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Alles, was zählt

von mariner
OneshotLiebesgeschichte / P6 / Het
Emma Becker Ethan Whitehorse
11.08.2016
11.08.2016
1
2.332
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11.08.2016 2.332
 
"We're everything" - Genehmigte Übersetzung aus dem Englischen

Autorin des Originals: Chrissybb
Link zum Original: Bitte hier klicken
Altersempfehlung: P6
Hauptpersonen: Emma Becker, Ethan Whitehorse
Kapitelanzahl: 1
Genre: Romanze
ANMERKUNG(EN): Dies ist eine Alternativ-Fortsetzung der Serie, die ihr nicht unbedingt komplett gesehen haben müsst, um diese Geschichte zu lesen.
Dies ist ein süßer One-Shot zu Emma und Ethan, die hier ihre Differenzen ausdiskutieren. Falls ihr kein Fan des Pairings oder von Fluff seid, ist dies vielleicht keine Geschichte für euch.

Reviews sind gerne gesehen. Scheut euch also nicht, mir eure Meinung und Verbesserungsvorschläge mitzuteilen. Solltet ihr irgendwelche orthographischen, grammatikalischen oder Fehler in der Interpunktion finden, gebt mir ruhig Bescheid. Ich werde mich bemühen, auf euer Feedback einzugehen.



Sechs Monate.

So lange hatte es nur dafür gebraucht, dass sich alles änderte, dass alles endlich begann, sich von selbst zu ergeben. All diese Schlamassel hatten endlich aufgehört, die Wahrheit war endlich - gänzlich raus. Jedermanns Leben wurde wieder normal. Emmas eingeschlossen, nur eine Millionen mal besser, als sie gedacht hatte. Ihr Vater wusste, dass sie beide existierten, und akzeptierte Emma in seinem Leben. Kristin akzeptierte sie ebenfalls, nur, dass sie es etwas leid war, größtenteils dank der endlosen Lügen ihres Ehemanns. Sicherlich wurden die Dinge nicht auf magische Art und Weise gerichtet, doch zum größten Teil lief es trotz alledem ziemlich gut.

Das Einzige, was nicht gut lief, war die Tatsache, dass, seit alles herausgekommen war, weder sie noch Sutton viele Gelegenheiten bekommen hatten, mit ihren Freunden zu sprechen. Genau genommen war damit Ethan gemeint. Die eine Person, mit der Emma mehr als alles Andere reden wollte. Sie hatte nun vor einer Ewigkeit schon mit Thayer Schluss gemacht, und der eigentliche Sinn darin war, dass sie und Ethan ein weitere Chance bekamen. Schließlich hatte er Recht, sie waren füreinander alles, was zählte. Doch Dinge geschahen, Dinge änderten sich, und dieses Vorhaben scheiterte kläglich. Sehr zu ihrer Bestürzung. All diese Zeit und sie hatte überhaupt nicht geschafft, mit ihm über irgendetwas zu reden. Doch das würde sich heute ändern.

Heute wollte sie der Stille, die immer, wenn sie einander sahen, zwischen ihnen herrschte, ein Ende setzen. Es kümmerte sie nicht, ob sie ihm und seinem Bruder, beweisen musste, dass sowohl die verrückte Lage wirklich vorüber war als auch, dass sie Ethan wahrhaftig liebte. Sie würde es irgendwie, auf irgendeine Weise. Weil sie ihn so sehr liebte. Es tat ihr nur leid, dass es sie so lange gebraucht hatte, um es zu erkennen und endlich zu der Entscheidung zu kommen, etwas zu unternehmen. Das Leben war zu kurz, um zu warten und über etwas unglücklich zu sein, bei dem man die Macht hatte, es zu ändern.

Sutton hatte sich bemüht, zu helfen, um sich etwas einfallen zu lassen, wie sich das anstellen ließ. Hatte versucht, das Wort der Stunde zu sein. Sie kleckerte nie, sondern klotzte, sogar sehr. Und das war einfach nicht die Art und Weise, auf die Emma Sachen machte, war es nie gewesen und würde es auch nie sein. Selbst Ethan wusste das, vielleicht sogar besser als Sutton. Sutton konnte sie dafür herabsetzen, nicht mutig oder so zu sein, es interessierte Emma nicht. Was zählte, war, einen Weg zu finden, der gut genug war, um zu beweisen, dass die Dinge ruhig zugingen, dass sie viel Zeit damit verbracht hatte, nachzudenken, und sie Ethan wahrhaftig liebte und wollte, dass sie eine weitere Chance bekamen.

»Wir sind alles, was zählt.« Die Worte gingen ihr mühelos von den Lippen, während sie vorm Spiegel stand und das übte, was auch immer sie zu ihm sagen würde. Jedes Mal, wenn die Worte herauskamen, brachte es ihnen mehr und mehr Bedeutung entgegen. Sie fühlte im Grunde ihres Herzens, dass es wahr war. Hoffentlich würde Ethan das auch. Wenn sie ihn dazu bringen konnte, zu erkennen, wie ernst sie es meinte und sie einfach einließ, wenigstens das winzigste Bisschen. Sie war sicher, dass sie irgendeinen Weg finden könnten, um Dan dazu zu bringen, es wenigstens hinzunehmen und Ethan nicht zugleich auszuschließen. Die Herausforderung war, Ethan dazu zu bringen, sich ihr wieder zu öffnen, obwohl sie es ihrer Meinung nach definitiv nicht verdiente.

Sie zog ihre Jogginghose aus und fand ein hübsches Kleid und Schuhe, bevor sie loszog. Ihr Haar fiel ihr über die Schultern und ein kleines Stück über den Rücken, es war gewachsen, und sie hatte nicht daran gedacht, es zu schneiden. Die Tage, sich Sutton anzupassen, waren vorbei, also konnte sie mit ihrem eigenen Erscheinungsbild tun, was sie wollte. Innerhalb von Minuten war sie in der Stadt und holte sich einen Kaffee, bevor sie auszog, um herauszufinden, wo Ethan sein könnte. Sein Zuhause war nicht gerade eine Option, da Dan weder ein sehr großer von ihr noch von ihrem Zwilling war. Außerdem machte der ältere Whitehorse immer noch eine schwere Zeit wegen allem, was geschehen war, durch – hauptsächlich wegen dem, was Theresa widerfahren war, und sie wollte nach wie vor nicht dort eindringen. Deshalb war es wohl das Beste, in der Stadt darauf zu warten, dass der jüngere Whitehorse erschien.

Minuten vertickten und wurden zu Stunden, ehe er endlich auftauchte. Drei Stunden und achtundvierzig Minuten später. Um genau zu sein. Nachdem sie den Kaffeebecher in einem nah gelegenen Abfalleimer geschmissen hatte, holte Emma tief Luft, während sie ihn beobachtete. Sie versuchte sich jener Worte, die sie für diesen Augenblick geplant hatte, zu entsinnen, nur, um dann so ratlos wie immer da zu stehen. Derweil sie mit ihrem eigenen Gedächtnis im Krieg war, in dem Versuch, sich zu erinnern, bemerkte er sie endlich – wahrscheinlich das erste Mal seit Monaten. Sie waren so gut darin geworden, ohne ein Wort einander wieder und wieder zu passieren, dass es fast schon seltsam schien, das diesmal nicht auch zu tun.

In den ersten paar Sekunden war offensichtlich, dass er nur das, wofür er auch immer gekommen war, holen und vergessen würde, dass er sie je gesehen hatte. Aber das würde nicht passieren, nicht dieses Mal. Emma Becker war der Stille überdrüssig und dessen, ihre Gefühle für sich zu behalten. Ob es etwas bewirkte oder nicht, sie wollte die Stille brechen und ihm alles erzählen, was sie dachte und fühlte – jetzt. Mit diesem entschiedenen Gedanken im Sinn zwang die Brünette ihren Füße nach vorne und und schloss die Lücke zwischen ihnen.

»Hey.« Sie machte einmal den Mund auf, sobald sie nah genug war, damit auf Anhieb seine Aufmerksamkeit erregend, sodass er sich umdrehte. »Selber Hey«, entgegnete er so ungezwungen wie möglich. In gewisser Weise war es frustrierend, doch gleichzeitig… wenigstens hatte er mit ihr gesprochen? Kleine Siege, Emma. Kleine Siege, erinnerte sie sich. »Können wir kurz reden?«, fragte sie nach einer kleinen Pause und ihre Rehaugen sahen direkt in die seinen. »Bitte«, fügte sie hinzu, hoffend, dass er zustimmen würde, damit sie dies nicht in irgendein öffentliches Spektakel verwandelte. »Äh, Dan wartet darauf, dass ich nach Hause komme«, erwiderte er, worauf Emma so schnell antwortete, dass sie ihn fast schon davon abhielt, zu Ende zu sprechen. »Bitte, Ethan. Nur ein paar Minuten, nicht mehr als zwei, das schwöre ich. Es ist… wichtig.«

Bei der Art, wie er seinen Blick senkte, wusste sie, dass sie nur einen Augenblick dafür hatte, um alles loszuwerden, deshalb holte sie tief Luft und fing an zu sprechen. »Ich weiß, weshalb du mich meidest, und Sutton. Ich verstehe es, wir haben viel Schlimmes herbeigeführt, sogar ohne es zu versuchen. Es tut mir leid, sogar Sutton tut das irgendwie. Aber es ist vorbei, vorüber. Alles ist zur Ruhe gekommen, alles ist jetzt normal. Es wird nichts mehr passieren, und ich– ich meinte, was ich sagte, bevor alles sich überschlagen hat. Ich wähle dich. Du hast es selbst gesagt, wir sind alles, was zählt. Ich verstehe das jetzt, ich hab es immer verstanden, ich hab es nur… ignoriert und meine wahren Gefühle unterdrückt. Das tut mir leid. So leid. Aber ich kann nichts von dem ändern, was passiert ist oder wie es passiert ist, alles, was ich tun kann ist, mich vorwärts zu bewegen und– und zu hoffen, dass du mir vergibst und das ebenfalls tust.«

Emma holte tief Atem, legte die Hand auf seinen Arm und blickte zu ihm auf. »Du weißt, dass ich es nicht so mit Reue habe, es ist Energieverschwendung. Doch– ich bereue ein paar Dinge, egal wie gut ich weiß, dass es zwecklos ist.« Als sie seinen Gesichtsausdruck sah, wusste sie, dass sie sich erklären musste. »Ich bereue es, weitergemacht und uns nicht Zeit gegeben zu haben, um herauszufinden, was mit uns ist… Aber am meisten bereue ich, mich vollkommen einem Kerl hingegeben zu haben, der nicht du war«, erklärte sie und ließ ihre Hand zurück an ihre Seite fallen, als sie einen Schritt zurück trat. Sie hatte alles hier herausgebracht, nun hing es von Ethan, wie die Dinge weiter liefen. Würde er sie vielleicht wieder ignorieren? Das schien äußerst wahrscheinlich. Obwohl sie hoffte, dass sie sich irrte, dass er sähe, was es sie an Überwindung gekostet hatte, sich so hierher zu begeben und ihnen eine weitere Chance zu geben. Es war dennoch ein ziemlich hoffnungsloser Fall.

»Ich schätze, das ist alles, was ich sagen wollte…«, sagte sie, die Stille, die zwischen ihnen herrschte, unterbrechend. Sie wollte nicht wagen, den Gesichtsausdruck zu sehen, den er jetzt zur Schau trug, sie– sie konnte einfach nicht. Mit einem leisen Atemzug nickte Emma zu sich selbst und wandte sich zum Gehen, nur, um dann einige Schritte weiter innezuhalten. Sie drehte sich leicht, sah seine Hand an ihrem Handgelenk, bevor sie sich wieder zu ihm umwandte. Die Stille dauerte an, allerdings nicht betreten, während ihre großen braunen Augen neugierig zu ihm auf sahen.

Ohne jegliches Wort oder jegliche Warnung wurde die Kluft zwischen ihnen geschlossen und seine Lippen lagen auf den ihren. Er wusste, er sollte nicht, so viel war passiert, und er hatte so viel Zeit und Energie dafür aufgewendet, sie zu ignorieren. Aber er konnte nicht anders. Sie hatte sich komplett hierauf eingelassen, alles zu verlieren und nichts zu gewinnen. Ein Blick auf sie und er wusste, dass sie ernsthaft dachte, dies wäre eine aussichtslose Sache, dennoch glaubte sie, dass sie es sowieso tun musste. Womöglich war das der Grund dafür, dass sein Herz über seinen Verstand gesiegt hatte. Weshalb er sich nicht zurückzuziehen scheinen konnte, wenn er wusste, dass er es sollte.

Emma hatte diese Anziehungskraft zu ihm, das machte es ach so schwierig, sich von ihr fernzuhalten. Es war fast so, als wäre sie sein Halt an die Schwerkraft. Ohne sie fühlte es sich an, als triebe er in den Weltraum ab. Stellt euch das Gefühl für gute sechs Monate vor. Es war weder Spaß gewesen noch einfach. Und nun, da seine Schwerkraft ihn wieder angezogen hatte, war er nicht so sicher, ob er davor weglaufen konnte, vor ihr, schon wieder. Selbst wenn er wollte, was er wirklich nicht tat.

Keiner war sich sicher, wie viel Zeit vergangen war, wie lange sie an dieser einen Stelle am Seitenweg gewesen waren. Aber dann trennten sie sich, beide atemlos, und rückten zur Seite aus dem Weg, für den Fall, dass irgendjemand vorbeigehen musste. Emmas Rehaugen sahen zu Ethan auf, während sie versuchte, ihr rasendes Herz zu beruhigen. Sie hatte jetzt schon so lange gewollt, dass dies geschah, und nun, da es das hatte, war sie sprachlos. Egal, wie sehr sie es auch versuchte, keine Worte wollten herauskommen. Sie wusste, etwas musste gesagt werden, bevor er sich dazu entschließen konnte, einfach fortzugehen, und sie ihre letzte Chance verlöre, den Typ, den sie liebte zu bekommen – endlich nach all dieser vergeudeten Zeit.

Ehe sie es sich versah, hatten sie ihre Füße sie nach vorne bewegt und ihre Arme sich um ihn geschlungen, so gut es ihre zierliche Gestalt erlaubte. Ihre Umarmung war nicht verzweifelt, wenngleich sie es selber ein wenig war. Es sagte nur: Ich vermisse dich, bitte geh nicht. Da ihre Worte versagten, hoffte sie, dass es genug war, um ihn hier bei sich zu behalten, wenn auch nur für ein paar Minuten mehr. Sie hatte nicht erwartet, dass seine starken Arme sich einen Augenblick später um sie schlangen, doch sie wollte definitiv nicht klagen. Vielmehr war es eine Menge Trost für sie. Sie hatte seine Umarmungen vermisst, seine Berührungen, seine… einfach alles. Sie war so eine Idiotin gewesen zu denken, dass sie je über ihn hinweg gewesen war, zu denken, dass sie je wahrhaftig einen Anderen liebte. Erst jetzt wusste sie es besser.

Als sie spürte, wie seine Arme um sie sich lösten, holte Emma tief Luft, um Mut zu fassen, bevor sie endlich ihre Stimme wiederfand. »Bitte gib uns nicht auf«, flehte sie leise, fast schon gebrochen klingend. »Ich weiß, dass wir das können, wir können zusammen sein… wenn du uns nur eine Chance gibst«, meinte sie zu ihm, sich zurückziehend, um zu ihm auf zu sehen. »Bitte, Ethan«, sagte sie letztendlich und trat einen Schritt zurück, wo ihre Arme an ihre Seiten fielen. Es lag jetzt alles an ihm, es gab absolut nichts mehr zu sagen oder zu tun, um ihn davon zu überzeugen, dass sie dies mehr alles Andere wollte.

Nach einem Moment griffen seine Hände ihre Ellbogen und zog sie gerade nahe genug zu sich zurück, um ihr wunderschönes Gesicht zu sehen. Ein leises Lächeln zuckte an seinen Lippen, als er erkannte, wie sehr er sie doch vermisst hatte, vermisst hatte, sie halten und anfassen zu können. »Wir sind immer noch alles, was zählt«, sagte er zu ihr und brachte seinen Daumen an ihr Kinn, damit sie ihn ansah, ehe er seine Lippen einmal mehr auf die ihren drückte. Sie verweilten viel länger als das letzte Mal so, bevor er sich zurückzog. »Ich schätze, wir werden einfach herausfinden müssen, wie wir zusammen weitermachen.«

Und damit breitete sich ein leichtes Lächeln auf Emmas Lippen aus. »Zusammen«, erwiderte sie und liebte das Wort. »Wir können allem entgegentreten«, fügte sie hinzu, ein kleines Lachen sowie ein Nicken von ihm erhaltend, ehe seine Arme sich um sie wickelten und er ihr das letzte Stück Glück und Sicherheit gab, das ihr gefehlt hatte.
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