Zwischen Genie und Wahnsinn

von Dacolea
GeschichteRomanze / P12
Jean Descole OC (Own Character)
18.08.2016
24.08.2016
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Die verbotene Blume des mysteriösen Gentlemans


Lächelnd zog ich mir meinen Mantel aus und schüttelte feine Schneeflocken aus meinem weißen Haar, ehe ich meine Schuhe auszog und ins Wohnzimmer tapste. „Wo sind die anderen?“, fragte ich Jean während ich mich über die Lehne seines Sessels beugte und versuchte zu entziffern was er für ein Buch in den Händen hielt. Er hatte wohl nicht mit mir gerechnet und antwortete etwas verzögert und mit eindeutiger Überraschung in der Stimme: „Die sind alle beim Schneider, wo du eigentlich auch sein solltest“, „Ich habe doch genug schöne Kleider“, fing ich an, „warum sollte ich mir dann ein neues schneidern lassen?“, „Weil dein Vater es so will?“, meinte er fragend und sah zu mir hoch. Schmunzelnd schüttelte ich nur den Kopf und wechselte das Thema. „Was liest du da?“, fragte ich neugierig und umrundete seinen Sessel um mich vor ihn zu setzen. Ich zog die Beine an und sah ihn aus großen Puppenaugen an. „Ein Buch“, meinte er und sein Ton sprach mehr als tausend Worte. Er war wohl der Meinung es würde mich nicht interessieren, dabei fand ich seine Bücher immer sehr interessant. Die faszinierenden Fakten der Archäologie waren alles andere als langweilig. Seufzend verdrehte ich die Augen und meinte: „Ich frag ja schon nicht mehr“, ehe ich aufstand und eigentlich in mein Zimmer verkriechen wollte. „Warte!“, rief er mir hinterher, „ich hatte es nicht so gemeint, ich dachte nur das ich dich langweile, wenn ich dir erzähle das es sich um die Geschichte der Aslanti handelt…“
Mit einer schwungvollen Bewegung drehte ich mich um und setzte mich auf die Armlehne seines Sessels. „Und was macht dich dabei so sicher?“, „Dein gedankliches abdriften, wenn ich dir darüber erzähle“, meinte er und ich spürte wie die Hitze in meine Wangen schoss. Er konnte doch nicht gemerkt haben das ich mich immer irgendwann in seiner Stimme verloren hatte? Was musste er auch für eine ungewöhnlich anziehende Stimme haben!?
„Ähm, was das angeht…ich stelle es mir nur einfach vor oder versuche es zumindest“, antwortete ich etwas ausweichend und lächelte ihn schief an. „Wenn das so ist…soll ich dir mehr erzählen?“, „Ja bitte!“, rief ich erfreut aus und strich mir eine Strähne hinters Ohr. „Dann mach es dir bequem“, riet er mir und ich schob mich auf seinen Schoß, „ich meinte eigentlich“, er seufzte lächelnd, „schon gut“, seinen Arme legten sich um mich und er hielt mich und das Buch fest. Mit seiner angenehmen Stimme begann er mir, am Inhalt des Buches orientiert, die Geschichte näher zu erklären. Ich fühlte mich bei ihm wirklich wohl und geborgen und genoss jede Sekunde die wir uns so nah waren. Interessiert und voller Neugier hörte ich ihm zu und versuchte etwas von dem Wissen zu behalten…
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