Italian Dream

von VR46
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Andrea Dovizioso Dani Pedrosa Jorge Lorenzo Marc Márquez OC (Own Character) Valentino Rossi
14.08.2016
10.10.2019
41
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Hallo ihr Lieben.
Ich habe es natürlich nicht geschafft, schnell weiter zu schreiben. Leider haben mir ein paar persönliche Probleme die Zeit und auch die Motivation geklaut, hier weiter zu machen. Außerdem muss ich jetzt echt so langsam ran an meine Bachelorarbeit.
Ich weiß , dass die letzten und wahrscheinlich auch die nächsten Kapitel ein wenig kontrovers sind. Es wäre schön, wenn ihr trotzdem dran bleibt, denn ich finde diese Kapitel wichtig für die Entwicklung der Charaktere.

So, genug der Vorrede. Ich gebe mir Mühe, hier ab und zu aktiv zu sein. Aber diese Geschichte werde ich auf jeden Fall beenden und ich bin mir sicher, dass danach auch weitere Werke kommen werden. Nur ein bisschen Geduld müsst ihr mit mir haben.

Aber jetzt viel Spaß!


Alle realen Personen in dieser Geschichte gehören nur sich selbst, alle Handlungen entspringen meiner Fantasie. Ich verdiene kein Geld mit dem Schreiben und will auch niemandem zu nahe treten.




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Nach meinem Kurzurlaub an der Ostsee blieb ich noch eine Weile bei meinen Eltern. Tagsüber saß ich viel vor dem Fernseher und verschlang jede mögliche Geschichtsdoku, die ich finden konnte. Abends probierte ich ständig neue Techniken aus, die mich müde machen sollten, oder mir zumindest beim Einschlafen halfen. Das war momentan nämlich so ein Problem. Ich konnte nicht schlafen.
In einer Nacht hatte ich aus Langeweile noch einmal alle Nachrichten gelesen, die Vale mir in den letzten Wochen geschickt hatte. Es waren 26 Nachrichten. 26 Tage seit der Trennung von Luca. 632 Stunden ohne Luca. Mein Kopf konnte diese Zahl gar nicht richtig erfassen. Es wirkte immer noch wie gestern, dass Luca die Wohnung verlassen hatte. Diese Erinnerung riss die blutenden Wunden in meinem Herzen wieder auf. Das war der schwerste Abschied meines Lebens.
Plötzlich hatte ich das Bedürfnis, Vale zu antworten. Nicht auf jede einzelne Nachricht, sondern einfach nur allgemein. Ein Lebenszeichen.

- Hey Valentino. Ich weiß, ich habe mir hiermit viel Zeit gelassen, aber ich bin jetzt wohl doch (endlich) an dem Punkt, wo ich dir antworten kann. Danke, dass du mir geschrieben hast. Nein, es geht mir absolut nicht gut, aber das wird mit der Zeit. Ja, Luca fehlt mir, aber auch das muss irgendwann vergehen. Vielleicht können wir uns in Zukunft ja zumindest freundschaftlich begegnen, aber wahrscheinlich laufen wir uns ja sowieso nicht so schnell wieder über den Weg. Pass du nur auf ihn auf. -

Seitdem beantwortete ich die Nachrichten, die von Valentino ankamen. Ich wusste nicht, ob Luca wusste, dass sein Bruder mir täglich schrieb. Doch an seiner Stelle wäre ich wohl nicht so begeistert davon.
Wenn ich so darüber nachdachte, war er wahrscheinlich mit der ganzen Situation nicht sonderlich zufrieden. Vale hatte mir verraten, dass Luca sich kopfüber ins Training gestürzt hatte. Man traf ihn quasi nur noch auf der Ranch an, wo er jeden Tag viele Runden drehte. Aber das forderte seinen Tribut. Genauso regelmäßig, wie er fuhr, stürzte er auch. Bisher war es laut Vale bei kleineren Blessuren geblieben, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis das nicht mehr so blieb.
Ich machte mir Sorgen um ihn, aber ich konnte nichts tun. Da war es nicht wirklich beruhigend, dass auch Vale seine Sorgen äußerte, aber auch nicht zu ihm durchdrang. Luca gab sich selbst keine Pause.
Dagegen hatte Marec die Sendepause beendet. Wann immer er die Zeit fand, schickte er mir eine Nachricht. So manches Mal trieb er mir damit ein verträumtes Grinsen aufs Gesicht. Wenn ich das bemerkte, versetzte mir mein schlechtes Gewissen einen fiesen Stich. In diesen Momenten dachte ich nicht mehr an Luca.
Diese Momente linderten den Schmerz. Sie ließen zu, dass mein Herz langsam zu heilen begann. Doch manchmal schmerzte das Heilen mehr als die Verletzung selbst. Ich wusste, dass ich zulassen musste, dass Luca meine Vergangenheit wurde, wenn ich glücklich werden wollte. Verhindern, dass das schwer für mich war, konnte ich trotzdem nicht. Und das war auch gut so.
Inzwischen hatte ich auch gemeinsam mit Fabio meine Entscheidung analysiert. Wir hatten wieder regelmäßig Kontakt. Obwohl er mir nicht zustimmte, akzeptierte Fabio die jetzige Situation und half mir dabei, das Beste daraus zu machen.
Laut ihm hätten Luca und ich durchaus glücklich werden können, wenn ich nicht so stur auf meinem Studium beharrt hätte. Doch genau das war es, was mich störte. Ich wollte weder mich noch meine Ziele aufgeben, damit ich das Heimchen am Herd wurde. Natürlich wollte ich irgendwann eine Familie haben, aber ich wollte eben auch nicht abhängig von meinem zukünftigen Mann ohne Ausbildung und Arbeit zuhause sitzen, wo auch immer das sein würde.
Auch wenn Fabio der Meinung war, dass ich auch das nur vorschob, er verstand meinen Einwand. Angst hatte er mir vorgeworfen. Angst davor, in ein ruhiges Leben zu rutschen und nicht mehr kämpfen zu müssen. Deshalb suchte ich mir meine Probleme selbst, wenn keine da waren, fand er.
Vielleicht war das so. Aber ich war noch immer davon überzeugt, dass mir mein Glück verwehrt bleiben würde, sofern ich mich auf dieses „ruhige Leben“ einlassen würde. Außerdem wusste ja wohl immer noch ich am besten, was mich glücklich machte.
Lilia hatte vor Kurzem auch rausgefunden, dass ich bei meinen Eltern war. Seitdem versuchte sie regelmäßig, mich aus dem Haus zu kriegen. Bisher ohne Erfolg. Auch auf einen Mädelsabend bei mir hatte ich keine Lust.
Überhaupt hatte ich auf gar nichts Lust. Nur meinem Bruder gelang es manchmal, mich aus meinem Schneckenhaus zu holen. Er stellte keine Fragen, sondern verbrachte einfach nur Zeit mit mir. Manchmal schauten wir einen Film, meistens irgendwelche Kriegsfilme (wie „Herz aus Stahl“), denn dafür hatten wir beide einen Faible.
Und wenn wir keine Filme schauten, dann saßen wir vor der Konsole und spielten VR46: The Game. Ballerspiele lehnte ich grundsätzlich ab und an FIFA oder so hatte mein Bruder kein Interesse.
„Okay, Schwesterchen. Moto3, Moto2 oder MotoGP?“, mit seinem Controller im Schoß saß Flo im Schneidersitz auf dem Teppich vor der Couch. Warum auch immer er nicht von der Couch aus zocken konnte. Nur eine Sekunde lang hatte ich mein Herz nicht unter Kontrolle.
„Moto2.“ Nur einen Augenblick später bereute ich das schon. Doch Flo stellte schon alles ein und wählte selbst Johann Zarco, der in der letzten Saison Moto2-Weltmeister geworden war. „Lass mich raten,“, er grinste dreckig und lehnte sich zurück bis an die Couch, „du nimmst den Luca.“ Ich zuckte mit den Schultern und sah ihm dabei zu, wie er für mich Luca einstellte.
In den nächsten drei Stunden ließ mich unzählige Male von meinem Bruder abziehen. Ich schaffte es zwar jetzt manchmal, meinen Fahrer auf der Strecke zu halten, aber die meiste Zeit lag mein Fahrer trotzdem noch am Boden.
Flo war geduldig mit mir. Er gab mir immer wieder Tipps, die es mir leichter machen sollten. Aber irgendwie verwirrten sie mich meistens nur. Zum Ende hin zeigte sich zumindest eine kleine Verbesserung und als ich es das erste Mal schaffte, ein Rennen ohne Sturz zu beenden, fand Flo, dass es genug war für heute. „Morgen üben wir weiter.“, grinste er mich an.
Es war schon spät, als ich ins Bett ging. Ich war erschöpft, aber trotzdem hellwach. Mein Körper stand unter Spannung. Aber es war mein Kopf, der für meine innere Unruhe verantwortlich war.
Mal wieder hielten mich die Gedanken an Luca wach. Ich rief mir sein Gesicht ins Gedächtnis. Versuchte mich an jedes Detail zu erinnern. Oh ja, es war dumm. Aber es tat so gut.
Das Problem war nur, desto länger die Trennung her war, desto mehr verblasste das Bild. Es fiel mir immer schwerer, jedes Detail in Erinnerung zu behalten. Das einzige, was ich wohl niemals vergessen könnte, waren diese strahlend blauen Augen.

Das Wasser war warm, als ich mit den Füßen voran in die Wellen eintauchte. Laut rauschte es in meinen Ohren, als ich mich unter Wasser zu orientieren versuchte. Wo war oben?
Ich öffnete die Augen. Einen Moment brauchte es, bis meine Sicht klar war. Gleichmäßiges Dunkel umhüllte mich. Von keiner Seite wurde das Wasser um mich herum heller. Aber es war auch nicht tiefschwarz, mehr so ein stahlgrau. Gleichmäßiges, tristes grau… War das überhaupt Wasser?
Auf meiner Haut fühlte es sich an wie Wasser. Doch es war nicht durchsichtig. Wenn ich meine Hand durch die Flüssigkeit bewegte, zog sie eine schlierige Spur hinter sich her. Ein bisschen wie Seife. Kleine Luftblasen tanzten vor meinen Augen nach oben.
Langsam veränderte sich die Farbe der seltsamen Flüssigkeit um mich herum. Erst wurde sie heller, von Sturmgrau zu nebelgrau, bis sich langsam Blau hineinmischte. Meine Umgebung wurde immer klarer, das Grau verschwand nach und nach vollkommen.
Und dann war da nicht mehr sturmgrau sondern karibikwasserblau. Mein Herz krampfte sich zusammen. Ich schnappte nach Luft. Und stellte überrascht fest, dass ich kein Wasser schluckte. Die ganze Zeit hatte ich normal geatmet, doch erst jetzt wurde mir das klar.
Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob das Blau mich wirklich umgab, oder ob es nicht doch nur in meinem Kopf umher wirbelte.
Abrupt tat sich der Boden unter meinen Füßen auf und ich fiel. Moment. Welcher Boden? Ich konnte mich nicht erinnern, gestanden zu haben. All das Blau rauschte in wilden Wirbeln um mich herum und verursachte Schwindelgefühle. Mir wurde schlecht.
Und dann war alles schwarz. Aber nur eine Sekunde später blendete mich grelles, weißes Licht.
Als das Licht langsam nachließ, tauchten Schemen vor mir auf. Stück für Stück gewöhnten meine Augen sich wieder an die normale Helligkeit. Stück für Stück konnte ich die menschlichen Konturen vor mir ausmachen.
Mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich immer deutlicher Luca erkennen konnte. Doch er sah verändert aus. Ich wusste nicht, was es war. Irgendwas in seinem Gesicht stimmte nicht. War das vielleicht doch nicht Luca?
Ich näherte mich langsam. Keine Regung kam von meinem Gegenüber. Selbst dann nicht, als ich vor ihm stand und ihm direkt in die Augen sah.
Es waren nicht Lucas Augen.
Oder doch?
Mit jedem Blinzeln schienen sie ihre Farbe zu wechseln. Erst karibikwasserblau, dann braun-grün. Ich machte verunsichert einen Schritt zurück. Es waren nicht nur die Augen, die sich veränderten. Das ganze Gesicht, nein sogar der ganze Körper vor mir behielt seine Form nicht bei. Wie ein flimmerndes Fernsehbild wechselten sich Lucas und Marecs Gestalt ab.
Dann stockte das Flimmern. Der Anblick, der sich mir bot, war mehr als verstörend. Ein grotesker Mix aus Marec und Luca starrte mich aus blau-braun-grünen Augen an. „Entscheide dich!“, zischte eine kalte Stimme an meinem Ohr.

Den ganzen Tag lag ich schon in eine Decke eingewickelt auf der Couch und versuchte, den Traum der letzten Nacht zu verarbeiten. Ich starrte vor mir auf den Boden und sah immer wieder die flimmernden Gesichter vor mir.
So in meinen Gedanken versunken hörte ich die Haustür nicht. Erst als Füße in meinem Blickfeld auftauchten, bemerkte ich, dass jemand hereingekommen war. Streng schaute Lilia mich an und schimpfte: „Du willst also Marec, ja? Dann tu gefälligst was dafür!“
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