Fly in Air Specials

von Mirisu
GeschichteAllgemein / P16
01.08.2016
08.01.2018
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Noch am selben Nachmittag lief Sara nach Hause. Ein Zuhause, das war es für das junge Mädchen nicht. Denn sie lebte nicht bei ihren Eltern, sondern bei einer Pflegefamilie, da ihre Eltern sie wenige Wochen nach ihrer Geburt ins Heim abgaben. Dort verweilte sie wenige Tage, ehe sie „vermittelt“ wurde. Liebevoll nannte Sara ihr Zuhause das Drecksloch. Dies lag daran, dass ihre Pflegefamilie sehr unordentlich, fast schon Messiähnlich war. Sara musste sich zum Teil oft ihr Essen selber zubereiten. Sie hasste diese Familie. Die Braunhaarige fragte sich auch, wie sie diese Schule bestehen soll, da sie wahrscheinlich wieder nur eine Außenseiterin sein würde. Sie traute sich nicht mal, andere aus der Klasse anzusprechen, ohne dass sie seltsam rüberkommt. Selbst wenn sie Freunde fände, sie könnte diese niemals zu sich nach Hause einladen. Sara war so froh, dass sie sich selbstständig duschen und waschen konnte. Ebenfalls war sie froh, dass sie ihre Wäsche selbstständig waschen konnte. Denn schmutzig und stinkend wollte sie nicht wahrgenommen werden. Das junge Mädchen verschwieg lieber ihre Zustände, auch wenn sie wusste, dass sie so nicht weiter leben durfte. Irgendwie musste sie eine Lösung für diese Zustände finden, dabei war es für sie egal, dass sie sich eine andere Familie suchen musste. Ihre Gedanken schweiften zu Hikaru, dem Jungen, mit dem sie dieses Projekt starten musste. An sich hatte sie nichts gegen den Orangehaarigen, aber sie spürte, dass der Grundschüler nicht wie die üblichen Kinder war. Nicht normal in dem Sinne, dass er langweilig war, sondern dass er irgendwie eine Fähigkeit hatte. Sara selber verbarg auch ein Geheimnis, welches sie nicht sagen konnte. Denn die Braunhaarige konnte sich in einem Greif, ein Wesen aus alten Sagen und Legenden, verwandeln. Woher sie diese Gabe hatte, dass wusste sie nicht. Jedenfalls hatte sie diese Fähigkeit seit ihrer Geburt. Was Sara verwunderte, dass sie nicht nur die Form ändern konnte, nein, sie konnte ihre Gedanken als gefährliche Waffen nutzen und andere damit verletzten. Allerdings musste sie noch lernen, wie sie ihre Gedankenkontrolle richtig nutzen konnte. Sara seufzte und begab sich in die Küche, um sich ein Abendessen zu richten. Dafür gab es für sie nur ein kleines Butterbrot, da der Kühlschrank nicht mehr hergab. Als sie das Brot aufgegessen hatte, lief sie in ihr Zimmer und zog sich aus. Ihr Blick wanderte zum Spiegel, der ihr zeigte, wie dürr sie war. Sie sah, dass sie schon wieder einige Kilos abgenommen hatte. An sich war die Braunhaarige stark untergewichtig, aber durch ihre weite Kleidung konnte sie dies bisher immer gut verstecken. Sie wusste, dass es nichts brachte und zog sich ihr Nachthemd an, ehe sie sich ins Bett legte.
„Morgen wird mit dem Projekt gestartet“, seufzte sie und schlief irgendwann ein.

Am nächsten Tag wachte das junge Mädchen auf und lief in das Badezimmer. Dort musste sie erstmals über Berge von schmutziger Wäsche ihrer Pflegeeltern steigen, ehe sie sich duschen konnte. Nachdem sie fertig war, trocknete sie sich ab und lief nackt in ihr Zimmer, wo sie sich anzog. Sie entschied sich für eine normale Jeans, weiße Strümpfe, ein weißes Shirt und eine blaue Jacke. Dazu zog sie sich ihre weißen Straßenschuhe an. Sie machte sich noch schnell ein Essen in Form eines weiteren Butterbrotes und packte ihre Tasche zusammen. Bevor sie ging, schaute sie, ob ihre Eltern wach waren. Aber diese schliefen noch, sodass sie mal wieder alleine zur Schule gehen musste. Für die Sechsjährige war dieser Gang nicht ganz ungefährlich, dennoch ging sie den kompletten Weg alleine. Fünfzehn Minuten später kam sie dann in der Schule an und ging in ihre Klasse, wo sie sich dann auf ihren Platz setzte. Sie merkte, dass sie die Erste in der Klasse war. Nach und nach kamen die Mitschüler hinzu und setzten sich alle an ihre Plätze. Hikaru kam wie immer als Letzter in die Klasse und setzte sich ebenfalls auf seinen Platz. Er sah die Braunhaarige an, aber sagte kein Wort.
„Er begrüßt mich nicht mal“, dachte sie sich und wand sich an die Tafel. Dabei war er einfach zu schüchtern. Als der Lehrer kam, begann dann auch der Unterricht. Mathematik. Ein Fach, welches die Kinder während der gesamten Schulzeit hassten. Auch Sara und Hikaru hassten dieses Fach. Aber leider mussten die Schüler dieses Fach durchgehen, ob sie wollten, oder nicht. Während den gesamten Stunden sprach niemand mit Sara, was ihr von Anfang an klar war. Sie bemerkte aber, dass Hikaru sie immer wieder ansah und nachdachte. Als die Stunde mit dem Projekt begann, setzte sich der Orangehaarige zu ihr.
„Mit was sollen wir dann beginnen?“, fragte er sie.
„Du bist schon komisch“, meinte sie.
„Wieso?“, wollte er wissen.
„Erst redest du kein Wort mit mir und jetzt schon“, sagte Sara.
„Tut mir Leid“, meinte er und sank den Kopf.
„Naja, wie auch immer“, seufzte die Braunhaarige und begann mit ihm, dieses Projekt zu starten, auch wenn sie nicht wirklich Lust drauf hätte, aber mit einer Sechs benotet zu werden, dass wollte sie nun auch nicht wirklich.
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