Die Schwelle zwischen Liebe und Hass

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18
Hidan Kakuzu Madara Uchiha OC (Own Character) Sasuke Uchiha Temari
13.08.2016
16.08.2019
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Willkommen zurück!


Auch heute möchte ich den Menschen Danken, welche der Geschichte ein Sternchen verpasst haben. Ich möchte den mutigen Menschen Danken, die sich noch trauen diese Geschichte zu lesen. :D
Ihr wisst schon was ich meine. ;)

Auch gilt mein Dank FlorDelCerezo!
Im Moment bist du eine konstante Stütze, die die Motivation am laufen erhält, etwas neues zu schreiben. Vielen Dank dafür, denn ich freue mich jedes mal auf deine Rückmeldungen, Vermutungen und ich befürchte bald Todessehnsüchte an mich. x´D

Aber jetzt viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
Jetzt wird sich zeigen, wer beim lesen aufgepasst hat. ;)

Liebe Grüße,
eure Hanami


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Kapitel 54 ~*~ Ein mal Eins ist Zwei? ~*~



May.
Ein Name der schon so einige Male die Lippen derer verlassen hatte, die versuchten die Erinnerungen daran zu vernichten.
Doch was hatte es mit diesem Namen auf sich, dass ihn doch so mancher kannte und er dennoch wie das dunkelste Geheimnis über den Köpfen der Menschen hing?



Die schweren Stiefel stoppten vor dem am Boden liegenden Körper. Schwach hob und senkte sich der Brustkorb, waren die Augen der jungen Frau fest verschlossen.
Lautlos drang der Atem über die leicht geöffneten Lippen. Sekunden verstrichen, in denen sich der Körper keinen Millimeter bewegte, dies auch nicht in den nächsten Stunden ändern könnte.

Es war reiner Zufall, dass er hier war. Er hatte die junge Frau durch die Straßen torkeln sehen, hatte gesehen mit welcher Anstrengung sie sich fortbewegte.
Allein dieser Umstand hatte ihn dazu gezwungen ihr zu folgen, schließlich konnte er es nicht gut heißen, wenn ihr irgendwas passieren würde.
Obwohl er wusste, dass sie kaum freiwillig - in diesem Zustand - ausgerechnet hier sein durfte, ruhte sein Handy noch immer in seiner Hosentasche.

Minutenlang war er der zierlichen Gestalt gefolgt, hatte die Blicke ignoriert, die ihm zugeworfen wurden.
Keiner der wenigen Menschen kam auch nur ansatzweise auf die Idee, der rothaarigen helfen zu wollen.
Wieso auch?
Sie schien doch nicht in Gefahr zu sein, mit einem Begleiter der ihr stets folgte, wo sie doch kaum geradeaus laufen konnte – oder nicht?

Oder redeten sich diese Menschen gerade genau das ein?
Schließlich wollte sich doch keiner in die Probleme eines anderen einmischen. Wer wollte schon selbst verletzt werden?
Schließlich gab es dabei nichts, was für einen selbst dabei raus springen würde, außer einer Menge ärger, sollte er sich einmischen. Wer konnte das schon verantworten?

Noch einmal huschten die Giftgrünen Augen kurz über ihre schlafende Gestalt.
Sie war hier, obwohl sie nicht hier sein sollte.
Aufgetaucht in einer Gestalt, die Erinnerungen mit sich brachte, die selbst für einen Uchiha zu -

Langsam zogen sich seine Brauen zusammen.
Noch einmal musterte er ihr Gesicht. Dünne rote Strähnen hingen ihr über dem Gesicht, verwehrten den vollen Blick auf das hilflose Geschöpf.
Langsam kniete er sich zu ihr herunter, strich ihr sanft die Strähnen aus dem Gesicht.

Nein.
Sie war nicht Sie.
Sie sah ihr nicht einmal sehr ähnlich.
Aber was war es dann, dann man dieses kleine Biest doch mit ihr vergleichen konnte?
Dieses kleine Biest.
Wie oft hatte er genau das gedacht, als er die junge Frau sah?
Jedes mal bei ihr, bei den beiden doch so verschiedenen Frauen.
„Du hättest verschwinden sollen, als du die Chance dazu hattest.“
Nur leise kamen die Worte über seine Lippen, als sei es ein Gedanke, den er unbewusst ausgesprochen hatte.

Diese Unverfrorenheit, mit der sie dem Uchiha gegenüber getreten waren. Er hatte doch selbst miterlebt was es für ein Ende nahm, wenn er einen Menschen wie sie in seine Nähe ließ. Worauf spekulierte der Uchiha?
Hatte er einen Plan?
Oder war er einfach nur gesteuert von inneren Plagen, die ihn nicht los ließen?
Getrieben von blankem Hass, sie genauso leiden zu sehen, wie er gelitten hatte?

Ein tiefes seufzen verließ seine Kehle.
Für einen kurzen Moment schloss er die Augen, tauchte das Bild einer längst vergessenen Frau vor ihm auf.
May.
Sie hätte aus seinem Leben verschwinden sollen, bevor es zu spät war.
Aber sie war geblieben.

Sie war geblieben und hatte dafür bezahlen müssen, dass sie sich in die Nähe des Uchihas gewagt hatte.
Selbst er, als vertrauter, kannte den Preis nicht, den sie hatte Zahlen müssen.
Er wusste nicht was genau passiert war.
Doch nach dieser einen Nacht, war der Uchiha vollkommen verändert. Jegliche verbleibende Emotion war aus seinen Zügen verbannt, als er damals Blutverschmiert in seinem Haus aufgetaucht war.

Schweigend hatte sich der Uchiha nach endlosem Schweigen ins Bad begeben, seine Verletzungen gereinigt, verbunden und war kurz darauf mitten in der Nacht verschwunden.
Lange hatten sie schweigend im Wohnzimmer gesessen. Doch egal wie oft er gefragt hätte, er hätte von dem Uchiha keine Antwort bekommen.
Ohne weiter nachzufragen hatte er kurz darauf mit Madara die Stadt verlassen, jegliches dort aufgebautes Leben gekappt und war einfach verschwunden.

Doch auch wie die beiden blieb eine Person aus seinem Leben und dem des Uchihas verschollen.
May.
Genauso plötzlich, wie sie in das Leben des Uchihas gestolpert war, genauso plötzlich war sie nach dieser Nacht verschwunden.
Madara war der letzte der sie in dieser Nacht gesehen hatte, doch schwieg er darüber, was genau passiert war.
Vielleicht wusste nicht einmal er selbst wo May abgeblieben war.

Viel zu vorsichtig, für seine Gestalt, griff er nach der rothaarigen, zog sie etwas hoch, ehe er sie langsam in die Arme nahm. Vorsichtig stand er mit der kleinen Gestalt auf, trug sie mit sich.
Sein Blick huschte einmal gründlich im Badezimmer umher. Es würde keine Beweise geben, dass sie hier gewesen waren.
Die rothaarige durfte sich, wann immer sie wollte, in ihrem Haus aufhalten. Doch von ihm würde keine Spur verbleiben.

Langsam schritt er vorwärts, stieg die knarrenden Treppen hinab und verließ das Haus so, wie er hinein gekommen war – durch die Hintertür.
Leise ließ er die Tür ins Schloss schnappen und drehte den Schlüssel um, welchen die rothaarige fest umschlossen hielt, als er sie im Bad vorfand.
Er hätte verschwinden können, hätte unbemerkt einfach gehen können.
Keiner hatte ihn kommen sehen, doch so einfach würde er jetzt nicht von hier verschwinden können.

Überrascht musterte ihn ein Augenpaar, ließ den Blick erst über ihn, dann über die rothaarige in seinen Armen gleiten.
Es war zu einfach gewesen.



„Ich hab dir doch gesagt, du sollst das lassen!“ knurrte die Stimme, versperrte der Körper weiterhin den Ausgang.
„Lass mich jetzt verdammt nochmal durch!“ brüllte die zweite Stimme aufgewühlt zurück.
„Verdammt Temari, guck dich doch mal an!“
Die Blonde stockte, biss fest die Kiefer zusammen und ballte die Hände zu Fäusten.

„Lass mich durch!“ knurrte sie erneut, doch schien diesen Worten keine Beachtung geschenkt zu werden.
Schweigend schüttelte der Braunhaarige den Kopf.
„Ich werde nicht zulassen, dass du jetzt zu ihr gehst.“
„Kankuro!“ fauchte ihn seine Schwester an, doch er schwieg weiterhin und blieb mit ausgestreckten Armen im Türrahmen stehen.

„Ich kann ihr das nicht verzeihen Kankuro!“
Wieder schüttelte er den Kopf, sah seine Schwester bittend an.
„Ihr seid Freunde. Wir alle sind Freude, Temari.“
Aufgebracht schnaubte die Blonde aus, wagte es nicht die Wunden im Gesicht ihres Bruders anzusehen.
„Sie hat zugelassen -“
Kurz stockte sie, kämpfte sichtlich mit den Tränen.

„Er hat dich geschlagen.“
Nur leise drangen die Worte über ihre Lippen, konnte sie ihrem Bruder noch immer nicht in die Augen sehen.
„Temari...“ leise flüsterte er ihren Namen, doch seine Schwester vermied es ihn anzusehen.
„Sie war dabei, Kankuro.“
Schwer schluckte die Blonde.
„Sie hätte es verhindern können. Es sind doch schließlich ihre Freunde, oder etwa nicht?“

Nur langsam hob sie den Blick, traf dem Blick ihres jüngeren Bruders.
Er konnte darauf nichts erwidern, was denn auch?
Keiner konnte sagen, was die rothaarige zwischen den Gestalten darstellte.
Konnte man sie alle als Freunde bezeichnen?
Nein. Irgendwie schien sie dort ganz und gar nicht reinzupassen.
Es ging ihr schlecht und keiner unternahm etwas.
Wollte sie denn überhaupt, dass man ihr half?

Leise seufzte Kankuro aus, zog so die Aufmerksamkeit seiner Schwester nur noch mehr auf sich.
Ein gequältes lächeln legte sich auf seine Lippen.
„Sie hat mich doch gewarnt. Sie hat mich gewarnt, sich von ihr fernzuhalten.“
Flüsternd kamen ihm die Worte von den Lippen.
Wusste Miharu etwa, dass so etwas passieren würde?
Wollte sie deswegen nicht, dass sich einer von ihnen in ihrer Nähe aufhielt?

Wieder schüttete er den Kopf, ließ seinen Kopf in den Nacken fallen, ehe er noch einmal tief seufzte und die Augen schloss.
„Kankuro?“
Deutlich erkannte er die besorgte Stimme seiner Schwester. Doch er reagierte nicht darauf.
Was war nur mit Miharu los, dass sie ihre Freunde so von sich schob. Er hatte die rothaarige noch nie so erlebt. Immer hatte sie zu ihren Freunden gestanden, hatte dafür gesorgt, dass man immer auf sie zählen konnte.

Doch irgendwann war es plötzlich anders.
Sie war schweigsam und sah ihre Freunde nicht einmal mehr an.
Irgendwann war sie an der Seite von Madara aufgetaucht, hielt sich von ihren Freunden fern. Statt ihre Zeit mit den Menschen zu verbringen, von denen sie so oft gesagt hatte, dass sie sie liebte wie eine Familie, tauchte sie plötzlich bei Madara auf. Bei einem Menschen, den sie mit seiner überheblichen Art gehasst hatte.
Was war zwischen den beiden passiert, dass sich ihre Meinung so schlagartig änderte?

Kankuro riss die Augen auf, starrte seine besorgte Schwester auf, war nicht fähig etwas zu sagen.
Zu ungläubig fand er seine Gedanken, als dass er sie in Worte fassen könnte.
Leicht öffnete er die Lippen, schien mit einem mal Leichenblass zu sein.
Seine Gedanken schienen seine komplette Aufmerksamkeit einzunehmen. Er sah, wie Temari etwas zu ihm sagte, doch es drang nicht zu ihm durch.

Noch immer beherrschte dieser eine Gedanke seinen Kopf. Doch er konnte sich nicht vorstellen, dass er damit Recht haben sollte. Es gab so viele Möglichkeiten, was passiert sein konnte. Also warum sollte ausgerechnet dieser Gedanke zutreffen?
Wie konnte er auch nur ansatzweise daran denken, dass so etwas passieren konnte. Vor ihrer allen Augen, ohne dass sie etwas davon bemerkt haben sollten?
Nein. Es war verrückt.
Das konnte es nicht sein.
Auf keinen Fall!

Wieder schüttelte Kankuro den Kopf, schloss für einen kurzen Moment die Augen. Der Gedanke fraß sich wie eine Säure immer tiefer in seine Gedanken, hinterließ ein brennendes Gefühl in seinem Körper.
Hatte Madara vielleicht wirklich ein Auge auf die rothaarige geworfen? Sich genommen was er wollte und sie so gezwungen an seiner Seite zu bleiben? Sie vielleicht sogar erpresst?

Erst als er die Hand auf seiner linken Schulter spürte öffnete er die Augen, sah seine Schwester an.
Er konnte die Sorge in ihrem Blick erkennen.
So etwas konnte er nicht aussprechen. Temari würde durchdrehen und sofort mit Miharu sprechen wollen.
Sie würden alle beide nur verletzt werden, wenn er so etwas in den Raum werfen würde, ohne Beweise dafür zu haben.

„Bitte Temari.“
Der bittende Ton in seiner Stimme war deutlich zu vernehmen, dennoch haderte seine Schwester mit sich.
Langsam senkte sie den Blick, kaute auf ihrer Unterlippe herum und schien weiterhin mit sich zu ringen.
Er wusste, dass sie ihm nur helfen wollte. Aber er konnte doch nicht einfach zulassen, dass seine Schwester jetzt zu Miharu laufen würde. Sie beide waren aufgewühlt, sie würden Dinge sagen, die sie eines Tages bereuen würden. Das wusste er.

Aber würde er jetzt etwas falsches sagen, dann würde Temari los stürmen. So kannte er seine Schwester.
Sie war impulsiv und verdammt noch mal nahm sie kein Blatt vor den Mund, schon gar nicht wenn es um ihre Familie ging. Aber Miharu war für die Blonde viel mehr Familie, als sie sich jemals vorstellen konnte.

Ein leichtes lächeln legte sich auf seine Lippen, als er an die Treffen der beiden Mädchen dachte.
Die Versuche seiner Schwester, ihn mit Miharu zu verkuppeln. Das erste peinliche Date der beiden, dass Temari angeleiert hatte, ohne dass einer der beiden Freunde etwas davon wusste. Viel zu oft kam ihm in letzter Zeit dieser Gedanke, dass sich Miharu doch so sehr verändert hatte. Doch er konnte den Gedanken an die guten Zeiten nicht verdrängen, erinnerte er sich ausgerechnet jetzt daran, wie es einmal war.

Die Erinnerungen lichteten sich langsam, als er das Gesicht seiner Schwester erblickte. Noch immer zog sie die Brauen zusammen, hatte sich auf die Unterlippe gebissen und verkniff es sich somit etwas zu sagen.
Sie wollte ihre Gedanken nicht teilen, aber so war sie nun einmal. Wäre Miharu hier, dann würde sie wahrscheinlich reden wie ein -

Langsam schloss Kankuro die Augen, zog seine Schwester an sich und drückte sie an sich.
Die Blonde verkrampfte sich, krallte sich in das Oberteil ihres Bruders. Stumm begannen die ersten Tränen an den Wangen herunter zu laufen.
Mit jeder Sekunde die verstrich, brodelten die Gefühle unter der Oberfläche. Sie liefen über, wie heißes Wasser in einem Topf, welches zu lange gekocht wurde.

Es war einer der wenigen Momente in denen seine Schwester dieses ehrliche Gefühl der Schwäche zuließ.
Egal wie sehr er es verhindern wollte. Es gab nur eine Möglichkeit um das alles aus der Welt zu schaffen. Er sah, wie die beiden Frauen litten. Sie standen sich so nah und doch waren sie jetzt weiter voneinander entfernt als es möglich war.
Er wollte für seine Schwester da sein, aber gleichzeitig wollte er Miharu helfen. Es war ein Teil von etwas, dass er nicht kontrollieren konnte.

Wie sollte er sich denn für eine Seite entscheiden, wenn ihm beide wichtig waren?
Er konnte doch nicht seiner besten Freundin den Rücken kehren, weil sie sich plötzlich seltsam verhielt.
Miharu hatte sie alle verletzt. Aber dafür musste es einen guten Grund geben. So einfach würde sie ihre Freunde nicht zurück lassen. Sie so einfach fallen lassen. Ein solcher Mensch war sie einfach nicht, war sie nie gewesen.

Zusammen hatten sie in den letzten Monaten so viele Erinnerungen gesammelt, waren zusammen gewachsen. Jeder von ihnen hatte seine Kanten und Macken. Doch irgendwie hielt sie gerade das alles zusammen. Jeder konnte so sein wie er war.
Doch wenn man jetzt an die Zeit zurück dachte, dann hatte es eine Zeit gegeben, in der sich etwas geändert hatte. Es waren ein paar Wochen in denen er das Gefühl hatte, dass Miharu etwas vor ihnen allen verbarg.



„Ihr werdet immer da sein, oder?“
Langsam öffnete Kankuro die Augen. Der Sternenhimmel erstreckte sich noch immer über ihnen – oder zumindest das, was man davon sehen konnte.
Dicke dunkle Wolken hingen über ihren Köpfen, verdeckten teilweise den Mond. Doch ausgerechnet heute hatten sie sich entschlossen hier her zu gehen.

Es war nur ein kleines Waldgebiet am Rande der Stadt, doch von hier, mitten auf den Hügeln des Waldes auf einer großen Wiese, hatte man den besten Ausblick auf die Sterne. Wenn sie denn mal zu sehen waren.
Die ersten Tage der Sommerferien hatten begonnen und trotz der heißen Tage, war die Nacht scheiße kalt.
Aber auch jetzt, kurz nach Mitternacht und schon halb erfroren lagen die beiden Gestalten noch immer im Gras.

Sie hatten den Tag zusammen in der Stadt verbracht, waren irgendwann auf die Idee gekommen sich die Sterne anzusehen. Temari war es am Nachmittag einfach zu heiß, dass sie sich lieber mit einem Eis an den Pool schmiss, statt bei der Hitze in der Stadt herum zu laufen.
Doch jetzt lagen sie hier, mit kurzen Hosen, ohne Jacke mit T-Shirt und zitternd. Trotz allem wollte keiner der beiden aufstehen.

Miharu hatte noch immer die Augen geschlossen, öffnete sie jedoch nach einigen Sekunden, als sie noch immer keine Antwort erhielt.
Langsam drehte sie den Kopf nach links, sah zu Kankuro, welcher neben ihr lag und sich nun leicht aufrichtete. Sein Blick lag auf ihr, er schien verwirrt, sagte jedoch nichts.
Ein leichtes lächeln legte sich auf ihre Lippen als sie sich ebenfalls leicht aufsetzte.
„Vergiss die Frage einfach...“ flüsterte sie leise, schlang ihre Arme um die angewinkelten Beine und sah weiterhin in den dunklen Himmel.

Ein Donnergrollen durchzog die Stille. In den letzten Minuten wurde die wohltuende Stille immer wieder von einem solchen grollen durchzogen, doch sie beide hatten keine Anstalten gemacht auch nur ansatzweise aufzustehen.
„Was ist passiert?“
Nur für ein Sekundenbruchteil zuckte Miharu zusammen, doch sie schwieg. Ihr Blick richtete sich weiter in die Ferne.

Auch als sie nach Minuten nichts sagte, seufzte Kankuro aus.
„Wir werden immer da sein, okay?“
Langsam richtete Miharu den Blick zu ihrem inzwischen besten Freund. Ein leichtes lächeln legte sich auf ihre Lippen, glänzten ihre Augen jedoch für einen Moment verräterisch auf.
Es war nur ein kurzer Moment, den Kankuro auf ihr innerstes erhaschen konnte. Doch er sagte dazu nichts. Es gab keine Momente in denen sie sich eine Schwäche erlaubt hatte, doch irgendetwas schien sie zu bedrücken. Wenn die Zeit gekommen wäre, dann würde sie von allein darüber reden.

Er erhob sich ein Stück, ließ sich mit Schwung direkt neben der braunhaarigen ins Gras fallen. Doch noch bevor sie protestieren konnte, da er sie anscheinend von ihrem Platz verdrängen wollte, hatte er sie schon zu sich gezogen.
Im ersten Moment wollte sie sich weg drücken, doch Kankuro ließ sie nicht frei. Manchmal musste man die braunhaarige einfach zu ihrem Glück - wie sagt man - zwingen?

Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis Miharu die Augen schloss, ihren Kopf auf seiner Schulter abstützte und ihre Tränen nicht mehr zurück halten konnte.
„Wir werden immer da sein, weil wir Freunde sind, Miharu. Wir alle, Temari, Gaara, Naruto, Hinata, Tenten und ich. Wir werden alle da sein.“
Noch bevor sich ein laut von ihren Lippen lösen konnte, biss sie die Kiefer fest zusammen. Sie wollte nicht weinen, doch sie konnte es nicht zurück halten.
Wer hätte auch ahnen können, dass das Ende von allem bereits begonnen hatte?



Für einen Moment schloss Kankuro die Augen, drückte seine Schwester weiter an sich. Noch nie hatte er ein Wort darüber verloren, nicht einmal vor seiner Schwester. Auch Miharu war am nächsten Tag wieder die alte, lachte und es schien so, als sei nichts gewesen. Doch es waren die wenigen stillen Momente, in denen er sie nun anders sah als zuvor. Wenn sie einfach nur da stand, in die Ferne sah und ihren Erinnerungen nachhing, wurde er von einem ziehen in seinem inneren begleitet.
Er hatte gehofft, dass alles besser werden würde. Vielleicht sogar gehofft, dass sie mit ihm reden würde. Doch sie sollten die damals braunhaarige erst nach den Sommerferien wiedersehen.

Damals waren sie kurz nach der Nacht im Park bis zum Ende der Sommerferien verreist. Sie konnten Miharu nicht erreichen und waren auch für die junge Frau damals unerreichbar gewesen. Doch bei ihrer nächsten Begegnung schien sich Miharu ein wenig verändert zu haben. Und das erkannte man nicht nur an ihren roten Haaren.
Doch hätte irgendjemand gewusst, in welche Richtung das alles verlaufen würde, dann hätte er alles anders gemacht.

Aber was wäre das heutige jetzt ohne das vergangene damals?
Wäre es wirklich alles anders gekommen, wenn man etwas hätte ändern können?
Oder wäre alles nur viel schlimmer geworden?
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