Es gibt Probleme

GeschichteFantasy / P16
Chiho Sasaki Emi Yusa Sadao Mao Shiro Ashiya
31.07.2016
23.09.2016
3
4.399
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
31.07.2016 2.102
 
Die Sonne ging auf und tauchte das Feldlager sowie die Burg in blutig rotes Licht was vielen die vergangenen und künftigen Verluste nur noch deutlicher machte. General Irasmus setzte langsam seinen Helm auf, stopfte die Enden seines Schnurrbarts hinter die Wangenschützer und trat zu seinem Stellvertreter. Die Segnungen waren gesprochen, Ausrüstung repariert und angelegt, die Katapulte und Belagerungstürme einsatzbereit. Die Rammböcke war demontiert worden nachdem die Verteidiger die Torhäuser mit den durch die Bombardierung entstandenen Trümmern gefüllt hatten. Dem finalen Angriff auf die letzte Festung des Dämonenkönigs konnte beginnen. „Im Namen der Legendären Heldin Emilia und allen Reichen der Menschen in Ente Isla werden wir diesen Schandfleck auf dem Land nun endgültig tilgen! Für den König! Für Emilia Justinia! Für die Freiheit von Ente Isla!!" Das dumpfe Knarren der feuernden Katapulte ging im donnernden Gebrüll der Soldaten unter die den letzten Sturm begannen.
„Sie kommen!" Die Schritte der Dämonen hallten über das was nach Monaten der Belagerung noch von den Wehrgängen der Festungsmauern übrig war. Hauptmann Razarik knirschte kurz mit den Zähnen während seine Flügel zornig zuckten und machte mit seinem Langschwert eine knappe Geste. „Bringt das letzte Öl nach oben! Karam, bereite die Holzstöße vor! Wenn es zuende geht sollen sie möglichst schnell Feuer fangen!!" Er ließ sich einen Langbogen reichen und gesellte sich zu seinen Leuten. „Jeder Pfeil muss sitzten, wenn schon denn schon." Grimmig nockte er einen Pfeil auf. „Da kommen sie so enthusiastisch angerannt. Na dann, beschweren wir ihnen im Namen Dämonenkönig Satans einen blutig Morgen!" Die einzige verbliebende Baliste sandte ihren ersten Bolzen in das feindliche Heer. Das Ende war gekommen.

Sadao ließ den Kopf auf den Schultern rollen. „Alter Schwede, das wird ja gar nicht besser." Chiho legte fragend den Kopf schief und er winkte ab. „Bin heut Nacht irgendwie in eine komische Haltung gekommen und hab mir den Nacken verlegen." Er streckte sich und gähnte, gut geschlafen hatte er zudem auch nicht. Die Tür glitt auf und ein freundliches Lächeln tat bei seinen Lippen dasselbe. „Guten Morgen, herzlich Willkommen bei MC Ronald. Was darf es sein?" Nachdem sich der Kunde mit seiner Bestellung an einem der Tische niedergelassen hatte gähnte er verhalten erneut. „Na du bist aber unausgeschlafen.", meinte Chiho. „Lass die Chefin nicht sehen das du so häufig gähnst sonst gibts nen Rüffel." „Weis ich, weis ich." Zum Glück war seine Schicht heute nur kurz. Er legte eine neue Packung Hamburger neben die Ofenplatte und holte auch eine frische Tüte Fritten. Als er zurück an die Kasse trat kratzte er sich nachdenklich am Kinn. „Ich hab doch noch was machen wollen, was wars denn jetzt?" „Getränkebecher?" „Nein, das hat Takefumi schon erledigt. Hm... Ah ja, ich wollt Ashiya anrufen." Gesagt getan. „Morgen Euer Majestät.", meldete sich dieser nach dem zweiten Klingeln. „Wie läufts mit dem Einkauf, schon alles erledigt? Was machen die Kopfschmerzen?" „Bin gerade auf dem Rückweg, die Kopfschmerzen haben sich nicht gebessert eure Hoheit." Sadao schob den Mützenschirm etwas höher auf den Kopf. „Vielleicht eine neue Nebenwirkung von Suzunos Essen?" „Nein Hoheit, das ist diesmal auszuschließen. Zudem würde es mir eher auf den Magen schlagen anstatt Kopfschmerzen zu verursachen." „Hm. Na ja, wird hoffentlich im Laufe des Tages wieder besser. Bis denne." Er legte auf und steckte das Handy weg. „Scheint immer irgendwie Ashiya zu erwischen."

Emi lehnte sich in ihren Stuhl zurück, heute war mal wieder viel zu tun fürs Callcenter. Der nächste Anruf kam rein und sie war ein wenig verdutzt als Esmeraldas Stimme ertönte, da sie ein wenig undeutlich war hatte sie wieder Süßigkeiten in der Mache. „Morgen Emilia." Emi senkte etwas die Stimme. „Esmeralda? Was rufst du mich denn über die Arbeit an, ist was passiert? Und du schnuckst mal wieder Süßigkeiten, man hört es." „Du hast mich ertappt. Nein, nichts schlimmes, ich wollt nur mitteilen dass das nächste Paket mit heiliger Energie etwas später kommt. Ein paar kleine Verzögerungen. Ah Albert, schon zurück? Wirklich? Ach du je. Moment ich geb sie dir." Dann erklang Alberst Stimme und er war ziemlich ernst. „Hallo Emilia. Wäre gut gewesen wenn du hier wärst, es gibt Neuigkeiten." „So? Klingt nach was ernstem." „Das ist es auch, ich hab an deiner Seite gekämpft als wir die Heere des Dämonenkönigs bis auf seine Insel und zum Schloss zurückgedrängt haben. Aber nie... hing bei den Dämonen so eine Stimmung in der Luft. Vor wenigen Minuten kam eine Nachricht über Magie, eine der letzten Dämonenfestungen wird gerade gestürmt." Das verblüffte Emi. „Es waren bis heute noch Festungen im Dämonenbesitz?" „Hm. Ich hab mir die Übertragung angesehen. Du weißt wie die Dämonen mit den Städten und Festungen verfahren sind, was sie angerichtet haben aber das hier... Die halbe Burg besteht nur noch aus Flammen und die verteidigenden Dämonen... Ich weiß es klingt merkwürdig das zu sagen, sie sind schier irre vor Verzweiflung. Die eine Hälfte zieht sich zum Bergfried zurück als seien sämtliche Engel des Himmels hinter ihnen her während die Andere sogar aus den Toten und Schwerstverwundeten Barrikaden errichtet. Wenn du die magischen Bilder gesehen hättest würdest du den Eindruck gewinnen der Angreifer wären die Dämonen und nicht die Verteidiger."

„Weiß man wer die Verteidigung führt?" „Nein, es wurde auch kein persönliches Banner gehisst. Nur die Flagge des Dämonenkönigs wehte auf dem Bergfried. Einer der Dämonengeneräle scheint es also nicht zu sein der hätte auch sein eigenes Banner gezeigt. Die sind offenbar wirklich alle tot oder bei dir drüben. Kann mir vorstellen das Satan sehr stolz auf den Widerstand seiner Leute wäre."  „Das glaub ich auch. Was gibt es neues von der Kirche?" Nun war wieder Esmeraldas Stimme zu hören. „Eigentlich nichts, es scheint ein paar kleine Aktivitäten zu geben aber keine großen Ankündigungen oder so etwas." Da fiel ihr ein das nach der Sache mit dem Erzengel Sariel Urushihara und Ashiya gemeint hätten das Orba mit von der Partie gewesen wäre, was war mit dem eigentlich geschehen? „Nun denn, wir melden uns falls es mehr gibt." „Ja, bis dann." Emi legte auf und stützte das Kinn in eine Hand. Zäher Widerstand war zu erwarten gewesen aber das so lange noch eine Dämonenfestung bestand? Nach dem Sieg beim Schloss waren mehr als genug Heere der Menschen da gewesen um jede noch verbliebende Burg zweimal zu überrennen.

Razarik zischte durch zusammengebissene Kiefer und grub die Finger in den Schutt um sich vorwärts zu ziehen. Sein Schwert hatte er verloren und seine Panzerhandschuhe lagen völlig zerbeult irgendwo in dem blutigen Flammenchaos das von den südlichen Gebäuden und der dortigen Stellungen übrig geblieben war. Ein weiteres Gebäude ging in Flammen auf. Vor ihm lag ein von Steinstaub matter Dolch und er nahm ihn an sich. Schritte erklangen ganz in seiner Nähe und dann stürzte ein Mensch auf ihn los um ihm scheinbar den Rest zu geben. Sich aufbäumend stieß er ihm den Dolch ins Bein und krallte nach seiner Rüstung um ihn zu Boden zu ziehen. Der Mann ließ sein Schwert fahren und sie rollten über den Boden, Razarik stach mit dem Dolch auf seinen Gegner ein aber dieser schlug ihm genau auf die Beinverletzung sodass er vor Schmerz danebenstach und die Klinge an dessen Rüstung abglitt. Dann wurde ihm die Waffe aus der Hand geprellt. Er krallte mit den kurzen Klauen die er anstelle der Fingernägel hatte nach den Augen des Mannes, sein Helm hatte kein Visier, und als dieser den Kopf zurückzog bis er ihm in die Kehle. Er gehörte leider zu den Dämonen die über menschliche Zähne verfügten und so dauerte es bis er ihm eine Halsschlagader aufgebissen hatte. Schließlich rollte er keuchend von dem Sterbenden herunter und suchte nach dem Dolch. Jemand packte ihn unter den Armen und zog ihn hoch. „Hauptmann, ihr lebt ja immer noch." Ein anderer seiner Soldaten fasste mit an und sie trugen ihn eilig zum Eingang des Berfrieds. Der Anblick ließ ihn aufstöhnen. Katapultgeschosse hatten das massive Gebäude getroffen und Schäden verursacht, ein Felsbrocken hatte unglücklichweise den Türsturz getroffen. Ein Torflügel war völlig hinüber, der Andere ließ sich durch die Trümmer nicht mehr schließen und diese waren zu groß und schwer um sie auf die Schnelle wegzuräumen. Karam eilte ihnen entgegen, sein Adujant hatte einen blutigen Kopfverband und seine Rüstung war versenkt und stellenweise eingedellt. Im Gang lehnte man ihn gegen eine Wand und er schnaufte tief durch, jemand drückte ihm einen Streitkolben in die Hand. War zwar nicht die Waffe seiner Wahl aber besser als nichts. „Karam, ist im Gewölbe alles vorbereitet?" „Ja Hauptmann, wenn die Stellung hier fällt wird man das Feuer entzünden und bis der Feind merkt was los ist wird es zu spät sein." „Gut, dann ab auf deinen Posten. Ich bleib hier, um mich die Treppen raufzuschleppen fehlt mir die Puste." „Zu Befehl."

Er zog ein paar Schließen der Rüstungsteile seiner Beine fester und hinkte dann in die Reihe seiner Leute die im Torbogen Stellung bezogen hatten. Über den von Rauchschaden so gut wie verhüllten Burghof stürmten die Menschen heran, Geschrei und Kampflärm überall verkündeten das auch in anderen Teilen der Burg noch immer die Schlacht tobte. „Haltet das verfluchte Tor! Haltet es!" Unter Gebrüll krachten die Angreifer auf ihre Linie und das Handgemenge begann. Razarik schlug mit einem Armpanzer einen Speer beiseite, schlug seinem Besitzer das Gesicht zum Hinterkopf raus und musste dann den Hals kurz machen um unter einem Axthieb abzutauchen. Konternd donnerte er dem Kerl mehrmals den Streitkolben vor die Brust und schickte ihn blutspuckend zu Boden ehe er auch schon vom Nächsten angegriffen wurde. Der Befehl wurde zum Mantra mit dem er seine Erschöpfung zurückhielt. „Haltet das Tor! Haltet das Tor!" Die Welt schrumpfte auf ihn und seinen jeweiligen Gegner zusammen. Parieren, Kontern, selbst angreifen. Einer dellte ihm einen Schulterpanzer ein, ein Anderer schaffte es mit einer Schwertspitze durch einen Spalt der Rüstung zu kommen um ihn eine Schnittwunde an der Seite zuzufügen. „Haltet das Tor! Haltet das Tor! Haltet! Das! Tor!", rief er halblaut vor sich hin während er wieder jemanden niederschlug. Ein Hieb streifte seinen Helm und alles verschwamm während ihm die Ohren klingelten. Jemand oder etwas schob ihn zurück, er stieß irgendwo gegen und stürzte. Seine Wunden schmerzten als hätte ihm jemand als hineingerieben, er schwitzte enorm. Rief er immer noch den Befehl oder bildete er sich nur ein ihn weiter zu rufen? Als er halbwegs klar sehen konnte reihte er sich wieder ein und kämpfte weiter auch wenn die kurze Zeit gereicht hatte um sich bewusst zu werden wie ausgelaugt er war, seine Muskeln brannten vor Erschöpfung. Sein verletztes Bein knickte immer wieder ein und er torkelte hin und her was ihn mehrmals beinahe das Leben kostete aber es auch ein zwei Mal rettete. „Haltet... das... Tor! Halt das Tor!" Er war heiser und murmelte nur noch. „Halt das Tor! Halt das Tor!" Wieder parierte er einen Angriff und seine Knie drohten nachzugeben. Blindlinks schlug er zu und der Angreifer verschwand. Kurz sackte er zusammen und ein danebengehender Schwerthieb schlitzte ihm eine Augenbraue auf, Blut floss in sein linkes Auge. Er knurrte und raffte sich wieder auf. Schließlich hörten die Angriffe auf, zog sich der Feind kurzzeitig zurück oder war diese Angriffswelle besiegt? Ahnung hatte er keine, Schweiß brannte in seinem heilen Auge und vor lauter Rauch konnte er vor sich kaum etwas erkennen. Seine Beine gaben endgültig nach und er sackte auf einen Haufen Leichen, Blut lief in und aus seiner Rüstung. „Halt das Tor! Halt das..." Erst jetzt merkte er das er völlig allein war, alle Anderen waren tot. Von hinten näherten sich Schritte und Hände hoben ihn hoch. „HaltdasTor. Halasor. Hodor..." War er so erledigt das er schon lallte? „Wir sind zu wenige Hauptmann. Du, halt die Treppe. Los rauf mit ihm." Dann brannte das Feuer schon. Er sah die steinerne Decke vorbeiziehen und dann öffnete jemand eine Tür, ein Dachstuhl erschien, er musste weggetreten sein und den Aufstieg in die Bergfriedspitze verpasst haben. Das vertraute Gefühl von Magie ließ seine Flügelspitzen kribbeln. „Nicht Karam. Wir müssen hierbleiben. Wir müssen hier sein wenn Seine Majes..." Sein Adujant tauchte in einem Blickfeld auf, seine Stimme war ganz rau als dieser ihn schüttelte. „Wir haben versagt Herr! Es gibt hier keine Stellung mehr zu halten und auch kein Letztes Gefecht zu kämpfen, das Erdgeschoss brennt schon lichterloh! Der Dämonenkönig kommt nicht zurück, das müssen wir endlich einsehen und jetzt an uns selbst denken!!" Karam verschwand und wieder wurde Magie gewirkt. Razarik verlor das Bewusstsein.
Review schreiben