Glückspilz

von blaugrau
OneshotRomanze, Familie / P6
Dr. Drew Alister Rick Lincoln
05.08.2016
05.08.2016
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"Ich kann es nicht fassen." Ricks Stimme war überladen von Staunen. Er konnte seinen Blick nicht von dem kleinen Menschen lösen, der sich in den Armen seines Ehemannes befand.

Drew konnte seine Emotionen ebenfalls nicht mehr zurückhalten; eine Träne bahnte sich ihren Weg über seine Wange und schließlich tropfte sie von seinem Kinn auf die weiche Haut des Kindes, welches ganz ruhig in seinen Armen schlief. Scheinbar hatte diese nasse Berührung es aufgeweckt, denn nun öffnete es seine Augen und sah ganz fasziniert und neugierig nach oben, direkt in Drews Gesicht.

"Sie ist wunderschön", flüsterte Rick und fuhr mit seiner Hand ganz vorsichtig über den Kopf des Kindes, strich ihm durchs Haar und löste dabei seinen Blick nicht von dem kleinen Mädchen. Sie gab quietschende Laute von sich, schien gut gelaunt zu sein und löste somit Drew aus seiner Starre. "Ja", stimmte er seinem Mann zu und betrachtete das Kind in seinen Armen ganz genau.

Ihre Nase war klein wie eigentlich alles an ihr. Lediglich ihre Augen wirkten groß, fast schon so wie in diesen ganzen animierten Filmen von Disney und Co. Drew konnte sich nicht vorstellen, dass er selbst jemals so winzig gewesen war. "Sie gehört zu uns", wisperte er nun und konnte eigentlich selbst nicht glauben, was er da gerade sagte. "Drew", meinte Rick nun und klang recht aufgeregt, "Drew! Wir haben eine Tochter!"

Die Beiden schafften es nun ihre Blicke von ihrem Kind zu lösen, starrten sich für einen Moment schweigend an, dann begannen sie zu lachen und zu jubeln. Rick drehte sich im Kreis, tanzte vor Freude und schien sich überhaupt nicht dafür zu interessieren, was die anderen Besucher des Parkes von ihm dachten. "Ich bin Vater", jubelte er, schmiss seine Hände in die Höhe und sprang dabei auf und ab.

Drew musste nun noch mehr lachen. Mal wieder stellte er fest, dass er Rick einfach liebte. Er konnte sich kein Leben ohne ihn vorstellen, weshalb er ihn auch geheiratet hatte. Und nun war ihr Traum von einer richtigen Familie endlich in Erfüllung gegangen: Sie hatten die Formulare unterschrieben, die Leute vom Amt hatten sie geprüft und nun hielten sie ihre Tochter in den Händen.

Ihr Name war Leyla und sie war gerade einmal vier Monate alt. Auf ihrem Kopf befanden sich einige hellblonde Haare, die so weich waren, dass Rick seine Finger kaum davon lassen konnte. Drew konnte das zwar nachvollziehen, aber er fand ihre Augen noch viel schöner. Sie waren blau und glichen dem Himmel an einem schönen Sommertag oder dem Ozean oder - ach, ihm fielen einfach tausende Vergleiche ein.

"Ich liebe dich", sagte er seiner Tochter, welche ihre winzigen Finger nach seinem Shirt ausstreckte und den Stoff dann in ihre kleine Faust packte. Sie verstand vielleicht seine Worte nicht, aber sie würde die Bedeutung schon bald lernen, da war sich Drew sicher. Er wollte, dass seine Tochter wusste, wie sehr er und Rick sie liebten.

"Ich liebe dich noch viel mehr", mischte sich Rick ein und drückte Leyla vorsichtig einen Kuss auf die Stirn. Sie quiekte aufgeregt auf. Ein Grinsen breitete sich auf ihren Lippen aus. "Pff, das hättest du wohl gerne", widersprach Drew. Rick streckte fordernd seine Arme aus und sein Mann übergab ihm das kleine Mädchen.

"Leyla, deine Daddys lieben dich", verkündete er dann ganz feierlich und schaukelte sie sanft hin und her. Leise Geräusche waren zu vernehmen, während sie sichtlich begeistert war von der ganzen Fürsorge. Ihre biologischen Eltern hätten sie niemals so sehr lieben können, wie ihre Väter es nun taten. Mit Drew und Rick hatte sie wirklich wahnsinnig Glück, denn die beiden Männer brachten ihr jetzt und würden ihr auch in den nächsten Jahrzehnten so viel Liebe entgegen bringen, dass sie in keiner besseren Familie hätte aufwachsen können.

Rick sah Drew für einen Moment still an, dann lächelte er einfach nur. "Was ist?", fragte sein Ehemann ihn nun. "Ach", meinte Rick, "Mir fällt nur mal wieder auf, was für ein Glückspilz ich bin. Immerhin habe ich den besten Ehemann der Welt und nun habe ich auch noch eine wunderschöne und wahnsinnig süße Tochter." Drew strahlte ihn an, Tränen stiegen ihm wieder in die Augen. Er war einfach ein sehr emotionaler Mensch, dafür würde er sich nicht entschuldigen. Bei Rick wusste er aber auch, dass er keine Entschuldigung erwartete. Immerhin liebte er ihn so wie er nun mal war.

"Rick, ich liebe dich", seufzte er auf. Sein Ehemann lachte kurz auf. "Weiß ich doch", erwiderte er, "Ich liebe dich auch. Und jetzt komm her und küss mich gefälligst." Das ließ sich Drew nicht zweimal sagen, sofort trat er näher an seinen Ehemann heran. Dabei achtete er darauf, dass er nicht zu nahe an ihn heran trat, denn er wollte Leyla nicht verletzen und zwischen ihnen einquetschen. Schließlich legte er seine Hand an Ricks Kinn und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Noch nie in seinem Leben war er so glücklich gewesen wie in diesem Augenblick.
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