Krieger des Lichts - Filia Daemonia

von Shantay
GeschichteHumor, Romanze / P18
08.08.2016
08.10.2016
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„Was glaubst du, warum hat Conan uns herbestellt?“
Keon schritt neben mir her und beäugte kritisch die tanzenden und feiernden Dämonen.
Conan hatte mich kurz zuvor angerufen und mich wegen ‚einer wichtigen Angelegenheit, die nicht warten kann‘ herbestellt. Eigentlich NUR mich.
„Conan hat nur mich herbestellt. Keon, wieso folgst du mir eigentlich überall hin? Hm? Ich bin schon ein großes Mädchen, weißt du?“
Genervt überdrehte ich die Augen und lief die Treppe zu Conans Büro hinauf.
Mein Mentor schnaubte nur und folgte mir mit großen Schritten.
„Mia!“
Conan öffnete mir mit einem breiten Grinsen die Tür, noch bevor ich anklopfen konnte.
„Wie schön dich zu sehen! Komm doch herein.“
Conans schmeichelnde Erzdämonenstimme jagte mir immer noch einen Schauder über den Rücken.
Dann erblickte er Keon, der dem Dämon mit finsterer Miene entgegenstarrte.
„Was macht Raphaels Welpe denn hier? Sieh bloß zu, dass er mir nicht aufs Sofa macht, das war teuer!“
„Keine Sorge“, ich schmunzelte, „so schlecht erzogen ist er gar nicht.“
Keon sah mich mit einem mörderischen Blick an. Das nächste Training würde grausam werden.
„Weshalb hast du mich herbestellt?“, fragte ich und ließ mich auf besagtem Sofa nieder. Keon blieb daneben stehen.
„Nun ja … es ist sozusagen eine Ordensangelegenheit.“, begann der Erzdämon.
„Ich habs dir zwar noch nie erzählt, aber … ich hab eine Tochter.“
Wow. Das musste ich erst verdauen.
„Die Arme. Bei dem Vater verdient sie echt Mitleid.“, brummte Keon und ignorierte Conans bösen Blick.
„Und … wieso erzählst du uns das?“, fragte ich vorsichtig weiter.
„Naja … ihre Mutter war eine Wächterin und ich hatte gestern eine Vision. Ich hab die Chimäre gesehen und wie sie sie verfolgt hat. Keira hat wohl doch mehr von ihrer Mutter als angenommen.“
Er kratzte sich am Kopf. „Ich möchte dass ihr euch ein wenig um sie kümmert. Sie weiß zwar von unserer Welt, von Engeln, Dämonen und so weiter, aber sie ist etwas … schwierig.“
„Schwierig im Sinne von ‚Ich hasse meinen Vater‘ oder ‚Mein Vater ist ein verdammter Erzdämon‘ oder –“
„Halt die Klappe, Keon!“, brauste der Dämon auf. Die aufgewühlte Dunkelheit ließ bei mir Gänsehaut aufkommen.
„Is ja gut!“, kapitulierend hob mein Mentor die Hände.
„Ich meinte, schwierig im Sinne von aufmüpfig, störrisch, stur, unkooperativ, ironisch, befehlsverweigernd … so was.“, Conan sah reichlich verlegen aus, noch nie hatte ich den sonst so unbeeindruckten Dämon so gesehen.
„ … Oh. Dann ist sie dir ja gar nicht so unähnlich, hu?“, grinste Keon und fuhr sich durch die blonden Haare.
„Nein, ihre Mutter war auch so … so starrköpfig und stur. Aber die hatte Hummeln im Hintern, sag ich euch. Einmal da-“
„Ich wills ehrlich gesagt nicht wissen.“, unterbrach ich meinen Lieblingserzdämon verlegen.
„Oh … tja. Auf jeden Fall wird die Chimäre sie im Laufe des nächsten Tages verfolgen. Wann genau kann ich leider nicht sagen.“
Keon nickte. „Gut okay. Wir beschützen sie schon.“
„Ich glaube eher, ihr solltet die Chimäre beschützen …“, murmelte Conan, als wir sein Büro verließen.
„Na toll. Noch so eine von der Erzarsch-Fraktion!“, meckerte Keon als wir das kurze Stück zu unseren Motorrädern liefen.
„Lass Conan in Ruhe. Und außerdem ist sie ja nur zur Hälfte Erzdämon.“, verteidigte ich Conan und seine noch nicht bekannte Tochter.
Ich fragte mich, wie sie wohl sein würde. Nach Conans Informationen schien sie ja nicht gerade freundlich zu sein. Außerdem würden mich ihre Kräfte interessieren, falls sie überhaupt welche hätte. Immerhin war ihr Vater ein Mann mit erstaunlichen Fähigkeiten und ein von Gott geschaffener Engel – nun ja, zumindest war er das mal gewesen.
Nachdenklich stülpte ich mir den Motorradhelm über den Kopf, verabschiedete mich kurz von Keon, da ich noch zu Gabriel fahren wollte.
„Ja ja, lass mich nur allein. Es macht mir überhaupt nichts aus. Grüß den ach so großen Gabriel von mir. Nicht.“, maulte mir mein Mentor nach und brauste schmollend davon. Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, wohlbemerkt. Typisch Keon.