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Durch die Hölle und zurück

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Eric OC (Own Character)
31.07.2016
28.11.2020
36
75.745
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26.02.2017 2.341
 
- Elenas POV -

„Aua...du tust mir weh!“, presste ich mit zusammengebissenen Zähnen hervor und krallte meine Finger in meinen Oberschenkel.
„Jetzt stell dich nicht so an!“, murrte Mia unbeeindruckt und setzte ihre Tortur, meine Haare mit dem Lockenstab zu quälen, fort. Da ich es selbst nicht auf die Reihe bekam, mir eine hübsche Frisur zu machen, hatte ich Mia darum gebeten, doch nun bereute ich es. Zimperlich ging sie ja nicht gerade ans Werk.
„Ich denke, das können wir so lassen.“, seufzte sie nach einigen Minuten zufrieden und wartete auf mein Feedback. Kritisch betrachtete ich meine Haare erst von allen Seiten und nickte ihr anschließend anerkennend zu.
„Danke, mir gefallen sie.“, sagte ich dankbar und umarmte sie.
„Gern geschehen. Immerhin hat dein Schmusebär heute Geburtstag, da kann ich dich schließlich nicht scheiße herumrennen lassen.“, meinte sie neckend und zwinkerte mir zu. Ich prustete los. Hatte sie Eric gerade wirklich meinen Schmusebär genannt?!
„Klar.“, brummte ich augenverdrehend. Mia funkelte mich belustigt an.
„Wie nennst du ihn dann? Hat er einen Kosenamen?“, hakte sie nun neugierig nach, doch ich schüttelte nur grinsend den Kopf.
„Hm...wie wär's mit Flauschibärchi? Brummbär? Oder Puhbärchen?“, witzelte sie.
„Hm...nein, wenn dann so etwas wie Grummelchen oder Brummel.“, antwortete ich kichernd und hielt mir die Hand vor den Mund, um nicht laut loszulachen.
„Ihr wisst aber schon, dass ich euch verdammt noch mal hören kann?!“, kam es kurz darauf genervt aus dem Trainingsraum nebenan, in dem Eric gerade sein Krafttraining machte. Wir schmunzelten.
„Wissen wir, Brummel.“, antwortete ich belustigt und musste mich daraufhin vor Lachen auf den Boden hocken. Oh Gott, Eric Kosenamen zu geben war echt witzig. Wieso bin ich nicht früher darauf gekommen?
„Scheiß Weiber...“, war sein einziger Kommentar auf unser Verhalten und ich wusste, dass wir eigentlich froh sein mussten, dass er uns für diese Bezeichnungen nicht hinauswarf.
„Du trinkst also wirklich keinen Alkohol heute?“, seufzte Mia schließlich und sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich vergewisserte mich, dass Eric noch immer im Trainingsraum war und zwinkerte sie vielsagend an.
„Heute nicht, sorry...“, sagte ich laut genug, dass Eric es hören konnte, mein Blick jedoch sagte etwas Anderes. Mia grinste verschwörerisch zurück. Als ob Eric es merken würde, wenn ich in seiner Abwesenheit ein bis zwei Cocktails trank.
Als hätte er von unserer kleinen Verschwörung Wind bekommen, kam der Anführer zu uns ins Wohnzimmer und blickte zwischen Mia und mir hin und her. Die Tatsache, dass er kein T-Shirt trug und mit nacktem, verschwitztem Oberkörper vor uns stand, ließ uns verstummen. Ich sah, wie Mia sich auf die Unterlippe biss und dann schnell den Blick abwandte. Innerlich grinste ich, denn ich konnte verstehen, welche Wirkung Eric auf Frauen hatte, also nahm ich es ihr nicht übel.
„Die Party - deine Party - hat schon seit über einer Stunde angefangen. Willst du dich nicht mal fertigmachen?“, begann ich schließlich und sah ihn abwartend an. Eric schenkte mir jedoch nur einen unbeeindruckten Blick, so als wäre ich eine Dokumentation über Mehlwürmer.
„Doch. Dann, wenn ich Bock auf ein Bier habe. Mein eigenes ist aus.“, antwortete er kalt und ich verdrehte die Augen. Da schmissen die anderen Anführer extra eine Party für ihn und er stellte sich so an. Mit Höflichkeit hatte er es definitiv nicht so.
„Du darfst also Alkohol trinken und ich nicht?!“, hakte ich nach und versuchte, ihn doch noch von seinem Alkoholverbot für mich abzubringen.
„Schlaues Mädchen.“, brummte er und kramte sich frische Klamotten aus dem Schrank.
Ich ignorierte seinen Kommentar und verabschiedete mich von Mia, die in wenigen Minuten zu einem Drink mit einem anderen Ferox verabredet war. Als die Tür ins Schloss fiel, drehte ich mich um und sah den Anführer mit verschränkten Armen an.
„Du brauchst mich nicht wie ein kleines Kind zu behandeln, Eric.“, sagte ich langsam und sah ihn ernst an.
„Es gibt darüber keine Diskussionen mehr, Elena.“, schnauzte der Ferox genervt und marschierte ins Badezimmer, doch ich holte ihn ein und stellte mich vor ihn. Du bist eine Frau, Elena, also setze deine natürlichen Waffen ein! Ich schluckte und trat näher an ihn heran, ehe ich ihm den unschuldigsten Blick zuwarf, den ich hinbekam. Meine Lippen formten sich zu einem Schmollmund und ich hoffte, er würde es mir doch noch erlauben, sodass ich es nicht heimlich hinter seinem Rücken machen musste.
„Bitte.“, sagte ich leise und fixierte seine Augen mit meinem Blick. Der Ferox schmunzelte, hob eine Hand und legte sie mir auf den Kopf.
„Wenn du mich so ansiehst, könnte man fast vergessen, was für ein kleines Biest du bist.“, grinste er, während er sich zu mir herabbeugte und mich leicht ins Ohr biss.
„Die Antwort lautet nein, und wenn du mich weiterhin damit nervst, sperre ich dich während der Feier in den Kinderbereich.“, raunte er teils belustigt, teils drohend. Böse funkelte ich ihn an. Da eine richtige Feroxparty nur von Ferox ab sechszehn besucht werden durfte, gab es für die jüngeren Fraktionsmitglieder eine alternative Feier im sogenannten Kinderbereich. Ich konnte mir momentan nichts Schlimmeres vorstellen, als mit einem Haufen aufgedrehter und wahnsinniger Feroxkinder eingesperrt und dazu verdammt zu sein, mit ihnen dort abzufeiern. Abwehrend hob ich die Hände und blinzelte.
„Schon gut, schon gut. Dann nicht. Kann ich schon vorgehen oder soll ich auf dich warten?“, fragte ich schließlich beschwichtigend.
„Wo genau gehst du hin? Ich will nachher nicht alles nach dir absuchen müssen.“, erwiderte er und ich runzelte die Stirn.
„Keine Ahnung, aber ich kann dir sagen, wo ich nicht sein werde: im Kinderbereich.“, antwortete ich achselzuckend und wandte mich zum Gehen.
„Ich finde dich schon.“, brummte Eric noch hinter mir, ehe ich die Tür ins Schloss fallen ließ.
In Gedanken versunken machte ich mich auf den Weg in die Grube. Wie viele Cocktails konnte ich wohl trinken, ohne alkoholisiert zu wirken? Ich wusste zwar, dass Eric es mit seinen „Regeln“ vermutlich gut mit mir meinte, aber ich ließ mich doch nicht von ihm bemuttern.
Je näher ich der Grube kam, desto lauter hallte mir die Musik entgegen. Automatisch wurde ich schneller und versuchte, Keil in der riesigen Menschenmenge auszumachen. Da ich relativ klein war, stellte ich mich auf die Zehenspitzen und versuchte, über die Köpfe der anderen hinüberzusehen, aber es war vergebens. Ich musste ihn wohl auf die mühsame Art suchen und begann, mich Richtung Bar durchzukämpfen. Als ich fast am Tresen angekommen war, spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter, welche mich abrupt zurückhielt. Irritiert wandte ich mich um und blickte in das Gesicht eines schon offensichtlich angetrunkenen Ferox.
„Wohin so eilig, meine Hübsche?“, rief er mir viel zu laut entgegen, sodass kurz zurückzuckte.
„Ich suche jemanden!“, rief ich zurück, um die Musik zu übertönen, und schüttelte seine Hand ab um weiterzugehen, doch schon nach einem Schritt spürte ich seine Hände an meinen Hüften, die mich zurückzogen.
„Wenn du nach deinem Mr. Right suchst, dann hast du ihn soeben gefunden...“, raunte er mit rauer Stimme und an seinem Atem konnte ich erkennen, dass er wohl schon mehr als ein Bier intus hatte. Ich lachte über seinen Humor und entfernte grinsend seine Hände von meinen Hüften.
„Sorry, aber ich bin nicht auf der Suche. Aber hey...könntest du mir einen Gefallen tun?“, fragte ich und erntete ein bereitwilliges Nicken.
„Alles was du willst, Süße.“, raunte er und brachte mich mit seinem witzigen Blick zum Lachen. Es gab einfach solche Leute, die man zwar nicht kannte, doch die einem einfach sympathisch waren.
„Kannst du mich hochheben, sodass ich über alle anderen hinübersehen kann?“, fragte ich.
Kaum hatte ich zu Ende gesprochen, wurde mir auch schon der Boden unter den Füßen weggerissen und ich erschrak über die unerwartete Schnelligkeit seiner Reaktion. Etwas unbeholfen klammerte ich mich an seinen Hals, als er mich mühelos hochhob, seinen Kopf zur Seite neigte und mich auf seine rechte Schulter setzte, fast so, als wäre ich nicht schwerer als ein Papagei. Angestrengt ließ ich meinen Blick über die Masse werfen und entdeckte schließlich Keil. Allerdings nicht so, wie eigentlich erwartet, denn in seinen Armen lag eine Blondine, welche ihn mit ihrem Blick förmlich auszog. Mein Atem stockte. Oh, lass das bitte nicht Mia sehen…
Gerade, als ich meinem Helfer deuten wollte, mich herunterzulassen, ließ mich Erics eiskalte Stimme zusammenzucken.
„Ich muss sagen, es ist wirklich nicht sonderlich schwer, dich zu finden, wenn du über alle hervorragst.“, murrte der Anführer an mich gerichtet, ehe er sich dem Ferox unter mir widmete.
„Du hast genau drei Sekunden um deine Pfoten von meiner Verlobten zu nehmen.“, bellte er diesen auch schon an, sodass ich schnurstracks wieder festen Boden unter den Füßen spürte. Entnervt atmete ich aus.
„Eric, er hat mir doch nur geholfen Keil zu finden!“, beschwichtigte ich die Situation und empfand sofort Mitleid mit dem nun immer blasser werdenden Ferox neben mir, der offenbar nicht geahnt hatte, dass ich ausgerechnet Erics Freundin war.
„Und ich werde ihm helfen, den Weg in die Schlucht zu finden, wenn er dich noch einmal anfasst.“, knurrte der Anführer, legte demonstrativ einen Arm um meine Schultern und drängte mich in Richtung Tresen auf einen Barhocker. Verständnislos blickte ich zu Eric auf.
„Was sollte das eben?!“, fragte ich und schüttelte irritiert den Kopf. Eric schnaubte.
„Seine Hand war an deinem Hintern.“, zischte er und funkelte mich an. Ich verdrehte die Augen.
„Weil er mich gestützt hat, ansonsten wäre ich abgerutscht und auf den Boden geknallt, meine Güte!“, entfuhr es mir aufgebracht. Musste er aus einer Mücke so einen Elefanten machen?
„Elena, du bist meine Freundin – meine Verlobte – dich hat niemand Anderes anzufassen. Du kannst dich nicht einfach von irgendwelchen besoffenen Typen durch die Gegend tragen lassen.“, fauchte er und legte seine Hand besitzergreifend auf meinen Oberschenkel. Genervt atmete ich aus und fuhr mir mit der Hand übers Gesicht. Wie ich es hasste, von ihm wie sein Eigentum behandelt zu werden.
„Du hast mich ebenfalls nicht anzufassen, wenn du dich wegen so etwas dermaßen aufführst!“, fuhr ich ihn verärgert an und wischte aus Trotz seine Hand von meinem Bein. Der Feroxanführer blitzte mich gefährlich an. Wenn Blicke töten könnten, dann wäre ich in diesem Moment wohl tausend Tode gestorben, denn Eric starrte mich an, als würde er gleich auf mich losgehen.
„Du vergisst offenbar mal wieder, mit wem du sprichst.“, sagte er mit leiser, aber dennoch drohender Stimme.
„Wenn ich will, kann ich alles mit dir machen.“, fügte er kalt hinzu und versetzte mir somit innerlich einen Stich. Er wusste genau, dass das ein empfindliches Thema bei mir war, und trotzdem spielte er diese Karte aus. Ich suchte angestrengt nach geeigneten Schimpfwörtern, die ich ihm an den Kopf werfen konnte, aber mir fielen keine ein, die meine momentane Wut auf ihn gerecht zum Ausdruck bringen konnten. Daher sagte ich nichts und starrte ihn einfach nur böse an. Schließlich wollte ich abhauen, doch sein Arm um meine Hüfte hielt mich zurück.
„Du bleibst bei mir.“, raunte er und legte seine Lippen seitlich an meinen Hals. Augenblicklich versteifte ich mich.
„Ich hab das eben nicht so gemeint, Elena. Es tut mir leid.“ Erics Stimme war leise, aber ernst und ohne jeglichen Spott. Überrascht wandte ich mich ihm zu. Hatte er sich etwa gerade bei mir entschuldigt? Eric konnte sich entschuldigen?
„Wie war das? Ich hab dich nicht ganz verstanden.“, sagte ich provokant und unterdrückte ein Grinsen. Ich wollte es noch einmal von ihm hören.
„Ich werde mich nicht wiederholen.“, knurrte er und fuhr mit seiner Hand über meinen Oberschenkel.
„Schade.“, murmelte ich und entspannte mich langsam wieder, als er mich bestimmend auf seinen Schoß zog.
„Du siehst toll aus.“, sagte der Anführer leise und strich mir mit seinem Daumen über die Unterlippe. Ich lächelte ihn an.
„Einer von uns muss schließlich gut aussehen.“, erwiderte ich neckend und spielte mit meinen Fingern am Saum seines T-Shirts.
„Was möchtest du trinken?“, hörte ich ihn fragen.
„Einen Tequila.“, war meine Antwort, und kurz darauf winkte er den Barkeeper zu uns hinüber.
„Ein Bier und einen Apfelsaft.“, bestellte er unsere Getränke und ich prustete los.
„Apfelsaft? Dein Ernst?“, entfuhr es mir lachend.
„Du hast dich gestern erst übergeben, also wäre es nicht sehr vernünftig, heute Alkohol zu trinken.“, erklärte er und zahlte die Drinks, die soeben zu uns herüber geschoben wurden. Schweigend nippte ich an meinem Saft und zupfte mein Kleid zurecht, dass etwas hochgerutscht war.
„Das Kleid ist ziemlich kurz.“, meinte ich.
„Ich weiß. Netter Anblick.“, kommentierte er und zwinkerte mir zu, sodass mir das Blut in den Kopf stieg.
„Aber ich denke nicht, dass du es heute sehr lange anhaben wirst.“, raunte er leise in mein Ohr und schob seine rechte Hand weiter meinen Oberschenkel hinauf bis unter mein Kleid. Instinktiv reagierte ich und presste meine Hand warnend auf seine, sodass sie nicht noch weiter wandern konnte.
„Lass das!“, presste ich beschämt hervor und spürte sogleich, wie mein Herz anfing zu rasen. Eric lachte leise und nahm gelassen einen Schluck von seinem Bier.
„Beruhig dich. Ich pass schon auf, dass uns niemand sieht.“, sagte er belustigt.
„Trotzdem.“, brummte ich sichtlich nervös. So etwas musste in der Öffentlichkeit nun wirklich nicht sein.
„Deine Freundin hat uns gesichtet und ist auf dem Weg hierher.“, stellte der Ferox fest und nun erblickte auch ich Mia, welche sich einen Weg zu uns bahnte. Freudig rutschte ich von Erics Schoß und ging ihr entgegen.
„Bis später.“, raunte mir der Anführer noch ins Ohr, ehe er sich abwandte und in der Menge verschwand. Ich schluckte und sah ihm hinterher. Hatte er etwa etwas vor?
Die Antwort auf meine Frage würde ich wohl später erfahren müssen, denn nun war es an der Zeit, mit Mia den Abend zu genießen. Nachdem die letzte Feroxparty dank Jason ja dermaßen eskaliert ist, wurde es Zeit, all den verpassten Spaß nachzuholen.






Ich weiß, ich weiß... es ist ziemlich gemein, nicht weiter von der Party zu schreiben, aber das kommt dann erst ins nächste Kapitel…;) Zum Glück wisst ihr ja nicht, wo ich wohne, also muss ich mir keine Gedanken darüber machen, einen Ziegelstein durchs Fenster geschossen zu bekommen, also sei es drum :)
Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen und dass sich jetzt niemand übergeben geht!^^
LG stern101chen
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