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Durch die Hölle und zurück

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Eric OC (Own Character)
31.07.2016
28.11.2020
36
75.745
39
Alle Kapitel
107 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
01.03.2017 3.327
 
Hallo zusammen, hier ist schon das nächste Kapitel. In diesem Sinne, wünsche ich euch noch einen schönen Tag und lasst euch von der Welt nicht unterkriegen :)

- Elenas POV -  

„Und vergiss nicht, Eric darf davon nichts mitkriegen.“, sagte ich zu Mia und fummelte nervös an meinen Haaren. Jetzt, wo es soweit war, Erics Regeln bewusst zu missachten, wurde mir nun doch etwas unwohl. Was würde er wohl machen, wenn er es herausfand?
„Ja ich habs beim ersten Mal auch schon verstanden, Elena, also hör auf, hier Panik zu schieben. Es ist eine Party und wir werden uns amüsieren.“, antwortete Mia augenrollend und zog mich hinter ihr her.
„Wohin gehen wir eigentlich?“, fragte ich und Mia grinste.
„Ich hab ein paar Leute kennengelernt und stell sie dir vor!“, rief meine Freundin zurück und grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd. Als wir wenige Minuten später am hintersten Ende der Grube angelangt waren, führte sie mich zu zwei Ferox in etwa unserem Alter. Die Eine hatte kurz geschorene schwarze Haare, während der Typ neben ihr nur so von Tattoos und Piercings übersehen war. Vom Aussehen her entsprachen sie exakt dem Bild, das man im Kopf hat, wenn man sich Feroxmitglieder vorstellte.
„Hey, ich bin Eve!“, stellte sich das Mädchen auch schon vor und umarmte mich zu meiner Überraschung auch gleich.
„Hi, ich bin Elena.“, stellte ich mich vor und wirkte etwas unbeholfen, als mich Eves Kumpel, der wie ich nun wusste, Jacob hieß, umarmte und fest an sich drückte.
„Mia hat uns schon viel über dich erzählt. Du bist also der Glückspilz, der unseren liebsten, warmherzigsten Anführer zum Mann nehmen muss?“, redete er nun auf mich ein und ich musste schmunzeln.
„Es ist kompliziert...“, murmelte ich und sah wieder unbeholfen zu Mia, welche kurz darauf das Wort ergriff.
„Okay, also damit das klar ist: sobald jemand von euch Eric sieht, nimmt er Elenas Getränk und tut so, als wäre es sein eigenes. Wie wir alle wissen hat der Gute ja ein dezentes Kontrollproblem.“, erklärte Mia, woraufhin Eve und Jacob nickten. Als ich die zwei beobachtete, fiel mir doch eine nicht mal geringe Ähnlichkeit zwischen den beiden auf.
„Seid ihr zwei Geschwister?“, fragte ich neugierig. Eve grinste mich an.
„Oh ja, zweieiige Zwillinge sogar.“, antwortete sie und ich lächelte. Es musste schön sein, Geschwister zu haben.
„Ich geh dann mal die Getränke holen. Irgendwer unter euch, der kein Bier trinkt?“, fragte Jacob in die Runde und erntete nur einheitliches Schweigen, weshalb er sich umdrehte und sich durch die Masse kämpfte.
Währenddessen sah ich mich um und stellte fest, dass die beiden eine kleine Ecke am Rand der Grube freigehalten und mit Sitzpolstern ausgestattet hatten, sodass wir es uns gemütlich machen konnten. Nachdem Jacob mir unseren Getränken zurück war, drückte er mir eine Flasche Bier in die eine und ein Glas Wasser in die andere Hand.
„Quasi als Alibigetränk.“, erklärte er und zwinkerte mir zu. Ich lachte und bedankte mich.
„Also, wer macht den Anfang?“, rief Jacob und klatschte auffordernd in die Hände. Natürlich wusste ich, was er meinte. Es wäre schließlich keine richtige Feroxfeier ohne Mutproben und Trinkspiele.
„Ich fang an.“, meldete sich Mia und trank von ihrem Bier. Eve grinste diabolisch.
„Okay Mia, entweder du machst einen sexy Solotanz auf der Theke, oder du gehst zu dem Typen dort-“, Eve deutete auf einen groß gewachsenen Ferox, der wohl Mitte 20 sein musste, „und kneifst ihm in den Hintern.“
Auch wenn Mia meine Freundin war und ich mit ihr fühlte, so konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Der Abend gefiel mir jetzt schon. Ich hörte, wie meine Freundin neben mir tief seufzte und einen großen Schluck von ihrem Bier nahm, ehe sie aufstand und mit zielsicheren Schritten auf den besagten Typen zuging. Gespannt beobachteten wir sie dabei, wie sie zunächst stoppte und uns  den Mittelfinger zeigte, ehe sie die rechte Hand ausstreckte und den Kerl tatsächlich in den Hintern kniff. Natürlich fuhr dieser sofort herum, doch noch bevor er Mia zur Rede stellen konnte, war diese schon wieder in der Menge untergetaucht.
„Also ich hätte auf einen sexy Thekentanz gehofft.“, murmelte Jacob gespielt enttäuscht. Ich boxte ihm in die Seite und zeigte auf fünf andere Mädchen, die gerade leicht bekleidet an den Stangen tanzten.
„Guck dorthin, damit du nicht ganz leer ausgehst.“, raunte ich und trank von meinem Getränk.
„Ach, alles schon gesehen.“, grinste er und seine Schwester verdrehte die Augen.
Nachdem Mia wieder zu uns gestoßen war, meldete ich mich als nächste. Augen zu und durch.
„Hm...“, überlegte Eve.
„Nach allem, was wir über dich wissen, würde ich sagen, deine Aufgabe für den heutigen Abend ist es, soviel Alkoholisches zu trinken wie du schaffst, ohne dass es deinem Eric auffällt. Denn wenn du versagst und er es merkt, können wir uns ja denken was passiert. Bist du dabei oder hast du Angst?“, fragte Jacob und funkelte mich aufgeregt an. Für einen kurzen Moment schnürte sich mein Innerstes zusammen, ehe ich zögerlich zustimmte.
„Als ob ich vor ihm Angst hätte.“, kommentierte ich gespielt selbstbewusst, nahm mein Bier und leerte die Flasche auf ex. Schon kurz danach spürte ich die Wirkung des Alkohols und musste mich zusammenreißen, mir nichts anmerken zu lassen. Sicherheitshalber nahm ich einen Kaugummi aus meiner Handtasche, der den Geruch von Bier in meinem Mund neutralisierte. Nur für den Fall, dass eine gewisse Person hier auftauchte.
„Vorsicht, Elena. Wenn du zu viel trinkst, merkt er es garantiert und dann...“, flüsterte mir Mia zu, doch ich winkte ab. Wie ich Eric kannte, würde er selbst nicht gerade wenig trinken und dann würde es ihm erst recht nicht auffallen. Aber im Moment war mir das sowieso egal, denn ich genoss es einfach, Spaß zu haben, nachdem ich die ganze Woche nur gearbeitet und trainiert hatte.
Die Zeit verging wie im Flug und wir spielten dieses Spiel weiter und weiter und es machte irre Spaß. Was zum Teil auch an den Cocktails lag, die folgten. Seit Langem fühlte ich mich wieder unbeschwert und konnte meine Sorgen ausblenden.
„Ich hätte gerade wirklich Lust, Keil eine reinzuhauen.“, nuschelte Mia plötzlich und wollte einen Schluck von ihrem Getränk nehmen, doch dieses war bereits leer.
„Ups.“, lachte sie und schob das leere Glas zur Seite, ehe sie aufstand.
„Wo willst du hin?“, fragten wir sie nahezu synchron.
„Ich hole mir meine Würde zurück und wehe jemand hält mich davon ab.“, rief sie ziemlich betrunken und ich konnte mir schon denken, in welche Richtung das ging. Langsam erhob ich mich und versuchte, meinen Schwindel unter Kontrolle zu halten.
„Warte auf mich, Mia!“, rief ich und hetzte ihr hinterher. Als ich sie eingeholt hatte, hielt ich sie zurück und blickte sie fragend an.
„Was hast du denn jetzt vor? Du kannst jetzt nicht einfach hackedicht zu Keil gehen und ihm deine Gefühle vor die Füße schmeißen, damit blamierst du dich nur. Lass ihn.“, versuchte ich, auf sie einzureden, doch sie schüttelte nur stur den Kopf. Im selben Moment wurde ich von jemandem angerempelt und verlor kurz das Gleichgewicht, weshalb ich mich an Mias Schulter abstützen wollte. Da diese jedoch ebenfalls betrunken war, fielen wir beide nach hinten und landeten auf dem Boden.
„Hoffentlich hat das jetzt niemand gesehen.“, nuschelte Mia und lachte.
„Das erinnert mich an deinen sechzehnten Geburtstag, als...“, begann sie, stockte aber und starrte auf einen Punkt schräg hinter mir.
„Nimm schnell einen verdammten Kaugummi, dort drüben ist Eric.“, flüsterte sie mir zu und ich zuckte zusammen. Schnell kramte ich in meiner Handtasche nach einem Kaugummi, den ich mir Sekunden darauf in den Mund schob.
„Hat er uns gesehen?“, fragte ich leise und Mia schüttelte den Kopf.
„Nein, die Tatsache, dass wir auf dem Boden liegen, gibt uns etwas Deckung.“, raunte sie zurück und kicherte. Mir selbst lief es gerade eiskalt den Rücken herunter und ich wagte nicht, mich umzudrehen.
„Ich hab einen Plan, folge mir!“, raunte mir meine Freundin zu und begann, auf allen Vieren vorwärts zu kriechen. Sprachlos sah ich ihr hinterher, dachte aber dann nicht weiter darüber nach und begann, ihr hinterher zu kriechen, vorbei an den Beinen der tanzenden und herumgrölenden Feroxmitglieder. Nach einer gefühlten Ewigkeit gab Mia mir schließlich ein Zeichen, dass wir aufstehen konnten.
„Okay, ich denke, wir sollten jetzt erst einmal ein wenig ausnüchtern.“, kommentierte ich Mias Grinsen und fuhr mir durch die Haare.
„Wo du Recht hast, hast du Recht...holen wir uns mal ein Wasser.“, meinte sie und hakte sich bei mir ein. Nachdem wir uns an der Bar zwei Gläser Wasser bestellt hatten, spürte ich, wie mir jemand von hinten an die Schulter tippte und fuhr erschrocken herum. Zu meiner Erleichterung blickte ich in Keils Gesicht.
„Hey.“, begrüßte ich ihn und schielte zu Mia, die demonstrativ zur Seite sah.
„Hey. Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass Eric nach dir sucht. Und je länger er dich sucht, desto angepisster wird er...“, erzählte er und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Ich verdrehte die Augen.
„Danke, ich trinke nur noch mein Wasser aus und mache mich dann auf die Suche nach ihm.“, erwiderte ich und nahm einen großen Schluck.
„Das wird nicht mehr nötig sein.“, ertönte plötzlich die Stimme des Anführers hinter Keil und ließ mich dermaßen erschrecken, dass ich mich verschluckte und hustete. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, wie Mia mir einen mahnenden Blick zuwarf. Okay Elena, verhalte dich so, als hättest du kein Bier und keine vier Cocktails getrunken. Du bist ganz nüchtern.
„Du...du hast mich gesucht?“, begann ich zögerlich und räusperte mich. Eric starrte mich an und nun war es Mia, die auf mich zukam und mich umarmte.
„Ich lass euch dann mal allein.“, sagte sie laut, sodass Eric es hören konnte. Was der Anführer allerdings nicht hörte, waren ihre letzten Worte, die sie mir ins Ohr raunte: „Konzentriere dich darauf, gerade zu gehen. Du wankst ein wenig.“ Nervös schluckte ich.
Nachdem Mia das Weite gesucht hatte und auch von Keil keine Spur mehr war, atmete ich tief aus und musterte Eric. Obwohl es eine Party war, trug er dieselben Anführerklamotten wie immer. Der Ferox machte einen Schritt auf mich zu und schloss seine Hände hinter meinem Rücken, nur um mich kurz darauf zu sich zu ziehen. Normalerweise wäre dies auch kein Problem gewesen, aber durch meinen leicht gestörten Gleichgewichtssinn knallte ich förmlich gegen seinen Oberkörper und musste mich an seinen Schultern festhalten, bis der Schwindel nachließ.
„Was war das denn?“, hakte Eric leicht verwirrt, aber auch leicht amüsiert nach. Hastig suchte ich nach einer Erklärung.
„Meine Schuhe. Ich kann in diesen Schuhen nicht so gut laufen.“, antwortete ich schnell deutete auf meine Absatzschuhe, die mir Mia für heute geborgt hatte.
„Dann solltest du sie vielleicht ausziehen.“, raunte er und fuhr mit seinen Lippen meinen Hals hinab bis zu meinem Schlüsselbein. Ich stutzte.
„Du hast Recht. Ich zieh sie einfach aus.“, sagte ich mehr zu mir selbst als zu ihm, während ich mich hinunterbeugte und mir tatsächlich die Schuhe von den Füßen streifte, sodass ich barfuß war. Allerdings konnte ich es dabei nicht verhindern, dass ich etwas hin und her wankte, auch wenn ich mich bemühte, nüchtern zu wirken. Erleichtert schloss ich kurz die Augen. Oh Gott, ohne diese Schuhe war es wirklich viel angenehmer! Der Anführer jedoch starrte mich nur komisch an.
„Ich meinte eigentlich nicht hier, sondern zuhause. Hier trittst du dir nur Glasscherben ein.“, kommentierte er und zog skeptisch eine Augenbraue nach oben. Ich hingegen winkte ab.
„Nein, ich will sie jetzt nicht mehr anziehen. Das passt schon.“, erwiderte ich und freute mich, dass es ohne diesen Absatz einfacher war, gerade zu stehen bzw. zu gehen.
„Du hast getrunken, stimmt's?“
Seine schneidende Stimme ließ mich zusammenzucken und ich starrte ihn für einen Moment nur sprachlos an. Schließlich riss ich mich wieder zusammen.
„Was? Nein, wie kommst du darauf?“, fragte ich bemüht verständnislos. Der Ferox jedoch funkelte mich an, ehe er mich am Kinn packte und mich zwang, ihm in die Augen zu sehen.
„Ich gebe dir noch eine Chance, mich nicht anzulügen. Ja oder nein?“, fragte er tonlos.
Verzweifelt starrte ich ihn an und war hin und hergerissen. Er wusste es, da konnte ich es auch gleich zugeben, oder?
„Eric, ich bin eine erwachsene Frau! Ja verdammt, ich hab ein bisschen getrunken, na und? Ich weiß selber, wie viel ich vertrage und wann es genug ist!“, entfuhr es mir genervt und ich befreite mein Kinn aus seinem Griff.
Sein Blick, der folgte, ließ es mir kalt den Rücken herunterlaufen.
„Darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich es dir untersagt habe und du dich meinem Befehl widersetzt hast, und zwar mit Absicht.“, schnauzte er. Wütend funkelte ich ihn an.
„Gut erkannt, und jetzt? Was willst du machen?“, fauchte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, wusste ich, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn ich einfach den Mund gehalten hätte. Tja...schlau genug um es besser zu wissen, betrunken genug um es trotzdem zu tun.
Ohne ein Wort zu sagen, kam Eric auf mich zu, packte mich und warf mich über seine Schulter, nur um mich so aus der Grube zu tragen. Zuerst wehrte ich mich, doch da mir dabei nur noch schwindliger wurde, stellte ich die Gegenwehr ein und wartete, bis er mich in dem Gang vor seiner Wohnung herunterließ und an die Wand pinnte. Durch die schnelle Bewegung verschwamm meine Sicht und ich kniff die Augen zusammen, bis alles aufhörte, sich zu drehen.
„Eric, ich bin ein freier Mensch. Du kannst mir nicht ständig vorschreiben, was ich tun darf und was nicht.“, murmelte ich und versuchte, mich aus seinem Griff zu befreien. Der Anführer beobachtete mich währenddessen prüfend.
„Du sagst, du bist erwachsen? Dann benimm dich auch so. Kapierst du das nicht, dass ich nicht ständig Angst haben will, dass du dich in Schwierigkeiten bringst? Tu doch einfach das, was ich dir sage!“, knurrte er und verstärkte den Griff um meine Oberarme, sodass es wehtat. Nichtsdestotrotz funkelte ich ihn drohend an.
„Eric, ich möchte mein Leben so leben, wie ich das will, und nicht, wie du das willst.“, presste ich mit zusammengebissenen Zähnen hervor, befreite ruckartig meinen rechten Oberarm und gab ihm eine Ohrfeige. Der Anführer starrte mich erst ziemlich überrascht an, ehe er mich erneut packte und sich offenbar zusammenreißen musste, um nicht zurückzuschlagen. Ich wusste, dass es dumm von mir war, ihn zu schlagen, aber es war eine Impulsreaktion, die ich auch nicht bereute. Sollte er doch spüren, wie wütend mich sein Verhalten machte.
„Lass mich los.“, forderte ich verärgert.
„Halt die Klappe.“, sagte er kalt.
„Wie bitte?!“, fauchte ich zurück.
„Du sollst die Klappe halten!“, wiederholte er sich barsch und im nächsten Moment lagen seine Lippen hart auf meinen. Obwohl ich wütend auf ihn war, ließ ich mich von ihm mitreißen und erwiderte den Kuss, der zwar leidenschaftlich, aber um einiges gröber war als sonst. Schließlich ließ er meine Oberarme los und ich nutzte die Gelegenheit, um meine Arme um seinen Nacken zu schlingen. Als wir uns wenig später aus Luftmangel voneinander lösten, starrten wir einander schweratmend an.
„Du treibst mich noch in den Wahnsinn.“, knurrte Eric und fuhr mit seiner Hand über mein Gesicht.
„Das kann ich nur zurückgeben.“, gab ich leise zurück und starrte betreten auf seine Brust. Wenige Sekunden später spürte ich, wie seine Hand von meinem Gesicht nach unten strich und schließlich an meinem Dekoltée verweilte. Augenblicklich verspürte ich wieder dieses aufregende Kribbeln in meinem Körper, doch ich wusste, dass Zärtlichkeiten unsere Probleme nicht aus der Welt schaffen konnten.
„Eric...“, begann ich, stoppte aber im nächsten Moment, als er den Knopf meines Kleides, welcher es hinter meinem Hals zusammenhielt, öffnete und mir den Stoff soweit nach unten zog, dass ich nun mit entblößter Oberweite vor ihm stand, denn darunter trug ich keinen BH.
„Was wird das?“, fragte ich nervös und sah mich leicht panisch um. Wir waren hier draußen im Gang und es konnte jederzeit jemand vorbeikommen. Wie erstarrt stand ich da und nun begann auch noch mein Herz wie verrückt zu schlagen.
Ohne auf meine Frage zu antworten, begann der Ferox mit einer Hand meine Brüste zu kneten und küsste fordernd meinen Hals. Obwohl er mir nicht direkt wehtat, so packte er mich auch nicht so sanft an, wie ich es von ihm kannte. Er war sogar ziemlich grob; vermutlich durch seinen momentanen Zorn auf mich. Ich versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Zuerst verhält er sich also wie ein Arschloch, dann streiten wir ohne das Problem zu lösen, und jetzt wollte er rummachen?! Gab es irgendjemanden, der mir Eric erklären konnte?
Ich schluckte und versteifte mich zusehends. Wollte er mich jetzt vielleicht dafür bestrafen, dass ich mich nicht an seine Regeln gehalten habe? Würde er mich jetzt zwingen mit ihm zu...
„Eric, hör auf. Bitte.“, sagte ich mit brüchiger Stimme. Es war einfach nicht richtig.
Der Anführer hielt inne und starrte mich fragend an.
Mein Atem beschleunigte sich und ich spürte, wie sich die Angst in mir immer mehr unkontrolliert ausbreitete und von mir Besitz ergriff. Es half nichts, sie hinter eine Mauer zu sperren, wenn die Mauer leicht einzubrechen war.
„Es tut mir leid, dass ich mich nicht an deine Regeln gehalten habe. Ich...ich habe mir nichts dabei gedacht...und...und ich wollte dich auch nicht schlagen.“, stotterte ich, wobei sich meine Stimme fast überschlug. Eric starrte mich zuerst nur verwundert an, dann schien er jedoch zu verstehen.
„Warum entschuldigst du dich? Denkst du etwa, dass ich dir jetzt wehtun werde?“, fragte er schroff und auch leicht gekränkt. Ich antwortete nicht, sondern starrte einfach nur auf seine Brust. Es fiel mir schwer, ihm in die Augen zu sehen.
„So etwas würde ich nie tun, Elena.“, fuhr er leise fort und trat einen Schritt zurück. Schweigend richtete ich mir mein Kleid.
„Aber du könntest es, wenn du wolltest.“, antwortete ich mit bemüht fester Stimme und wich seinem Blick aus. Eric musterte mich und seufzte.
„Okay, es war vorhin falsch von mir, das zu dir zu sagen. Ich war verärgert, weil du meine Hand weggeschlagen hast. Du kennst mich doch, Elena.“, murmelte er und nahm mein Hand, um mich zu sich zu ziehen. Ich nickte.
„Ja...ich weiß auch, dass du nicht wie mein Vater bist, aber die Angst wird vermutlich nie ganz verschwinden.“, gab ich zurück. Eric schwieg.
„Sie wird vielleicht immer ein Teil von dir bleiben, aber ich kann dafür sorgen, dass du sie vergisst, wenn du bei mir bist.“, vernahm ich kurz darauf seine Stimme an meinem Ohr, sodass ich erschauderte. Seine Hand strich von meiner Wange bis nach hinten zu meinem Hinterkopf. Die Sekunden verstrichen und mein Atem begann, sich wieder zu normalisieren. Ich schloss die Augen und lehnte mich an seinen Oberkörper, sodass ich mit meinem Ohr seinen Herzschlag spüren konnte. Eric ließ mich und sagte einfach nichts. Offenbar sah er es ein, dass es nun wohl besser war, nachzugeben, anstatt weiterzustreiten.
Irgendwann – ich wusste nicht, wie lange wir schon hier standen - packte er mich schließlich und hob mich hoch, sodass ich instinktiv meine Beine um seine Hüfte schlang.
„Ich bin müde.“, murmelte ich.
„Müde und alkoholisiert.“, korrigierte der Ferox mich und drückte seine Stirn gegen meine.
„Die Sache wegen dem Alkohol vertagen wir. Waffenstillstand?“, fuhr er fort, während er mich auffordernd ansah. Ich nickte und lächelte leicht.
„Waffenstillstand.“, stimmte  ich mitein und ließ mich von ihm in die Wohnung tragen. Durch den Alkohol war ich hundemüde und mit der Party war es ohnehin gelaufen...
Was jedoch weder Eric, noch ich in diesem Moment wussten, war, dass wir die ganze Zeit über von jemandem beobachtet wurden, der nun eilig im Schatten der Gänge verschwand.







So, dieses Kapitel wurde wieder etwas länger :) Wie immer hoffe ich, dass es einigermaßen gelungen ist, bin mir allerdings ziemlich unsicher, ob ich die Reaktionen der beiden nachvollziehbar genug geschildert habe...vor allem bei Erics Verhalten habe ich ziemlich lange gebraucht und seinen Part ca. 100mal umgebessert, bis ich mir dachte “Okay, besser wird es nicht mehr, lass es einfach so“ xD
Vorschläge, Fragen, Anmerkungen, Beschwerden, Kritik und Drohungen können gern als Review eingereicht werden ;)
LG stern101chen
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