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Gefallene Superschurken und  ein Pyromane

von Eradan13
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Amon / Noatak Kuvira OC (Own Character) Zaheer
10.08.2016
08.03.2017
6
12.078
5
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
10.08.2016 1.136
 
Hi alle zusammen, das ist meine erste Fanfiction, also seid bitte gnädig mit mir. Wenn es euch gefallen hat, lasst ein Review da! Wenn es euch nicht gefallen hat, lasst auch ein Review da! Im Ernst, konstruktive Kritik wäre sehr hilfreich für mich.
Und jetzt viel Spaß :)
Disclaimer: Die Legende von Korra und alle daraus hervorgehende Charaktere gehören nicht mir (leider).

Kuvira strich gedankenverloren über ihren Verlobungsring – das einzige Stück Metall in der tristen Holzzelle, in die man sie nach ihrer Niederlage am Tag des Giganten verfrachtet hatte. Der Ring war nicht genug Metall, um eine effektive Waffe dazustellen, und selbst wenn, sie wollte nicht fliehen. Was hätte es schon genützt? Sie hatte verloren. Sie hätte friedlich über das Erd-Imperium herrschen können, verheiratet sein können... stattdessen hatte alles verloren. Sie hatte auf ihren Verlobten geschossen, ihre stärkste Waffe verloren... Früher war sie eine Anführerin gewesen, eine Frau zu der die Bürger des Erd-Imperiums aufblickten. Nun war sie nur noch ein weiterer Schurke, besiegt vom heldenhaften Avatar.
Drei mal pro Tag betrat eine Wache ihre Zelle, stellte ihr Essen auf den Boden und ging wieder, ohne ein Wort zu sagen. Er beantwortete keine ihrer Fragen, sondern betrachtete sie stets nur mit Verachtung, wenn sie ihn fragte, was seit ihrer Festnahme alles passiert war. Sie fragte sich oft, ab wann alles schief gelaufen war. An einem Tag war alles gut, sie errang Sieg um Sieg, und am nächsten gab es Deserteure, Sabotage und Verrat. Sie beschloss, dass es am Tag von Prinz Wus Krönung begann, als sie ihr neues Erd-Imperium ausgerufen hatte. Sie fragte sich, wie die Dinge im Imperium wohl standen. Aber den Großteil der Zeit dachte sie an Baatar. War er am Leben? Hasste er sie? Sie vermutete es, denn wie sonst hätte es dem Avatar und ihren Freunden gelingen können, den Koloss zu zerstören, wenn Baatar ihnen nicht geholfen hatte?  Sie war abgeschnitten von der Welt, allein mit ihren Gedanken in ihrem hölzernen Gefängnis, ihrer eigenen, persönlichen Hölle.
Hinter ihr öffnete sich die Tür, und Kuvira drehte sich gelangweilt um. Als sie sah, wer gerade ihre Zelle betreten hatte, machte ihr Herz einen Satz und sie stand auf.
Suyin Beifong stand im Türrahmen und betrachtete sie mit einer Mischung aus Hass, Verachtung und Bedauern.
Kuvira wurde sich überdeutlich bewusst, das sie nicht gerade einen beeindruckenden Anblick angab. Ihre Haare waren stumpf, ihre Haut blass, sie hatte dunkle Ringe unter den Augen und hatte insgesamt abgenommen. Suyin trug keine Metallrüstung, was sie als gutes Zeichen auffasste.
„Suyin“, sagte sie schließlich.
„Kuvira“, erwiderte Suyin. Kuvira schluckte und sammelte innerlich Mut bis sie schließlich zögerlich fragte: „Ist..ist Baatar...?“
Suyin Züge verhärteten sich noch mehr, als sie sagte: „Mein Sohn ist am Leben und weitestgehend unverletzt, auch wenn du es ihm weis Raava nicht leicht gemacht hast.“
Er ist am Leben. Er ist am Leben! Ich habe ihn nicht umgebracht!
„Suyin, ich... es tut mir so leid. Ich wollte nicht... ich wollte...“ Kuvira holte zitternd Luft und sagte: „Ich wollte deiner Familie nicht so viel Schmerz bereiten.“
„Tatsächlich?“, fragte Suyin sarkastisch. „Da hätte ich mir denken können. Du hast ja auch nur auf meinen Sohn geschossen – deinen Verlobten – während du ihm vorgemacht hast, dass du ihn lieben würdest!“
Kuvira zuckte zusammen, aber Suyin fuhr wütend fort: „Du hast gegen meinen Willen Zaofu verlassen, du hast meine Bürger gegen mich aufgehetzt, meine Wachen, meinen Sohn – meinen eigenen Sohn! Er hat dich geliebt, aber du hast ihn nur benutzt und dann weggeworfen, als er keinen Nutzen mehr für dich hatte!“
Kuvira spürte Tränen ihr Gesicht herunterlaufen, und wandte sich ab. Sie hatte nicht erwartet, dass es so weh tun würde.
„Suyin, das ist nicht wahr! Ich habe Baatar geliebt, ich liebe ihn immer noch, ich...“
„Versuchen, ihn umzubringen, ist eine seltsame Art, das zu zeigen!“, unterbrach Suyin sie scharf. „Du hast mich und meine Familie verraten, Kuvira, und wenn es nach mir ginge, würdest du für immer in dieser Zelle verrotten!“
Kuvira brauchte ein paar Sekunden, bis sie Suyins Worte völlig verstanden hatte.
„Was meinst du damit, wenn es nach dir ginge?“
Suyin atmete tief ein und sagte mit deutlichem Widerwillen: „Es gibt möglicherweise einen Weg für dich, aus dieser Zelle herauszukommen.“
„Was meinst du?“, fragte Kuvira während sie sich die Tränen vom Gesicht wischte.
„Der Weiße Lotus hat beschlossen, ein Team aus den vier mächtigsten Bändigern der Welt zu bilden, – sofern diese keine anderen Verpflichtungen haben, – um Missionen zu übernehmen, bei denen die gewöhnlichen Einheiten versagen und der Avatar nicht in Frage kommt...“
„Von was für einer Art Mission reden wir hier gerade genau?“, fragte Kuvira misstrauisch.
„Von Missionen, die Mord, Verhörung, Folter und andere derartige Dinge beinhalten.“
Kuvira nickte leicht mit den Kopf. Der Avatar war fast noch ein Teenager, und obwohl sie schon mehr erlebt hatte als die meisten Soldaten, zweifelte Kuvira daran, dass sie es fertigbringen würde, jemanden zu foltern, um an wichtige Informationen zu gelangen. Nein, dafür brauchte man jemanden, der unangenehme Entscheidungen treffen konnte – und plötzlich verstand Kuvira, weshalb Suyin hier war.
„Du willst also, dass ich diesem Team beitrete“, stellte Kuvira fest.
„Ich will, dass du dich für deine Verbrechen verantwortest“, gab Suyin wütend zurück.
„Unglücklicherweise scheint der Weiße Lotus zu denken, dass du eine geeignete Kanidatin bist, und will dir darüber hinaus ein Angebot machen, um deine Loyalität zu gewährleisten.“
Kuvira hob skeptisch eine Augenbraue und fragte: „Ich hatte erwartet, dass man mir die Freiheit anbietet.“  Verdammt, Kuvira. Hüte deine Zunge!, ermahnte sie sich in Gedanken.
„Freiheit ist die Voraussetzung für deine Arbeit in besagtem Team. Aber um zu verhindern, dass du und deine Kameraden nicht fliehen, bietet man jedem von euch etwas, um euch bei der Stange zu halten.“ Suyin atmete tief durch, dann sagte sie mit gequälter Miene:
„Wenn du die Missionen erfolgreich abschließt... arrangiert er ein Treffen mit Baatar.“
Kuviras Herz übersprang einen Schlag, und sie wusste: Der Weiße Lotus hatte sie in der Tasche. „Ich bin dabei. Ich werde alles machen, damit ich ihn wiedersehen kann.“
Suyin nickte bloß und sagte kalt: „Es war nicht meine Entscheidung. Er wurde ebenfalls festgenommen, aber ich versuche, ihn zurück nach Zaofu zu bringen.“
Sie trat einen Schritt näher und fügte hasserfüllt hinzu: „Wenn es nach mir ginge, würdest du ihn niemals wiedersehen.“
Kuvira hielt ihrem Blick stand und nickte bloß. Sie hatte gewusst, was Suyin von ihr hielt. Sie hatte Fehler gemacht, und wenn Suyins Zorn die Strafe dafür war, so sollte es sein. Damit konnte sie leben – fürs erste.
Suyin trat zurück und machte Anstalten, die Zelle zu verlassen. Im Türrahmen drehte sie sich um und sagte: „Man wird dich bald abholen und zu eurer neuen Operationsbasis bringen. Solltest du versuchen dich zu wiedersetzen oder gar zu fliehen, werde ich dich höchstpersönlich aufspüren und töten.“ Dann verließ sie ohne ein weiteres Wort die Zelle.
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