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Prus kleine Schatzkiste an schlechten Geschichten

von Pru
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
27.07.2016
26.12.2017
29
30.589
5
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.04.2017 838
 
Geschichte

Ein Traum

Ich stehe an nem Gartenzaun,
und träume vor mich hin,
so schreibe ich auch diesen Traum,
der mir kam in den Sinn.

Ich wandere sehr lange,
durch einen finstren Wald,
es wird mir Angst und Bange
und auch sehr bitterkalt.

Weit fern von meinem Wege,
sehe ich ein altes Haus.
Ich mich dort ins Bette lege,
und der Traum war aus.

Kommentar

Um ehrlich zu sein, kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern dieses Gedicht geschrieben zu haben. Aber es scheint aus meiner Feder gekommen zu sein (denn warum sollte es sonst in einen meinen kleinen Büchern stehen, in denen ich immer alles mögliche hineingeschrieben habe?)... dann muss es wohl von mir geschrieben worden sein. Dann werde ich mal mit meinem Kommentar anfangen:

Ich stehe an nem Gartenzaun,
und träume vor mich hin,
so schreibe ich auch diesen Traum,
der mir kam in den Sinn.

Äh ja....um ehrlich zu sein, träume ich immer in meinem Bett und nicht am Gartenzaun. Wenn ich an den Gartenzaun im Garten meiner Eltern denke (denn diesen Gartenzaun muss ich wohl gemeint habe), so ist dieser an der Straße. Diese Straße ist zwar in einem Wohngebiet, aber hin und wieder fahren da doch ein paar Autos vorbei. Ich stell mir gerade die Situation vor meinem inneren Auge vor. Da steht jemand am Gartenzaun, daneben parken Autos, andere fahren vorbei... und ein kleines Kind steht am Zaun und hat die Augen geschlossen und träumt vor sich hin. So etwas macht natürlich jedes Kind in dem Alter. Ist doch vollkommen logisch. Und natürlich schreibt es auch, während es träumt den Traum auf. Das nennt sich Multitaskingfähigkeit! Ich träume ja auch gerade, während ich diesen Text hier schreibe... und bin daher eigentlich nicht hier, sondern in Neuseeland, am Strand, bei den Hobbits... äh... ich schweife ab.

Ich wandere sehr lange,
durch einen finstren Wald,
es wird mir Angst und Bange
und auch sehr bitterkalt.

"Hänsel und Gretel, die verliefen sich im Wald. Es war so finster und auch so bitterkalt.". Erinnert sich hier noch jemand an diesen Kinderreim? Bei einem bekannten Autor, wie Shakespeare, würde man jetzt in diese Strophe hineininterpretieren, dass er sich in seinem Traum auf seine Kindheit zurückbesinnt und das eben anhand der Abänderung des Kinderreims dem Leser zeigen will. Wenn es sich aber um einen unbedeutenden Autor (sprich mich) handelt, dann würde ich einfach nur sagen, dass mir damals nichts besseres eingefallen ist. Ob ich das absichtlich an "Hänsel und Gretel" angelehnt habe oder nicht, kann ich leider nicht mehr beantworten. Ich kann nur sagen, dass ich damals auf Biegen und Brechen alles gereimt habe. Teilweise auch Reime, die so abgenutzt waren, dass man sich kaum noch hören konnte (das beliebte Beispiel: Sonne und Wonne).

Nun gut – zurück zum Text. Der Traum, der am Gartenzaun startete (leider wissen wir nicht, welches Wetter in der Realität des Gedichts herrscht, ich nehme aber mal an, dass es angenehm warm ist, sonst würde der Ich-Erzähler wohl nicht am Gartenzaun stehen, oder? Die andere Frage ist auch, ob es nachts oder tags ist. Wenn es nachts ist, so frage ich mich, warum der Ich-Erzähler nicht in seinem Bett liegt und dort schläft, wie jeder normale Mensch auch?!)... also wo waren wir stehen geblieben? Der Traum, der am Gartenzaun startete, beginnt mit einer Wanderung in einem dunklen Wald. Die Frage ist, ob es eine Wanderung ist, die ein bestimmtes Zeil verfolgt (wie zum Beispiel die nächste Stadt zu finden etc.pp.) oder die einfach nur planlos vonstatten geht... und warum gibt dann der Ich-Erzähler nicht zu, dass er sich verlaufen hat?



Weit fern von meinem Wege,
sehe ich ein altes Haus.
Ich mich dort ins Bette lege,
und der Traum war aus.

Okay. Der Ich-Erzähler hat sich verlaufen. Definitiv. Sonst wäre er nicht so "weit entfernt von meinem Wege" gewesen. Na ja, selbst schuld, wenn er kein Navi mit in seinen Traum nimmt... oder wenigstens Karte und Kompass... oder ein Smartphone mit Google Maps! Könnte man sich das nicht einfach 'herbeiträumen'.... das wäre doch was!

Nun ja, unser Ich-Erzähler hat Glück und findet ein altes Haus. Ist das Haus bewohnt? Weil wenn es bewohnt ist, so begeht der Ich-Erzähler gerade Hausfriedensbruch! Und damit würde er ins Gefängnis kommen. Natürlich ist man froh, dass man ein Haus findet, wenn man sich verlaufen hat, aber man kann dort auch nach dem Weg fragen... oder man fragt, ob man sich in die Scheune zum Übernachten legen kann... oder sonst wohin. Aber anscheinend ist das Haus unbewohnt... wobei das dachte ja auch Schneewittchen, als sie sich in die Betten der Zwerge gelegt hatte. Ähm ja... der Ich-Erzähler ist leider kein Schneewittchen... und ist deswegen wohl auch aufgewacht, als er sich ins Bett gelegt hat. (Was auch wieder unlogisch ist. In der Realität schläft man ein und wacht im Traum auf und im Traum schläft man ein und wacht in der Realität auf. Ein klarer Fall von Inception, oder nicht?)
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