Falsche Vorurteile muss man ändern

von Rosalie18
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
Felipe Nasr Lucas di Grassi
16.08.2016
08.11.2016
10
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Disclaimer: Die folgende Story sind rein fiktiv. Ich kenne keine der beteiligten Charaktere persönlich, noch ihre Hintergründe oder privaten Details. Es ist alles meiner Phantasie entsprungen.


Für Forbidden to Fly
Danke das du mir von Lucas erzählt hast, heute morgen wurde ich von einem flauschigen Häschen überfallen.




Falsche Vorurteile muss man ändern

1 – Zufälliges Treffen

Lucas Pov


Für einen Kurztrip übers Wochenende nach Rom zufahren, ist eine spontane und sehr gute Idee von mir gewesen. In einer ruhigen Seitenstraße habe ein kleines Café gefunden und draußen Platz genommen. Während ich die vorbeikommenden Menschen beobachte, trinke ich in aller Seelenruhe einen köstlichen Cappuccino. Mein Blick ruht etwas länger auf einem äußerst attraktiven Mann mit längeren brünetten Haaren. Seine Augenfarbe kann ich nicht erkennen, da bedauerlicherweise eine Sonnenbrille trägt. Gekleidet ist er lässig mit einem weißen Polo und einer dunkelblauen Cargoshorts, dazu trägt er weiße Nike-Sneaker.

Bevor ich ihn zu offensichtlich anstarre, wende ich meinen Blick schnell ab und genehmige mir lieber noch einen Schluck meines vorzüglichen Cappuccinos.

„Leute einfach so anzustarren ist unhöflich und gehört sich nicht.“ Die leicht spöttische Stimme dringt an mein Ohr und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich muss schlucken. Die Stimme hat einen vibrierenden Klang. Irgendwie habe ich das Gefühl sie zu kennen. Es ist als hätte ich sie schon mal gehört. Ich hebe meinen Blick und erkenne, dass sich der Fremde einfach ungefragt an meinen Tisch gesetzt hat. Dieses Verhalten missfällt mir  eigentlich, es spricht für kein gutes Benehmen.

„Gefällt dir was du siehst?“ Sein Mund umspielt ein spöttisches Lächeln. Er hat seinen Kopf auf seine Hände gestützt und mustert mich. Was ist das denn für ein Benehmen? Ich muss ihn kennen. Kein Fremder legt so ein Verhalten an den Tag. Ich habe das Gefühl, dass er mich anscheinend kennt, ich ihn aber nicht. Fieberhaft überlege ich, aber ich kann mich nicht erinnern.

„Du weißt nicht, wer ich bin. Jetzt sollte ich eigentlich böse auf dich sein, bin ich aber nicht“, sagt er und schenkt mir ein Lächeln, was mir spontan Herzklopfen bereitet. Scheiße…  Ich habe immer noch keine Ahnung, wer mir gegenüber sitzt, was mir jetzt doch etwas peinlich ist. Aber ich komme nicht darauf, wer er ist und woher wir uns kennen könnten.

„Tut mir leid, aber ich weiß leider nicht wer Sie sind und woher wir uns kennen“, gebe ich sichtlich kleinlaut zu, was mir so gar nicht passt. Eigentlich ist das gar nicht meine Art und ist bis jetzt zum Glück auch noch nie vorgekommen. Ein kehliges Lachen dringt in meine Ohren und wärmt mich. Ein wolliger Schauer läuft meinen Rücken hinab. Was soll das denn?

Der Brünette nimmt seine Sonnenbrille ab und grinst mich an, wobei seine strahlenden weißen Zähne entblößt werden. „Erkennst du mich jetzt, Lucas?“ Imaginär schlage ich mir mit der Hand gegen meine Stirn. Natürlich. Felipe Nasr . Das ich da nicht von selber drauf gekommen bin. Ich ärgere mich maßlos darüber, ebenso über die Reaktion meines Körpers auf meinen Landsmann. Denn eigentlich kann ich den Jüngeren nicht sonderlich leiden, gelinde ausgedrückt. Ich halte ihn für einen Angeber und Aufschneider, der nur Anhand seiner Sponsoren einen Platz in der Formel-1 ergattert hat und nicht Aufgrund seines Talentes. Da gibt es weiß Gott andere Fahrer, die um Längen besser sind als er. Auch bin ich neidisch, dass er eines der begehrten Cockpits in der Königsklasse innehat, während ich nur eines  in der Formel-E habe.

Es scheint als könnte er meine Gedanken lesen. „Was hast du eigentlich gegen mich? Du kennst mich doch gar nicht wirklich! Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass du dir ein Bild nur Aufgrund von Berichten in den Medien machst. So hatte ich dich eigentlich nicht eingeschätzt.“ Seine Stimme ist eine Mischung aus Enttäuschung und Wut. Er hat Recht, ich kenne ihn nicht wirklich und habe mir meine Meinung wirklich nur Anhand der Medien gemacht. Ich spüre, wie ich einen hochroten Kopf bekomme. Nur um nicht direkt antworten zu müssen, trinke ich noch einen großen Schluck von meinem Cappuccino. Vielleicht hoffe ich auch durch  Zeit zu schinden, dass er aufsteht und geht und mich so aus dieser peinlichen Situation entlässt. Aber er tut mir diesen Gefallen nicht. Mein Schweigen deutet er als Bestätigung. „Dann sollten wir das ändern.“ Seine ernste Miene wird wieder weicher und es umspielt erneut ein Lächeln seinen schönen Mund. Habe ich das jetzt wirklich gedacht? Es sieht so aus. Felipe bringt mich vollkommen aus dem Konzept. Nie hätte ich damit gerechnet, dass er so eine Wirkung auf mich ausüben könnte. „Du bist aber schon noch der Sprache mächtig? Oder bist du so von meiner Präsenz geblendet, dass es dir die Sprache verschlagen hat?“ Sein Selbstbewusstsein beeindruckt mich. Unwillkürlich, ob ich es will oder nicht, fange ich anzulächeln.

„Natürlich bin ich noch der Sprache mächtig“, erwidere ich mit leicht kratziger Stimme.

„Dann ist ja gut. Ich habe mir nämlich schon Sorgen macht.“  

„An Selbstbewusstsein mangelt es dir aber auch nicht.“ Felipe zeigt mir seine weißen Zähne und schüttelt belustigt den Kopf.

„Nein, tut es nicht. Was auch sehr gut ist.“ Ein Schatten legt sich über seine Gesichtszüge. Ich erkenne, dass sein Selbstbewusstsein wie eine Maske fungiert. Natürlich ist mir nicht gegangen, dass der dreiundzwanzigjährige nicht sonderlich beliebt bei seinen Fahrerkollegen ist. Jetzt tut er mir schon etwas leid. Aber ich spüre, dass er nicht weiter darüber sprechen will.

„Tut mir leid“, sage ich und meine nicht nur meine Vorurteile gegen über ihm. Er nickt und winkt ab.

„Ich werde dich dann mal nicht weiterstören“, sagt Felipe und ist im Begriff zu gehen. Ich halte ihn am Arm fest. Unsere Blicke treffen sich. Ich habe plötzlich das Gefühl ihn näher kennenlernen zu wollen.

„Du störst nicht“, sage ich schnell und bemerke wie meine Stimme zittert, was dem Jüngeren natürlich nicht entgangen ist. Sein selbstsicheres Lächeln, was als Schutz fungiert, hat er wieder aufgesetzt, denn noch wirkt es nicht mehr so künstlich, wie noch vorhin. Der Formel-1-Fahrer setzt sich wiederhin, winkt einen Kellner herbei und bestellt uns beiden noch einen Cappuccino.

„Was führt dich nach Rom?“, möchte er von mir wissen, nachdem die bestellten Cappuccino vor uns stehen.

„Ein spontaner Kurztrip. Ich wollte immer schon mal nach Rom und da ich an diesem Wochenende noch nichts vorhatte, habe ich spontan entschieden den Kurztrip zu starten. Was führt dich in die italienische Hauptstadt? “, beantworte ich seine Frage.

„Ähnlich. Mich fasziniert die Stadt einfach, daher komme ich öfter nach Rom.“


**



Wiedererwartend haben wir uns gut unterhalten und es stand nicht einmal eine unangenehme Pause. Ich habe mich in Felipes Nähe wohl geführt. Mein Bild, was ich von ihm habe, muss ich revidieren. Er ist gar nicht so, wie er dargestellt wird.

„Wollen wir vielleicht….Hast du Lust mir vielleicht die Stadt zu zeigen?“, frage ich stammelnd und könnte mich dafür ohrfeigen. Es entsteht eine kurze Pause. Dann blitzt es in seinen dunklen Augen.

„Sehr gerne zeige ich dir die Stadt“, lächelt er und sein Lächeln lässt das verräterische Kribbeln in meinem Bauch aus, was ich ignoriere. Felipe geht nicht auf mein Stammele ein.

„Ich hole dich in zwei Stunden in deinem Hotel ab, okay?“

„Okay. Dann sehen wir uns in zwei Stunden“, sage ich voller Vorfreude.



***



A/N: So das war der erste Teil.
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