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The 150th Hungergames - Teamwork

MitmachgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
27.07.2016
08.05.2021
29
107.303
14
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
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08.12.2019 2.835
 
So, da sind wir wieder mit einem neuen Kapitel. Wir hoffen es gefällt euch!
Anbei auch noch eine kleine Erinnerung an die immer noch laufenden Wetten für die Punktzahlen, wir freuen uns über jede Teilnahme. :)

+++

Gelassen schlenderte Magaerus in die weitläufige Trainingshalle. Er versuchte, nicht überrascht auszusehen, weil er als Karriero diesen Standard gewohnt war, aber dennoch konnte er sich ein bewunderndes Luftholen kaum verkneifen.
Die Halle war riesig. Die Decke war bestimmt zehn, fünfzehn Meter hoch und dreimal so groß wie die Hallen, die er aus Distrikt 4 gewohnt war. In der Mitte des mit Sandstein gepflasterten Bodens befand sich ein riesiges, metallenes Areal, auf dem sich bereits einige der Tribute und ein Mann in rot-schwarzer, enganliegender Trainingsuniform aufhielten.
Ringsum waren die verschiedensten Stationen aufgebaut; diverse Areale für Überlebenskünste wie Feuer machen und Klettern reihten sich an Stationen für jede Waffe, die man sich nur denken konnte.
Er wagte einen schnellen Seitenblick zu seiner Mittributin Tamina. Ihre Miene verzog sich angesichts der Trainingshalle kein Stück. Was sie wohl dachte? War sie ebenso beeindruckt wie er oder war sie bereits so abgebrüht, dass dieser Anblick sie völlig kalt ließ?
Sie traten zu den anderen auf das Podest. Aus seinem Team war lediglich der Junge aus Distrikt 5 bereits anwesend. Magaerus ging zügig auf ihn zu und ließ sich neben ihm auf den Boden nieder. Dann zog er die Mundwinkel zu einem leicht süffisanten Grinsen hoch.
„Hi. Du musst aus Distrikt 5 sein. Wie heißt du nochmal?“
Der Junge sah auf und ließ seinen Blick langsam über Magaerus schweifen, musterte ihn.
„Hi. Ian“, antwortete er trocken und wandte sich dann wieder von ihm ab. Na super. Das war ja eine sehr freundliche Begrüßung. Aber egal, solange er sich in der Arena irgendwie nützlich machen konnte, war Magaerus das egal. Jetzt fehlten aus seinem Team nur noch die Tributinnen aus Distrikt 3 und 8.
Magaerus blickte sich um, sah Tamina bei zwei weiteren Mädchen und einem kleinen Jungen, der bestimmt nicht älter als zwölf Jahre war, sitzen.
Eigentlich müsste das verboten sein, so junge Kinder in die Hungerspiele zu schicken. Andererseits waren sie leichte Beute und erleichterten Magaerus den Sieg.
Das Mädchen, das direkt neben Tamina saß, zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Irgendetwas an ihr ließ ihn nicht mehr los. Ihre langen, braunen Haare, die sie zu einem Zopf geflochten hatte? Ihr zartes Gesicht mit der Stupsnase und den Sommersprossen? Oder war es vielleicht die Art, wie sie nervös mit ihrem Fuß tippte und den Blick unruhig umherschweifen ließ? Magaerus konnte es nicht benennen.
Als hätte sie seinen Blick gespürt, drehte sie ihren Kopf zu Magaerus und starrte ihm direkt in die Augen. Er lächelte, woraufhin sie ebenfalls zaghaft die Mundwinkel hob, bevor sie sich schnell abwandte.
Magaerus hatte keine Zeit, sich über das schnelle Abwenden der Tributin zu wundern, denn zwei fremde Mädchen setzten sich nun zu ihm und seinem ungesprächigen Teammitglied. Er drehte sich um und lächelte.
„Ach wie schön, da seid ihr ja. Magaerus, hallo. Akyra und Helena, hab ich Recht?“, begrüßte er beide lächelnd.
Helena rollte lediglich mit den Augen und schnaubte, als sie sich hinsetzte. Akyra hingegen lächelte Magaerus an und setzte sich dann neben Helena.
Die beiden sahen mit ihren hageren Körpern nicht so aus, als wären sie besonders sportlich. Mit Waffen konnten sie und Ian bestimmt auch nicht umgehen, weil sie alle in den Randdistrikten nie irgendein Training genießen durften.
Vielleicht hatte Helena wenigstens etwas in der Birne. Irgendeinen Vorteil musste es doch haben, dass sie aus Distrikt 3 kam.
Magaerus ließ seinen Blick erneut über die Menge schweifen. Unter normalen Umständen hätte er jetzt gemeinsam mit den anderen Karrieros zusammengesessen und hätte sich keine Sorgen darüber machen müssen, dass seine Verbündeten totale Reinfälle waren und ihm den Sieg vermasselten.
Der Trainer, ein volltättoowierter Muskelprotz, stellte sich nun in die Mitte der Tribute und faselte irgendwas von Team, Training und Zusammenhalt. Nichts, was Magaerus wirklich interessierte.
Dann erhoben sich alle und begannen, zu den verschiedenen Stationen zu laufen. Sämtliche Karrieros liefen zielstrebig zu den Waffenstationen, um ihr Können allen anderen unter die Nase zu reiben.
Magaerus wandte sich zu seinen Verbündeten um, die sich auch langsam erhoben. „Es ist am besten, wenn wir nicht als Team trainieren. Abgesehen vom Grundlegendem – Feuer machen, giftige Pflanzen erkennen und Nahkampf – können wir uns dann auf unterschiedliche Bereiche spezialisieren. Außerdem schlage ich vor, ih probiert euch heute mal durch so viele Waffen wie möglich durch und dann entscheiden wir morgen, wer sich auf welche Waffe spezialisiert. Alles klar?“
Die anderen aus seinem Team nickten und machten sich auf den Weg zu verschiedenen Stationen, die hoffentlich auch nützlich für die Arena war.
Magaerus beobachtete, wie Ian sich den Überlebensstationen zuwandte, Helena und Akyra jedoch zu Pfeil und Bogen griffen.
Er selbst hatte nun gleich mehrere Möglichkeiten. Er könnte sich einerseits zu einem seiner Teammitglieder gesellen und ihnen unter die Arme greifen, was vermutlich die verantwortungsbewussteste Entscheidung gewesen wäre. Er könnte auch schauen, ob er sich mit den anderen Karrieros zusammenschloss und gemeinsam mit ihnen trainierte, um seine Stärke zu demonstrieren.
Er entschied sich für keine der beiden Optionen. Aus dem Augenwinkel hatte er das Mädchen aus Distrikt 12 – er meinte, dass sie Cierra hieß -  beobachtet, die auf das große Schwimmbecken im hinteren Teil der Trainingshalle zusteuerte.
Ihre langen Beine schritten anmutig auf das Becken zu und ihre zu einem seitlichen Zopf geflochtenen Haare fielen ihr sanft über die Schulter.
Leise folgte er ihr bis zum Schwimmbecken, an dem sie stand und mit dem zugehörigen Trainer ein paar Worte wechselte, die Mag nicht verstand. Vermutlich erklärte er ihr, wie man schwamm. Die aufgedruckte Zwölf auf ihrem Shirt verriet ihm, dass sie höchstwahrscheinlich nie die Möglichkeit dazu hatte, schwimmen zu lernen.
Umso mehr verwunderte es ihn, dass sie ausgerechnet die Schwimm-Station ausgewählt hatte. An ihrer Stelle hätte er eine allgemeinere Station wie Feuer machen oder Nahkampf gewählt. Die wären höchstwahrscheinlich von größerem Nutzen als die Fähigkeit, schwimmen zu können. Aber ihn sollte es nicht stören.
Er beobachtete, wie sie hinter einem Paravent verschwand, um sich ihrer Kleidung zu entledigen und einen der knappen Trainingsbikinis anzuziehen.
Und mit dieser Vorstellung in seinem Kopf stand seine Entscheidung fest. Mit einigen raschen Bewegungen zog er sich sein Shirt über den Kopf und schlüpfte aus seiner Hose und seinen Schuhen, nur um bis auf seine Unterhose entblößt ins kühle Nass zu steigen. Das Wasser war nicht tief, es reichte ihm gerade mal bis zur Taille. Wie sollten Anfänger denn so richtig schwimmen lernen? Man lernte doch nur richtig schwimmen, wenn man buchstäblich ins kalte und tiefe Wasser geworfen wurde.
Er schnaubte kurz, begann dann aber dennoch, seine Bahnen zu ziehen, bis er Cierra erneut am Beckenrand entdeckte. Sie stand unsicher da, hielt sich mit einer Hand am Geländer fest und streckte unsicher den Zeh in das Wasser nur um gleich wieder zurückzuzucken, als das kühle Nass ihre Haut berührte.
Sie sah gut aus. Ziemlich dünn, weil sie vermutlich nicht viel zu Essen bekam, aber trotzdem gut. Der Bikini spannte sich über ihre runden Brüste und betonte die flache Rundung ihres Hinterns. Wie sich ihre Haut wohl anfühlte?
Langsam richtete er sich auf und watete auf Cierra zu. Als er ihr in die Augen sah, sah er förmlich, wie ihr der Atem bei seinem Sprung gestockt war und sie ihn anstarrte. Besser gesagt seinen Oberkörper und das steinharte Sixpack.
„Hey“, lächelte er und fuhr sich durch die Haare.
„Selber hey“, antwortete sie und stockte kurz. „Das…das eben sah sehr geübt aus. Bist du aus Distrikt 4?“
„Korrekt. Ich habe glaube ich mehr Zeit im Wasser als auf dem Land verbracht. Keine große Kunst also. Magaerus mein Name, aber du kannst mich Mag nennen.“ Er deutete eine Verbeugung an.
„Hi Mag. Ich bin Cierra. Distrikt 12“, antwortete sie. Indes war Mag immer nähergekommen, bis er direkt vor ihr stand.
„Und warum suchst du dir unter allen Stationen ausgerechnet diese aus?“, raunte er und sah ihr direkt in die Augen. Sie hatte smaragdgrüne Augen.
„Du bist nicht in meinem Team. Das kann ich dir nicht sagen“, flüsterte sie.
„Dann sag es mir nicht“, antwortete Mag frech, nahm ihre Hand und zog sie in das Becken hinein.
„Hey“, quietschte sie, „das ist kalt!“
Er dreht sich zu ihr um und lachte. „Das hat Wasser so an sich. Willst du nun Schwimmen lernen oder nicht? Dafür musst du schon reingehen, mit dem kleinen Zeh im Wasser lernst du es jedenfalls nicht!“
Plötzlich löste sie ihre Hand aus seiner. „Das ist falsch. Ich sollte nicht mit dir reden, vor allem nicht so. Was mache ich hier bloß?“, murmelte sie. Sie meinte bestimmt diese seltsame Vertrautheit, die sich rasch zwischen Mag und ihr gebildet hatte. Selbst Mag hatte es überrascht. Sowas hatte er noch nie erlebt. Sie war eine völlig Fremde und beide waren dazu bestimmt, sich gegenseitig das Leben zu nehmen. Und doch schrie sein Bauchgefühl ihm zu, ihr immer näher zu kommen.
„Etwas vollkommen Verbotenes“, flüsterte Mag ihr ins Ohr. „Soll ich dir Schwimmen beibringen? Ich bezweifle, dass diese Station so interessant für die Anderen ist.“
Sie sah zu ihm auf, mit ihren unschuldigen grünen Augen. „Mach mal. Aber das bleibt unser Geheimnis.“

***

Als Mag durch die Tür zu seinem Apartment trat, sah er Astoria auf dem Sofa sitzen und durch das Fernsehprogramm zappen. Er ließ sich neben sie auf das Sofa fallen. „Hey.“
„Hi“, antwortete sie trocken, den Blick weiterhin auf den großen Bildschirm gerichtet, auf dem bunt gekleidete Kapitolmenschen hin und her tanzten. Eine unangenehme Stille machte sich zwischen ihnen breit.
„Was ist das?“, fragte er, um ein Gespräch zum Laufen zu bringen.
„Unwitzige Kapitoler, die witzig sein wollen. Nichts Wichtiges. Wie war das Training?“
„Unnötig, aber ich hoffe, dass meine Teammitglieder davon profitieren.“ Magaerus hatte nicht wirklich Lust darauf, in der Arena auf Leute aufpassen zu müssen, die wirklich nichts auf dem Kasten hatten. Am Ende bedeutete dies noch seinen Tod.
„Du hoffst es? Hast du es etwa nicht kontrolliert?!“, stieß Astoria ungläubig aus und wandte sich ihm zu. „Das ist grob fahrlässig! Du bist von diesen Tributen abhängig und ihr müsst zusammenhalten, ob ihr wollt oder nicht. Du bist der einzige mit einer guten Ausbildung in deinem Team, also hast automatisch du die Verantwortung für die anderen und dafür, dass sie in der Arena nicht komplett nutzlos sind. Was hast du denn die ganze Zeit getrieben?!“, warf sie ihm mit einer immer lauter werdenden Stimme vor.
Mag wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als er von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt wurde.
„Ach, jetzt wo du hier so rumhustest, fällt mir noch was ein: Da war vorhin ein Arzt hier, der nach dir gefragt hat. Er wollte, dass du nach dem Training zu ihm kommst, du wüsstest wo er seine Praxis hat.“
„Danke“, keuchte Magaerus und wollte sich vom Sofa erheben. Das erste Mal seit längerer Zeit hatte er die allgegenwärtige Bedrohung seiner Krankheit verdrängen können, doch mit dem Hustenanfall und Astorias Anmerkung war die Erinnerung an die Bedrohung schmerzhaft zurückgekommen. Er merkte auch, wie die Hustenanfälle immer schlimmer wurden. Am Ende würde ihn der Tumor in der Arena umbringen und all dieser Aufwand wäre umsonst gewesen. Er konnte nur hoffen, dass sein Onkel eine gute Medizin für ihn hatte, die ihm die so dringend benötigte Zeit verschaffen würde. Nachdem er erstmal die Hungerspiele gewonnen hatte, konnte er bestimmt zu seinem Onkel ins Kapitol ziehen, damit dieser ihn dort mit der besten verfügbaren Ausstattung behandeln konnte.

Astoria griff nach seinem Arm und drückte ihn mit unerwarteter Kraft zurück ins Sofa. „Was verschweigst du mir? Du weißt, dass ich dir nicht helfen kann, wenn ich von einer Krankheit nichts weißt, richtig?“, zischte sie und hielt seinen Arm immer noch umklammert.
„Ich habe einen Tumor in der Lunge. Mein Onkel ist Arzt hier im Kapitol und kümmert sich jetzt vor der Arena um mich, damit ich nicht wegen des Tumors sterbe und die Hungerspiele gewinnen kann.“ Mit diesen Worten riss er sich los und ließ Astoria sprachlos auf dem Sofa sitzen.

***  
„Magaerus.“ Sein Onkel drehte sich zu ihm, als dieser die Tür zu dem Behandlungszimmer öffnete. Mit schnellen Schritten ging er zu seinem Neffen und zog ihn in eine feste Umarmung. „Schön, dich wiederzusehen.“
„Das kann ich nur zurückgeben. Wie ist es dir in der letzten Zeit ergangen?“, antwortete Mag und ein wohliges Gefühl breitete sich in ihm aus. Es war schön, seinen Onkel wieder zu treffen.
„Ach, wie es einem hier im Kapitol so geht. Viel spannender ist aber, wie es dir geht?“ Sein Onkel ließ von ihm ab und musterte ihn.
„Muss. Die Hustenanfälle werden immer länger und schmerzhafter. Auch meine Ausdauer im Training war heute nicht so gut wie normalerweise. Ich hoffe, dass ich in der Arena nicht wegen meiner Krankheit verrecke.“
„Hmm, das klingt gar nicht gut. Leg dich mal hin und zieh dein Shirt aus.“

Nach einer ausführlichen Untersuchung, ging Magaerus‘ Onkel zu einem großen Apothekerschrank, zog ein paar Medikamentenschachteln hervor und drückte sie seinem Neffen in die Hand.
„Täglich drei Pillen von jedem Medikament über den Tag verteilt, das sollte die Symptome abschwächen und den Tumor zumindest fürs Erste am Wachsen hindern. Wenn du dann in der Arena bist, versuche ich dir, regelmäßig die Medikamente zukommen zu lassen.“ Er gab seinem Neffen noch weitere Anweisungen, bevor er ihm auf die Schulter klopfte. „Du packst das, mein Junge. Ich glaube an dich.“

Magaerus bedankte sich, drückte seinen Onkel zum Abschied und begab sich dann auf den Weg zurück ins Apartment.

***
„Ihr habt eine Stunde Zeit, euch auf eine Taktik zu einigen. Nicht weniger und nicht mehr. Ich hole euch dann wieder ab. Verstanden?“, kündigte Sotiris – oder wie auch immer dieser Clown von Trainer sich nennen mochte - an und zog die Tür hinter sich zu, ohne auf eine Antwort seitens der Tribute zu warten.
Der Raum war kahl eingerichtet und verbreitete eine kalte Atmosphäre. Die Wände waren weiß gestrichen und außer zwei Sofas standen keine weiteren Möbelstücke in dem Zimmer. Es hätte genauso gut eine Gefängniszelle sein können… was es ja auch irgendwie war.
Probehalber drückte er die Klinke der massiven Tür herunter und drückte dagegen, doch wie erwartet ließ sie sich nicht öffnen. Man hatte sie tatsächlich eingeschlossen.
Er drehte sich zu seinen Teammitgliedern um. Akyra und Helena hatten sich auf das eine Sofa gesetzt, Ian auf das ihnen gegenüber. Niemand von ihnen sprach, man hörte nur Helenas ungeduldiges Fingertippen auf der Tischplatte.
Nach einer kurzen Weile brach Mag das Schweigen und erzählte ein paar grundlegende Dinge wie den richtigen Unterschlupf fand, dass man abwechselnd Wache halten musste und woran man trinkbares Wasser erkannte. Als aber wiederholt keine Reaktion von seinen Teammitgliedern kam, verfiel er in ein minutenlanges Schweigen und beobachtete die anderen.
Schließlich hielt Magaerus es nicht mehr aus. „Will jemand von euch einen Vorschlag machen? Oder mal auf meine Ratschläge eingehen?“, fragte er leicht genervt, weil er bereits erwartete, dass niemand sich beteiligen wollte. Oder konnte, was das Ganze noch schlimmer machen würde. So würde er echte Probleme bekommen.
„Hast du denn einen?!“ Helena hatte endlich mit dem nervigen Fingertippen aufgehört und funkelte ihn jetzt aus zusammengekniffenen Augen an. „Du bist doch hier der Karriero, nicht wir.“
„Was aber noch lange nicht heißt, dass ich hier alles bestimmen muss. Wir sind ein Team, keine Diktatur.“
„Wir sollten auf jeden Fall versuchen, ständig genügend Essen und Trinken zu haben“, kam es leise von Akyra. „Und schauen, dass wir nicht von der Arena umgebracht werden“, fügte sie noch hinzu, als niemand direkt antwortete.
„Ach echt? Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. Wie gut, dass wir dich haben“, kam es trocken von Helena, die passend dazu mit den Augen rollte.
Ian lachte abfällig. „Hast du bessere Vorschläge? Wenn nein, dann sei einfach leise, denn wenigstens bemüht sie sich – im Gegensatz zu dir“, warf er Helena vor, lehnte sich herausfordernd zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Du hast hier gar nichts zu melden. Du hast doch sowieso nichts drauf – so wie du mit den Messern beim Training vorhin um dich geschmissen hast, bringst du am Ende eher dich selbst um als irgendjemand anderen.“
„Ihr aus Distrikt 3 seid alle gleich.“
„Gleich was?“
„Gleich arrogant.“
Mit einem Satz war Helena von ihrem Stuhl aufgesprungen, bei Ian und hatte ihm einen Kinnhaken verpasst. Akyra schrie vor Schreck auf und auch Magaerus zuckte zusammen.
„Wag es noch einmal, so mit mir zu sprechen, und du wirst es mit mehr als nur dieser Faust zu tun bekommen“, drohte Helena dem sich das Kinn reibende Ian.
Die Tür knallte auf und Sotiris betrat das Zimmer. „Was ist hier los?“, verlangte er zu wissen. Keiner antwortete, aber das musste auch niemand. Helena war zwar von Ian zurückgewichen, aber sein schmerzverzerrter Blick und das sich langsam blau verfärbende Kinn sprachen Bände.
„He“, Sotiris zeigte anklagend auf Helena und Ian, „Mitkommen. Das wird Konsequenzen haben.“
Stumm folgten die beiden Sotiris aus dem Raum, als der Trainer sich zu Akyra und Magaerus umdrehte. „Und ihr auch, ihr hängt da genauso mit drin!“ Stumm wechselten Akyra und Mag einen Blick und folgten Sotiris.
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