Deine schützende Hand

von Craccola
GeschichteDrama, Sci-Fi / P16
Colonel Grigio Julie Grigio Kevin Nora Perry Kelvin R
04.08.2016
12.11.2017
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„Können Sie sich ausweisen?“, die raue Stimme riss ihn aus den Gedanken. „T- tut mir Leid.. Was sagten Sie?“, er fasste sich besorgt an die Stirn. „Sir, können Sie sich ausweisen? Wir müssen Ihre Personalien haben.“, im Hintergrund rauschten etliche Fahrzeuge durch, die meisten mit lauten Sirenen. „Ich weiss nicht, was hier los ist.. Was ist passiert?“, fragte er verwirrt.

„Ein Unfall, mehr können wir Ihnen leider nicht sagen. Ihre Personalien, Sir?“, der Mann wurde ungeduldiger. „Klar.. Einen Moment..“, er griff in seine Jackentasche, aber dort befand sich rein gar nichts. Der dunkelhaarige, junge Mann zuckte nervös mit den Schultern. „Tut mir Leid.. Ich finde meinen Ausweis nicht. Keine Ahnung, wahrscheinlich hab ich ihn zuhause vergessen..“, erzählte er vergebens dem muskulösen Mann in Uniform. „Schön, dann müssen Sie leider mit mir kommen. Männer, führt ihn ab.“, befahl er seinen Gefolgsleuten. „Hey!? Das ist wohl ein riesiges Missverständnis! Lasst mich los!“, schrie der junge Mann und versuchte sich aus den Fängen der Spezialeinheit zu befreien.

Er wurde in einen grossen, schwarzen Transporter verfrachtet, in dem sich auch noch andere Menschen befanden. In Handschellen. Auch ihm wurden Handschellen angelegt und er wurde grob hineingestossen. Verängstigt blickte er in die Gesichter der Anderen. Eine junge, braunhaarige Frau sass ihm gegenüber und wimmerte leise. „Hey.. Es wird schon wieder alles gut.“, versuchte er sie zu beruhigen. Sie hob ihren Kopf und blickte ihn bohrend an. Ihre Augen waren blutrot und mit Tränen gefüllt. „Wie bitte?! Sie haben doch keine Ahnung! Ich werde meinen Sohn nie wieder sehen! Sie haben ihn mir weggenommen!“, schrie sie durch den ganzen Transporter. Ein Aufseher der Spezialeinheit öffnete die Schiebetür, da er Schreie vernahm. „So. Jetzt will ich hier keinen Mucks mehr hören. Sonst werdet Ihr alle früh genug mit den Konsequenzen vertraut gemacht.*

Alle blickten verstört zum Aufseher und niemand traute sich, etwas zu sagen, bis er wieder aus dem Transporter stieg und die Tür zuknallte. Nach einer gefühlten Ewigkeit setzte sich der Transporter in Bewegung und niemand wusste so genau, wohin sie fuhren. Völlig scheu und ängstlich blickte die junge Frau wieder zu ihm. „Verzeihen Sie mir.. Meine Wut wollte ich nicht an Ihnen auslassen. Sie können gar nichts dafür und wollten mich ja nur beruhigen. Ich weiss nicht, was ich tun soll. Mein Sohn, er wurde mir weggenommen und mich haben diese Dreckstypen hier in diesem grässlichen Transporter verfrachtet. Und niemand kann mir sagen, wieso.“, wütend und verzweifelt über ihr Schicksal, blickte sie ihm tief in die Augen. „Das tut mir wirklich Leid für Sie..“, antwortete er schwermütig.

„Nennen Sie mich doch bitte Adriana.“, sie lächelte ihn sanft an. „Freut mich, Adriana. Ich heisse Raffael.“, beide nickten sich zu, da sie sich die Hände nicht schütteln konnten. Immerhin hatten sie noch die kühlen und harten Handschellen an den Handgelenken.

Es wurde allmählich dunkler und noch schwerer zu erkennen, wohin sie fuhren. Jeder der Gefangenen hatte panische Angst, vor dem Ort, an den sie geführt wurden. Die Passagiere und den Fahrer trennte ein metallisches, robustes Gitter. Raffael wollte schon längst zuhause sein, in Sicherheit, was er hier wohl in keinster Weise war. Ein dunkelhäutiger, stämmiger Typ schubste Raffael leicht mit dem Ellbogen an. „Du.. Ich weiss, dass du mich nicht kennst und auch nicht vertrauen wirst. Aber wir sind tief in der Scheisse drin. Wir alle. Woran kannst du dich noch erinnern, bevor du in den Transporter gesperrt wurdest? Und sag mir bitte nicht, dass du dich an gar nichts erinnerst.“, flüsterte er ihm angsteinflössend zu. Raffael zitterte ungemein. „Ehm.. Ich verstehe nicht.. Ich war in meiner Wohnung, ging dann einkaufen und lief an diesem Gebäude vorbei. Das wars.“, verwirrt zuckte er mit den Schultern. „Und weisst du, was für ein Gebäude es war? Also, bist du damit vertraut, was da drin war?“, fragte er verschwörerisch.

„Was sind das bloss für Fragen? Ich weiss es nicht.. Es ist wie ausradiert aus meinem Gedächtnis.“, Raffael sah ihn  aufgebracht an und seine Handschellen klimperten, wie ein Windspiel, welches durch den starken Wind tänzelte. Doch so frei wie ein Windspiel war er noch lange nicht.

Der Transporter hielt ruckartig an und tödliche Stille trat ein. Stillschweigend sassen alle da und warteten auf ein Zeichen. Raffael sah in Adrianas Gesicht und bemerkte, wie ihre Augen wieder glänzten. Er konnte ihr leider keine beruhigenden Worte schenken, denn sie alle sassen da fest. Sie alle waren in Gefangenschaft. Und keiner wusste, warum.

Plötzlich wurde die Tür mit Gewalt aufgerissen. „Los, alle raus! Alle in einer Reihe aufstellen!“, schrie ein Mann, der einen schwarzen Schutzanzug trug, mit weisser Aufschrift „S.W.A.T.“

Was geschah hier bloss?
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