Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The 150th Hungergames - Teamwork

MitmachgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
27.07.2016
08.05.2021
29
107.303
13
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.01.2019 2.315
 
Hallo Menschen!
Ja, wir leben noch und melden uns mit einem neuen Kapitel zurück.
Jetzt werden endlich die Teams verkündet, dran bleiben lohnt sich also!
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel und wir freuen uns darauf, eure Meinung zu den Teams zu hören.
Liebe Grüße,
Drummy und moony

„So, fertig. Schick siehst du aus, Skylar. Todschick“, sagte Justice mit einem aufgeregten Quietscher in der Stimme und zupfte noch einmal an Skylars Kleid herum. „Wie findest du es?“
„Dafür, dass es ein Kleid ist, ist es ganz akzeptabel“, gab diese knapp von sich.
„Ganz akzeptabel? Warum nicht mehr? Ich meine, klar, es hat keine Schmetterlingsflügel wie meines“, sie unterbrach sich um unterstreichend ihre Arme auf und ab zu bewegen. Die Ärmel verlängerten sich am Saum und waren an den Stoff am Rücken angenäht, sodass es aussah, als hätte die Stylistin Flügel. „Aber ich finde trotzdem, dass es ganz hinreißend an dir aussieht!“
„Ich bin nicht so der Kleidertyp, aber egal“, murmelte Skylar. Das Kleid, dass sie den ganzen Abend tragen musste, war schulterfrei und in sanften, lilafarbenen Tönen gehalten.
Es sah vielleicht ganz schön aus, aber für Skylars Geschmack war es viel zu unpraktisch und mädchenhaft. Das war nicht sie und sie fühlte sich…nackt. Mal abgesehen davon, dass bis zu ihren Brustansätzen ihr gesamter Oberkörper nackt war, konnte jederzeit ein Wind ihr Kleid hochwehen und dann stände sie dumm da.
Da war ihr ein Sweatshirt und eine ausgebeulte Jeans wesentlich lieber.
Das Make-Up, das Justice auf Skylars Gesicht aufgetragen hatte lag wie eine Wachsschicht über ihrer Haut. Skylar freute sich jetzt schon darauf, nach der Parade das nervige Kleid loszuwerden und sich unter die Dusche stellen zu können, um das ganze Zeug von ihrem Gesicht - und wo die Stylistin es noch alles hingeschmiert hatte - abzuwaschen.
Mal ganz abgesehen davon, dass Skylar absolut keinen blassen Schimmer hatte, was dieses Kleid bitte mit ihrem Distrikt zu tun haben sollte. Warum trug sie ein violettes Kleid? Was bitte hatte das mit Obstplantagen und Landwirtschaft zu tun?!
Sie folgte Justice in den Flur, wo sie auf Sandal, der in einen schicken Anzug gekleidet war, und Leda trafen. Die Betreuerin stand Justice, die komplett violett gekleidet war und eine Obsession für Schmetterlingsflügel zu haben schien, in Sachen merkwürdiger Kleidung in nichts nach. Man hatte das Gefühl, dass ein Einhorn auf sie gekotzt hatte, denn sie trug sämtliche Regenbogenfarben.
Sie wandten sich in Richtung der Halle, in der die Pferde mitsamt den Wagen warteten, um die Tribute hinaus ins Rampenlicht zu befördern. Bei dem Gedanken seufzte Skylar innerlich auf. Sie hatte überhaupt keine Lust darauf, von tausenden Menschen begafft zu werden und den Unterhaltungsclown zu spielen.
Denn das war es, was die Regierung mit den Tributen tat. Sie führten sie vor, machten sie zu Clowns. Und das alles nur, um sie dann bis aufs Tiefste vorzuführen und zu demütigen, bis sie schlussendlich vor den Augen des ganzen Landes starben.
Auf halbem Wege stieß ihr Vater zu ihnen. „Da seid ihr ja. Ich hab euch schon gesucht“, sagte er und lächelte nervös. Dann musterte er beide Tribute und nickte anerkennend. „Ihr seht klasse aus.“
Skylar schwieg. Sandal bedankte sich leise.
„Euer Ziel ist es jetzt, so viele Sponsoren wie möglich zu gewinnen. Dafür müsst ihr sympathisch und stark wirken. Ich würde vorschlagen, dass ihr aufrecht auf eurem Wagen steht, lächelt und winkt. Bekommt ihr das hin?“
Skylar sah Sandal aus dem Augenwinkel nicken, während sie weiterhin stur ihren Kopf nach vorne gerichtet hatte.
Es herrschte einen Moment Stille, bevor Manuel seine Tochter an der Schulter fasste. „Skylar?“
Wiederwillig drehte sie ihren Kopf zu ihrem Vater. „Ja, das bekomme ich hin.“
Der Mentor sah sie lange mit einem ernsten, sorgenvollen Blick an. Dann fokussierten sich seine Augen wieder und er sprach weiter: „Und natürlich müsst ihr darauf hoffen, dass ihr in ein gutes Team kommt. Das wird natürlich auch euer Sponsoring beeinflussen.“
Sie betraten die Vorhalle. Die Pferde, welche die Wagen ziehen sollten, standen bereits in einer Reihe und überall standen kostümierte Tribute mit ihren Mentoren, einige in Grüppchen, andere alleine. Skylar sah zwei Bierflaschen – was für ein Distrikt war das denn bitte?! – und die Tribute aus Distrikt 3 waren lediglich mit Draht bekleidet, über den immer wieder Lichtblitze zuckten.
Manuel führte Sandal und Skylar nach hinten zum vorletzten Pferdegespann. Am Rande bemerkte sie, wie sich Leda von ihrer Gruppe entfernte.
Ihr Vater hatte es ebenfalls bemerkt. „Wo gehst du hin, Leda? Unser Wagen ist dort und nicht da vorne!“
„Ich gehe nur kurz rüber zu Miroslav“, flötete sie und war verschwunden.
„Wer ist Miroslav?“
Manuel seufzte und fuhr sich durch die Haare. „Der Betreuer von Distrikt 6. Der, der komplett schwarz gekleidet ist, siehst du ihn?“ Skylar nickte. „Niemand weiß so wirklich was mit ihm anzufangen, weil er immer so schlecht gelaunt ist. Aber Leda und Miroslav verstehen sich ganz gut. Frag mich nicht, warum.“
Sie kamen am Wagen an, schweigend.
Ein paar Minuten lang sagte niemand etwas, bis Manuel schließlich ohne Vorwarnung seine Tochter an der Schulter fasste. Aus ihren Gedanken gerissen schrak Skylar zusammen. Sie war gerade abgedriftet, hatte sich nach zuhause zu der Natur und ihrer besten Freundin Judith und ihrem Bruder Patrick zurückgesehnt.
„Was ist?“, warf sie ihm in einem schroffen Tonfall vor.
„Ist alles in Ordnung bei dir?“
Skylar starrte ihn fassungslos an. „Ich bin ein Tribut in den Hungerspielen und werde wahrscheinlich sterben. Wie soll da alles in Ordnung bei mir sein?!“
Ihr Vater seufzte. „Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, aber ich glaube trotzdem an dich. Du bist stark und schlau.“
Kalte Wut brodelte in ihr hoch. „Woher willst du das wissen?! Du bist immer im Kapitol! Du bist nie da!“
Ein dröhnender Gong ertönte und verschluckte Manuels Antwort. Skylar drehte sich weg und stieg ohne ein weiteres Wort zu sagen auf den Wagen.

***

Die Lichter blendeten sie und der tosende Jubel der Menge betäubte Skylars Ohren, als die Pferde, an die Skylars und Sandals Wagen gespannt war, aus der Vorhalle hinaustrabten. Blinzelnd umklammerte sie mit beiden Händen das Geländer. Irgendwie versuchte Skylar, sich einen Überblick zu verschaffen, wieder Herr ihrer Lage zu werden.
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Scheinwerferlicht und sie konnte hinter dem Blitzen der Kameras unzählige Kapitolbewohner, gekleidet in den unterschiedlichsten, schillernden Farben ausmachen. Ihr Jubel vermischte sich mit den energischen Schlägen der Trommeln und der Geruch der Pferde vermischte sich mit dem typischen, künstlich süßen Duft des Kapitols.
Das luftige Kleid flatterte um ihre Beine. Obwohl es schulterfrei und nur aus leichtem Stoff geschnitten war, war ihr dennoch nicht kalt. Sie konnte nur hoffen, dass das Kleid nicht zu hoch wehte. So kurz, wie es wäre, wäre das nicht sehr unwahrscheinlich.
Irgendwo dort auf den Zuschauertribünen saßen ihre Mutter und vielleicht auch ihr Vater und schauten ihr zu. Vor allem ihre Mutter würde stolz sein und jedem erzählen, dass das Mädchen auf dem Wagen von Distrikt 11 ihre Tochter sei. Auf einmal würde sie wieder zu ihr stehen, nach so langer Zeit.  
Und das auch erst, nachdem ihre Tochter berühmt geworden war. Um ebenfalls etwas von dem Ruhm zu erhaschen.
Skylars Magen zog sich zu einem wütenden Knoten zusammen und ihre Finger umklammerten den Wagen, bis ihre Knöchel weiß hervortraten. Schau geradeaus, zwang sie sich und verzog die Mundwinkel zu einem aufgesetzten Lächeln.
Das war so krank. Hier waren dreiundzwanzig Jugendliche auf dem direkten Weg in den Tod, gezwungen, zu lächeln und sich darüber zu freuen, obwohl die meisten höchstwahrscheinlich in genau diesem Moment Todesangst hatte. Und nur einer würde nach Hause zurückkehren
Ihre Wut verstärkte sich noch einmal. Sie hasste, hasste, hasste das Kapitol.
Um sich abzulenken, warf sie ihrem Mittribut einen schnellen Blick zu. Sandal wirkte ziemlich nervös. Die Augenbrauen zusammengezogen, die Arme angespannt und die Hände um den Wagenrand geklammert, genau wie Skylar selbst. Er bemerkte ihren Blick nicht.
Skylar versuchte, möglichst selbstbewusst zu wirken und nicht in die Menge zu schauen. Sie wollte vermeiden, ihre Eltern irgendwo zu entdecken, sonst könnte sie ihre Fassade der freundlichen, starken, und nicht wütenden Tributin, die darauf aus war, möglichst viele Sponsoren zu bekommen, womöglich nicht mehr aufrechterhalten.
Die Pferde trabten auf das Rondell am Ende des Weges zu, drehten dort eine Runde und reihten sich dann in der Reihenfolge der Distrikte nebeneinander auf. Die Tribute links und rechts von ihr blickten gebannt nach oben, dort, wo sich das Podest der Präsidentin befand. Sie sahen lächerlich in ihren Kostümen aus.
Die Tribute aus Distrikt 10 trugen Tierkostüme. Cale war in eine Ganzkörperkuh gekleidet und Ariana sollte ein Schaf darstellen. Cale lächelte, drehte den Kopf von links nach rechts und winkte in die Menge. Er sah ironischerweise sehr fröhlich aus.
Ariana dagegen war es eher weniger. Sie reckte ihr Kinn in die Höhe und zog ihre Mundwinkel nach oben. Sie versuchte, genau wie Cale zu wirken, doch es gelang ihr kein Stück.
Finch und Cierra aus Distrikt 12 waren mit sehr freizügigen Fetzen bekleidet und über und über mit Kohle beschmiert.
Und Skylar hatte gedacht, sie wäre mit ihrem nervigen Kleid arm dran gewesen. Wenigstens hatte sie anständige Kleidung.
Ein ohrenbetäubendes Jubeln und Klatschen entfachte in den Zuschauerreihen, als die Präsidentin ins Scheinwerferlicht trat und mit emporgerecktem Kinn ihren Blick abschätzend über die Zuschauer und Tribute wandern ließ. Sie wartete, bis sich der Jubel gelegt hatte und fing dann in ihrem abscheulichen Kapitolakzent an, zu sprechen:
„Willkommen, willkommen, liebe Tribute, Kapitolbewohner und natürlich auch die live zugeschalteten Bürger aus den Distrikten“, sagte sie langsam und machte eine kurze Pause, bei der sie ein Lächeln auf ihre Lippen klebte. Es sollte wohl warmherzig wirken, aber auf Skylar wirkten diese hochgezogenen Mundwinkel eher wie ein höhnischer Todesstoß.
„Ich bin hocherfreut darüber, dass ihr, die Tribute, uns die Ehre erweist und uns im Kapitol besucht.“
Skylar schnaubte ungläubig und ihre Eingeweide zogen sich vor Zorn zusammen. Das kann doch nicht ihr Ernst sein?! Als ob sie irgendeine Wahl gehabt hätten! Okay, sie hatte sich freiwillig gemeldet, aber nur, um das zwölfjährige Mädchen zu beschützen.
„Wie ihr sicher schon wisst, werden die Bündnisse dieses Jahr gelost und dürfen nicht frei entschieden werden. Und genau das werden wir jetzt tun!“, rief sie aus und die Trommelschläge setzten erneut ein, während eine Kapitolerin eine gläserne Urne – die gleiche, die bei der Ernte verwendet wurde – auf das Podest rollte und dann wieder aus dem Rampenlicht stöckelte.
Skylars Herz fing an zu rasen. Gleich würde die Präsidentin in die Urne greifen und Stück für Stück die Tribute ihren Teams zuteilen. Dann würde sie erfahren, wie gut ihre Chancen standen.
„Ich bitte euch, nun von euren Wagen zu steigen und euch nebeneinander aufzustellen. Wenn ihr aufgerufen werdet, tretet bitte vor und stellt euch als Team zusammen.“
„Viel Glück“, flüsterte Skylar und stupste Sandal an. Dieser atmete tief ein, lächelte. Seine Augen hatte er nervös aufgerissen.
„Dir auch.“
Die Präsidentin schritt auf die Urne zu, griff hinein und wühlte ein wenig darin herum, bevor sie vier Zettel herauszog.
„In Team eins…“ Sie pausierte und Skylar verengte ihre Augen. Die Präsidentin sollte verdammt nochmal einfach diese beknackten Teams vorlesen!
„Damian Prinston! Cale Leverett! Lonis Micum! Lindell Canada!“
Der Schönling aus Distrikt 1 trat vor und blickte gespannt Präsidentin Snow an, auf die Verkündung seiner restlichen Verbündeten warten. Die Kuh aus Distrikt 10, ein unscheinbares Mädchen und der männliche Tribut aus Distrikt 6 traten vor und stellten sich nebeneinander. An Lonis konnte sich Skylar gut erinnern, das war der geistesgestörte Junge, der fröhlich grinsend und anderen auf die Schulter klopfend auf die Tribüne stolziert war.
Das Team war schon mal nicht zum Scheitern verurteilt; es war zumindest ein Karriero dabei. Allerdings war Skylar froh, dass sie Lonis nicht an der Backe hatte.  
„In Team zwei befinden sich Yves Donovon, Tomas Winston, Ariana Rodriguez und Leanna Archer!“
Skylars Magen verkrampfte sich vor Mitleid. Dieses Team würde es nicht leicht haben. Tomas und Ariana waren beide mit der Vorstellung, als Tribut in die Hungerspiele zu müssen, heillos überfordert. Leanna war erst zwölf und hatte realistisch gesehen traurigerweise keine Überlebenschancen. Und Yves konnte Skylar überhaupt nicht einschätzen, mit seiner farblosen Erscheinung und dem emotionslosen Gesicht.
Sie war froh, dass sie nicht in diesem Team gelandet war.
„Team drei bilden Fynn Adams, Fabrice Camoret, Oliva Hermansen und Firavaka Kosmímata!“
Sie sog die Luft ein. Zwei Karrieros und Fabrice machte auch keinen schwachen Eindruck. Nicht schlecht. Vor diesem Team mussten sie sich sehr wahrscheinlich in Acht nehmen.
„Team vier besteht aus Trevin Settle, Skylar Dawson, Finch Levenstean und Leonore Wilson!“
Da war er. Ihr Name. Sie lächelte Sandal noch einmal zu und trat dann nach vorne, ein aufgesetztes Lächeln auf ihren Lippen. Der zwölfjährige Junge aus Distrikt 8, Finch und die Karriera aus Distrikt 2 stellten sich neben sie. Das war einigermaßen annehmbar. Sie hatten einen Karriero dabei, das war schon mal gut. Finch sah auch relativ selbstsicher aus. Aber dann war da noch Trevin….er war erst zwölf und hatte sicherlich keine Chance.
„Das fünfte Team sind Tamina Lauren, Cierra Evans, Sandal Pepper und Marcella Galloway!“
Da hatte Sandal doch noch einmal Glück gehabt. Er war zumindest mit einem Karriero in einem Bündnis.
„Und zu guter Letzt: Team sechs! Darf ich bitten… Magaerus Viux, Ian Luc Blevins, Akyra Bedagi und Helena Bree Lake! Applaus!“
Die Menge brach in wildes Gejubel aus. Skylar versuchte sich an einem Lächeln und dieses Mal gelang ihr sogar ein halbwegs echtes.
Sie war mit ihrem Team zufrieden. Klar hätte es besser laufen können, aber wenigstens hatten sie einen Karriero  – solange sich Leonore nicht gegen ihr eigenes Bündnis wandte – und Finch könne man bestimmt auch etwas zutrauen. Trevin machte ihr als einziges Sorgen. Hoffentlich konnten sie ihn vor einem allzu schnellen und qualvollen Tod bewahren.
Die Trommelschläge erklangen erneut und die Pferde wendeten Richtung Ausgang.
Das Zeichen, sich wieder auf die Wagen zu begeben. Die Parade war beendet.
Die Menge jubelte weiter, aber als die Pferde sich in Bewegung setzten, achtete Skylar nicht mehr auf sie.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast