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Die Menschen

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / MaleSlash
03.08.2016
20.09.2016
2
3.659
 
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03.08.2016 1.363
 
Als Herr Block Desperados Siedlung das erste Mal sah, wusste er sofort, dass etwas nicht stimmte. Und es freute ihn, denn je nachdem, was es war, dass diese Häuser verheimlichten, könnte sie sich als ein perfektes neues Zuhause erweisen.

Es war genau wie damals, als er Flo kennen gelernt hatte. Flo, der damals in der Bar einfach auf ihn zugekommen war und mit ihm geflirtete hatte. Herr Block erinnerte sich noch gut daran, wie überrumpelt dieser gewesen war, als er auf dessen provokantes Auftreten einfach eingegangen war, wie dieser kurz darauf anfing zu lachen, sich zu den anderen im Saloon gewendet hatte und diese lauthals als Feiglinge, die sich vor Intelligenz fürchteten, bezeichnet hatte. Anschließend entschied Flo, dass sie beide etwas Besseres verdient hatten als den Fusel, der dort eingeschenkt wurde und bevor Herr Block hätte nein sagen können, hatte der Dunkelhaarige ihn auch schon zu sich eingeladen und aus dem Saloon gezerrt.
Flos Familie war freundlich gewesen und schien sogar Mitleid mit ihm gehabt zu haben, als er ihnen flüchtig als der Durchreisende vorgestellt worden war. An dem Abend war er mit seinem Gastgeber und eins, zwei Flaschen Kalamarischnaps in einem alten ehemaligen Hühnerstall gelandet. Er hatte gewusst, dass es unhöflich gewesen wäre das Getränk abzulehnen, hatte aber trotzdem versucht nicht zu viel zu trinken, denn auch wenn Flo diesen Leuten ähnlich sah, die er als seine Familie bezeichnete, so war sein Geruch doch ein gänzlich anderer, sodass Herr Block sich sicher war, dass Flo zu einem Clan gestaltwandelnder Parasiten gehören musste und somit eventuell zu den gefährlichsten Lebewesen gehörte, die existierten.
Trotz seiner guten Vorsätze war er damals im Endeffekt vollkommen betrunken gewesen und konnte sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern, was genau geschehen war, aber so wie Flo ihn von da an als sein Äffchen oder Schmuseaffe bezeichnete, wissen wollte, ob er ihn zu Frau nehmen würde und keine Gelegenheit ausließ mit ihm zu flirten, was das auch nicht unbedingt notwendig.

Herr Block war geblieben, hatte sich Flo angeschlossen, dessen Job es war herauszufinden welcher Sippe Durchreisende angehörten, ob sie gefährlich waren und sollte dies der Fall sein, diese zur Strecke zu bringen. Flos angebliche Familie, das hatte er sehr schnell gelernt, gehörte zu den Wüstenfüchsen. Der Sheriff war eine öde Schlange und der Saloonbesitzer irgendein Barsch; kein Wunder, dass der kein Geschmackssinn hatte, was suchte der überhaupt in einer Wüste?
Es war ein angenehmes, kampfreiches Leben gewesen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Dorfbewohner herausfanden, dass ihre Monsterjäger auch Sexpartner waren – konservatives unterentwickeltes Kaff. Er war freiwillig mit Flo gegangen, dessen kleine Schwester bitterlich geweint und geschworen hatte in die Fußstapfen ihres großen Bruders zu treten.

Und so stand er nun hier, vor dieser Geistersiedlung, die merkwürdig genug zu sein schien, um eine nächste Heimat werden zu können.

Doch natürlich musste ihre Ankunft gleich erst einmal getrübt werden, denn in dem Moment, in welchem Herr Block sich umdrehte um seinem Freund, die frohe Kunde überbringen zu können, hörte er einen lauten Knall, der von ihrem Nachtlager zu kommen schien.
Und tatsächlich war der Wagen fast vollkommen verschwunden, Sergeant und ein Großteil der Schweine lagen tot am Boden und in einiger Entfernung lag Flo. So weit, wie dieser geflogen war, musste er recht nah an der Explosion gestanden haben.
Herr Block eilte zu diesem und stellte erleichtert fest, dass sein Partner anscheinend feuerbeständig genug war, um keine Verbrennungen davonzutragen; die Holzsplitter, die überall in dessen Körper steckten sahen aber trotzdem nicht sonderlich gut aus.
Kurz überlegte Herr Block, ob es wirklich sicher war, Flo in die Siedlung zu bringen, entschied dann aber, dass der Schutz vor der erbarmungslosen Sonne und dem Sand wichtiger waren. Also probierte er Max zu beruhigen, damit dieser ihm helfen konnte Flo zu tragen. Au dem Weg zur Siedlung fand er zu seiner Erleichterung den Lederbeutel, in dem sie ihr Geld aufzubewahren pflegten; so würden sie wenigstens die Möglichkeit haben, die Siedler zu entlohnen, falls diese gastfreundlich waren und sie beherbergen würden.
In der Siedlung angekommen stellte Herr Block erstaunt fest, dass diese ungewöhnlich leer war. Trotz der dachlosen Häuser, die aber offensichtlich Baustellen waren, fehlte jeder Hinweis auf intelligente Lebensformen.
Die Abwesenheit eines bewaffneten Begrüßungskommandos als gutes Zeichen deutend, nahm Herr Block sich die Freiheit seinen Partner in einem Zimmer des Gasthauses in ein Bett zu legen, bevor er sich auf die Suche nach sauberem Wasser und einem Einwohner machte.
In der Polizeistation, die zugleich das Haus des Sheriffs zu ein schien, wurde er schließlich fündig; die Begrüßung fiel allerdings äußerst unfreundlich aus:
„Wer sind sie denn jetzt noch? Wir haben hier schon genügend Störenfriede, die einfach irgendwelche Häuser hochziehen: Los, verschwinden Sie!“
Herr Block war etwas verdutzt, fing sich aber schnell wieder, denn Flo brauchte Hilfe, unbeachtet der Tatsache, dass sie eigentlich tatsächlich eine neue Heimat suchten.
„Bitte scheuchen sie uns nicht weg. Ich und mein Partner hatten einen Unfall und er hat sein Bewusstsein verloren. Er braucht dringend medizinische Hilfe. Wir haben Geld dabei, wir können für den Aufenthalt im Gasthaus zahlen. Ich bitte sie, lassen sie uns bleiben, bis er wieder eine Chance hat die Weiterreise zu überleben.“
„Pah, nagut, bleiben sie im Gasthaus solange sie zahlen können. Aber belästigen sie mich gefälligst nicht weiter! Mein Partner wohnt in dem Haus da drüben, ist etwas schüchtern, sagen sie ihm ich habe sie geschickt. Klären sie das mit dem Geld mit ihm, ich habe für sowas keine Zeit!“
Herr Block bedankte sich zähneknirschend. War der Sheriff etwas eine Miesmuschel, oder wieso führte der sich so auf?

Etwas unschlüssig stand Herr Block vor dem Haus, zu dem der Sheriff ihn geschickt hatte. Er konnte hören, dass jemand zuhause war, war sich aber nicht sicher, ob er dieser Person jetzt schon gegenübertreten wollte, nicht, dass er und Flo doch noch der Siedlung verwiesen wurden.
Sich an die Worte der Sheriffs erinnernd klopfte er schließlich jedoch vorsichtig an die Tür.
„Guten Tag? Mein Name ist Herr Block, der Sheriff hat mich zu ihnen geschickt, er sagte sie seien der Ansprechpartner für das Gasthaus.“
Erst schien es als würde sich nichts tun, doch dann öffnete sich die Tür plötzlich und Herr Block sah sich einemjungen Mann gegenüberstehen. Dieser schien noch recht verschlafen, denn er befand sich weder in seiner menschlichen noch seiner tierischen Gestalt, was dafür sprach, dass er sich noch nicht richtig konzentrieren konnte.
Der Jüngling trat nach draußen und schloss die Tür hinter sich.
„Kommen sie, lassen sie uns im Gasthaus reden. Ich lade sie gerne auf ein Glas Milch ein.“
Sie liefen schweigend nebeneinander her. Im Gasthaus angekommen setzte sich Herr Block an einen der Tische, während sein Gastgeber hinter der Theke verschwand und sich kurze Zeit später mit zwei Bechern Milch und ein paar Keksen zu ihm gesellte.
„Ah, ich habe ganz vergessen mich vorzustellen. Mein Name ist Herr Gespräch. Freut mich sie kennenzulernen.
Sind sie alleine hier? Es kommt eher selten vor, dass sich Leute ohne Begleitung durch die Wüste wagen.“
„Ah nein, ich bin mit meinem Partner hier. Wir hatten einen Unfall und jetzt ist er bewusstlos. Ich war so frei ihn in einem ihrer Zimmer unterzubringen. Ich hoffe das war so in Ordnung?“
„Aber natürlich, es tut mir sehr leid zu hören, was ihrem Partner zugestoßen ist. Da wollen sie sich sicher eigentlich gar nicht mit mir unterhalten. Gehen sie ruhig erst einmal zu ihm. Hinterm Tresen finden sie sauberes Wasser und ein paar Tücher müssten auch dort sein.
Kümmern sie sich erst einmal um ihn, den Rest können wir später klären. Ich komme einfach heute Abend vorbei und sehe nach ihnen.
Wir hatten erst vor ein paar Tagen Gäste, die beschlossen haben sich hier niederzulassen, zumindest bis sie ihre Kutsche bergen und reparieren können. Einer davon war glaube ich Arzt, vielleicht kann der ihnen helfen?
Ich werde mich nochmal erkundigen gehen, welches der Häuser ihm gehört.“
Bevor Herr Block noch etwas erwidern konnte, war der Katzenjunge auch schon aufgesprungen und hatte beinahe fluchtartig das Gasthaus verlassen. Anscheinend waren hier alle Bewohner seltsam. Aber damit konnte er sich später beschäftigen, jetzt galt es erst einmal sich um Flo zu kümmern, denn so robust dieser auch war, wenn sich dessen Wunden entzünden würden, wäre das eventuell ein Todesurteil.
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