(Weiber)Helden

von Kakati
GeschichteHumor, Romanze / P18
28.07.2016
11.05.2017
40
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51
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
 

Hallo und Herzlich Willkommen zu meiner neuen Geschichte (Weiber)Helden.

Zuallererst möchte ich alle willkommen heißen, die den Weg von meinen anderen Geschichten hier her gefunden haben. Doch selbstverständlich freue ich mich auch über jeden neuen Leser! :D

Zu Beginn noch ein paar Kleinigkeiten:
Ich werde versuchen, jeden Donnerstag ein neues Kapitel hochzuladen, aber vermutlich wird mir das nicht immer gelingen. Falls es eine Woche mal kein Kapitel geben wird, werde ich das in der Geschichte ankündigen und auch auf mein Profil veröffentlichen.

Außerdem möchte ich mich vorweg gerne wiedermal bei Nayle fürs Betalesen bedanken! Danke, dass du dich erneut dazu bereiterklärt hast und mich bei dieser Geschichte unterstützt. ♡

Ach ja, über Rückmeldungen aller Art würde ich mich selbstverständlich sehr freuen :)


Und jetzt bleibt mir nur noch, euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen! ^^



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Prolog



Ein leuchtend heller Blitz erhellte den pechschwarzen Nachthimmel und enthüllte für den Bruchteil einer Sekunde die Umrisse der Gebäude von Konoha, bevor diese auch schon wieder in der Dunkelheit verschwunden waren. Und gleich darauf folgte der Donner, ein so lautes Grollen, dass die Fensterscheiben in ihren Rahmen zitterten und sich kleine Kinder verängstigt an ihre Eltern kuschelten.

Aber nicht alle Bewohner des Dorfes verkrochen sich in dieser Nacht in ihren Häusern.

Mit tränennassen Wangen und nackten Füßen stürmte Rika durch die menschenleeren Straßen, ihre hohen Schuhe hielt sie in der Hand, ihr Kleid und ihre langen blonden Haare klebten dank des strömenden Regens an ihrem Körper. Ihr war eiskalt und sie war sich sicher, dass auch ihr Make-Up mittlerweile vollkommen verschmiert sein musste, aber das war ihr vollkommen egal.

Wie hatte sie sich nur so in ihm täuschen können?
Wie hatte sie das all die Jahre nicht sehen können?


Ein ersticktes Schluchzen verließ ihre Lippen, und sie beschleunigte ihren Schritt nochmal, rannte in eine kleine Gasse zu ihrer Linken und bog dann rechts ab, bevor sie sie die Treppe hinaufeilte, die zu ihrer Wohnung hinaufführte, wobei sie immer drei Stufen auf einmal in Angriff nahm.
Mit einem Mal graute es ihr davor, die Wohnung, in der sie die vergangenen sechs Jahre gelebt hatte, zu betreten, aber es musste sein.

Obwohl es definitiv das letzte Mal sein würde.

Rika stieß die Tür auf und lief augenblicklich ins Schlafzimmer, riss den größten Koffer den sie finden konnte unter dem Bett hervor und begann wahllos alle Sachen, die ihr gehörten, hineinzuwerfen, während ihre Tränen einfach nicht aufhören wollten, zu fließen.

Sie fühlte sich so wütend und gleichzeitig so furchtbar verletzt …

Wie hatte er ihr das nur antun können?

Sechs Jahre ihres Lebens hatte sie ihm geschenkt, sie hatte wirklich geglaubt, er sei der Richtige. Sie hatte alles getan, um ihn glücklich zu machen und wie dankte es ihr dieser verdammte Reiji? Indem er sie in den sechs Jahren ihrer Beziehung mit sage und schreibe zwölf Frauen betrogen hatte!
Und wenn sie heute nicht auf dieser Party gewesen wäre, auf die sie eigentlich gar nicht hatte gehen wollen, hätte sie das vermutlich nie herausgefunden.


Dieses Schwein hatte das doch alles tatsächlich gefilmt … und vielleicht hatte er sogar mit viel mehr Frauen geschlafen, als sie Videos gesehen hatte.

Aber jetzt im Nachhinein erklärte das wohl seine oft tagelange Abwesenheit, ohne dass sie irgendetwas von Missionen mitbekommen hätte … sie hatte sich immer eingeredet, dass sie wohl geheim wären und er ihr deshalb nichts sagen durfte, aber da hatte sie sich wohl getäuscht.
Und im Grunde war Reiji Chūnin, auf was für wichtige und geheime Missionen würde man einen Chūnin schon schicken?


Erneut verließ ein Schwall Tränen ihre Augen und sie grub ihre Zähne so fest in ihre Unterlippe, dass sie Blut schmeckte.
Am liebsten würde sie ihn jetzt grün und blau schlagen, ihn anschreien oder einfach irgendetwas machen, das ihm genauso wehtat, wie er ihr wehgetan hatte, aber er musste ja gerade unbedingt auf einer Mission sein …

Verdammt, wie hatte ihr dieses Arschloch eigentlich noch in die Augen sehen und ihr sagen können, dass er sie liebte?!


Die Fensterscheiben zitterten unter einem erneuten Donnergrollen, doch Rika schenkte dem gerade keine weitere Beachtung, obwohl sie Gewitter eigentlich nicht sonderlich leiden konnte.

Wutentbrannt und mit nach wie vor tränennassen Wangen stürmte sie durch die Wohnung, riss alle ihre Habseligkeiten aus den Schränken und warf sie in den Koffer, wobei sie sämtliche Fotos von ihr und Reiji, die sie in der Wohnung finden konnte, einfach kurzentschlossen auf den Boden schmetterte. Das Brechen des Glases der Bilderrahmen klang wie Musik in ihren Ohren, doch seltsamerweise konnte sie trotzdem die ganze Zeit nicht aufhören zu heulen.

Es tat so unglaublich weh …



Als sie schließlich glaubte, alles zusammengepackt zu haben, schnappte sie sich den Koffer und zerrte ihn in Richtung Haustür – ein paar Glasscherben der zerbrochenen Bilderrahmen auf dem Boden schnitten ihr in die Fußsohlen, da sie immer noch keine Schuhe trug, aber sie spürte es kaum. Der Schmerz in ihrem Inneren war viel zu überwältigend, als dass sie körperlicher Schmerz jetzt noch jucken würde.  

Doch trotzdem konnte Rika nicht anders, als bei dem großen Spiegel neben der Eingangstür nochmal stehenzubleiben, ihren Lippenstift aus ihrer Handtasche zu holen und so groß wie möglich ARSCHLOCH auf die Glasscheibe zu schmieren.

Reiji sollte gefälligst genau wissen, wofür sie ihn hielt.

… doch warum tat das trotzdem so unglaublich weh? Sie hatte das Gefühl, als ob da eine Hand in ihrer Brust wäre, die im Begriff war, ihr Herz zu zerquetschen …


Doch kurzentschlossen straffte Rika die Schultern, obwohl so etwas wie Wehmut in ihr aufstieg, als sie nochmal einen Blick zurück in die Wohnung warf.

Sie hatte wirklich geglaubt, dass sie und Reiji eines Tages heiraten würden, dass sie eine Familie gründen würden. Sie hatte ihn geliebt … genau genommen tat sie das immer noch.
Und sie schien ihm die ganze Zeit vollkommen egal gewesen zu sein …


Dieser Gedanke war es, der Rika dazu veranlasste, das „ARSCHLOCH“ auf dem Spiegel nochmal zu unterstreichen, bevor sie beinah fluchtartig die Wohnung verließ, wieder hinaus in den strömenden Regen eilte, der sich mit den Tränen auf ihren Wangen vermischte.
Einen Moment lang überlegte sie, wohin sie jetzt gehen sollte, bis ihr einfiel, dass sie doch sowieso nur eine Möglichkeit hatte – ihre beste Freundin Anko. Sie würde es ihr hoffentlich verzeihen, dass sie mitten in der Nacht vor ihrer Tür stand, aber sie würde nie wieder einen Fuß in ihre gemeinsame … nein, in Reijis Wohnung setzen.

Nie wieder!

Und so lief sie erneut los und zerrte ihren Koffer hinter sich her, ging vereinzelten Menschen, die hier und da über die Straßen eilten, so gut wie möglich aus dem Weg, bis sie endlich vor Ankos Wohnung stand, wo sie ein paar Mal klingeln musste, bis Anko endlich die Tür öffnete und sie, nachdem sie ein paar Mal verschlafen geblinzelt hatte, mit großen Augen ansah. Und obwohl sich Rika endlich wieder halbwegs gefangen hatte, konnte sie nicht anders, als bei dem Anblick der ziemlich verschlafen wirkenden Anko wieder zu schluchzen zu beginnen, wobei sie es irgendwie schaffte, hervorzubringen: „D-darf ich e-ein … ein paar Tage h-hier schlafen?“

Anko stieß ein leises Seufzen aus und schloss sie einfach in die Arme, dass sie pitschnass war, schien ihr egal zu sein. Und das verstärkte seltsamerweise den Tränenstrom aus Rikas Augen noch, obwohl sie wusste, dass Anko sie damit nur trösten wollte. Und doch vergrub Rika ihr Gesicht an Ankos Schulter und weinte einfach weiter, dass ihr Koffer umgefallen war und nun inmitten einer großen Pfütze lag, kümmerte sie nicht.

„Du kannst bleiben, so lange du willst“, murmelte Anko und strich ihr tröstend über das tropfnasse Haar. „Was hat der Idiot gemacht?“





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