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Prus kleine Schatzkiste an schlechten Geschichten

von Pru
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
27.07.2016
26.12.2017
29
30.589
5
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.12.2016 780
 
Geschichte

Achchen

Ich warten
um zu starten
in den Garten
voller Arten
und Sorten
mit Torten
ohne Borten
und Knoten
zum Loten
der Toten.

Die Sachen
zum Machen
des Lachen
im Rachen
des Drachen
wird Krachen.
Achchen.


Kommentar

Irgendwie fallen mir gerade nur die komischen Gedichte in die Hand, die ich als Kind geschrieben habe. Ich hätte euch gerne wieder eine Geschichte präsentiert, als hier diesen 'Reim-dich-oder-ich-Fress-dich'-Mist. Aber nun gut. Da müssen wir jetzt eben durch. An sich ist dieses Gedicht totaler Schwachsinn, und ist nur geschrieben worden, weil man keine gescheiten Reimwörter gefunden hat. Wie dem auch sei...

Ich warten
um zu starten
in den Garten
voller Arten
und Sorten
mit Torten
ohne Borten
und Knoten
zum Loten
der Toten.

Es ist schon eine Leistung in einer Strophe von einem Garten zu den Toten zu kommen. Aber egal. Der erste Satz ist schon mal grammatikalisch komplett falsch. Das müsste heißen 'Ich warte', aber das reimt sich nicht so gut auf 'starten' und 'Garten', daher also 'ich warten'. Ein Anfang, den jeden noch so wohlerzogenen Leser verschreckt. Nur die wagemutigen, abenteuerlustigen Leser nehmen jetzt den Mut zusammen und lesen weiter. Natürliche Leserselektion nennt sich so etwas... oder einfach: Nur wenn du, Leser, meine grammatikalischen Lappalien erträgst, bist du würdig, die Geschichte von mir, dem Gott aller Autoren, zu lesen. Wenn du meine Fehler nicht erträgst, bist du meinen Geschichte nicht würdig.

So oder so ähnlich müssen all die Schreiberlinge wohl denken, die uns ihre mit Rechtschreib- und Grammatikfehler durchlöcherten Geschichten auf dem Silbertablett präsentieren. Der Leser wird innerhalb der ersten Seite merken, dass ein ganz mieser Duft von diesem Gericht heraufströmt und wird seine Finger äh... seine Augen von dieser Geschichte lassen. Dass das ganze eine Hasstirade a la 'Warum liest du meine Geschichte nicht?' nach sich zieht... daran will ich gar nicht denken. Doch ich schweife ab... weiter zum Gedicht.

Am Anfang kann man dem Autor noch folgen. Also er wartet darauf, in einen Garten eingelassen zu werden, der viele Arten beherbergt. Ich nehme mal an viele Arten von Pflanzen oder Tieren. Andere Dinge machen hier ja keinen Sinn. Was soll ein Garten mit vielen Arten von Hunderassen anfangen? Oder mit bedruckten Servietten? Oder Briefmarken?

Liest man weiter, so wird man von der Logik des Autors enttäuscht. Neben den Arten, gibt es auch Sorten mit Torten. In einem GARTEN? Was ist denn das für ein Garten? Ein Tortengarten? So eine Art Kindergarten, in dem man seine Torten vormittags bringt, um dann zum arbeiten zu gehen und nachmittags abholt? Oder in denen die Torten während der Urlaubszeit bespaßt werden, so wie eine Art Hundehotel? Mhm...

Wenn man weiterliest, wird man auch nicht schlauer. Nein, es wird nur noch abstruser. Viel zu abstrus! Was haben Borten jetzt damit zu tun? Und wie, bitteschön, lotet man Tote mit einem Knoten? Erstens lotet man mit einem Lötkolben und nicht mit einem Knoten und zweitens kann man Tote nicht löten, denn sie bestehen nicht aus Metall und drittens macht das gar keinen Sinn. Welches verquerte Gehirn hat so einen Schmarrn geschrieben... ach so... ja... das war ja mein früheres Ich.


Die Sachen
zum Machen
des Lachen
im Rachen
des Drachen
wird Krachen.
Achchen.

Die zweite Strophe ist zusammenhanglos an die erste gepappt worden – wahrscheinlich weil hier auch die Reimwörter so toll sind oder weil beide Strophen so schön fern von jeder Logik sind. Wer weiß das schon? In der zweiten Strophe erfährt der geneigte Leser, wie man einen Drachen zum Lachen bringt ('Die Sachen zum Machen des Lachen im Rachen des Drachen' einen komplizierten Satz für 'So bringt man einen Drachen zum Lachen' gibt es wohl nicht). Wobei erfährt wäre hier zu viel verlangt. Er erfährt hier nämlich nichts. Nur ein 'wird krachen' und das wars auch schon. Kein 'Kitzel den Drachen dreimal am linken Zeh', 'Erzähle ihm einen Witz über Äpfel' oder 'Hüpfe wie das Takatukalala-Schweinchen auf und ab', nein. Nichts. Nur ein Wort, das sich auf 'Sachen', 'Machen' , 'Lachen', 'Rachen' und 'Drachen' reimt und noch nicht in dieser Strophe verwendet wurde, nämlich 'Krachen'. Ach ja, darauf folgt dann ein 'Achchen'. Weil nämlich sonst kein anderes Reimwort mehr zur Verfügung stand. Was das 'Achchen' am Ende soll, weiß ich nicht und warum das Gedicht diesen Titel trägt, kann ich leider auch nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß nur, dass ich damals nicht unter Drogen oder sonstigen Genußmitteln stehen musste, um so einen Schmarrn zu schreiben.
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