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Prus kleine Schatzkiste an schlechten Geschichten

von Pru
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
27.07.2016
26.12.2017
29
30.589
5
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.09.2016 674
 
Geschichte

Expedition

Tagelang durchschritt ich die Hochmoore auf der Suche nach dem ausgestorbenen Takatukalala-Schwein. Es hatte sich hier, unweit von meinem Standort, im Dickicht versteckt. Ich lechzte nach Wasser, doch hier im Hochmoor war alles wüst und dörr. Das Takatukalala-Schweinchen hopste vergnügt an mir vorbei und winkte mir zu. Ich stand und ward zu Salz geworden.


Kommentar

Eines will ich mal klarstellen, bevor ich meine eigene Geschichte kommentiere: Ich stand nicht unter Drogen, habe kein Gras geraucht und mich auch nicht dem Wein hingegeben! So viel dazu. Und jetzt zur Geschichte.

Tagelang durchschritt ich die Hochmoore auf der Suche nach dem ausgestorbenen Takatukalala-Schwein.

Okay, die Ich-Person ist wohl ein Abenteurer a la Indiana Jones, der liebend gern durch den Dschungel, pardon, das Hochmoor streift. Zumindest gibt es das Hochmoor wirklich – und ist nicht nur irgendeine erdachte Vegetation aus dem Hirn des Autors. Aber das Takatukalala-Schwein? Das ist ein Hirngespinst – aber so was von! Was soll das denn für ein Tierchen sein? Okay, es ist ein Schwein, und hat somit auch alle Eigenschaften, die man einem Schwein zuschreibt. Es hat vier kleine pummelige Füßchen, einen dicken Körper und eine Steckdosennase, sowie kleine Schlappöhrchen. Aber was ist am Takatukalala-Schwein besonders? Ist es vielleicht quietschebunt? Oder hat es lilane Streifen und grüne Punkte? Oder kann es reden? Singen vielleicht sogar? Oder musizieren? Was ist das besondere an diesem Schweinchen im Gegensatz zu einem ganz normalen Hausschwein? Vielleicht werden wir es im Laufe der Geschichte noch erfahren... wobei... ich da so meine Zweifel habe.

Es hatte sich hier, unweit von meinem Standort, im Dickicht versteckt.

Indiana Jones alias Ich-Erzähler alias Autor hat also einen Standort im Hochmoor errichtet, obwohl er schon tagelage im Hochmoor unterwegs war, und somit eigentlich immer an einem anderen Ort hätte sein sollen. Doch nun gut. Er hat einen Standort. Sind dort auch noch andere Wissenschaftler oder arbeitet er allein, um das Takatukalala-Schwein zu finden? Und woher weiß er, dass es sich im Dickicht versteckt hat? Gibt es irgendwelche Hinweise? Wie zum Beispiel ein sehr verräterischer Duft, den nur das Takatukalala-Schweinchen ausstößt? Oder vielleicht ein Liedchen, was das Schweinchen immer pfeift? Besser wäre natürlich ein Pfeil, der – wie in einem schlechten Click&Point-Adventure auf die Stelle zeigt, hinter der das Takatukalala-Schweinchen versteckt ist und der Abenteurer muss nur mit dem Mauszeiger... pardon... seiner Hand darüberfassen und schon hat er das Schweinchen gefangen. Oder hat der Ich-Erzähler eine bessere Methode um die neue Art einzufangen

Ich lechzte nach Wasser, doch hier im Hochmoor war alles wüst und dörr.

Halt, Moment... wir sind doch nicht so weit vom Standort, sprich dem Lager, entfernt. Dort gibt es doch sicherlich etwas zu trinken, nicht wahr? Warum ist der Ich-Erzähler kurz vorm Verdursten? Oder lechzt er etwa nach etwas Alkoholischem? Damit kann man in einem Hochmoor nicht dienen... aber Wasser sollte es hier, im Hochmoor, doch genügend geben, oder etwa nicht? Es ist verdammt noch mal ein Moor und keine Wüste!

Das Takatukalala-Schweinchen hopste vergnügt an mir vorbei und winkte mir zu. Ich stand und ward zu Salz geworden.

Okay?! Das Takatukala-Schwein muss wirklich sehr, sehr, sehr schlank und zierlich sein, um wie ein Hase vorbeizuhopsen. Ich stell mir gerade so ein schlachtreifes 200kg-Schwein vor, das neben mir vorbeihopst... da würde sich ein mittelschweres Erdbeben entwickeln... . Aber anscheinend ist das Takatukala-Schweinchen von einer grazilen und zierlichen Gattung. Und es hat noch eine tolle Eigenschaft, die sonst kein anderes Schweinchen hat: Es kann winken. Ja, es winkt dem Ich-Erzähler zu! Ist das nicht süß? Ein winkendes Schweinchen? Das ist ja süß.... gutschi, gutschi, gu.
Moment... ich schweife ab. Das Takatukalala-Schweinchen hopst vergnügt vorbei und winkt. Der Ich-Erzähler war wahrscheinlich so schockiert, dass er vom Boden weg zu Salz erstarrt ist. Oder das Takatukala-Schweinchen hat ihn verzaubert, a la Harry-Potter-Basilisk (nur eben mit einem Sand-Zauber statt mit einem Stein-Zauber). Wir werden es nie erfahren, denn hier endet die Geschichte. Und auch der Kommentar.
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