Melancholy alone at home

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Belukia Tsubaki
18.08.2016
18.08.2016
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Einen schönen Abend ~

Bitte verzeiht mir das, das ist mein erster Lemon ... ._.
Aber endlich mein erster Beitrag zum SerVamp-Fandom (soll ich mich schämen, weil es mit einem Lemon einsteigt..?xD)  *-* Dieses Pair braucht dringend mehr Liebe, gebt den beiden eine Chance <3  Ich hoffe ich bringe hiermit einige auf den Geschmack ~
Und Higan und Shamrock gehören einfach zusammen '3' Hier nur angedeutet, aber denkt mal darüber nach xD

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„...und deswegen waren wir heute nicht in der Lage, näheres zur Völlerei herauszufinden. Dafür haben wir allerdings eine Menge anderes über die Hochmut gehört und... - junger Meister? Hören Sie mir überhaupt zu?“, seufzend fuchtelte Sham mit der Hand vor dem Gesicht seines Meisters herum.  Tatsächlich dauerte es einen Moment, bis das Leben in die roten Vampiraugen zurückkehrte. „Junger Meister!“
„Oh?“, verdutzt blinzelte Tsubaki, richtete sich etwas mehr auf und setzte die Sonnenbrille, die inzwischen halb unten hing, wieder richtig auf die Nase. „Hast du was gesagt, Sham?“
„Das ist doch nicht zu fassen...!“, mit einem Grummeln stand der Abkömmling auf und machte sich lieber daran Geld und Schlüsselkarte zusammenzusuchen. Konnte schon sein, dass jetzt die Zeit begann, in der der Urvampir gerade erst richtig wach wurde – allerdings war das kein Grund, ihn so zu ignorieren! Vor allem nicht bei solch wichtigen Informationen, hatte er doch ganze Arbeit geleistet. Bei solch einem Vorzeigebeispiel von Arbeitsmoral konnte man ja wohl erwarten, dass sich der geehrte SerVamp mal zusammenreißen würde!
„Reg dich ab“, Higans tiefe Stimme wehte hinter Sham vorbei und kurz spürte er eine Hand auf dem Kopf, die allerdings Sekunden später wieder verschwunden war. Dann kam besagte Stimme von der Tür aus, diesmal etwas lauter. „Sham und ich sind jetzt weg. Macht keinen Mist, so ein alter Mann wie ich hat keine Lust nachher alles aufzuräumen!“
Erneut schreckte Tsubaki am Tisch auf, diesmal vom Rufen Higans. Lächelnd winkte er mit seinem zu langen Ärmel als Abschied.
„Viel Spaß...! Passt auf euch auf...!“
Verstört zog Sham den Rothaarigen mit raus und beeilte sich von der Zimmertür wegzukommen.
„Was hast du denn plötzlich?“, neugierig holte Higan auf und schlenderte neben seinem Kameraden her.
„Das weißt du nicht...? Sakuya ist unterwegs, Otogiri ist einkaufen und danach schließt sie sich Sakuya an. Wir beide gehen ins Kino. Tsubaki ist alleine. Und Belukia kommt bald nach Hause. Dann sind die beiden alleine.“
„Ja und...? Die werden die Wohnung schon nicht abbrennen. Zusammen haben sie zwar doppelt so viel Schwachsinn im Hirn, aber Tsubaki ist doch nicht-“
„Darum geht es doch gar nicht!“, murrend fiel Sham ins Wort und sah in den dunkler werdenden Abendhimmel über sich. „Egal... reden wir nicht drüber. Beeilen wir uns, sonst sind die reservierten Karten weg.“


Das Klacken der sich schließenden Tür klang durch die Wohnung wie ein Startschuss. Letztlich war es das auch, um ehrlich zu sein, denn sobald die Tür ins Schloss gefallen war und somit die letzten beiden Familienmitglieder außer Haus waren, sprang der zuständige Urvampir wie von der Tarantel gestochen auf und eilte in sein Zimmer. So. Was jetzt?
Die Sonnenbrille wanderte zusammengeklappt auf den Nachtschrank, die Geta unter das Bett. Murrend besah er sich kurz den Inhalt seines Schrankes, allerdings ließ sich da nichts Außergewöhnliches finden. Gut, dann eben später. Nächste Station war das Badezimmer.
Mit einem Blick auf die Uhr stellte die Schwermut fest, dass er noch ungefähr zehn Minuten hatte, plus/minus fünf Minuten, wenn Bel pünktlich sein wollte oder nicht. Wollte er? Wusste er überhaupt, dass Sham und Higan ausgegangen waren? Wenn ja würde er sicher pünktlich kommen wollen... also, zumindest hoffte er das. Zehn Minuten, um noch schnell unter die Dusche zu springen. Nachdenklich grübelte Tsubaki, was sein Abkömmling nochmal letztens gesagt hatte. Welches Shampoo hatte er nochmal so toll gefunden...? Auf dem Ablage standen acht Flaschen Haarshampoo, jeder hatte ein eigenes, plus die Flaschen, die als Probe für ein Neues herhielten. Welches davon war es noch gleich gewesen...?
Sieben Minuten noch, allerdings konnte man sich einen Fehlgriff nicht sonderlich gut leisten, wenn man kaum einen Eigengeruch hatte. Letztlich entschied er sich für eins mit roter Flasche und Blüten drauf – zumindest sah es wohlriechend aus.
Kurz darauf war die mieseste Entscheidung fällig. Was sollte man anziehen...? Sein Kleiderschrank gab aus Prinzip fast nur Kimono und Yukata her. So viel Spielraum blieb da also nicht. Mit einem Handtuch um den Hüften und einem um den Kopf stellte sich der SerVamp vor den Kleiderschrank. Kimonos... nichts als Kimonos... ein Shirt würde den Zweck nicht erfüllen, eine Hose schon gar nicht, zu große Hemden besaß er nicht. Es bestand zwar die Möglichkeit, ein Hemd von Bel anzuziehen, allerdings wäre das die falsche Nachricht. Hier ging es um was anderes.
Nur probehalber schlüpfte er in einen Yukata, bei dem beide Ärmel viel zu lang waren. Er bestand aus weichem, dunkelroten Stoff, einem schwarzen Kragen und einem schwarzen Obi, eigentlich ganz schön, nur trug er ihn gewöhnlich nicht wegen der Ärmel – ein langer Ärmel reichte aus, zwei konnten nervig sein. Bevor er dazu kam, sich den Obi umzubinden, warf er im Vorbeigehen zufällig einen Blick in den Spiegel...und stockte. Natürlich. Das war perfekt!


„Bin Zuhause...!“, Belukias Stimme klang hell durch die Wohnung, auch wenn er etwas erschöpft klang. Eigentlich hatte er nur etwas essen wollen. Abkömmlinge der Habgier hatten das alles etwas verkompliziert und so war er eine gute Stunde durch die Stadt abgehauen, um sich in Sicherheit zu bringen. Hatte funktioniert, aber irgendwann ging selbst  dem überaktiven Vampir die Kondition aus.
Langsam hängte er seinen Mantel und den Zylinder weg. Die Ruhe hier war merkwürdig. Niemand sah fern, kein Geklapper in der Küche, kein Gefluche von Sakuya, wenn er in seinem Zimmer zockte. Nichts. Nicht mal abgestandener Zigarettengeruch, wenn Higan zu spät das Fenster geöffnet hatte.
„Halloooo?“, verwirrt sah er sich um. Niemand. Ein Seufzen entfuhr Belukias Lippen. Dann halt nicht, die würden schon noch auftauchen. Wahrscheinlich waren sie einkaufen, oder sie hatten nicht mit dem Essengehen auf ihn gewartet – irgendwie traurig, dass selbst Tsubakyun mitgegangen war...
Niedergeschlagen machte er sich in die Dusche, trocknete die langen Haare und beließ es bei einer rosa Boxershorts. Wenn eh keiner Zuhause war, musste man auch keine Rücksicht nehmen. Mit dieser Einstellung stapfte Bel zurück in sein Zimmer und wollte sich gerade hinlegen, doch in dem Moment nahm er ein anderes Geräusch wahr, das definitiv aus der Wohnung kam. Ein Trappeln von winzigen Füßchen … nein – Pfoten. Unverkennbar. Ein vertrautes Geräusch, angenehm und nur mit schönen Dingen verbunden.
„Tsubakyun?? Bist du doch Zuhause??“, gerade drehte er sich um, da ertönte in dem Moment ein leises Ploppen und das Pfotengetrappel verwandelte sich in Schritte von nackten Füßen. Ein breites Strahlen schlich sich auf das Gesicht des Abkömmlings. „Tsubakyun, warum hast du denn nicht gesagt, dass du -“
Das Wort blieb ihm im Halse stecken. Sein Gesicht lief rot an. Die roten Augen weiteten sich zu gefühlter Tellergröße.
„Du bist zu spät“, waren die normalen Worte, die aus dem Mund seines SerVamps kamen, doch die Augen des Abkömmlings klebten an dessen Körper. Der Yukata in der Farbe von getrocknetem Blut, den er trug, war ihm an einer Seite runtergerutscht und entblößte eine zierliche, schneeweiße Schulter mit einem Teil vom Oberarm. Der Obi saß so locker, sodass die Knie bereits frei waren und noch ein gutes Stück oberhalb – gerade so, dass man nicht genau sagen konnte, ob er etwas drunter trug oder nicht. Die Haare sahen etwas zerzaust aus und auch die Brille trug er nicht. Wahrscheinlich hatte er geschlafen... klar, Belukia war ja auch zwei Stunden später als angemeldet.
„Du...hast da...ehm...“, Bel fing an zu stottern und gestikulierte in der Gegend herum, ohne Wörter dafür zu finden, das Gesicht knallrot. Bis Tsubaki an sich herunter sah und stockte.
„Oh...“, langsam zog er sich den Obi fester und verdeckte die Beine zumindest bis zu den Knien. Die Schulter blieb allerdings so frei wie sie war, das Gewicht der zu langen Ärmel zog sie ohnehin herunter. Das machte es allerdings nicht besser. Es war eine unumstößliche Tatsache, dass die Todsünde so ohne Brille und ohne seinen Größenschub durch die Getas aussah wie ein Junge. Verschlafen machte es den Eindruck nicht geringer.

Von all dem ab gab es da ein Problem, das das alles in den Schatten stellte...

„T-Tsuba..kyun...? Du h-hast schon geschlafen, h-hai..?? Hab ich dich geweckt??“
„Schon, aber ich wollte ohnehin auf dich warten...“
Langsam tapste Tsubaki an seinem Abkömmling vorbei und setzte sich auf dessen Bett. Mit ruhigem, normalen Blick sah er zu ihm auf.
„Erheitere mich. Mach etwas, was nicht ermüdend ist. Weder für dich, noch für mich.“
In Bels Kopf brannten langsam die Sicherungen durch. Das war doch sicher ein Scherz, oder?? Gleich würde er einen seiner berühmten Lachanfälle bekommen, sich vielleicht vor lauter Schlaftrunkenheit verschlucken und dann wäre alles wie immer. Bel würde sich ins Bett legen und entweder würde er als Fuchs neben ihm schlafen, sich so neben ihm einrollen oder in sein eigenes Zimmer zurückgehen. Aber wenn er hierblieb, dann...


Von all dem ab gab es da ein Problem, das das alles in den Schatten stellte... Ein Problem der etwas anderen Art.


„Etwas Amüsantes soll ich tun...?“, Bel schluckte leicht und kniete sich vor seinen Urvampir, seinen Schöpfer. „Etwas, was nicht ermüdend ist... für uns beide nicht?“


Vielleicht war es auch gar kein Problem, nur in solchen Momenten schien er der Situation nicht mehr gewachsen. Zu bizarr, um ernst zu sein. Zu wichtig, um es nicht zu sein.


Tsubaki nickte leicht und beobachtete ihn mit erwartungsvollen Augen und wich keinen Zentimeter zurück, als Belukia näher kam – wesentlich ernster als die meiste andere Zeit. Allerdings auch nicht todernst, das übliche Leuchten hatte sich in den roten Augen breit gemacht und verlieh dem Abkömmling ein jüngeres Aussehen als sonst. Eben diese Augen schlossen sich, bevor er sich noch ein Stück weiter vorbeugte und seine Sünde küsste.
Einen Moment schien Tsubaki den Moment einfach Moment sein zu lassen, als wolle er ergründen, ob es nun wirklich ermüdend war oder nicht. Die Entscheidung schien gefallen: Nicht ermüdend. Und so zog er seinen Abkömmling näher an sich, intensivierte den Kuss und rutschte rückwärts auf das Bett – Bel gehorchte auch ohne Worte eines Befehls. Es war lange her, seitdem die Todsünde zuletzt jemand anderen als Bel geküsst hatte. Einen Mann schon gar nicht. Doch es fühlte sich gut an, wie es jetzt war. Geborgen und auf eine Weise anregend, die ihm sogar das gespielte Lachen raubte.
Bel hingegen schien irgendwie in seinem Element zu sein, auch wenn das Gefühl an sich neu schien. Es war nicht so, als hätten er und Tsubakyun sich noch nie geküsst, ein paar Mal war das vorgekommen, aber niemals so. Niemals so lange...und nie im Bett, auf diese Weise. Der Yukata rutschte inzwischen bereits auf der anderen Seite runter, nur noch der lockere Obi an der Hüfte hielt das Stück Stoff zusammen. Eine schwarze, kurze Boxershorts lugte hervor – also hatten sie beide praktisch nicht sonderlich viel an Kleidung zu bieten. Demnach wäre es ja nur fair... mit einer kleinen Bewegung zog Bel den Obi komplett auf, es machte sowieso kaum einen Unterschied, mal abgesehen davon, dass Tsubaki gerade andere Sorgen hatte, als auf seinen praktisch nicht mehr vorhandenen Yukata zu achten.
So unter Bel begraben zu sein, der nun mal eine andere Statur und Größe hatte, weckte die Komplexe in ihm. In einer einzigen fließenden Bewegung wand er sich unter dem größeren Vampir hervor und setzte sich breitbeinig auf dessen Hüften. Sein Mund kräuselte sich zu einem breiten Tsubaki-Grinsen.
„Vielleicht kann ich es so noch amüsanter gestalten...“
Unwillkürlich musste der Langhaarige schlucken. 'Amüsant' schien bei Tsubaki eine ganz besondere Bedeutung zu haben... eine Bedeutung, bei der man sich nicht so sicher sein sollte, ob man das am eigenen Leib erfahren wollte. Noch mit rasendem Herzen legte er sich zurück und betrachtete den schmalen Vampir auf ihn. Sein Tsubakyun... ganz für sich allein. Das brachte ihn ebenfalls zum Grinsen und vertrieb die komischen Gedanken.
„Hai, wie du willst, Tsu~ba~kyun~!“, ohne weiter darüber nachzudenken zog er seinen ganz eigenen Vampir zu sich herunter und küsste ihn erneut, ein bisschen inniger als vorher, denn  das wohlige Kribbeln von eben hatte sich inzwischen in einen regelrechten Sturm verwandelt, der langsam Überhand gewann. Diese stürmische Leidenschaft versuchte er so gut es ging in den Kuss zu legen und tatsächlich wurde auch Tsubaki energischer. Vorwitzig stupste er ihn mit der Zunge an und brachte Bels Gedankenraserei mit einem kleinen Kampf zum Stillstand.
Die langen Ärmel des Yakatas hatten angefangen ihn zu nerven, sodass er ihn schließlich eigenständig wegwarf. Ohne Hände ließ es sich kaum bewerkstelligen, den Körper unter ihm ein wenig zu begutachten. Zumindest ging das so wie er es wollte ohne nervtötenden Stoff sehr viel besser. Nach ein paar Sekunden bildete sich bereits eine feine Gänsehaut unter seinen Händen, was er als gutes Zeichen nahm. Gut genug, um ein bisschen weiterzugehen.
Als die Berührungen der Todsünde nach unten wanderten und neugierig unter den letzten Rest Stoff fühlten, zuckte der Abkömmling merklich zusammen und hielt sich die Hand vor den Mund, bevor ihn ein Laut verlassen konnte. Sowas war er definitiv nicht gewohnt und als die Hand dort blieb und aktiv wurde, konnte er die Laute nicht mehr unterdrücken. In seinem Kopf spuckte die Tatsache herum, dass das dort immernoch sein Tsubakyun war, es ließ ihn einfach nicht los und die Freude darüber stachelte ihn immer weiter an. So sehr, dass er nicht mal wirklich bemerkte, wie besagter Rest von Stoff gen Boden segelte.
Das wurde ihm erst dann gänzlich bewusst, als die andere Hand Tsubakis an den Oberschenkeln entlang nach hinten wanderte. Sofort lief er feuerrot an.
„W-Weißt du, wie man sowas macht??“, Belukias Stimme wurde ungewollt noch höher als sonst, doch der Angesprochene grinste nur.
„So schwer kann das nicht sein und Erklärungen sind immer so langweilig... Abgesehen davon... was Higan schafft, das schaffe ich auch“, selbstbewusst schenkte er ihm einen Blick aus funkelnden Augen, doch sah der Urvampir nicht halb so gefasst aus wie er sich gab. Die Strähnen hingen ihm leicht im Gesicht, die Wangen waren leicht rötlich angelaufen und Bel konnte spüren, dass es ihn ganz und gar nicht kalt gelassen hatte, was er da eben zu hören bekommen hatte. Irgendwie machte ihn das glücklich. Dann realisierte er die Worte.
„Hi...gan...? Was macht denn Higan, dass du...- ah!“, er kam gar nicht so weit, denn Tsubakis andere Hand war inzwischen hinten angekommen und der erste Finger bereits tätig. Von jetzt auf gleich war Higan vergessen, was spielte der schon für eine Rolle...? Es zog ein wenig und Bel verengte die Augen etwas. Ein langgezogenes, relativ tiefes Jammern entfuhr ihm aus zusammengebissenen Zähnen, wurde jedoch jäh zum Abbruch gebracht, als Tsubaki den nächsten Zungenkampf eröffnete. Die Schmerzen waren nicht vergessen, wurden aber ungemein gemindert und nach einem Moment fühlte es sich plötzlich vollkommen anders an. Nicht schmerzhaft...gut... bis der nächste Finger zum Einsatz kam.
Ein lautes Keuchen entfloh Bel, lauter als beabsichtigt und lauter als die Tür halten konnte – wenigstens waren die anderen nicht da.
Die Todsünde war inzwischen so weit, dass er nicht länger warten wollte und konnte. Schon öfters hatte er darüber nachgedacht, doch jetzt in der Situation zu stecken war etwas ganz anderes, mehr wie ein Adrenalinkick als er sich vorgestellt hatte – wann hätte er denn mal dazu kommen sollen Erfahrungen zu sammeln? Zumal Belukia der Richtige dafür war, da war er sich ganz sicher. Er gehört seit Jahrzehnten zu seiner Familie und seine amüsante, erfreuliche Art hatte ihm immer wieder aus Phasen geholfen, aus denen er sich selbst nicht hatte befreien können.
Als er richtig anfíng war es diesmal er selbst, der Bel noch übertönte. Ob Bel sowas schon mal gemacht hatte wusste er nicht, egal ob Frau oder Mann. Aber das spielte jetzt auch keine Rolle. Da war kein Platz um darüber nachzudenken, ob er das erste Mal war oder nicht. Kein Platz, für alles was schief gelaufen war, was in Zukunft passieren würde, oder allein schon was die anderen sagen würden. Da war kein Platz für gar nichts, nur für ihn, für seinen geliebten Abkömmling, den er gerade mehr als alles andere hören und spüren wollte, die schönste Ablenkung, die amüsanteste Situation, so weit weg von der Schwermut wie noch nie. Weit weg von allem, nur nah bei ihm.
Eine Art schiefes Lachen entfloh ihm zusammen mit einem langgezogenem Keuchen. Unter ihm schaffte es Bel ihm einen Blick zuzuwerfen, der alles andere als verwundert, oder angeekelt wirkte – es war einfach nur Glück. Und Verstehen. Er verstand seinen ganz eigenen Vampir, was Tsubaki fast ein zweites Lachen entlockte.
Benebelt von der Ekstase und Freude bemerkten beide kaum, wann genau der Höhepunkt kam. Er kam einfach und ließ sie erschöpft zusammensinken, nebeneinander eingekuschelt und selig. Worte waren hier gar nicht mehr nötig.
Tsubaki war schon längst eingeschlafen, während Belukia noch eine Weile wachlag und über das schwarze, weiche Haar strich. Er hatte das Shampoo benutzt, das, dass er ihm letztens gekauft hatte und das so gut duftete. Es gefiel ihm sich vorzustellen, er hätte es für Bel selbst getan. Zufrieden und erschöpft kuschelte sich an seinen Tsubakyun.


„Meinst du, die haben echt...?“, leise betrat Higan die Wohnung und sah sich um. Alles wie vorher. Wenigstens kein Chaos.
„Keine Ahnung...“, kam die Antwort und er spürte wie Sham ihn an der Hand packte und mit sich in sein Zimmer zog. Bald ging die Sonne auf, Zeit schlafen zu gehen. „Aber ich könnte es mir denken.“
„Deshalb war Tsubaki so neugierig.“
„Neugierig?“, verwirrt sah der Grauhaarige zu ihm rüber. „Was meinst du damit?“
„Ach...nichts. Nicht so wichtig. Lass uns einfach schlafen.“
Mit Shams misstrauischem Blick im Rücken grinste Higan bloß ein bisschen in sich hinein. Vielleicht sollte er öfter auf Tsubakis Fragen eingehen – vielleicht war die Todsünde dann etwas weniger schwermütig als bisher.
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