Bei diesem Anblick konntest du nur Lächeln und warst dankbar dass es dich nicht in so einem jungen Alter erwischt hatte und du noch ein bisschen mehr von der Welt sehen konntest, auch wenn das nicht besonders viel war.
„________? Bitte, gehen sie in das Zimmer am Ende des Flures. Doktor Sancti wird gleich bei ihnen sein“
Nur mit einem leichten Nicken folgst du der Bitter der Krankenschwester und ließest dich im besagten Raum nieder. Den Raum begutachtest du mittlerweile nicht mehr. Zu oft warst du schon hier. Der Raum würde eh gleich bleiben.
Weiße Wände, sterile Instrumente und ein großer Schreibtisch mit Stiften und Papierkram. Als letztes war da nur noch eine große furchteinflößende Patientenliege in der Mitte des Raumes, auf der du schon, weiß Gott wie oft, draufgelegen hast.
Es war still, nicht leise sondern still. So still, dass das Ticken der Uhr dir in den Ohren schmerzte und die Zeit sich wie ein Kaugummi in die Länge zog. Innerlich zucktest du bei jedem Ticken zusammen und äußerlich knibbelst du an der Haut rund um deinen linken Daumen. Es war eine Angewohnheit die sich seit deiner Diagnose eingeschlichen hatte und leider immer öfter vorkam. Du wusstest nicht genau warum du dies tatst, aber es beruhigte dich irgendwie in nervösen Momenten. So wie jetzt.
Wo bleibt er denn…?
Als hättest du es beschworen, öffnete sich die Tür mit einem kräftigen Schwung und dein Arzt kam mit einem Lächeln herein.
„Schönen Guten Morgen, Miss _____. Entschuldigen sie bitte die lange Wartezeit, aber wir haben noch einen Notfall reinbekommen. Immer diese Adrenalinjunkies mit ihren Autos…“,letzteres murmelte er genervt vor sich hin.
Du musstest ein wenig lächeln wegen des zerstreuten Mannes vor dir, der vollkommen verwirrt in den Akten vor sich herumblätterte als wären sie in einer anderen Sprache.
Er war in seinen späten 40er und hatte Sorgenfalten im Gesicht, die aber sein sonniges Gemüt nur unterstrichen. Er hatte braungefärbtes Haare die elegant nach einer Sete gekämmt waren. Seine Augen waren wie seine Haaren in einem Haselnussbraunen Ton und strahlten eine gewisse Wärme aus, die man als kleines Kind immer an Weihnachten verspürte wenn man voller Vorfreude seine Geschenke auspacken konnte.
Seine Gegenwart beruhigte einen und das obwohl man sich in einem Krankenhaus befand und es hier eigentlich nicht viel zu lachen gab. Das war allerdings nur einer der Gründe weshalb er ein guter Arzt war.
„Sooo“, begann er seinen Satz als er endlich deine Unterlagen gefunden hatte, „wie geht es ihnen denn heute?“
Du lächelst nur müde und sagtest nicht mehr und mehr wollte er auch nicht hören. Ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Lippen und er beäugte dich mit einem dir nicht definierbaren Blick. Seine Augen sagten dir: Halte durch, es wird irgendwann vorbei sein
Doch wann…?
„Also so wie ich das hier sehe, wäre es auf jeden Fall gut wenn wir dich heute gegen Grippe impfen und“, er machte eine Pause um umzublättern, „Pneumokokken auch“
Ein wehleidiges Stöhnen kam von dir und zeigte deutlich das du kein besonders großer Fan von Spritzen warst. Doktor Sancti lachte nur amüsiert und holte alles Nötige für die Impfungen, während du schon deinen linken Arm freimachtest.
Die Prozedur war schnell vorbei, doch fertig warst du noch lange nicht. Leider.
„Wie läuft deine Physiotherapie? Bringt sie dir was außer Muskelkater?“
Du schmunzeltest leicht. „Ja na ja, ich hab sie ja erst seit ein paar Wochen, da kann man noch nicht sehr viel erwarten“
Nickend dachte er nach. „Isst du auch ordentlich? Du weißt wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist“
Ertappt senktest du deinen Blick und starrtest auf deine abgetragenen Snikers, damit du dem tadelndem Blick dein es Arztes ausweichen konntest. „Ich habe einfach keinen Hunger…“, gabst du kleinlaut zu.
Hilflos raufte sich der Ältere durch die Haare, als wenn er wusste, dass es so kommen würde. Du warst schließlich kein Einzelfall, der bei solchen Nachrichten den Appetit verlor und würdest es auch nicht bleiben.
„Ich weiß dass du gerade alles anderes im Kopf hast als Essen, aber du willst sicherlich deine Krankheit nicht beschleunigen, oder? Ich spiele hier jetzt sicherlich keinen Moralapostel, das hast du sicher schon oft genug gehört, aber bitte übertreib es nicht“
Du nicktest wieder nur stumm und beobachtest den Mediziner dabei wie er dir etwas auf ein Rezept schreibt. „Ich verschreibe dir neben deinen Medikamenten ein paar Vitamine, sowie Zink und Eisen. Bitte nimm sie so lange bis du deinen Appetit wiedergefunden hast, ja?“
Schon lustig wie er einen darum bittet etwas zu tun, als zu sagen das man es tun muss…
Mit einem kleinem Lächeln und einem nun aufrichtigem „Ja!“, zaubertest du auch wieder ein Lächeln auf das Gesicht von Doktor Sancti. „Das hört man gern“

Mit deinen Medikamenten in einem Beutel und ein paar frischen Lebensmitteln in dem anderen Beutel liefst du erstaunlich gut gelaunt nach Hause. Du hättest nicht gedacht, dass dein Arzt deine Laune so drastisch heben konnte. Doktor Sancti war eben ein toller Arzt und ein herzensguter Mensch noch dazu. Du warst heilfroh, dass er dein behandelnder Arzt war.
In Gedanken schweifte dein Blick gen Himmel, wo der Mond schon hoch oben stand und das obwohl es noch gar nicht so spät war.
Hat wohl länger gedauert als gedacht…
Umständlich und nicht ohne eine Tüte fallen zu lassen, kramtest du endlich deinen Schlüssel aus den Tiefen deiner Jackentasche. Daher machtest du schnell die Tür auf und tratst mit einem Beutelhänkel im Mund in das Haus deiner Familie, damit dir nicht noch mehr herunterfiel.
Geschafft!
Mit ach und Krach schafftest du es in die Küche, wo du erst einmal alles auf den Küchentresen verteiltest, nur um kurz danach alles wegzuräumen was du zum Kochen nicht benötigtest. Wenn deine Mutter dein Lieblingsessen nicht hinbekam, dann machtest du es dir einfach selbst! So einfach war das!

Als du mit deinem Essen fertig warst und dich in dein Zimmer und unter deine Decke verkrümelt hattest, konntest du endlich abschalten und die Seele baumeln lassen. Der Tag war eindeutig zu anstrengend für dich und dein Husten wurde dadurch auch schlimmer.
„So ein Mist…das tut echt weh…“, murmeltest du leise als du ein erneutes Husten unterdrücktest. „Ich muss mich ablenken…“
Wehleidig zogst du deinen Laptop an dich heran, auf der Suche nach etwas was dich ablenken könnte, was sich gar nicht als so schwierig herausstellte. Du landetest auf einer Seite, wo man FanFiktions lesen konnte. Natürlich suchtest du sofort nach Geschichten für Adventure Time, doch leider sagte dir keine wirklich zu.
Gerade als du aufgeben wolltest, entdecktest du eine Geschichte von Marshall Lee und zwar nicht irgendeine. Es war eine Reader Geschichte die zu deinem Glück auch schon beendet war, so musstest du nicht auf ein Update warten.
Sofort begannst du zu lesen und hörtest auch nicht so schnell wieder damit auf. Die Geschichte war einfach zu gut geschrieben und die Handlung sowohl spannend als auch romantisch und süß. Du musstest sogar an manchen Stellen entzückt quietschen, weil du dich entweder fremdschämtest oder es einfach zu viel für dein armes kleines unschuldiges Herzchen war.
Wie neidisch du doch warst, dass es solche schönen Liebesgeschichten nur in der Fantasie gab und nicht im echtem Leben. Warum gab es keine Typen die wussten wie man das Herz eines Mädchens eroberte? Dabei war das doch viel leichter als die werten Herren dachten!
Müde und irgendwie traurig darüber, dass es nur eine Geschichte war, klapptest du den Laptop zu und legtest ihn auf den Boden neben dir. Du wolltest schlafen gehen, weil es schon spät war, doch du konntest es einfach nicht. Es war als würde dich etwas wach halten und das obwohl du todmüde warst.
Geräuschlos setztest du dich auf und blicktest sofort aus dem Fenster, wo der große runden Mond schon auf dich wartete. Wie in Trance starrtest du die große runde Kugel an, ohne zu wissen warum.
Zum ersten Mal nach langer Zeit konntest du innere Ruhe finden. Dein Herzschlag war gleichmäßig und deine Atmung gelassen, frei von Beschwerden. Als wärst du ein normales und gesundes Mädchen.
Es war angenehm und die Kälte, die die Nacht mit sich brachte und durch dein Fenster strömte, störte dich auch nicht wirklich. Du warst einfach nur zufrieden. So zufrieden dass du, ohne, dass du es merktest, in das Traumland gedriftet warst.


Ein sanfter lauer Wind weckte dich aus deinen süßen Träumen und empfing dich mit einem lieblichen Sommertag. Es dämmerte schon und der Himmel wurde in einen wunderschönen Flammenhimmel gezaubert.
Mit einem Lächeln sahst du nach oben, da du in dem weichen Gras einer Blumenwiese lagst und eine liebliche Melodie erklang. Es war als hätte der Wind das Lied herangetragen und das nur für dich allein.
Es war so ruhig, so angenehm. Es gab nur dich in deiner eigenen kleinen Welt und nichts konnte dir etwas anhaben. Keine Krankheit, keine Familie oder Freunde. Nein. Hier war alles friedlich. Frei. Leicht. Unbeschwert.
So als wärst du wieder zum Kind geworden und die Welt wäre für dich noch immer der riesengroße Spielplatz mit vielen Abenteuern in jeder Ecke.
Ein Leben ohne Sorgen. Ein Leben in Unwissenheit. Ein Leben in Geborgenheit. Ein Leben fernab von der Welt, in der du lebtest. Es gab keine Zeit die dir davonrennen konnte, keine Medikamente die du nehmen musstest um überhaupt leben zu können.
Nein.
Hier fühltest du dich lebendig. Hier wolltest du am liebsten für immer bleiben.

„Sag nicht dass du schon wieder einschlafen willst“, ertönte es leise neben dir und nur langsam drehtest du deinen Kopf in die Richtung der tiefen Männerstimme. Augen, die dem Himmel über dir spiegelten, sahen dich an, umrahmt von schwarzen Locken und blasser Haut. Ein verschmitztes Lächeln legte sich auf die Lippen deines Gegenübers und du konntest es nur erwidern.
„Unverbesserlich“
Du drehtest deinen Kopf wieder weg von der Person neben dir und besahst wieder den Himmel. Wobei sich deine Augen wieder langsam schlossen und du erneut in einen traumlosen Schlaf fielst.

Eine summende, dir bekannte Melodie weckte dich wieder auf und erneut wanderte dein Blick zu deiner Linken. Erneut zu dem Jungen neben dir, der mit geschlossenen Augen und den Armen hinter dem Kopf verschränkt, in der Abendsonne badete.
Seine Haut sah leicht gerötet aus, als würde sie brennen, doch dem Summenden schien dies nicht weiter zu stören. Er genoss den süßen Schmerz, weil er so neben dir liegen konnte.
Fasziniert von seinem Profil und der warmen und dennoch tiefen Stimme, drehtest du deinen ganzen Körper zu ihm, um ihn besser sehen zu können.
Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig unter dem feinen Stoff seines schwarzen Hemdes. Er war entspannt und das Lächeln auf seinen Lippen zeigte auch, dass er zufrieden war.
Du warst froh, dass er hier mit dir, in deiner Welt war und du so nicht allein warst, einsam warst.
Nein, er war bei dir und du endlich nicht mehr allein. Er würde dich nicht verlassen. Er würde dich begleiten wohin auch immer dich dein Weg führen würde. Du warst ein Teil von ihm und er ein Teil von dir.
Er öffnete seine Augen und sah dich an. Schon wieder konntest du in den Himmel über euch blicken und versankst und der unbestrittenen Schönheit. Auch er löste nicht den Blickkontakt zwischen euch und drehte sich ebenfalls zu dir, auf die Seite.
Nun saht ihr euch an. Nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Du konntest den kühlen Atem auf deiner Haut spüren und auch wie kühle Fingerspitzen sanft deine Wange streiften.
Die Kälte störte dich nicht, sie war dir willkommen.
Genießerisch schlossest du deine Augen ein wenig, aber nicht weit genug um ihn nicht weiter in die Augen blicken zu können.
Du wolltest ihn auch berühren, doch hattest du keine Kontrolle über deine Arme. So konntest du ihn nur weiter ansehen und darauf warten, dass er sagte was seine Augen dir verrieten.
„Warum lässt du mich warten…?“

     
Mit weit aufgerissenen Augen setztest du dich auf. Völlig durchgeschwitzt versuchtest du deine Atmung wieder unter Kontrolle bringen und so auch den Hustenanfall wieder zu besänftigen. Leider gelang dir das nur notdürftig und auch erst nach einigen Minuten.
Ein erleichterter Seufzer entwich deinen Lippen, als der erste Schock überstanden war. Doch nun wich der Schock der Verwirrung.
Was war dies nur für ein Traum? Warum fühlte sich alle so realistisch an? Woher kanntest du diese Melodie? Wer war dieser Junge neben dir und warum kam er dir bekannt vor?
Dein Atem stockte leicht als dir auffiel wer da neben dir lag. Es fiel dir wie Schuppen von den Augen.
Natürlich! Das lag alles nur daran weil ich diese Fanfiktion gelesen hatte! Warum sonst sollte ich von Marshall Lee träumen? Aber warum sah er…so echt aus?
Ganz automatisch wanderte deine rechte Hand zu deiner rechten Wange, wo du noch immer die kühlen Berührungen spüren konntest. Ein angenehmes Prickeln breitete sich von diesen Punkten aus und lies dich verlegen erröten. Geschmeichelt schlossen sich deine Augen und du grinstest nur dumm dämlich vor dich hin. Es war doch irgendwie ein schöner Traum und es stellte sich dir die Frage warum du denn aufgewacht warst. Von dir aus, hätte der Traum noch nicht enden müssen, vor allem weil Marshall sich gegen Ende hin näher zu dir gebeugt hatte. Du konntest nur ahnen was er vorhatte und wurdest umso wütender, dass dein Traum so abrupt unterbrochen wurde.
Genervt verließt du dein Bett und machst dich auf den Weg ins Bad, um dir dein Gesicht kalt abzuwaschen und so deinen Blutdruck wieder ein bisschen zu senken. Nie hättest du es für möglich gehalten, dass dich ein Traum so durch den Wind bringen könnte. Aber du müsstest lügen, wenn du sagen würdest, dass du solche Träume nicht öfter haben wolltest. Sie waren eine nette, erfrischende Abwechslung zu deinen gelegentlichen Alpträumen.

Gerade als du die Hand schon an die Türklinke für das Badezimmer gelegt hattest, vernahmst du ein verdächtiges Poltern aus der Küche. Verwundert darüber, dass noch jemand in deiner Familie wach war, wolltest du es eigentlich dabei bleiben lassen und wieder in dein Zimmer gehen, doch das Geräusch wiederholte sich und das um einiges lauter.
Eine Augenbraue zog sich nach oben und deine Füße machten sich selbständig auf zur Treppe, zumindest fast. Deine Instinkte verrieten dir, dass hier etwas nicht stimmte und da du schon immer ein sehr vorsichtiger Mensch warst, schlichst du dich zuerst zu den Zimmer deiner Mutter. Vorsichtig lauschst du an der Tür, um nachzusehen ob noch jemand darin schlief. Als du das Schnarchen von Steven hörtest, hattest du mehr Mut nun auch die Tür einen kleinen Spalt zu öffnen und nachzusehen ob auch deine Mutter im Bett lag. Zu deiner Überraschung tat sie das auch.
Wenn beide hier sind und schlafen…wer ist dann unten in der Küche?
Du schüttelst deinen Kopf und warfst so die verschwörerischen Gedanken ab. Du würdest einfach nachsehen und dann deine Neugier stillen. Vermutlich hat nur jemand das Fenster aufgelassen und die Nachbarskatze ist wieder in dein Haus eingestiegen. Wäre schließlich nicht das Erste Mal.
Auf leisen Sohlen schlichst du dich die Treppe hinunter und den kleinen Flur zur Küche entlang.
Es brannte kein Licht in der Küche und einen Schatten konntest du auch nicht erkennen. Nur das grüne Leuchten von zwei Punkten, die du in der Fensterscheibe schräg von dir in der Küche sehen konntest, verunsicherten dich. Sie sahen dich an und beobachteten jede Bewegung von dir.
B-Bestimmt nur die Kaffeemaschine oder die Mikrowelle…, versuchtest du dich selbst zu beruhigen, was du nicht wirklich schafftest.
Du würdest am liebsten ganz schnell wieder in dein Zimmer sprinten, da du dir sicher warst, dass die Geräusche nicht von der Nachbarskatze kamen. Allerdings warst du dir auch sicher, dass da jemand in der Küche war und dass dieser jemand dich schon lange bemerkt hatte. Du wusstest zwar nicht wie lange, aber ein Gefühl beschlich dich, dass dieses etwas es schon wusste als du aufgewacht warst.
Du bliebst stehen, den Blick nun ein wenig auf die Küche gerichtet. Sehen konntest du nichts und hören auch nicht. Doch das Leuchten in der Fensterscheibe sah nun noch mehr nach zwei grüne Augen aus und langsam konntest du auch eine Silhouette erkennen.
Dein Atem stockte erneut und auch dein Herzschlag beschleunigte sich. Du wusstest, dass du nicht mehr zurück konntest. Du hattest etwas gesehen, was du nicht hättest sehen solltest. Jemanden entdeckt, den du nicht entdecken solltest.
Du machtest einen Schritt nach hinten, nur um ein tiefes Grölen zu ernten.
----Du würdest verfolgt werden, egal was du jetzt machen würdest. Du könntest nach deiner Mutter schreien, doch warst dir sicher, dass sie zu spät da sein würde. Außerdem wolltest du sie nicht auch noch in Gefahr bringen.

Gefühlte Stunden vergingen in denen ihr euch gegenseitig anstarrtet und nichts weiter sagtet. Was sollte man auch schon sagen? Wer bist du? Was willst du? Werde ich sterben?
Diese Fragen waren unnütz und würden lediglich dem Klischee dienen. Daher stelltest du sie auch nicht, nein. Du sammeltest all deinen Mut zusammen und gingst nun entschlossen in die Küche, nur um einen leeren Raum zu finden. Auch das Leuchten in der Scheibe war verschwunden und quälende Stille kehrte ein.
Du sahst zwar nichts, konntest aber dennoch eine Präsens spüren und zu deinem Unmut war diese direkt hinter dir.
Ein leises aber schweres Atmen ertönte direkt neben deinem Ohr und ein nasser und übelriechender Hauch umwehte dein Gesicht und Nacken.
Deine Haare stellten sich auf und deine Hände vergruben sich in dem Stoff deiner Jacke. Dein Mund war trocken und der Klos in deinen Hals stoppte dich nur knapp vor einem Heul- und Hustenkrampf. Die Luft wurde knapper, was nicht zuletzt an dem Stress lag, dem du hier ausgesetzt wurdest.
Was soll ich tun? Ich hab Angst…!
„Du bist allein, Kind…ist dir nicht kalt?“, sprach eine tiefe aber angenehme Stimme. Sie ging runter wie Honig und sorgte dennoch dafür dass ein kalter Schauer deinen Rücken hinunter lief. Er hatte Recht, dir war kalt, nur hattest du das vorher durch das Adrenalin, welches durch deine Adern strömte, nicht bemerkt. Du schütteltest dich leicht vor Kälte und Furcht.
„Ich bin das Ende…“, dir stiegen die Tränen in die Augen, „…doch nicht für dich…dein Ende wartet bereits schon auf dich“
Verwirrt wolltest du fragen was er meinte, doch ein Stoß von zwei großen Händen, unterbrach dich. Du wolltest dich mit deinen Armen auffangen, doch der Boden war nicht zu sehen. Nur ein Portal aus vielen Farben, Farben die du noch nie gesehen hattest, empfingen dich und entzogen dich deiner Welt.
Das grelle Licht und die vielen lauten Geräusche, brachten dich dazu die Augen zu schließen und die Ohren zu zuhalten. Auch die Geschwindigkeit in der du dich bewegtest, entfachte eine Übelkeit und Schwindel in dir, sodass du nur schwer dein Bewusstsein halten konntest. Nicht mehr lang und du würdest Ohnmächtig werden.
Nicht mehr…lange…
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