Fallen Angel

von KathM
GeschichteÜbernatürlich / P16
Ian "Liam" Flannery Mencheres "Menkaure" OC (Own Character)
24.07.2016
24.07.2016
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2.245
 
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Hallo ihr Lieben,

meine allererste FF und irgendwie bin ich aufgeregt ;-) .  Ein Teil der Charaktere gehört, wie ihr ja sicher wisst,  Jeaniene Frost. Und dann sind da eben noch meine OCs.  

Ich freue mich über euer Feedback und natürlich eure Kritik. Da es meine erste Geschichte ist, habt ihr mit Sicherheit so einige Verbesserungsvorschläge. Immer her damit, man kann nur dazu lernen :-)

Ich habe mir überlegt die Kapitel nicht gleich komplett reinzustellen, da ich sie als lang empfinde. Außerdem soll ja die Spannung bleiben ;-)

So, nun wünsche ich euch viel Spass beim Lesen.
LG KathM

Nachtrag 26.07.16: so ich setzte nun den 2. Teil meines 1. Kapitels ein. Soviel gab es ja bisher noch nicht zu erfahren ;-) . Ich hoffe jetzt wirds spannender. Viel Spass beim Lesen. Ich freue mich auch auf eure Reviews.
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„Was verschafft mir die Ehre?“ fragte Ian und schloss die Tür. „Ich hoffe es geht schnell, der neue Club den ich abchecken will, soll richtig gut sein. Allerdings kannst du mich auch gern begleiten.“ Mencheres zog fragend die Augenbrauen hoch. Dem Aufzug nach, Ian trug eine enge, hüfthohe schwarze Lederhose, ein silberfarbendes Kettenoberteil und passende nietenbesetzte Stiefel, war das Etablissement nicht gerade nach seinem Geschmack.

„Ich habe etwas gesehen.“ Kam er direkt zur Sache. Jetzt ist es Ian, der fragend die Augenbrauen hochzog. „Im Sinne von etwas gesehen oder was gesehen?“ „Es geht um die Unruhen. Sie nehmen zu. Es wird zur Katastrophe und du spielst eine Rolle.“ „Mencheres, ich bitte dich, auch wenn ich nicht gerade als Ehrenmann bekannt bin, zettel ich doch keinen Krieg zwischen allen Spezies an. Dann kann ich mir auch gleich mein eigenes Grab schaufeln.“ Ian’s Züge verhärteten sich vor Zorn. „Ich dachte du kennst mich gut genug. Mensch, du hast mich verwandelt. Wie kannst du nur … .“

„Nein, nein. Du missverstehst mich.“ unterbrach ihn Mencheres. „Ich denke eher, dass du eine wichtige Rolle spielst das Chaos zu bereinigen.“ Ian schnaubte. „Ich? Ist wieder irgendwas mit deinen Fähigkeiten nicht in Ordnung? Vielleicht irrst du dich ja. Sonst sind doch die Gevatterin und Crispin deine erste Wahl bei sowas. Was genau hast du gesehen?“ Nachdenklichkeit runzelte Mencheres die Stirn. „Das ist es ja, diesmal war meine Version nicht schlüssig, eher bruchstückhaft. Es war so, als ob sie jemand teilweise blockiert. Ich konnte auch eine weitere Person ausmachen. Jedoch konnte ich diese nicht erkennen. Es ist auch nicht so, dass ich anhand dem Äußeren, der Statur oder dem Erscheinungsbild eine Person zuordnen könnte. Diese ist mir völlig fremd.

Ian füllte zwei Gläser mit Whisky und bot eines Mencheres an. „Was hatte denn die Person an? Oder konntest du erkennen, ob es ein Mensch, Vampir, ein Ghul oder schlimmer, ein Dämon war?“ „An einem Dämon glaube ich nicht unbedingt. Ihr habt Seite an Seite gekämpft.“ Das machte Ian neugierig. Er ließ sich doch keinen guten Kampf entgehen. „Cool, dann mag ich ihn jetzt schon.“ Breit grinsend goss sich Ian einen weiteren Whisky ein. „Lass uns eine Wette abschließen. Ich tippe darauf, dass er ein Vampir ist. Wenn er an meiner Seite kämpft, ist es wohl sogar einer mit viel Macht. Er sollte leicht zu finden sein. Sobald wir ihn haben, ziehen wir in den Kampf und beenden diese Unruhen. Einen Namen hast du nicht durchzufall?“ Voller Enthusiasmus sprang Ian auf, sodass der Ottomane nach hinten kippte. Er wollte gerade die Treppe hocheilen, als Mencheres‘ Stimme ihn innehalten ließ.

„Diesen Gedanken hatte ich auch bereits. Eine weitere Person, ob Feind oder Freund konnte ich nicht feststellen, dass er nicht zu sehen war, rief den Namen Sam. Ich habe mich bereits bei den anderen Sippen umgehört. Es gibt genau zwei Vampire mit diesem Namen und beide kommen nicht in Frage.“ Ian warf Mencheres einen Blick, in dem das Wort ‚Warum‘ stand,  zu. „Einer ist kleinwüchsig, und in meiner Version war die Person nur einen knappen Kopf kleiner als du, und der Zweite verlor zu Lebzeiten im Kampf einen Arm.“ Abgetrennte Gliedmaßen von Vampiren wuchsen sehr schnell nach, sobald man sie abtrennte. Fehlten sie allerdings bevor man zum Vampir wurde, blieb das so, bis in alle Ewigkeit. Jedoch ist die Technik heutzutage auch sehr weit und Vampire sind ja bekanntlich nicht knauserig. Ein neuer Hightecharm würde wahrscheinlich den wenigsten auffallen. „Was ist, wenn er eine Prothese hat?“ Ian schaute Mencheres nun erwartungsvoll an.

„Möglich. Aber mein Gefühl sagt mir, dass er es dennoch nicht ist.“ Genauso schnell wie sein Enthusiasmus aufflammte, verschwand dieser auch wieder und Ian sank in den Sessel, der die elegante Sitzgruppe aus Ottomanen komplettierte. „Wir suchen also jemanden mit dem Namen Sam, der kämpfen kann und dessen Äußeres auf so ziemlich jeden zutreffen kann. Ebenso wäre es möglich, dass es nicht sein richtiger Name ist. Unsere Chancen ihn zu finden liegen dann bei wieviel? Einer zu ein paar Millionen, oder mehr?“ Keine Ahnung, wie das zu bewerkstelligen war. Ohne weitere Informationen oder Hinweise wussten beide ja nicht mal, in welchem Land sie suchen sollten, oder welchen Kontinent.

„Mencheres,  sieht so aus, als würdest du mich doch in den Club begleiten. Irgendwo müssen wir ja mit der Suche anfangen. Und wenn ich dabei noch etwas Spass haben kann, umso besser.“

                                                                                                        *****

„Das ist doch nicht dein Ernst, J.J.!“ Sam starrte ihren besten Freund entsetzt an. „Ach, die sind toter als tot. Die haben bestimmt keinen Hunger.“ Bei dem verschmitzten Lächeln, dass er ihr schenkte, musste Sam unweigerlich schmunzeln. Mit seinen schönen, blauen Kulleraugen, seinem braunen Lockenkopf und dem Sandwich, das er noch vor dem Mund hielt, wirkte er wie ein Kind, welches grad beim Stibitzen eines Kekses erwischt wurde. Seine liebenswerte Art ließ unweigerlich jeden Mundwinkel zucken. „Außerdem bist du spät dran. Ich hatte Hunger.“ „Entschuldige, heute war mal wieder die Hölle los und eine zusätzliche OP kam auch noch rein.“ Als Oberärztin der Kinderchirurgie wusste Sam manchmal nicht wo ihr der Kopf stand. Bei den vielen anderen Problemen wunderte sie sich selbst, wie sie noch aufrecht stehen konnte. Es gab Momente wo sie andere verstehen konnte, die zu illegalen Mitteln griffen, um sich aufzuputschen. Für sie kam das selbstverständlich nicht in Frage.

„Auf was hast du Lust? Chinesisch, Sushi oder Pasta? Den Italiener, den wir letztens ausprobiert haben, fandst du doch so lecker.“ Noch immer schaute J.J. Sam verschmitzt lächelnd an. Natürlich wusste sie um die Zweideutigkeit seiner Aussage und musste prompt wieder lächeln. Wenn J.J.‘s Art weiteres Ausmaß annahm, würde er wohl selbst die Toten mit seinem charmanten Wesen zum Lächeln bringen, vielleicht sogar wieder auferstehen lassen. Allerdings bezweifelte Sam, dass er dann seiner Arbeit als Chef der Pathologie noch lange nachgehen kann. Aber sie war J.J. unendlich dankbar, dass er ist, wie er ist und sie immer wieder aufbaute. „Heute ist mir nicht mehr nach mentaler Gesellschaft. Lass uns einfach eine Pizza holen und bei mir einen Film anschauen.“

Ja, mentale Gesellschaft konnte Sam jetzt wirklich nicht gebrauchen. Ihr Fähigkeit, die Gedanken anderer zu lesen, war Fluch und Segen zugleich. Klar hatte sie diese Fähigkeit von klein auf und konnte sie ohne Probleme kontrollieren, doch warum schlafende Hunde wecken. Den Abend mit ihrem besten Freund ruhig auf dem Sofa ausklingen zu lassen, und das ohne lästige Gedanken Fremder, klang momentan verlockender. Wenn sie wollte, musste sie noch nicht mal laut reden. J.J. ist der einzige Mensch der Welt, mit dem sie sich auch mental unterhalten konnte. Warum das so ist? Tja, das galt es herauszufinden. Dass Sam anders war wie andere, war ihr recht früh klar. Doch die Gesellschaft war nicht gerade offen für das Ungewöhnliche. Dies half ihr selbstredend nicht unbedingt bei ihrer Suche nach dem Grund dafür. Nur J.J. war ihr eine riesige Stütze.

Das Wort ‚aufgeben‘ war für ihn ein Fremdwort. Er war sich sicher, dass da noch mehr dahinter steckte. Seine Bestätigung bekam er, als Sam während ihrer Studienzeit weitere Fähigkeiten entdeckte. Ihr Fähigkeit sich an andere Orte zu teleportieren zum Beispiel. Vor Angst hatte sie sich bald in die Hose gemacht, als sie plötzlich in J.J.‘s Zimmer stand, nachdem sie nach einen Streit mit ihrer Mitbewohnerin an ihn dachte. Es stellte sich heraus, dass diese Fähigkeit nur nachts funktionierte. Sam brauchte nur an eine Person oder an einen Ort denken oder von jemandem einen Gegenstand berühren, schon war sie da. Gottseidank war die Teleportation durch Gegenstände Anderer nicht willkürlich. Sonst wäre sie versehentlich wohl schon um die ganze Welt gereist. Obwohl, dieser Gedanke hatte schon etwas Verführerisches. Aber vor den Problemen wegzulaufen brachte Sam nicht weiter. Auch nicht vor ihrer Gabe, die sie liebend gerne nicht entdeckt, geschweige dann überhaupt gehabt hätte. Ihr tödlicher Kuss. Ein paar Jahre Therapie waren nötig, als ihr 1. Mal für Ryan tödlich endete. Die Ärzte fanden wohl eine Gehirnblutung, die von einem Sportunfall Wochen zuvor, herrühren könnte. Doch Sam wusste es besser. Sie versuchte damals dieses traumatische Ereignis zu verdrängen, indem sie wochenlang die Clubs abklappere. Alkohol war zu dieser Zeit ihr bester Freund. Typen ließ sie reihenweise abblitzen.

Doch einer faszinierte sie. Er war groß, stattlich gebaut und sein schwarzes Haar lag in Wellen an seinem Kopf. Seine braunen Augen hatten etwas magisches. Auch wenn er sehr blass war, wirkte er einfach wunderschön. Ihren anfänglichen Versuch, ihn dennoch abblitzen zu lassen, ignorierte er einfach. Er war ein Gentleman durch und durch, ludt sie auf Drinks ein und gab ihr das Gefühl, die begehrteste Frau der Welt zu sein. Als Sam allerdings vor der Tür kurz frische Luft schnappte, wobei er sie begleitete, überraschte er sie mit einem Kuss. Sie spürte seine sinnlichen Lippen, genoss es einen winzigen Moment, bevor sie seine leuchtend, grünen Augen sah, die den ganzen Abend über noch braun gewesen waren. Just im nächsten Augenblick fiel er einfach in sich zusammen und seine Haut fing an zu schrumpeln. Als Ärztin wusste Sam natürlich,  dass die Leiche vor ihr wie eine über Hundert Jahre alte Leiche aussah.

Wie war das möglich? Auf der anderen Seite war ihre Vermutung Ryan’s Tot betreffend richtig, sie war eine Undine* , wenn auch ohne untreu gewordenen Göttergatten. So fanden Sam und J.J. aber auch heraus, dass es noch mehr übernatürliches gab. Es gab Vampire, Ghule, Geister und Dämonen. Vielleicht auch noch andere Wesen, dessen Existenz dem Normalsterblichen verborgen blieb. Sam’s Therapeutin hatte sich damals ein Luxushaus an ihr verdient, selbst wenn sie das Übernatürliche außer Acht ließ. Anderweitig hätte es ihr wahrscheinlich lebenslänglich in der Klapse eingebrockt.

„Du solltest dir den Italiener echt anlachen, seine Kochkünste sind nahezu unverschämt.“ J.J. schaute Sam mit einer Glückseligkeit im Gesicht an. „Schnapp du ihn dir doch, wenn du so auf seine Kochkünste stehst.“ entgegnete sie. „Sweetie, er stand wohl eher auf deinen Arsch als auf meinen. Noch mehr lüsternde Blicke von ihm, und ich hätte dich auf dem Stuhl festnageln müssen, damit er dich nicht in die Küche, oder weiß ich wohin, schleift.“ Ein leicht genervter Ausdruck huschte über Sams Gesichtszüge als sie an die Blicke des Italieners dachte, auch wenn er gut aussah. Klar, er sah wirklich gut aus, aber nach irgendwelchen Bettgeschichten stand ihr nicht der Sinn. Erst recht nicht, wenn die Gefahr bestand, dass er morgens nicht mehr aufwachen würde.  

„Hey, alles in Ordnung?  Gab es etwa noch einen Zwischenfall?“ fragte J.J.. „Was? Nein, nein. Alles in Ordnung. Nach dem Einbruch in mein Büro war nichts mehr.“ Und das stimmte tatsächlich. Vor fast drei Wochen wurde in ihrem Büro eingebrochen, alle Aktenschränke durchwühlt und auch an ihrem Rechner hat sich der Einbrecher versucht. In kurzen Abständen davor wurde auch ihr Auto geknackt und in ihrer Wohnung ebenfalls eingebrochen. Auch das ständige Gefühl beobachtet zu werden, konnte Sam einfach nicht abschütteln. Ihr war inzwischen klar, dass Irgendwer etwas Bestimmtes suchte, und es hatte mit ihr zu tun. Sie glaubte auch, dass zwar sehr Wenige, aber dennoch Wer, vielleicht aus der Unterwelt, über sie Bescheid wusste. Auch wenn es wohl eher als Mythos galt.

Genauso wie das besondere Buch, welches J.J. und sie suchten. Man sprach von einem Wesen, was eine Art gefallener Engel sein soll. Der Mythos besagt, dass dieses Wesen die ‚Reinkarnation des Guten‘ sein soll. Vielleicht gab es darin die Erklärung für ihre besonderen Fähigkeiten und vor allem warum gerade sie mit ihnen leben musste. Leider weiß niemand, ob dieses Buch tatsächlich existiert und wenn, ob der Inhalt wahr ist oder nicht.

„Denk dran, dass wir morgen zu der Wohltätigkeitsveranstaltung der Finanzgurus gehen.“ erinnerte Sam J.J. an ihre morgige Abendplanung. Besagter Guru soll ein Buchliebhaber sein, und seltene Werke gehören wohl zu seinem Lieblingsrepertoire. „Wie willst du vorgehen, Sweetie?“ fragte J.J.. „Lage checken, reinbeamen, rausbeamen und weg.“ war ihre knappe Antwort darauf. Das klang so beiläufig, als wenn sie mal eben schnell zum Bäcker nebenan wollte. Als wenn es nicht total gefährlich sein könnte. „Wenn das Buch so selten ist, wird es wohl nicht einfach so irgendwo rum liegen. Du kannst wohl auch kaum  fragen, ob du dir das unbekannte Buch über die Reinkarnation des Guten mal eben ausleihen könntest. Ein so hohes Tier wie er wird wohl auch über die neueste Technik was Alarmanlagen betrifft verfügen. Was, wenn wir erwischt werden?“ Das war ein einleuchtendes Argument. „Ruf Mikey an. Er schuldet mir noch was.“ sinnierte Sam. „Ich bin müde und werde ins Bett gehen. Gute Nacht.“ „Gute Nacht, Sweetie.“



* Undine ist der Name einiger in Sagen auftretender Wasserwesen. Friedrich de la Motte Fouqué, davon inspiriert, veröffentlichte 1811 eine märchenhafte Erzählung gleichen Namens (Undine), in der die Nixe Undine den ihr untreu gewordenen Ritter mit einem Kuss tötet.
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