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MTG - Im Schatten der Läuterin

von Emrakul
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / Gen
05.08.2016
05.08.2016
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1. Ein Waisenkind

Es dämerte bereits als die alte Dame den verdreckten Jungen im Unterstand ihrers Rindes vorfand. Er war kaum älter als 4 Jahre, ein hageres und dürres Kerlchen, man sah ihm deutlich an dass er es in seinem Leben kaum leicht hatte.
Friedlich lag er da und schlief seelenruhig seinen Schlaf, die alte Dame setzte sich vorsichtig neben das zerbrechlich anmutende Kind und betrachtete den Jungen, er wirkte schwer geschunden, seine Knie waren geschunden und mit blauen Flecken überseht war er ebenfalls.
Der Anblick berührte das Herz der alten Frau und so entschloss sie ihn die Nacht hier im Unterstand ruhen zu lassen. Seine zerschlissene Kleidung zeugte von keinem guten Stand und auch sonst schien er nichts besonderes zu sein. Es war ein Wunder dass dieses Kind überhaupt noch lebte wenn es allein war, das Leben in Zendikar war alles, aber nicht einfach. Das Volk hatte nichts zu lachen seit die letzten großen Herrscher vergangen waren, ein dunkler Fürst regierte nun die ewigen Weiten.. Sorin.

Die Frau seufzte, soviel Unheil hatte er bereits über Zendikar gebracht, Kinder verloren ihre Eltern.. Eltern verloren ihre Kinder. Das Leben war nicht leicht und das Vertrauen der Menschen untereinander geschädigt, jeder war sich selbst der nächste. Sie lebte lang genug um sich zu entsinnen was früher war, die Wiesen waren grün und fruchtbar, nun sind sie eine trostlose staubschicht. Die Flüsse waren imposant und rein, nunmehr erinnerte ein Rostfarbener Bach an ihre einstige Vollkommenheit. Das Land war lediglich noch ein Schatten seiner guten Tage aber das Volk hatte Hoffnung, Hoffnung das eines Tages jemand kam der sie aus diesem tristen Dasein hinaus in die Freiheit führen sollte.

Sie wendete ihren Blick wieder dem Kind zu welches unverändert vor ihr lag, sie bemerkte das Amulett welches er um den Hals trug, etwas derartiges hatte sie noch nie gesehen. Es wirkte wie ein mit Wasser gefüllter Tropfen, aber dies war ja nicht möglich..
Sanft strich sie dem jungen Kind eine Strähne aus seinem Gesicht, er hatte braunes zauseliges Haar, was diesem jungen wohl alles widerfahren sein musste? Er sah fürchterlich aus, wenn er wieder wach war würde er erstmal ordentlich was zu essen bekommen. Sie hatte zwar nicht viel aber was sie hatte teilte sie gerne und dieser Junge schien die Hilfe wirklich zu brauchen. Als die alte Dame sich erhob zuckte das Bündel vor ihr zusammen, und zwei erschrockene leuchtend blaue Kinderaugen starrten Sie erschrocken an, der Junge kroch von dem Heu auf dem er lag doch die alte Frau deutete ihm zu bleiben. Etwas wie nächstenliebe kannte er bisher nicht, für ihn gab es nur fressen und gefressen werden. Seine Eltern kannte er ebenfalls nicht, seit er denken konnte schlug er sich allein durch das Leben, wurde getreten und verstoßen. Erlitt Hunger und Durst, ein Zuhause gab es für ihn nicht.

"Wie heisst du mein Kind?" fragte ihn die Alte Dame mit beruhigender und sanfter Tonlage doch der Junge schaute sie nur verwirrt an, einen Namen? So etwas hatte ihm niemand gegeben, es interessierte sich sowieso niemanden für ihn also wofür sollte er einen brauchen?
Er zuckte mit den Schultern und sah zu Boden, er erwartete jetzt von der alten Frau geschlagen zu werden, keine Antwort auf eine Frage zu geben war ein unhöfliches Unterfangen, doch die alte Dame fragte nur: "Aber mein Junge, jeder hat einen Namen."
Das Kind schaute zu ihr hoch "Ich habe keine Eltern oder Familie, niemand gab mir einen Namen."
Die Frau blickte verwundert zu dem Kind, die Stimme die aus diesen kleinen und zerbrechlich wirkendem Körper kam zeugte von Reinheit und Stärke, sie war bestimmend und erhaben, mächtig.
Nur einmal hatte Sie bereits eine derartige Stimme vernommen, bei einer jungen Wandernden. Wenn sie zu einem Sprach hatte man das Gefühl alle Kraft der Welt musste sie durchströhmen aber das ist Jahrzehnte her. Sie hätte niemals gedacht nochmal einen zu sehen..

"Mein Junge woher kommst du?" fragte die Alte nun, das Kind schaute sie fragend an, er hatte keine Antwort, er wusste nicht woher er kam, es war als wäre er auf einmal einfach da gewesen, er hatte keine Mutter die ihn umsorgte, keinen Vater der ihn zeugte, er war einfach in diese Welt gesetzt worden, er wusste nicht was vorher war und was noch kommen würde. Die alte Dame  hatte bereits erkannt dass hier kein gewöhnliches Kind vor ihr saß, nein.. Sie wusste immer dass der Tag irgendwann kommen würde. Sie war lange Zeit eine Dienerin in der Abtei im Westtal Innistrads. Der Weg führte Sie vor langer Zeit zurück in die Länder Zendikars wo ihre Wurzeln lagen.
Aber an eines glaubte sie noch immer, die Plainswalker würden eines Tages zurückkehren und die Welt erneut vor der lauernden Dunkelheit bewahren.
Dieses Kind, war besonders. Das hatte Sie sofort gemerkt, genauso wie die junge Frau damals mit ihren schulterlangen braunen Haaren und dem Wolf der ihr ein treuer Freund war.
Wieder schaute Sie zu dem Jungen der sie einfach nur fragend ansah, doch die Frau war sich sicher zu wissen was sie da in ihrem Unterstand gefunden hatte, vielleicht würde auch Avacyn selbst eines Tages zurückkehren und die drohende Finsternis wieder verschließen auf dass wieder Frieden in diese Welt kam, mit Avacyns verschwinden tauchte Sorin auf und vernichtete die Welt die sie kannte. Doch sie setzte Hoffnung in dieses Kind, sie war sich sicher. Hier wurde ein Plainswalker geboren und sie würde sich solange um ihn kümmern bis aus dem Kind ein Mann werden würde und er bereit war sein Schicksal zu erfüllen.

"Ich werde Dir einen Namen geben" lächelte die alte Frau ihn nun an, doch das Kind schüttelte mit dem Kopf. Überrascht sah sie ihn an und der Junge erwiederte "Ich bin sicher dass ich bereits einen Namen habe, jeder hat doch einen Namen.. Ich weiss meinen nur nicht.."
"Nun dann sollten wir dir übergangsweise einen geben bis du deinen Namen kennst" erwiederte die Alte freundlich und der Junge nickte.
"Sein Name ist Jace, Jace Beleren" eine erhabene und mächtige Stimme erklang hinter der alten Frau, eine Stimme die ihr wohl bekannt war.  Nicht so mächtig wie die eines Plainswalkers, aber mächtig genug um Eindruck zu hinterlassen. Eine wunderschöne Frau war erschienen, ein langes weisses Gewand welches dem Licht des Mondes glich, langes weisses Haar und eine ebenso reine und weiße Haut. Ein wunderschöner Geist mit warmem Blick, die Gesandte der Schlaflosen war erschienen.
"Ich habe sehr lange auf dich gewartet Jace Beleren" wandte sie sich nun an das Kind. Die alte Frau neigte ihr Haupt respektvoll vor der Gesandten, Sie hatte Sie bereits einmal in den Ländereien des Westtals angetroffen wo sie ihr eine große Aufgabe in Zendikar verhieß und dass Sie Innistrad hinter sich lassen musste, nun wusste sie auch was es war. Der Junge. Das Kind richtete sich auf, in dem Moment in dem er seinen Namen hörte begannen seine Augen zu leuchten, der Plainswalker in ihm erwachte. "Was soll ich tun? Warum bin ich hier?" stellte er seine Frage nun an die Gesandte der Schlaflosen, er wirkte weder ängstlich noch eingeschüchtert, seine Stimme war klar und erhaben, mächtig aber auch Respektvoll.
"Das wirst du schon selbst herausfinden müssen, folge deiner Bestimmung." erwiederte die Gesandte während Sie langsam im Mondlicht verschwand.
"Jace Beleren also" sagte die alte Frau mit leiser Stimme, ihr wurde gerade bewusst was hier vor wenigen Augenblicken passiert war, sie wandte den Kopf zu dem Kind, der Junge saß da als sei es das normalste auf der Welt dass einem ein Geist erschien und einem seinen Namen verriet.. Er musste wirklich ein Plainswalker sein. Die Augen des Kindes leuchteten ununterbrochen in einem strahlenden Blau.
"Ich werde mich deiner annehmen" sagte die alte Dame nun freundlich, "du wirst hier Leben bis es soweit ist deine Bestimmung zu erfüllen, ich bin Unna, eine Dienerin der Abtei vom Westtal und eine Anhängerin Avacyns"
Jace schaute Sie an und nickte, ein neues Zeitalter sollte also beginnen.
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