Das Leben ist kein Ponyhof - Das Geheimnis von Whitehorse Castle (MMFF-Anmeldung geschlossen)

MitmachgeschichteMystery, Freundschaft / P16 Slash
02.08.2016
15.08.2020
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15.08.2020 5.258
 
Nachdem es ja jetzt doch wieder ein bisschen gedauert hat mit dem neuen Kapitel (Sorry :-*) hier noch mal der Hinweis auf die Homepage, auf der die Aufgaben für die Rallye ausführlich erklärt werden ^____^

Liebe Grüße und viel Spaß
Art

***


Beinahe pünktlich starteten die Prüfungen auf dem Gelände von Whitehorse. Dennis war aufgeregt. Ob das nun ein positives oder negatives Gefühl war, wusste er noch nicht sicher. Er achtete einfach darauf, den Anschluss zu den anderen Whitehorse-Kids nicht zu verlieren. So fühlte er sich wenigstens einigermaßen sicher. Noch vor drei Wochen hätte er nicht gedacht, dass er sich auch nur zutrauen würde, ohne seine Mutter so ein Event zu besuchen, geschweige denn, daran teilzunehmen. Nun musste er es nur noch schaffen, nicht irgendwann in Panik zu geraten. Dennis hatte beschlossen, sich so gut es ging an Daryl zu halten, da dieser in den Zeitplänen immer vor ihm an der Reihe war und sie die Geländeprüfung als ein Team bewältigen würden.

Nach der – durch den Streit der Zwillinge recht kurz ausgefallenen – Begehung des Parcours war er daher hinter allen anderen zurück nach oben zum Putzplatz gestiefelt. Während die Erwachsenen sich alle mit viel Geschnatter daran machten, ihre Pferde zu satteln, scharten sich die Jugendlichen zusammen.
„Was machen wir denn jetzt bis wir dran sind?“, fragte Mo mit einem nachdenklichen Blick auf die Uhr. „Wir sind ja erst so in einer Stunde dran, wenn ich mit Oliver jetzt schon runter gehe, hat er nachher bestimmt keine Lust mehr!“ – „Was haltet ihr davon, wenn wir die Pferde noch mal in die Boxen stellen und noch mal nach unten schauen?“, schlug Hedwig vor. „Jetzt sind die Bambinis dran, die Kleinen, das ist immer voll niedlich die anzugucken.“
Zustimmendes Gemurmel sagte Dennis, dass die Entscheidung gefallen war. Und so folgte er dem Beispiel der anderen, band Monty los und führte ihn in seine Box. Gemeinsam mit Mo, Hedda, Faolán, Daryl, Adrian und Penny schlug er also erneut den Weg in Richtung der Prüfungsplätze ein.  „Und, mein lieber Dennis, aufgeregt?“, erklang plötzlich eine Stimme links von ihm. Überrascht bemerkte er Daryl neben sich, der  zu seinem weißen Whitehorse-Poloshirt eine hellrosa Reithose trug, die Dennis irgendwie irritierte. An einem kleinen Mädchen hätte sie passender ausgesehen, wie er fand.
Er räusperte sich, dann zuckte er die Schultern. Wenn er aufgeregt war, fiel es ihm nochmal sehr viel schwerer, die Wörter im Ganzen herauszubringen. Daryl lachte schallend. Dennis fand, dass es theatralisch und irgendwie aufgesetzt wirkte, aber es passte zu Daryls schrägem Gesamtbild.
„Weißt du, mein lieber Dennis“, tönte er, „es ist gar nichts dabei, aufgeregt zu sein! Als meine Charlene und ich das erste Mal teilgenommen haben, war ich so nervös, ich hätte mir beinahe ins Höschen gemacht! Aber glaube mir, lieber Freund, wenn du die erste Aufgabe erfolgreich gemeistert hast, dann ist die Nervosität schnell verflogen!“ Er klopfte Dennis aufmunternd auf den Rücken und obwohl bei Daryl alles überzogen wirkte, fühlte Dennis sich etwas besser. Er war unfassbar froh und auch dankbar, dass ihn (fast) alle hier in Whitehorse genauso aufzunehmen schienen wie er war. Niemand hatte seine Stotterei in den letzten Wochen hinterfragt oder in irgendeiner Form den Eindruck gemacht, dass es aufgefallen wäre. Nun ja, fast niemand, bis auf Rebecca, aber Dennis versuchte so gut er konnte, dieses Mädchen aus seinen Gedanken zu verbannen.
Während sich die Gruppe gemeinsam einen Weg zwischen den Besuchern hindurch bahnte, schnatterte Daryl noch eine Weile munter weiter, doch Dennis hörte ihm kaum zu. Jetzt, da er sich gerade einigermaßen sicher und gut aufgehoben fühlte, nutzte er die Zeit zum Durchatmen und dazu, sich endlich mal in aller Ruhe umzusehen. Bis gerade war er noch so von Stress und Nervosität gepackt gewesen, dass er die ganze Atmosphäre noch gar nicht auf sich hatte wirken lassen können. Eine positive Spannung lag in der Luft und Dennis ließ sich tatsächlich davon anstecken.
Als sie den Hindernisparcours für die Reitprüfung erreichten, hatten sich rund um das Gelände herum schon ziemlich viele Menschen versammelt. Trotzdem fanden sie eine Lücke nahe am Eingang, von wo aus sie das Geschehen beobachten konnten.  Die erste Teilnehmerin – ein ziemlich kleines Mädchen, das mit dem getupften Pony der Montgomerys startete, wurde gerade von einer Frau vom Platz geführt. Die Kleine hatte gerötete Wangen und strahlte. Die Leute am Zaun klatschten und das Mädchen winkte begeistert. Neben Dennis kicherte Hedwig. „Oh Gott, die ist so niedlich die Ruby! Das ist eine von den süßesten Reitschülerinnen, die Ramona hat!“ Dennis fand zwar auch, dass die Zwerge irgendwie putzig aussahen, so fein rausgeputzt auf ihren Ponys, aber er konnte Heddas Begeisterung trotzdem nicht nachempfinden.
Nach Ruby wurde Bridget Pattison in den Parcours gerufen. Es war das Mädchen mit dem goldenen Barbiepferd, das Elisabetta kurz zuvor schon in Aktion erleben durfte. Dennis bemerkte, dass dieses Kind offenbar reichlich wenig Ahnung vom Reiten hatte. Anstatt sich in irgendeiner Form zu konzentrieren, schaute es nur in der Gegend herum, winkte den Leuten am Zaun zu oder zappelte im Sattel herum.
Überhaupt waren die Knirpse sehr unterschiedlich weit in ihrem Können. Der Junge, der nach Bridget startete, beschimpfte ununterbrochen die Frau, die sein braungeflecktes Pony führte. „Ey das ist der Kleine, der mich vorher auch so krass angeredet hat!“, erkannte Mo, als das Pony recht nah an ihnen vorbeigetrabt kam. „Der ist ja auch nicht ganz sauber…“, bemerkte Penny mit skeptischem Blick.
„Oh, geht mal ein Stück zur Seite, wir müssen das kleine Mädchen durchlassen!“, meldete sich nun Faolán, als ein weiteres Kind ein sehr kurzbeiniges und sehr fettes schwarzes Pony zwischen der Gruppe hindurchzuführen versuchte. Das Pony schien jedoch nicht wirklich Lust zu haben, riss ständig den Kopf nach unten und knabberte am Gras herum. Die Gruppe wich zur Seite, während das Kind hilflos fluchend am Zügel des Ponys herumriss, dieses aber keine Anstalten machte zu reagieren.

„Das war eine flotte Runde für Joe Cameron!“, verkündeten die Lautsprecher. „Als nächstes startet Timmy Widman mit Thunderstorm!“ Dennis bemerkte schnell, dass er nicht der einzige aus der Gruppe war, der erst das Kind und dann die anderen überrascht ansah. Anscheinend war das kleine Mädchen ein Junge. Faoláns Lippen formten das Wort „Upsi“ und die Umstehenden grinsten. Der kleine Junge hatte mittlerweile geschafft, sein Pony bis auf den Platz zu ziehen und anscheinend war nun auch seine Mutter aufgetaucht, die ihm nun die Zügel abnahm, während er auf das Pony stieg. Recht schnell offenbarte sich, dass das Pony nicht nur beim Geführt werden ein „Drecksack“, wie Hedda es nannte, war. Obwohl die Mutter des Jungen das Pony führte, buckelte es so stark, dass der Kleine mehrmals in bedenkliche Schieflage geriet. Dennis musste unwillkürlich an Annie mit Blue denken, aber er sprach diesen Gedanken nicht laut aus. Das Thema Annie schien gerade höchst sensibel zu sein und er wollte die gute Stimmung nicht verderben.
Ein Raunen ging durch die Menge, als Thunderstorm es schaffte, sich von der Frau loszureißen und bockend über den Platz bretterte. „Also eines muss man dem Kleinen lassen, festhalten kann er sich“, rutschte es Dennis heraus. Er war selbst überrascht. „Verschrei es lieber nicht“, antwortete Faolán, als das Pony einen Haken schlug und der Junge zur Seite rutschte. Doch kurz bevor er ganz abstürzte, bremste das Tier auf einen Schlag und begann zu essen, als wäre nichts gewesen.
Gut gehalten, Timmy! Na, wenn das mal keinen Bonuspunkt für dich gibt!“, dröhnte es aus dem Lautsprecher. Und während Timmy sein Pony wieder auf Kurs brachte, ergriff Mo das Wort. „Bekommen wir auch Bonuspunkte bei solchen Aktionen?“, fragte er und wirkte ausgesprochen hoffnungsvoll. Hedda, Penny und Faolán lachten zeitgleich los. „Nein, wenn uns sowas passiert, werden wir wahrscheinlich disqualifiziert!“, kicherte Hedda. „Oder zumindest bekommst du die Höchstpunktzahl von dem Hindernis, das du eigentlich gerade angeritten hast, abgezogen und es wird als Fehlversuch gewertet“, ergänzte Penny. „Waaaas? Und warum wird das bei den Kleinen anders gewertet?“, wollte Mo enttäuscht wissen. „Na, weil die winzig sind! Damit die den Spaß nicht verlieren! Deswegen haben die ja auch ihre eigene Wertung!“, grinste Hedda. „Voll fies“, schmollte Mo. Sie sahen sich noch die letzten vier Kinder aus der Bambiniklasse an. Als Lilian Bates schließlich als letzte vom Platz geführt wurde, kam Bewegung in die Gruppe. „Ich hol jetzt Zorro, ich bin von uns allen als erstes dran!“, verkündete Hedda und eilte in Richtung Stall davon. Penny, Faolán und Mo folgten ihr. Daryl hingegen schien es weniger eilig zu haben. Er sah Dennis und Adrian an. „Wollen wir einen kurzen Schlenker am Bodenarbeitsparcours vorbei machen und uns vielleicht auf dem Weg eine frisch gekühlte Brause holen?“, fragte er. Adrian zuckte mit den Schultern und nickte dann. Auch Dennis widersprach nicht. Ein paar Minuten später nippte er an einer Flasche Mineralwasser und sah Jessica Blanks dabei zu, wie sie den extrem energiebefreiten Speedy, ebenfalls eines von Ramonas Schulpferden, durch den Parcours lotste. Sollten tatsächlich ein paar der Hindernisse dafür gedacht gewesen sein, das Pferd aus der Ruhe zu bringen, so zeigten diese zumindest bei Speedy keinerlei Wirkung.

„Na, Jungs?“, erklang eine durchaus bekannte Stimme hinter ihnen. Hedda, ihr Pony Zorro am Strick, quetschte sich zwischen sie. „Ist cool gemacht dieses Jahr, aber ich glaube nicht besonders schwierig, oder?“, fragte sie in die Runde. „Nein, mir kommt er dieses Jahr auch nicht so komplex vor wie letztes Jahr“, antwortete Daryl mit verschränkten Armen. „Letztes Jahr hatten sie statt der Wippe doch diesen verflixten Steg mit der engen Kurve, da sind, glaube ich, fast alle Pferde abgestiegen!“ – „Richtig, alle außer Aisling, stimmt’s Adrian?“ Adrian zuckte wieder nur die Schultern.
Höflicher Applaus brandete auf. Jessica war wohl fertig. „Also Jungs, Daumen drücken!“, verlangte Hedwig, als sie sich mit Zorro auf den Weg zum Eingang machte. Dennis war ganz froh, dass er nun noch einmal die Gelegenheit hatte, sich den kompletten Ablauf ansehen zu können, bevor er selber dran war. Schließlich war Mister Montgomerys Erklärung insbesondere bei der Bodenarbeit ausgesprochen knapp ausgefallen. Als er, nachdem Hedwig ihren Durchgang beendet hatte, den beiden anderen nach oben zu den Ställen folgte, war ihm wirklich schon sehr viel leichter ums Herz. Er hatte das Gefühl, dass er und Monty  tatsächlich in der Lage waren, die Hürden zu meistern.

*


Hedda war nicht annähernd so nervös wie Mo und Dennis. Aber für sie war es natürlich auch nicht die erste Rallye. Trotzdem wusste sie, dass die die Prüfungen nicht auf die leichte Schulter nehmen durfte. Einmal hatte sie nämlich den Fehler gemacht, davon auszugehen, dass Zorro sowieso alles mitmachte und hatte es grandios versaut. Das würde ihr sicher nicht noch einmal passieren. Und so startete sie, obwohl ihr die Aufgaben wirklich leichter vorkamen als im vergangenen Jahr, höchst konzentriert. Und sie hatte ein richtig gutes Gefühl. Zorro war trotz des Trubels um sie herum ziemlich gut bei der Sache, achtete auf seine Besitzerin und machte aufmerksam mit. Und nachdem sie die letzte Aufgabe des Bodenarbeitsparcours mit einem richtig guten Gefühl abgeschlossen hatte, schien die Freude, die sie nun durchströmte auch das letzte ungute Zwicken in ihrem Bauch, das noch von dem Streit mit Annie übrig geblieben war zu vertreiben.
Hedda verließ mit Zorro den Parcours. Mo, Penny und Faolán standen ein Stück abseits auf der Wiese und ließen ihre Pferde grasen. Hedda gesellte sich zu ihnen. Noch bevor jemand fragen konnte, sprudelte sie gleich los.
„Also der Parcours ist echt gut zu machen. Ich hab ein meeeeega gutes Gefühl, Zorro ist super drauf heute! Ich hatte ja ein bisschen Sorge, dass er die Übung, wo er alleine auf den Isomatten stehen bleiben muss ohne zu fressen oder wegzugehen nicht packt, aber er hat’s echt brav gemacht! Beim zweiten Versuch ist er super stehen geblieben! Also man muss sich schon konzentrieren, aber es ist echt gut zu machen! Wer von euch ist eigentlich jetzt als nächstes dran?“ Sie schaute in die Runde. Mo hob die Hand. „Ich, nach Annie“, murmelte er. Er spähte hinüber zum Parcours.
„Aufgeregt?“, fragte Faolán. Mo nickte. Hedda stupste ihn mit dem Ellbogen an. „Ach, das schaffst du schon. Ihr habt doch voll viel geübt die letzten Wochen. Und der Oliver ist ja total gechillt, der wird sich sicherlich nicht erschrecken.“ Sie grinste aufheiternd. Mo lächelte tapfer zurück. Erneut reckte er sich in Richtung des Prüfungsplatzes. „Hm Annie ist schon dran… Ich glaube, dann mache ich mich mal auf den Weg…“ Mit etwas Mühe zog er Oliver vom Gras weg und führte ihn zwischen den Zuschauern hindurch zum Parcours. Hedwig sah ihm nach. Dann fiel ihr Blick auf Annie, die gerade mit Freddy gerade an der Isomattenaufgabe zu verzweifeln schien. Hedda fühlte sich plötzlich wieder mies, weil sie Annie aus ihrem Team geworfen hatten. ‚Sie hat es nicht anders verdient, so wie sie sich aufgeführt hat!‘, grummelte eine Stimme in ihrem Kopf.
„Na, scheint ja mittelprächtig gut zu funktionieren“, kommentierte Penny neben ihr. „Oh, ich glaube sie hat das Isomattending abgebrochen… das gibt ganz schön viel Punktabzug, oder?“, bemerkte Faolán. Hedwig nickte. „Das ist aber auch echt gemein. Und Freddy wirkt recht nervös, findet ihr nicht?“ Hedwigs Verdacht bestätigte sich, als Freddy in der nächsten Aufgabe, dem Trab, kurz vor dem Ende der Strecke einen Satz zur Seite machte, der Annie beinahe von den Füßen riss.
„Ouh, aber hat sie gut gelöst!“, merkte Penny an. Hedda nickte. Das schlechte Gewissen in ihr regte sich erneut. Sollten sie sich bei Annie entschuldigen? Während sie Annie bei den letzten zwei Aufgaben beobachtete, tobte in ihr ein stummer Kampf. Auf der einen Seite war sie immer noch sauer auf Annie, weil sie einfach so zickig gewesen war. Aber auf der anderen Seite tat sie ihr auch Leid.
Als Annie die letzte Aufgabe beendet hatte, klang kurz Applaus auf. Hedda beobachtete, wie Annie ihr Pferd an Mo vorbei aus dem Parcours führte. Hätte man die beiden nicht gekannt, hätte nichts darauf hingedeutet, dass sie Geschwister waren oder in irgendeiner Form miteinander bekannt waren. Hedda hatte ihre Entscheidung schon fast getroffen und wollte sich gerade Faolán zuwenden, als ihr Blick an etwas hängen blieb. Rebecca war in der Menge aufgetaucht und gesellte sich zu Annie, reichte dieser eine Flasche Limonade (zumindest war es das, was auf dem Etikett stand, bei Rebecca konnte man ja nie wissen) und gemeinsam schlugen die Mädchen den Weg zum Stall ein. Heddas Mitleid war auf einen Schlag verpufft und dafür der Ärger wieder da. „Mo macht das gar nicht so schlecht!“, stellte Faolán gerade fest.
Hedda zwang sich, nicht mehr über Annie nachzudenken. Stattdessen sah sie nach Mo noch einem Mädchen, das sie nicht kannte und Adrian zu, der auch ziemlich gut war. Lediglich die Aufgabe, in der er Aisling unbekannte Gegenstände zeigen sollte, bereiteten ihm und der Stute ein paar Schwierigkeiten.
„Vielleicht solltet ihr schon mal rauf gehen und satteln, ihr habt ja gar nicht mehr so viel Spielraum bis zur Reitaufgabe oder?“, holte Penny Hedda aus ihren Gedanken zurück. „Ich würde dann noch auf Faolán warten, der ist nach mir dran, dann kommen wir nach!“

Hedda hätte Penny gern bei der Aufgabe zugesehen, aber ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass Penny Recht hatte. Als die beiden den Putzplatz erreichten, war dieser im Vergleich zu vorher überraschend leer. An einem Ende der Anbindestange döste der fertig gesattelte Seppl, das recht dicke Pferd der Riedls, in der Sonne. Ein paar Meter weiter war Wanathon angebunden. Gerade, als Mo und Hedda ihre Pferde ebenfalls angebunden hatten, schallte ein lautes „JUUUUHUUUUUUUU!“ über den Hof, das nicht nur die beiden, sondern auch einige der Besucher, die den Reitern beim Warmreiten auf dem Platz zusahen, herumfahren ließ. Chelsea VanSaller kam fröhlich winkend aus dem Stall. Über ihrer Schulter hing Wanathons Trense. „Na ihr Süßen?“, begann sie sofort zu schnattern. „Ihr habt eure erste Prüfung schon hinter euch, nicht wahr? Wie ist es gelaufen? War es gut? Also Wani und ich sind ja mit der Bodenarbeit erst später dran, aber ich bin eigentlich ganz froh, dass wir das Reiten dann schon hinter uns haben. Aber wenn ich euch einen guten Tipp geben darf, ihr Lieben, ihr solltet euch wirklich Zeit nehmen, euch und eure Pferdis auf die Reitprüfung vorzubereiten! Ihr wisst ja, es passieren immer wieder schwere Unfälle beim Reiten, besonders so jungen Leuten wie euch, die das Risiko immer auf die leichte Schulter nehmen, und ja, meine liebe Hedwig, ich schaue dich an! Also ich weiß ja von Mister Montgomery, dass du es gerne mal so richtig krachen lässt beim Reiten, aber denke immer daran, Reiten ist ja nun mal bekanntermaßen eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt! Und so ein junges Ding wie du sollte auf keinen Fall ein unnötiges Risiko eingehen! Du hast ja schließlich dein ganzes Leben noch vor dir und ich glaube, deine Mutter würde es sich nie verzeihen, wenn du dich beim Reiten schwer verletzen würdest! Weißt du, ich bin ja schließlich selber Mutter von zwei Kindern, ich weiß, wie es ist, sein ganzes Leben für seine Kinder aufzugeben und dann zu sehen, wie sie sich unnötigen Risiken aussetzen! Also was ich damit sagen möchte, denkt immer daran, dass  ihr nicht nur an euch selber denken solltet!“
Hedwig und Mo sahen sich an. Während Mo aussah, als hätte er gerade ein Ufo landen sehen, war Hedwig nicht sicher, ob sie lachen oder die Augen verdrehen wollte. Sie war Chelseas Monologe mittlerweile gewohnt und irgendwie schienen sie immer darauf hinaus zu laufen, dass Chelsea über ihre Rolle als Mutter philosophierte. Oder so etwas in der Art. Auf jeden Fall war sie ziemlich erleichtert, dass Chelsea mit einem erschrockenen Blick auf die Uhr bemerkte, dass sie zeitlich schon ziemlich im Verzug war und deswegen hektisch Wanathon fertig machte und mit ihm verschwand.
„Die macht mich echt immer wieder fertig“, stieß Hedda hervor, kaum, dass Chelsea außer Hörweite war. „Echt, die ist ja eigentlich ganz nett, aber die labert immer so viel Müll!“ Mo schien es immer noch die Sprache verschlagen zu haben, denn er nickte nur stumm.
Die beiden machten sich daran, ihre Pferde für die Reitprüfung herzurichten. Hedda hatte extra ihre Sachen geputzt, damit alles einigermaßen ordentlich aussah. Sie hatte Zorro auch die Mähne eingeflochten. Schlicht, aber hübsch, wie sie fand. Mo brauchte etwas Unterstützung, die Gamaschen, die Olivers Beine schützen sollten, richtig anzulegen und auch dabei, sich für eine saubere Satteldecke zu entscheiden. Ramona hatte einen Stapel frisch gewaschene Decken für ihre Schulpferde in der Sattelkammer bereitgelegt und Mo war anscheinend damit überfordert, eine Farbe auszuwählen.
Trotzdem dauerte es gar nicht so lange, bis beide Ponys fertig herausgeputzt waren. Hedda zog gerade den Sattelgurt noch einmal nach, als Faolán und Penny zu ihnen stießen. „Und, wie war’s bei euch?“, wollte Hedda direkt wissen. Penny grinste. „Ging super, war echt easy dieses Jahr. Wenn man bedenkt, dass Blue und ich letztes Jahr eigentlich gar nichts auf die Reihe bekommen haben. Sie fand nur die Schrecksachen wieder gruselig. Aber Odin wollte dafür nicht unter den Schwimmnudeln durch.“ Sie feixte. Faolán, der sein Pferd angebunden hatte, verschränkte die Arme. „Ja aber nur, weil der doofe Vorhang so eng ist! Wenn ich so breit wäre wie Odin, würde ich da auch klaustrophobische Zustände bekommen! Der Arme hatte sicher Angst, stecken zu bleiben.“
Hedda kicherte und auch Mo grinste. „Wir müssen leider jetzt schon los“, entschuldigte sich Hedda und setzte ihren Helm auf. „Sonst bleibt nicht genügend Zeit, die Pferde aufzuwärmen!“ Faolán und Penny nickten. „Klar, kein Stress. Penny und ich kommen sicher nachher kurz runter wenn ihr reitet, das passt eigentlich bei uns ganz gut mit der Zeit. Dann können wir dich auslachen, wenn Zorro dich wieder am Wasser ablädt, Amazone!“ Hedda streckte Faolán die Zunge heraus. Ja, Zorro hatte sie bereits mehrfach am Wasserhindernis verloren, aber sie hatte ja nicht umsonst die letzten Wochen hart trainiert. Sie schwang sich auf Zorros Rücken und sah Mo erwartungsvoll an, der ein paar Anläufe brauchte, bis er endlich auf dem Pferd saß. Hedda schaute auf die Uhr. „Wir haben noch eine halbe Stunde. Sollen wir lieber ein bisschen ausreiten gehen? Der Platz ist so voll mit lauter Fremden…“, schlug sie vor mit einem besorgten Blick zum Reitplatz und dann zu Mo, der immer schweigsamer und immer blasser wurde. Hedda kannte ihn gar nicht so stumm. Er nickte. Sie ritt voran und Mo folgte ihr die Einfahrt hinunter und durch das Tor auf die staubige Zufahrtsstraße. Hedda bog nicht nach rechts in Richtung Hauptstraße ab. Sie kannte einen kleinen Rundweg durch den Wald, der dann von unten her wieder auf das Gelände führte. Eine Zeitlang ritten sie schweigend. Als sie die Straße verlassen hatten und in den Wald abgebogen waren, drehte sie sich zu Mo um. Er wirkte wieder etwas farbiger als zuvor. „Aufgeregt?“, fragte sie. Mo nickte. Hedda grinste. „Es ist echt mega cool, Mo! Wirklich! Ich bin auch immer total aufgeregt, aber wenn man dann erst mal unterwegs ist, macht es richtig viel Spaß! Und schau, die Hindernisse sind so gebaut, dass selbst jemand wie Chelsea die überlebt! Und das will schon was heißen…“
Jetzt lachte Mo auf. Er trabte sein Pony an und kam neben Hedda. „Na gut, also wenn Chelsea das schafft, dann habe ich ja vielleicht wirklich eine Chance zu überleben. Aber ich weiß irgendwie nicht, wie ich es angehen soll! Das mit den Schwierigkeitsgraden überfordert mich voll!“ Hedda verstand, was Mo beschäftigte. Als sie das erste Mal gestartet war, war es ihr genauso ergangen. Es war alles irgendwie zu viel und zu aufregend gewesen und ihr erster Rallyeparcours hatte mit einem Sturz an eben jenem Wasserhindernis geendet, wegen welchem Faolán sie nun gerne aufzog. „Also eigentlich ist es ganz leicht, wenn man weiß, wie man es am besten angeht“, erklärte sie. „Schau, du kannst ja sicher traben und im Trab gut lenken. Und die Sprünge, die man machen muss, sind viel kleiner als die, die du letzte Woche schon bei Mister M. springen durftest. Also zumindest die kleinste Stufe. Also ich würde an deiner Stelle den Parcours durchtraben. Vielleicht nur das Labyrinth am Anfang im Schritt und das Wasser, wenn du dir da nicht sicher bist. Und dann bei den Sprüngen kannst du  beim drauf-zu-reiten ja entscheiden, wie hoch du dich traust. Und schon ist es gewuppt!“
Mo dachte kurz nach, dann antwortete er: „Stimmt, so klingt es echt gleich viel leichter!“

*


So optimistisch Mo auch zwanzig Minuten zuvor gewesen war, jetzt, da er neben Hedwig am Rand des Springplatzes auf Olivers Rücken saß, wurden ihm doch allmählich die Knie wieder weich. Jessica, die vor Hedwig dran war, hatte einige Schwierigkeiten damit, den dicken Speedy dazu zu motivieren, seine Füße über den Hindernissen zu heben. Mo fürchtete, dass Oliver nicht wirklich viel mehr Begeisterung an den Tag legen würde.
Als Jessica mit Speedy das letzte Hindernis im Parcours anpeilte, regte sich Hedda neben Mo. „So, ich bin dran. Ich mach mich mal auf den Weg zur Startposition.“ Heddas Wangen glühten vor Aufregung und ihre Augen leuchteten, während Mo das Herz in die Hose rutschte. Jetzt musste er hier alleine stehen und seinem Verderben entgegensehen. Neben ihm überprüfte Hedda noch einmal Zorros Sattelgurt, dann boxte sie Mo gegen den Arm. „Wünsch mir Glück! Und hey, mach dir keinen Kopf! Ich komm direkt nach meiner Runde wieder, okay?“ Sie grinste, dann trieb sie Zorro an in Richtung Eingang. Oliver machte keine Anstalten, dem anderen Pferd zu folgen. Er war viel zu sehr damit beschäftigt, das Gras rund um den Springplatz zu kürzen.
„Na, da kommen wir ja gerade noch rechtzeitig!“, ertönte eine Stimme direkt neben Mo. Penny und Faolán tauchten neben ihm auf. Mo war mehr als erleichtert darüber, dass er nicht alleine auf seinen Start warten musste. Er hatte sich vorgenommen, Hedwig genau zuzusehen, um sich gegebenenfalls noch ein paar Inspirationen für seinen Ritt zu holen. Allerdings musste er sich recht schnell eingestehen, dass er Hedwigs Reiterei zwar bewunderte, aber sich definitiv nichts von ihren halsbrecherischen Aktionen abschauen wollte. Offenbar war er nicht der Einzige, der überrascht war von Heddas Wagemut. Ein Raunen ging jedes Mal durch die Menge, wenn sie mit Zorro wieder nach einer Hürde eine so enge Wendung machte, dass man fürchten musste, dass es dem Pony die Füße wegzog. Dennoch schien Hedwig zu wissen, was sie tat. In halsbrecherischem Tempo, weit nach vorne über Zorros Hals gebeugt, preschte sie durch den Parcours.
„Ooouh, jetzt kommt das Wasser, ich bin gespannt…“, murmelte Penny neben Mo. „Zehn Mäuse, dass er sie wieder absetzt!“, feixte Faolán. „Da halte ich dagegen, das riskiert sie nicht noch mal!“, hielt Penny dagegen. Erst eine Sekunde später registrierte Mo, dass er von beiden erwartungsvoll angestarrt wurde. „Sie geht nicht durchs Tiefe, sie springt drüber“, murmelte er geistesabwesend, ohne wirklich nachzudenken. „Die Blöße gibt sie sich nie im Leben!“, konterte Faolán. Neben ihm schnappte Penny hörbar nach Luft. „Oder doch?!“
Mo war selber überrascht, als er zusah, wie Hedda, die konzentriert auf den großen, tiefen Teil des Wasserbeckens zugesteuert hatte, im letzten Moment den Kurs änderte, nach rechts auswich und Zorro über den Graben lotste. Das Pony schien einen Moment genauso irritiert zu sein wie Penny, Faolán und Mo, ja einen Moment wirkte es beinahe, als wolle er den Sprung verweigern. Auch das Publikum stöhnte auf, anscheinend sahen sie den nahenden Sturz schon vor sich. Doch dann spannte das Pony sich und setzte in einem enormen Satz über den Graben hinweg. Mit angehaltenem Atem beobachtete Mo, wie Hedda, die durch den großen Satz aus dem Gleichgewicht gekommen war, sich auf Zorros Rücken wieder zurechtzog und dann – mit nur einem Fuß im Steigbügel – das letzte Hindernis anpeilte. Die niedrige Hecke schien im Vergleich zum Wasser ein Kinderspiel für die zwei zu sein und als Zorro durchs Ziel donnerte, brach das Publikum in Applaus aus. Auch Penny johlte und Faolán pfiff durch die Finger. Strahlend und mit geröteten Wangen bahnte sich Hedwig einen Weg zurück aus dem Prüfungsplatz. Die Lautsprecherstimme verkündete: „Eine rasante Runde für Hedwig Lancester und Zorro! Die Zeit muss erst mal jemand schlagen!“
„Sag mal Mo…“ Mo sah zur Seite. Faolán schaute ihn skeptisch an. „Woher wusstest du, dass sie springt? Hat sie dir das vorher gesagt? Weil dann hättest du quasi geschummelt!“ Mo blinzelte. „Nein, ich… ich wusste es nicht. Ich habe nur geraten…“
Faolán schien zwar nicht hundertprozentig überzeugt zu sein, aber er sagte nichts mehr zu dem Thema, denn gerade erreichte Hedda die kleine Gruppe. Strahlend sprang sie von Zorros Rücken.
„Gut gemacht, das war echt abgefahren!“, kommentierte Faolán grinsend. „Ja, aber was war das für ne blöde Aktion mit dem Wasser?“, bohrte Penny. Hedda verdrehte die Augen, grinste aber. „Jaaaa ich wollte durchreiten, aber dann war Zorro auf einmal so verhalten! Und ich dachte mir, noch mal vor Faoláns Augen im Nassen landen, da habe ich keine Lust drauf. Deswegen die spontane Planänderung!“
Die drei kicherten, doch bei Mo war schlagartig die Nervosität zurück. Gerade ritt ein Mädchen durch den Parcours, das er nicht kannte, doch er hatte Annie gesehen, die sich mit Freddy in der Nähe der Startlinie bereit machte. Es war nicht nur die Tatsache, dass er nach Annie dran war, die sein Herz schneller schlagen ließ. Es war vor allem auch der Fakt, dass es das erste Mal war, dass er vor einer Prüfung nicht mit seiner Schwester zusammenhing, ihr kein Glück wünschte und sie nicht freundschaftlich gegen den Arm boxte mit den Worten: „Packst du schon, du alte Kröte!“
Ein Ziehen machte sich in seiner Magengegend breit, als Annie in den Parcours gerufen wurde. Auch Annie wirkte nervös und irgendwie fahrig, ähnlich wie Mo sich fühlte, doch er kannte seine Schwester. Sie konnte damit nicht gut umgehen. Eigentlich war sie immer die Mutigere der Geschwister, aber gerade wirkte sie einfach nur verloren. Bereits am ersten Hindernis, einem Labyrinth aus Zäunen, zögerte Freddy und wollte sich nicht hineinreiten lassen. Erst beim dritten Versuch gelang es ihr, Freddy durch den Gang zu manövrieren. Auch die anderen Aufgaben schienen nicht so viel besser zu laufen. Zwar überwand Freddy ohne Schwierigkeiten den kleinen Baumstamm, allerdings warf er drei der vier darauffolgenden kleinen Sprünge um und im Slalom ließ er keine einzige Pylone an ihrem Platz. Einen Vorteil hatte Annie nur am Wasser, denn Freddy planschte für sein Leben gern – leider zu gerne, wie sich herausstellte. Mitten im Wasser blieb er stehen, begann mit dem Vorderbein im Wasser herumzuplanschen, bis er und Annie vollkommen nass waren und knickte dann mit den Hinterbeinen ein. „Scheiße der legt sich hin!“, japste Penny neben Mo.
Gerade noch rechtzeitig gelang es Annie, Freddy mit einem beherzten Klaps mit ihrer Gerte davon abzubringen, sich komplett ins Wasser zu schmeißen. Erschrocken über die plötzliche Initiative seiner Reiterin machte Freddy einen Satz aus dem Wasser. Annie krallte sich gerade noch in seiner Mähne fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Pitschnass brachte sie aber tapfer den Parcours zu Ende. Höflicher Applaus zollte ihr Respekt für ihr Durchhaltevermögen. Annie wirkte niedergeschlagen, als sie an Mo, der sich mittlerweile am Start postiert hatte, vorbeiritt und ihn dabei keines Blickes würdigte.
Tapfer gekämpft, Annie!“, verkündete die Lautsprecherstimme, ehe sie Mo in den Ring rief. „Nun startet Moritz McKenzie mit Oliver! Viel Glück, Moritz!“
Adrenalin schoss mit einem Mal durch Mos Venen. Sein Herz pumpte und er glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Der Parcours verschwamm vor seinen Augen. Beinahe panisch suchte er nach Hedwig, nur um einen Fixpunkt zu haben. Sie hatte ihm vorher die Nervosität genommen, vielleicht schaffte sie es auch jetzt. Er fand sie, gemeinsam mit Zorro, Faolán und Penny ganz nah am Zaun. Sie winkte ihm zu, Faolán reckte seine Faust in die Luft. Doch es war etwas anderes, das Mo endlich wieder klar denken ließ. Es war Penny, die ihm zulächelte und beide Daumen in die Luft reckte.
Mos Herz klopfte unverändert schnell, doch das Ziehen in seinem Bauch hatte sich auf einen Schlag verändert. Es war nicht mehr schmerzhaft und unangenehm. Eher kribbelig und warm. Er fühlte sich plötzlich merkwürdig leicht, wie eine Feder, die nur dahinzuschweben brauchte, um diese kleinen Hürden zu meistern. Er hob kurz die Hand zum Gruß, in seinen Gedanken sah er dabei unfassbar cool und lässig aus, dann ritt er los. Es war wirklich einfach. Wie Hedda es ihm vorgeschlagen hatte, ritt Mo die Hindernisse in moderatem Tempo an. Oliver lief locker wie ein Glöckchen, Mo war das gar nicht von dem eher trägen Pony gewöhnt. Sogar das Wasserhindernis nahm das Pony ohne Zögern und den letzten Sprung über die kleine Hecke schafften sie sogar im Galopp.
Mo war überglücklich, als er bei Hedda, Faolán und Penny ankam und von Olivers Rücken sprang. Faolán klopfte ihm auf den Rücken und Hedda hob die Hand für ein High Five. Mo schlug ein. Dann huschte sein Blick zu Penny, die zwar die Arme verschränkt hatte, ihm aber – da war er sich sicher – kurz zuzwinkerte.
Bis oben hin vollgepumpt mit Endorphinen brachten Mo und Hedda gemeinsam ihre Pferde in den Stall. Während sie Oliver und Zorro, die beide ziemlich geschwitzt hatten, eine Dusche gönnten und sie schließlich für die Zeit bis zur Nachmittagsprüfung in ihre Boxen brachten, waren Penny und Faolán verschwunden, um ihre Odin und Blue für die Reitprüfung aufzuwärmen.
„Wir schauen den beiden aber schon zu oder?“, fragte er Hedda, als sie sich auf den Weg zum Getränkestand machten. „Na logo!“, grinste Hedda. „Ich lass mir doch nicht entgehen, wie die beiden sich blamieren!“ Sie feixte und Mo musste lachen. „Na dann, los! Oh, ich hab vorhin eine Wette gewonnen, ich lade dich auf eine Limo ein!“, kicherte er.
Fünf Minuten später standen sie mit eiskalter Orangenlimonade am Zaun und feuerten Dennis an, der vor Penny und Faolán dran war. Mo hatte Annie tatsächlich für den Moment vergessen. Er fühlte sich gut. Und er freute sich schon riesig auf den Geländeritt am Nachmittag.
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