Pretty Little Liar

von Silvana
OneshotAllgemein / P12 Slash
23.07.2016
23.07.2016
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Disclaimer: Keine der erwähnten Personen gehört mir. Alles ist frei erfunden, es soll mit der Geschichte keinem geschadet werden und ich verdiene auch kein Geld damit.

Pairing: Jolyon Palmer / Marcus Ericsson angedeutet
Weitere Charaktere: Kevin Magnussen
Timeline: Freitag, 26. August 2016
Warnung: Slash, OOC

Anmerkung: Ich schaue in letzter Zeit zu viel „Game of Thrones“ und „Pretty Little Liars“ - das Resultat daraus ist diese Geschichte. Es ist komplett mit mir durchgegangen und auch wenn die nachfolgenden Zeilen nicht danach aussehen, ich mag Jolyon wirklich. ;) Nur nicht immer in der Rolle des Unschuldsengels. ;)
Die Geschichte baut auf meine beiden anderen mit dem Pairing, „Fire Meet Gasoline“ und „Road Trip“ auf und man sollte sie vorher gelesen haben, um hier alle Andeutungen zu verstehen.
Danke an Forbidden to Fly für die Ermutigung, das zu posten.


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Es war bereits früher Abend in Spa, als sich Kevin Magnussen und Jolyon Palmer auf Kevins Hotelzimmer trafen, um ein paar Details der Autoabstimmung aus dem zweiten freien Training zu besprechen, das gerade hinter ihnen lag. Über eine halbe Stunde diskutierten sie, bis sie alles geklärt hatten, doch als Jolyon im Anschluss daran gehen wollte, hielt Kevin ihn kurzentschlossen auf.

„Warte mal, Jo! Ich muss noch über was anderes mit dir reden!“, rief der Däne, bevor sein Teamkollege das Zimmer verlassen konnte.

Der Ältere drehte sich um. „Worüber denn?“

„Über uns beide.“

Jolyon schenkte ihm einen mitleidigen Blick. Nicht schon wieder dieses Thema, dachte er. „Kevin... es gibt kein ‚uns beide’. Du weißt, dass ich nicht zu haben bin und es lohnt sich nicht, da noch irgendwas zu reden.“

„Ich will doch nur verstehen, was das im Februar zwischen uns war.“

„Es hat sich dadurch nichts verändert. Wir kommen gut miteinander aus, belass es dabei.“

„Aber ich begreife es nicht. Du verführst mich und wir landen im Bett und es ist die Wahnsinnsnacht überhaupt und danach behandelst du mich, als wäre nie etwas gewesen? Warum? Hat es dir nicht gefallen? Das kam mir anders vor... Wieso blockst du mich so ab?“

„Das tu ich nicht, wir arbeiten ausgezeichnet zusammen, du kannst mir nun wirklich nicht unterstellen, dass ich mich unprofessionell verhalte.“

„Ach verdammt, das meine ich nicht und das weißt du auch!“, regte sich Kevin auf. „Es geht nicht um unsere Arbeit, klar, auf professioneller Ebene ist alles wunderbar.“

„Dann gibt es auch nichts, was wir ändern müssten.“

„Ich habe Gefühle für dich, Jolyon...“, er klang angeschlagen und ein wenig hilflos. Er sah fast verloren aus, wie er dort saß und zu seinem Kollegen aufschaute. Von seiner gewohnten Toughness war gerade nichts mehr übrig.

„Das ist nicht meine Schuld, das kann dir bei jedem passieren, den du vögelst. Ich habe dir nichts versprochen.“

„Das weiß ich und du hast recht. Aber ich begreife dich nicht. Ich habe mir den Kopf über dich zerbrochen, du wirktest im Februar so interessiert an mir und ich dachte ernsthaft, aus uns könnte mehr werden.“

„Es war nur Sex, Kevin. Alles andere hast du dir eingebildet“, öffnete Jolyon ihm schonungslos die Augen. „Du wolltest Spaß haben und du hast dich auf mich eingelassen. Punkt und aus.“

„Trotzdem macht das keinen Sinn. Wenn du damals schon fest mit Marcus zusammen warst und ich gehe inzwischen davon aus, dass es so ist und du die Absicht hattest, mit ihm zusammen zu bleiben, wieso hast du mich dann überhaupt abgeschleppt?“

„Das braucht dich nicht zu kümmern.“

„Das tut es aber! Hattet ihr zu der Zeit Streit? War ich nur so eine Art Lückenfüller?“

Bitte keine Szene jetzt, der Tag war schon lang genug. „Wenn ich dazu ja sage, beruhigst du dich dann endlich und wir können normal weitermachen?“

Kevin starrte ihn konsterniert an. „Ich will nicht irgendeine Geschichte hören, sondern die Wahrheit! Was ist das für eine Beziehung zwischen euch?“

„Darüber rede ich nicht.“

„Warum nicht? Wir sitzen doch irgendwie im selben Boot und ich würde niemals jemandem von außerhalb verraten, was du mir über euch erzählst.“

Das würde dir auch nicht bekommen, dachte Jolyon. Geheimnisse waren unter Sportlern eigentlich gut aufgehoben, da jeder welche hatte und sich somit auch jeder bedeckt hielt, der nicht wollte, dass seine eigenen rauskamen. Der 25-Jährige hatte wahrlich genug gegen Kevin in der Hand, das ihm notfalls als Versicherung diente, wenn er auf blöde Gedanken käme, aber so schätzte er den Dänen nicht ein. Trotzdem ließ er die Leute lieber spekulieren, anstatt allzu offen sein Privatleben auszubreiten. „Unsere Beziehung geht dich nichts an.“

„Liebst du ihn?“

Genervt verdrehte Jolyon die Augen. „Die Antworten auf deine Fragen sind irrelevant für dich, aber um deines Seelenfriedens Willen kann ich dir versichern, dass du kein Lückenfüller aufgrund eines Streits gewesen bist und dass meine Ablehnung auch nichts damit zu tun hat, dass du schlecht im Bett wärst. Und ja, ich liebe Marcus. Sind wir fertig?“

In den konsternierten Blick des 23-Jährigen mischte sich nun auch noch Verwirrung. „Wenn das wahr ist, weshalb betrügst du ihn dann dauernd?“

„Dauernd? Vorsicht, mein Freund!“, allmählich wurde er ärgerlich.

„Mit mir, mit Carmen...“

„Was ist mit Carmen?“

„Du warst mit ihr im Bett“, antwortete Kevin wie selbstverständlich.

„War ich das?“

„Ja, deswegen bin ich doch überhaupt erst davon ausgegangen, dass das zwischen dir und Marcus nichts Festes ist, sondern dass du auch mit ihm nur eine lockere Affäre hast.“

„Und woher willst du wissen, was bei mir und Carmen lief?“

„Stimmt es etwa nicht?“, er war sich so sicher. Jeder wusste es doch...

Jolyon lächelte undurchschaubar. „Vielleicht solltest du nicht allen Tratsch glauben, der sich im Fahrerlager verbreitet, bloß weil man ein paar Veranstaltungen gemeinsam besucht oder mal zusammen essen geht. Das macht mich wohl kaum zum Paddock-Flittchen, das es mit jeder und jedem treibt.“

Kevin seufzte und rieb sich die Schläfen. „Ich will dich nicht angreifen und dich erst recht nicht beleidigen, ich will dich nur verstehen. Warum hast du mir nicht gesagt, dass Marcus dein Freund ist? Warum ist das zwischen uns passiert, obwohl ihr nicht mal Streit hattet? Warum warst du so... hingebungsvoll und bemüht um mich, wenn es dir egal war, was aus uns beiden wird?“

„Das kann ich dir nicht beantworten.“ Was hatte der bisher für Liebhaber, wenn er DAS schon als Nonplusultra empfand, fragte sich der Brite insgeheim, musste jedoch zugestehen, dass nicht jeder seine Erfahrung hatte. Jolyon führte ein ausschweifendes Leben bevor er in die GP2 kam, mit seinen Freunden hatte er in sexueller Hinsicht alles ausprobiert was ihnen einfiel und er kannte nur wenige Grenzen. Er fand Gefallen am Außergewöhnlichen, so sehr, dass ihm ganz normaler Sex heutzutage manchmal schal und langweilig vorkam. Er brauchte den Reiz des Besonderen. Das war auch ein Mitgrund, warum er es nicht lange bei Adrian ausgehalten hatte. Der Junge war ja zuckersüß, aber so schrecklich prüde. Marcus war da anders, den hatte er noch zu allem gekriegt was er wollte und es machte ihnen beiden Spaß.

„Kannst du nicht oder willst du nicht?“

Jolyon musste dieses Gespräch beenden, bevor er sich hier ernsthaft verstrickte. „Pass auf, es war ehrlich nicht meine Absicht, Gefühle in dir zu wecken. Ich wollte in dem Moment, dass wir Spaß haben, sonst nichts und es tut mir leid, dass das für dich so aus dem Ruder gelaufen ist. Aber du musst endlich einsehen, dass du mich nicht kriegen kannst. Niemals. Und dass sich jede weitere Diskussion darüber erübrigt. Hör auf, dich selber damit zu belasten, denn wie ich schon sagte, wir beide verstehen uns gut und das sollte so bleiben. Frag dich nicht nach meinen Motiven, denn es gibt keine. Es hat mich im Februar einfach überkommen, so was soll es geben. Wir sind Teamkollegen, wir müssen uns arrangieren und bisher klappte das trotz unserer gemeinsamen Nacht. Das ist alles, was zählt.“

Kevin schaute ihn traurig an. „Es ist niederschmetternd, dass eine dermaßen schöne Nacht nichts gebracht hat außer einer unerreichbaren Schwärmerei und einer zerbrochenen Freundschaft. Marcus will nichts mehr mit mir zu tun haben und wofür? Es ist so sinnlos...“

Für dich vielleicht, dachte Jolyon und seine Nackenhaare stellten sich auf. Er ahnte, dass Kevin irgendwann auf die Freundschaft zu Marcus zu sprechen käme und spätestens jetzt war der Zeitpunkt, ihre Unterhaltung abzubrechen, denn was er tatsächlich für ein Spiel gespielt hatte, durfte nie herauskommen. Jolyon liebte seinen Freund wirklich, sehr sogar und er liebte es, wie der Ältere ihn anschmachtete, ihn begehrte und ihn auf Händen trug. Im Business hatte Marcus kaum Freunde, es gab ein paar, mit denen er sich ganz passabel verstand, aber das konnte man nicht Freundschaft nennen. Bis hin zur Saison 2015, denn da entdeckte er plötzlich, wie gut Kevin und er eigentlich miteinander klarkamen. Sie unternahmen hier und da mal was zusammen, anfangs selten, später häufiger und es gefiel Jolyon nicht, dass Marcus dem Dänen eine solche Aufmerksamkeit schenkte. Sein Verstand wusste zwar, dass er nicht eifersüchtig zu sein brauchte und er ließ sich seinen Unmut auch nie anmerken, aber innerlich passte ihm das alles nicht.

Es war jener Tag im Dezember 2015, an dem Marcus ihn fragte, ob sie ihre Verabredung verschieben könnten, weil er gerne Kevins Einladung zu einem Eishockeyspiel folgen wollte, der Jolyon endgültig verstimmte. Erneut gab er sich nicht die Blöße, Eifersucht zu zeigen, stattdessen reagierte er unbekümmert. „Kein Problem, treffen wir uns eben übermorgen“, sagte er bloß, so als mache ihm das absolut nichts aus. In Wahrheit brodelte es in ihm.

Wo sollte das hinführen?

Er wusste, dass Marcus es nicht böse meinte, zumal er sich noch dreimal versicherte, dass das wirklich okay wäre, wenn sie ihr Treffen verschoben. Er hatte keine Hintergedanken, er empfand nichts für Kevin was über Freundschaft hinausging. Aber was wäre, wenn sich mit der Zeit doch etwas entwickelte? Der Übergang zwischen Freundschaft und Liebe kam so fließend, dass man ihn nicht mal immer sofort merkte.

Er war paranoid. Er sah Gespenster. Da war nichts.

Trotzdem fasste er an besagtem Abend einen Plan, der seine Probleme lösen sollte. Er würde dafür sorgen, dass Marcus sich von Kevin abwandte und ihm gleichzeitig in Erinnerung rufen, was er an ihm, Jolyon, hatte. Sein Plan lautete, während der Testfahrten mit Kevin zu schlafen und er funktionierte in Perfektion. Der 25-Jährige genoss es, wie sich Marcus seitdem noch intensiver an ihn klammerte, wie seine Umarmungen noch inniger und fester wurden als zuvor. Jolyon genoss es, die Verlustangst in ihrem Liebesspiel zu spüren. Er war besitzergreifend und er wusste, dass der Schwede ihn nie verlassen würde, selbst dann nicht, wenn er ihm einen Seitensprung beichtete. Er verletzte den Mann, den er liebte, um ihre Liebe noch stärker zu machen. Wer Erfolg haben wollte, musste etwas dafür tun, manchmal auch leiden. Nicht dass er unter der Nacht mit Kevin gelitten hätte, aber es kostete ihn Überwindung so weit zu gehen und dieses Opfer zu bringen. Das Resultat war es wert.

Alles kam so, wie er sich das vorstellte, außer dass Kevin plötzlich etwas für ihn empfand, das hatte er nicht eingeplant. Letztendlich war sein Teamkollege in diesem Spiel nur eine Marionette und hatte einfach Pech gehabt. „Es mag sinnlos sein, aber es ist wie es ist“, speiste Jolyon ihn mit einer Phrase ab.

Kevin nickte bedrückt. „Würdest du noch mal mit Marcus reden und ihm sagen, dass ich keine Ahnung von eurer Beziehung hatte? Mir geht er aus dem Weg und vielleicht wäre so wenigstens unsere Freundschaft zu retten?“

„Kann ich versuchen“, versprach Jolyon scheinheilig. Nicht in hundert Jahren, dachte er.

„Danke.“

„Aber mach dir keine zu großen Hoffnungen, das Thema ist ein rotes Tuch für ihn.“

„Schon okay, ich erwarte nichts. Es ist nett von dir, dass du’s probieren willst.“

„Einen Versuch ist es wert“, heuchelte er. „Und bei uns ist nun alles klar?“

„Ja. Entschuldige, dass ich dich vorhin so angegangen habe, du kannst nichts dafür, dass ich...“, er schüttelte den Kopf und brach ab. „Entschuldige. Ich reiße mich ab jetzt zusammen.“

„Schon gut, was soll’s, ich bin nicht nachtragend“, log Jolyon, bevor er sich zum Abendessen verabschiedete und das Zimmer verließ.

Kevin lehnte sich in seinem Stuhl zurück und legte den Kopf in den Nacken. Er hatte es so verbockt auf ganzer Linie, warf er sich selber vor. In der Sommerpause dachte er viel nach und kam zu dem Schluss, dass er sich ein letztes Mal mit Jolyon aussprechen und sich dann mit Marcus versöhnen musste. Diese Geschichte sollte nicht länger zwischen ihnen stehen und auch wenn er nach wie vor die Eifersucht spürte, so erschien es ihm schlicht dumm, eine Freundschaft zu opfern wegen eines Mannes, den er nicht erreichen konnte. Er hoffte, dass Marcus mit sich reden ließ und ihm eines Tages vergab.

Er hoffte, dass Jolyon ihm dabei half.

Er ahnte ja nicht, wie vergeblich er hoffte.


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*Ende*
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