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Karma's a bitch

von Vaannni
OneshotHorror, Übernatürlich / P12 / Gen
Blaine DeBeers
11.08.2016
11.08.2016
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742
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Dieses Kapitel
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11.08.2016 742
 
Hey!
Hier bin ich wieder mit 'ner neuen Übersetzung. Diesmal ein iZombie-Oneshot (https://www.fanfiction.net/s/11811811/1/Karma-s-a-bitch), den ich mit der Erlaubnis  von because-it-was-real (https://www.fanfiction.net/u/4026025/because-it-was-real) hier hochladen darf.

Wenn ihr die Geschichte mögt, schaut doch bitte auch bei dem Original vorbei und hinterlasst dort ein Review. Und wie immer: Verbesserungsvorschläge sind gerne gesehen.

Und jetzt viel Spaß!


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Für einen Moment fühlte sich der Tod nicht wie die schlimmste Option an. Der Tod würde diese Hölle toppen. Naja, nur dass, nachdem, was er alles getan hatte, er wahrscheinlich genau darauf zusteuern würde, sobald er mit dem Atmen aufhörte.

Vielleicht war das hier ja die Hölle. Er hatte es sich ein bisschen flammiger vorgestellt. Glücklicherweise hatte er die Kunst, seine Enttäuschungen zu verstecken, schon vor Jahren gemeistert.

Dann erinnerte er sich plötzlich.

Tod.

Atmen. Er brauchte Luft. Schnell. Er dachte an seinen Großvater. Hatte sich sein Tod auch so angefühlt?

Ohne überhaupt darüber nachzudenken, konnte er seine Hände durch die Erde graben fühlen, wie sie sich ihren Weg zur Freiheit kämpften. Er konnte das Bild des sterbenden alten Mannes nicht aus dem Kopf bekommen, als sein Körper versuchte, sich selbst aus seinem Käfig zu befreien. Fühlte sich so Reue an? Sein Gehirn hatte noch nicht ganz aufgeholt.

Gehirne.

Oh, shit.

Er konnte die leichten Strahlen der Sonne durchscheinen sehen, wie sie seine Haut erreichten. Aber er fühlte es nicht. Er fühlte es nicht. Es musste die Erde sein. Die Erde bedeckte ihn, und darum konnte er die Wärme dieses blöden gelben Balles am Himmel nicht fühlen.

Kinderlachen erfüllte den Morgen. Blaine drückte sich weiter und weiter nach oben, und grub sich aus dem Grab, als ob er der Star eines Zwei-Sterne-Horrorfilms war. Vielleicht war er das auch.

Gehirne.

Er sah die jungen Körper der Kinder an, und alles, worüber er nachdenken konnte, war ihre begrenzte Gehirnmasse. Nein. Das konnte nicht passieren. Er hatte nie wieder die graue Substanz auf seiner Zunge spüren wollen, und er kämpfte mit jeder Faser seines Körpers dagegen an, dem Verlangen ihre kleinen Köpfe aufzureißen, nachzugehen. Es war nicht real. Er konnte die Sonne auf seinem Gesicht spüren. Er war sich sicher. Das passierte nicht, es war alles nur ein schlechter Traum.

Candy. Boss. Tod. Grab. Gehirne.

Er schloss seine Augen und fühlte. Er fühlte und fühlte und fühlte so stark, dass es wehtat. Nichts.
Vorsichtig öffnete Blaine die Augen und fand die Welt unverändert vor. Er nahm einen tiefen Atemzug – einen Atemzug, den er kaum brauchte –, bevor er seine Zähne zusammen biss und nach vorne lief, hinein in sein neues Leben. Sein altes Leben. Ein anderes Leben.

Sie schrien, als er ihre degradierte Tischdecke nahm. Wegen seines Aussehens, seines Benehmens. Er wünschte sich, dass sie die Klappe halten würden. Sein Kopf tat weh. Er war hungrig. Sie sollten glücklich sein, dass er sie nicht auseinander riss. Die Leute waren heutzutage so undankbar.

Blaine wickelte die Tischdecke um seinen Körper, auch wenn er die Kälte nicht fühlen konnte. Vielleicht war es nicht kalt. Er konnte es nicht wirklich einschätzen. Er würde es bemerken, wenn er fröstelte oder schmolz, aber alles dazwischen war ein bisschen trüb. Er erinnerte sich plötzlich an Majors Gesicht im Kühlraum und lächelte. Livs penetranter Ex-Liebhaber oder Nicht-Ex-Liebhaber würde sich auch bald verwandeln. Zumindest hatten sie dann den Ansporn dazu, ein Heilmittel zu finden. Blaine wusste, dass er nicht ausreichte. Das würde er niemals.

Der Dokter. Zu dem würde er gehen.

Oder nach Hause?

Leichenhalle.

Bestattungshaus.

Er fühlte sich, als ob er zehn Jahre schlafen könnte, aber er wusste, dass, wenn er seine Augen schloss, er die Erdhaufen, die auf seinen Körper geschüttet wurden, noch einmal fühlen würde.

Leichenhalle.

Er hatte kein Zuhause. Jedes Mal, wenn sein Leben auch nur das kleinste bisschen bequem wurde, musste es zerstört werden. Es musste einfach. Er hatte ein Unternehmen aufgebaut. Einen Markt. Er hatte sich ein Leben aufgebaut, und es wurde ihm genommen.

Vielleicht hatte er von Anfang an sein Leben nicht beanspruchen dürfen. Süßer Wein ist nicht von Dauer, und wenn Blaine an sowas glauben würde, dann würde er sagen, dass Karma soger die klügsten aller Seelen einmal einholt. Dass es Zeit war zu zahlen.

Er war gestorben.
Und das hier würde seine Hölle sein.
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