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Durch die Hölle und zurück

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Eric OC (Own Character)
31.07.2016
28.11.2020
36
75.745
39
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107 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
12.02.2017 2.987
 
Willkommen zurück ^^
Es tut mir leid, dass ich euch so lange hab warten lassen, ich hoffe, ihr seid der Story weiterhin treu geblieben und lest weiter :)
Viel Spaß mit dem nächsten Kapitel, hoffentlich gefällt es!
LG stern101chen



- Elenas POV -

Die folgenden Tage waren einfach nur anstrengend. Wenn ich nicht gerade arbeitete, trainierte ich mit Eric, sodass ich abends müde und geschunden auf die Couch oder ins Bett fiel. So auch heute.
„Verdammte Scheiße...“, knurrte ich schmerzerfüllt, als ich meinen linken Fuß vorsichtig aus dem Stiefel zog und ihn kritisch beäugte. Er war geschwollen und begann, sich bläulich zu färben; ein klares Resultat von Erics Training. Mittlerweile nahm er fast gar keine Rücksicht mehr auf mich und wenn ich nicht rechtzeitig auswich, bedeutete das sehr große Schmerzen.
Seufzend ließ ich mich nach hinten fallen und schloss die Augen. Da ich in den letzten Tagen sehr viele Schichten hatte, hatte ich in den nächsten Tagen wesentlich mehr Freizeit, was bedeutete, ich konnte endlich wieder ausschlafen. Hm...schlafen…
Genießerisch schloss ich die Augen und wollte mich in die Decke kuscheln, als meine Ruhe durch ein lautes Hämmern an der Tür gestört wurde. Mürrisch kniff ich die Augen zusammen und beschloss, nicht aufzustehen. Wer auch immer das war, konnte warten.
„Eric, mach auf, wenn du zuhause bist. Es ist wichtig.“, vernahm ich eine raue männliche Stimme an der anderen Seite der Tür.
„Hau ab und sei leise...“, murrte ich kaum hörbar und drückte mir genervt ein Kissen ins Gesicht. Eric war mit einem der anderen Anführer irgendwo im Außendienst und würde so schnell nicht wiederkommen. Ich hörte ein Fluchen und kurz darauf ein knitterndes Geräusch. Als ich mich zur Tür drehte sah ich, dass Wer-auch-immer-das-war einige zusammengeklammerte Zettel unter der Tür hindurchgeschoben hat. Dann entfernten sich die Schritte und ich stand auf, um mir die Unterlagen anzusehen. Zögerlich runzelte ich die Stirn und musterte das Papier. Ging es zu weit, wenn ich in Erics Unterlagen schnüffelte?
Hm. Es war ja jetzt unser Boden, und was auf unserem Boden lag, durfte ich ja wohl lesen. Neugierig blätterte ich um und überflog die Zeilen. Augenblicklich erstarrte ich. In meinen Händen hielt ich eine Liste von in Verdacht stehenden Unbestimmten. Es waren vier Ferox. Obwohl ich keinen von ihnen kannte, hatte ich Mitleid... denn ich wusste, was sie erwarten würde. Mittlerweile wurden sogar schon Leute „entsorgt“, die auch nur in Verdacht standen, unbestimmt zu sein. Um sicher zu gehen und Zeit zu sparen. Unsicher starrte ich auf die Namen auf der Liste. Namen von Leuten, die bald sterben würden. Es sei denn…
Nachdenklich fuhr ich mit den Fingerspitzen über das Papier und atmete gequält aus. Es lag in meinen Händen, ob diese Leute starben oder nicht. Wenn ich einfach wegsah, könnte ich mich wohl nie wieder in den Spiegel sehen. Ausdruckslos nahm ich eine Packung Streichhölzer von einem der Regale und entzündete eins davon.
„Lass es bitte nicht auffliegen.“, flüsterte ich und hielt die Liste in die Flamme, wo sie langsam aber sicher verbrannte, bis nur noch schwarze Asche übrig war, die ich befeuchtete und entsorgte. Sollte das Fehlen der Liste bemerkt werden, konnte ich ja immer noch behaupten, ich hätte das Fenster hinter Erics Schreibtisch geöffnet, woraufhin ein Windstoß all seine Unterlagen durcheinander gebracht hatte. Dabei musste dann wohl ein Zettel hinausgeweht worden sein...

- unbestimmte Zeit später -

„Elena!“ Die Stimme meiner Freundin ließ mich herumfahren.
„Mia!“, rief ich und sah, wie sie auf mich zugerannt kam, als ich gerade auf dem Weg in die Grube war, um etwas zu essen.
„Hast du schon gehört? Morgen Abend steigt eine Party. Anscheinend hat einer der Anführer Geburtstag.“, funkelte sie mich begeistert an und ich grinste.
„Also gehen wir hin?“, fragte ich und erntete einen verständnislosen Blick.
„Das war keine Frage. Natürlich.“, gab sie zurück und begleitete mich in die Grube.
„Ich denke, ich werde mich morgen Abend betrinken.“, sagte sie anschließend und ich zog eine Augenbraue nach oben.
„Wegen Keil?“, hakte ich vorsichtig nach, doch sie presste nur die Lippen aufeinander.
„Wenn dieser Mistkerl mich nicht zu schätzen weiß, suche ich mir halt jemand Anderen.“, meinte sie schnippisch.
„Du willst ihn eifersüchtig machen?“
„Ja, das auch.“, brummte sie und setzte sich mit verzogenem Gesicht auf eine der Bänke an einem Tisch.
„Soll ich dir was mitnehmen?“, fragte ich und deutete in Richtung Kantine. Sie schüttelte den Kopf. „Keinen Hunger.“
„Irgendetwas musst du doch essen.“, kommentierte ich tonlos.
„Du verschwendest deine Zeit, Elena.“, antwortete sie leise und ich seufzte resignierend. Ich kannte sie lange genug, um zu wissen, dass man gegen ihren Sturkopf nicht ankam. Schweigend nahm ich mir ein bisschen von den Beilagen auf meinen Teller, denn auf Fleisch hatte ich heute keine Lust.
Ich zahlte und als ich mich umdrehte, stieß ich beinahe gegen einen anderen Ferox. Und dieser war niemand Anderes als mein Vater, welcher mich von oben herab ansah.
„Stell das Tablett zurück, Fräulein. Wir haben einiges zu besprechen.“, fauchte er und packte mich grob an der Schulter. Trotzig schüttelte ich sie ab, marschierte an ihm vorbei und setzte mich zu Mia an den Tisch. Er folgte mir natürlich.
„Elena, wenn du nicht sofort mitkommst, kannst du was erleben.“, knurrte mein Vater und ich beobachtete, wie sein Gesicht vor Zorn immer röter wurde. Unbeeindruckt sah ich ihn an und nahm einen Bissen vom Kartoffelsalat. Mia schenkte ihm nur einen verächtlichen Blick.
Gerade, als ich meinen Blick abwandte und beschloss, ihn nicht weiter zu beachten, spürte ich plötzlich seine Hand um meinen Hals, welche mich ruckartig von der Bank riss. Überrascht schnappte ich nach Luft und versuchte aufzustehen, doch er riss mich an den Haaren zurück.
Ich hatte heute schon so oft gekämpft, dass ich nun zu ausgelaugt war und keine Kraft mehr hatte. Trotzdem kämpfte ich weiter gegen seinen Griff an und atmete erleichtert auf, als Mia aufstand und meinem Vater den Ellenbogen ins Gesicht rammte, sodass dieser mich losließ.
Dankbar und ehrlich überrascht sah ich meine Freundin an und sie verdrehte die Augen, als mein Erzeuger sie wütend anstarrte. Mittlerweile wurden wir schon von einigen Leuten angestarrt und ich wusste, dass mein Dad keine Prügel mit zwei Mädchen anfangen würde, wenn es so viele Zeugen gab. Siegessicher lächelte ich ihn an.
„Halte dich aus meinem Leben raus, John. Für jetzt und für immer.“, zischte ich und setzte mich zurück an meinen Platz. Mein Vater trat näher zu mir heran und legte bedrohlich eine Hand auf meine Schulter. Angespannt wartete ich ab und schielte zu Mia, die neben ihm stand, bereit einzugreifen.
„Du bist meine Tochter, mein Fleisch und Blut. Ich werde dich verheiraten, sodass ich den bestmöglichen Nutzen dadurch habe. Und wenn sich dein Noch-Verlobter weiterhin weigert, mit mir zu verhandeln, löse ich die Abmachung und finde einen anderen Ehemann für dich. Verstehst du das, junge Dame?“, flüsterte er kontrolliert ruhig. Fassungslos starrte ich ihn an und war für einen Moment wie erstarrt. War ich denn gar nichts wert? Existierte ich nur, um meinem Vater mehr Macht zu bescheren, indem er mich verheiratete?! Ich war doch kein Objekt, das man hin und herschieben konnte!
Wütend und vor allem verletzt funkelte ich den Mann neben mir an.
„Du hast keine Macht mehr über mich. Du hast gar nichts. Du bist nur ein verbitterter alter Mann, der nicht einsehen kann, wann er verloren hat.“, fauchte ich voller Hass und unterdrückte die Tränen, die drohten, hochzukommen. Wieso musste er mir so wehtun?
„Du wirst es noch bereuen, so mit mir gesprochen zu haben, junge Dame. Ich bin zwar kein Anführer, aber ich bin sehr weit oben in der Rangordnung. Wenn ich will, erreiche ich mein Ziel. Das habe ich immer.“, zischte er, wandte sich ab und ging mit schnellen Schritten davon.
Mit zusammengebissenen Zähnen blickte ich ihm nach. Erst jetzt merkte ich, dass ich zitterte.
„Bist du okay?“, hörte ich Mia neben mir fragen und ich nickte kaum merklich.
„Alles gut.“, murmelte ich, doch das war gelogen. Mir ging es beschissen.
„Du solltest Eric davon erzählen. Er wird nicht zulassen, dass dein Vater dich verlobt...nicht noch mal zumindest.“, versuchte Mia mich zu trösten, doch ich schüttelte nur den Kopf.
„Er wird es sowieso erfahren.“, sagte ich leise. Mia seufzte.
„Ich denke, wir haben beide Grund genug, um uns morgen ordentlich zu betrinken.“, kommentierte sie und stupste mich in die Seite. Ich lächelte schwach. Eigentlich hielt ich nicht viel von übermäßigem Alkoholkonsum, aber ich sehnte mich danach, meine Probleme wenigstens für einen Abend vergessen zu können. Zustimmend nickte ich. Nachdem ich fertig gegessen hatte, schlenderten wir zu Erics Wohnung.
„Willst du noch mit reinkommen?“, bot ich ihr an, doch sie lehnte ab und umarmte mich zum Abschied.
„Das wird schon wieder. Wir sind unzerstörbar, vergiss das nicht.“, flüsterte sie mir noch aufmunternd ins Ohr, bevor sich unsere Wege trennten. In Gedanken versunken wollte ich ins Badezimmer gehen, doch als ich durch die offenstehende Tür blickte, erstarrte ich.
„Eric.“, entfuhr es mir und ich machte ein paar hastige Schritte auf ihn zu. Der Ferox saß auf einem Hocker und beinahe sein ganzer Oberkörper war voller Blut.
„Elena, kannst du mir mal helfen?“, fragte er und klang dabei unglaublich konzentriert. Meine Augenbrauen verengten sich.
„Und wie ich dir helfen werde! Ich bringe dich augenblicklich auf die Krankenstation!“, schimpfte ich drauf los und stemmte die Hände in die Hüften. Der Anführer musterte mich für einen Augenblick, ehe er sich wieder seinen Verletzungen zuwandte.
„Wegen den paar Kratzern geh ich doch nicht auf die Krankenstation.“, kommentierte er und verdrehte die Augen. Ich stutzte. Den paar Kratzern?!
„Was ist mit dir passiert?“, fragte ich besorgt und hockte mich neben ihn. Fast instinktiv griff ich nach seiner Hand und begann, mit dem Daumen über seine Handfläche zu streichen.
„Nur eine kleine Auseinandersetzung.“, sagte er und sah skeptisch auf unsere Hände.
„Ich finde es zwar nett, dass du mich streichelst, aber im Moment könntest du mir mehr helfen, indem du mir mit dem Bandagieren hilfst. Ich hab bereits alles gereinigt und desinfiziert.“, erklärte er und ich nickte langsam. Kurze Zeit später hatte ich den Großteil seines Oberkörpers verbunden. Es sah tatsächlich nach mehr aus, als es war. Es waren lauter kleine Schnittwunden, verursacht durch ein Messer, aber die Wunden waren nicht sehr tief.
„Wer war das?“, fragte ich leise.
„Du kanntest ihn nicht.“
„Kannte?“ Er nickte.
„Er ist tot.“, antwortete er kalt und stand auf.
„Du hast ihn umgebracht?“, fragte ich ungläubig. Der Ferox starrte mich unverwandt an und zuckte die Schultern, als wäre es keine große Sache. Meine Augen wanderten zu Erics Händen und ich schluckte. Die Hände eines Mörders, der offenbar nicht mal Reue empfand.
„Wieso musstest du ihn umbringen?“, hörte ich mich leise fragen, während ich mit Eric das Bad verließ.
„Es hat sich herausgestellt, dass er ein Unbestimmter war. Mit denen wird kurzer Prozess gemacht.“, antwortete er mir ohne jegliches Gefühl in der Stimme und ich zuckte leicht zusammen. Eric beobachtete mich. Verdammt Elena, reiß dich zusammen!
„Du brauchst kein Mitleid mit dem Typen haben, Elena. Er hatte nie das Recht zu leben.“, war seine Erklärung und ich schluckte. Kein Recht zu leben…
„Dann ist es ja gut, dass du ihn erwischt hast.“, presste ich hervor und spürte sogleich Übelkeit in mir hochsteigen. Wenn er es heraus findet, wird er mich töten. Mich und Mia.
„Du bist ja ganz blass. Ist alles in Ordnung?“, fragte Eric und kam auf mich zu. Ich starrte ihn an. „Ich...“, begann ich, kam aber nicht weiter, denn ich sprintete regelrecht ins Bad und schaffte es gerade noch rechtzeitig, mich über die Kloschüssel zu beugen, bevor ich mich übergab. Keine Sekunde später nahm ich wahr, wie mir jemand von hinten die Haare zurückhielt. Als ich fertig war, stützte ich mich am Waschbecken ab und spülte den Mund aus, nur um mir danach schnell die Zähne zu putzen, sodass ich nicht mehr diesen schrecklichen Geschmack im Mund hatte. Der Ferox hinter mir hatte währenddessen kein Wort gesagt.
Ich beobachtete mein Spiegelbild. Dieser Stress. Diese Angst. In dem Moment wurde es mir einfach zu viel.
„Reagierst du immer so auf den Tod von irgendwelchen Leuten?“, fragte Eric schließlich und ich sah betreten auf meine Fingerspitzen. Was sollte ich ihm schon sagen?
„Nein...ich...mir war heute den ganzen Tag schon etwas schlecht...ich weiß auch nicht...“, murmelte ich und drängte mich rasch an ihm vorbei, wobei er mich jedoch am Handgelenk packte und zurückhielt.
„Vielleicht sollte dich ein Arzt untersuchen.“, meinte der Anführer, doch ich schüttelte den Kopf. „Nein, es ist alles gut. Wirklich.“, versuchte ich ihn zu beruhigen.
„Alkohol ist für dich morgen Abend gestrichen.“, sagte er bestimmend und legte fast schon sanft eine Hand an meine Wange. Ungläubig starrte ich ihn an.
„Naja, ein oder zwei Cocktails...“, begann ich zu verhandeln, aber sein ernster Blick brachte mich zum Verstummen.
„Keinen Tropfen.“
Ergeben nickte ich. Ich konnte ihm ja schlecht sagen, dass seine Arbeit der Grund für meine Übelkeit war.
„Wer hat denn eigentlich Geburtstag?“, fragte ich, um etwas vom Thema abzulenken. Eric wandte sich ab und kramte durch ein paar Akten auf seinem Schreibtisch.
„Ist das wichtig? Wenn es keine verfluchte Tradition wäre, den Geburtstag eines jeden Anführers zu feiern, gäbe es heute sicherlich keine Party.“, antwortete er ausweichend und langsam verstand ich. „Es ist dein Geburtstag.“, entfuhr es mir leise und ich sah ihn vorwurfsvoll an.
„Wieso hast du mir das nicht gesagt? Ich...ich habe kein Geschenk für dich.“, murmelte ich mit schlechtem Gewissen. Eric atmete genervt aus.
„Ich lege eben keinen großen Wert darauf. Es ist ein Tag wie jeder andere. Bevor ich zu den Ferox gewechselt bin, hat mir noch nie jemand auch nur gratuliert.“, erklärte er und ich starrte ihn ungläubig an. Er hatte als Kind nie eine Geburtstagsfeier bekommen? Was waren die Ken denn nur für spießige Leute? Kein Wunder, dass aus ihm so ein Eisklotz geworden ist.
„Ein Geburtstag gehört gefeiert. Du wirst nur einmal 21.“, sagte ich und realisierte, dass er wirklich vier Jahre älter war als ich, denn bis zu meinem 18. Geburtstag dauerte es noch lange.
„Wenn wir gerade schon davon sprechen, ich habe etwas für dich.“, sagte der Ferox plötzlich und verschwand, nur um kurz darauf mit einem Päckchen wiederzukommen. Verwirrt starrte ich ihn an. Ein Geschenk? Er hatte Geburtstag und schenkte mir etwas?
Nervös blickte ich zwischen ihm und dem Päckchen hin und her.
„Ähm, Eric... ich denke, du hast bei dem Thema Geburtstag etwas falsch verstanden, nicht du solltest mir etwas schenken, sondern ich dir.“
Der Ferox verdrehte die Augen.
„Mach es auf. Außerdem hab ich ja auch was davon.“, raunte er und zog bedeutungsvoll eine Augenbraue nach oben. Ich seufzte und nahm dankend das Päckchen. Neugierig öffnete ich es und konnte es zuerst nicht fassen.
„Ein Kleid?“, fragte ich überrascht und hielt es in die Höhe.
„Ich möchte, dass du es auf der Feier trägst. Es wird dir passen.“, sagte er leise und ich staunte nicht schlecht, als ich das Kleid musterte. Es sah sehr teuer aus.
„Dann werde ich es gleich mal anprobieren.“, sagte ich leise und ging ins Bad, wo ich mich aus meinen Klamotten schälte und in das Kleid schlüpfte. Als ich mich damit im Spiegel betrachtete, fühlte ich mich etwas beklemmt.
Das Kleid:
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Das Kleid selbst war wunderschön, aber da es den oberen Teil des Rückens nicht bedeckte, konnte man direkt auf meine Narben sehen und die Tatsache, dass es relativ kurz war und für meinen Geschmack zu tief ausgeschnitten, trug ebenfalls zu meiner Unsicherheit bei.
„Gefällt es dir?“, hörte ich Eric fragen und ich nickte langsam.
„Dankeschön.“
„Du wirst die Frau eines Anführers, also musst du anfangen, dich entsprechend zu kleiden.“, kommentierte er und musterte mich von oben bis unten, wobei sein Blick auf meiner Oberweite hängen blieb, die in dem Kleid ziemlich zusammengedrückt und somit für meinen Geschmack viel zu gut präsentiert wurde. Jeder, der größer als ich war – und das war nahezu jeder -  hatte also eine gute Einsicht in mein Dekoltée.
„Du hast einen schönen Körper, du kannst ihn ruhig zeigen.“, raunte Eric, fast als könnte er meine Gedanken lesen, und umarmte mich von hinten, während er sein Kinn auf meine rechte Schulter legte.
„Bis auf meinen Rücken.“, murmelte ich. Eric schnaubte.
„Wenn dich jemand deswegen auch nur schief anschaut, bekommt er ein Problem mit mir.“, sagte er gefährlich leise und strich mit seinen Fingern von meinem Hals bis nach unten in meinen Ausschnitt.
„Hey.“, flüsterte ich gespielt empört, machte aber keine Anstalten, ihn daran zu hindern.
„Du alter Sack wirst schon 21.“, sagte ich und lachte.
„Nenn mich noch einmal alter Sack und du wirst es büßen.“, knurrte er bitter.
Schmunzelnd lachte ich in mich hinein.
„Alter S-“, doch bevor ich ausreden konnte, wurde ich durch ein lautes Hämmern an der Tür unterbrochen. Eric grinste.
„Glück gehabt. Das ist Max, ich muss wieder los.“, sagte er und löste sich von mir.
„Bringt dir wohl deinen Gehstock, was?“, lachte ich und zwinkerte ihm zu.
„Nur weiter so und ich streiche dir die Extras beim Kuscheln.“, murrte er gespielt ernst und ich sah ihm grinsend zu, wie er verschwand. Ich liebte ihn...ich liebte ihn wirklich. Doch diese Unsicherheit, wie es mit uns weitergehen sollte, nagte an mir. Denn heiraten wollte ich nicht. Niemals, das hatte ich mir geschworen, seit ich alt genug war, um das mit meinen Eltern mitzukriegen. Und auch Eric würde daran nichts ändern...denn zwingen ließ ich mich zu nichts. Von nichts und Niemandem.







Soo...wie hat euch das Kapitel gefallen? Ich hoffe, ich habe nichts verlernt durch die lange Schreibpause...^^
Könnt ihr Elenas Gefühlswelt und ihre Reaktionen gut nachvollziehen oder soll ich beim nächsten Kapitel genauer darauf eingehen? Seht ihr irgendwo Verbesserungsbedarf oder seid ihr mit dem Kapitel zufrieden? War irgendetwas dabei, das euch gestört/überhaupt nicht gefallen und vielleicht sogar irritiert hat?
Ideen und Anregungen sind natürlich jederzeit willkommen :)
Würde mich über Feedback freuen :)

LG stern101chen
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