Entscheide Dich für die Liebe

GeschichteDrama, Romanze / P16
Jasper Frost OC (Own Character) Prinz Liam Henstridge Prinzessin Eleanor Henstridge
13.08.2016
04.12.2016
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„Natalya, kannst Du den nächsten Kunden nicht übernehmen?“ Normalerweise bettle ich nicht. Doch auch als Journalistin darf man wählerisch sein, was seine Kunden angeht. Ich arbeite als Redakteurin einer großen namhaften Zeitung in London, ständig eingespannt in enge Terminpläne und jeden Tag ein neues Interview mit jemand anderem. Passiert etwas mitten in der Nacht, muss ich sofort zur Stelle sein, um ein möglicherweise wichtiges Gespräch mit irgendeinem Promi zu führen, damit es später nicht heißt, das Magazin hätte seine Chance vertan. Also ein echter Fulltime-Job. Glücklicherweise darf ich mich Mieterin eines kleinen Apartments mitten im Herzen von London nennen, denn anders wäre es überhaupt nicht möglich, so schnell an Ort und Stelle zu sein. Meine Kollegin Natalya, die gleichzeitig meine beste Freundin ist, hat es demnach wirklich gut getroffen – sie bewohnt eine kleine Hütte am Rande der Stadt und bräuchte elendig lange, bis sie zu einem, wie ich es gerne nenne, „Noteinsatz“ zu gelangen. Also bleiben die ungeliebten nächtlichen Überstunden an mir hängen.

„Wieso gehst Du denn nicht selbst zu Deinem Termin?“ „Ich hab Dir doch erzählt, was das letzte Mal passiert ist, als ich ein Interview mit David Beckham hatte..“

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich den Ex-Fußballer über seine neue H&M-Kollektion befragen sollte und ihm versehentlich Kaffee über seine Designer-Jeans und die Wildleder-Stiefel gekippt habe. Aber ich konnte ja auch nichts dafür, wenn unsere Techniker die Kabel für die Kameras und Mikrofone direkt neben unseren Stühlen platzierten und es eigentlich schon vorprogrammiert war, dass ich in irgendeiner Weise darüber stolpern würde. Leider passierte das dann ausgerechnet beim Getränke servieren. Dummerweise hatte Mr. Beckham auch noch den brühend heißen Kaffee bestellt, der sich dann auf seinem Unterkörper ausbreitete und ihm bestimmt ein paar schöne Brandblasen bescherte.

„Ich will kein Risiko eingehen. Stell‘ Dir vor er erkennt mich und ruft jemanden seiner Security-Leute und, ach, ich will gar nicht wissen, was die dann mit mir machen…“ Natalya schaut mich unsicher an. Dass der Beruf der Journalistin auch unangenehme Seiten hat, wissen wir beide. Man bekommt so viel aus der Welt der Berühmtheiten mit und ist hautnah dabei, wie Emotionen, Lügen, Skandale und Konkurrenzkämpfe aufeinanderprallen, dass man selber darauf achten muss, sich nicht in diesen Geschichten zu verlieren oder sogar beginnt, das, was man hört, an sich ranzulassen.
„Na schön, ich übernehme ihn. Aber ich hab was gut bei Dir. Schließlich ist diesmal sogar seine Frau Victoria dabei und, wenn da was schief geht, können wir beide unseren Job verlieren.“ „Du weißt doch, unser Beruf ist halt mit bestimmten Risiken verbunden.“ Ich grinse sie an und gehe an ihr vorbei. „Danke, dass Du das für mich machst. Dann nehm‘ ich mir für heute Deine Terminliste vor und schaue, dass ich es nicht verbocke.“ Der schwarze Moleskin-Kalender liegt auf Natalyas Schreibtisch und ich suche mir den heutigen Tag heraus. 4 Termine. Es ist elf Uhr und bis 16 Uhr arbeitet Natalya normalerweise. Das ist auf jeden Fall machbar. „Amy, denk daran, dass wir heute Abend das Geschäftsessen im Roka haben. Sean hat das schon vor Wochen geplant und die gesamte Firma soll anwesend sein.“ Sean, unser Chef, besteht darauf, dass wir uns mindestens einmal im Jahr in irgendeinem Londoner Restaurant treffen, um uns mit der Firma, für die wir arbeiten, zu identifizieren, uns besser kennen lernen, wie er es gerne nennt. Und diesmal hatte er ein japanisches Restaurant gefunden, das er schon Monate vorher angepriesen hatte und uns schließlich vor zwei Wochen endlich einen Tisch reserviert hatte. „Als, wenn ich das vergessen könnte. Ich bin jetzt weg, viel Spaß mit den Beckhams, Nat.“
Noch bevor sie eine Bemerkung machen kann, lasse ich die Tür hinter mir zu fallen und trete auf die Londoner Straßen. Ein Blick in den Terminplaner sagt mir, wo sich mein nächster Termin befindet. Ich werfe mir meine Tasche über die Schulter, stecke den Kalender hinein und mache mich auf den Weg zu meinem ersten Interview an diesem Tag…