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Eine Liebe die befreit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Mrs. Danvers
20.07.2016
23.07.2016
3
9.796
 
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21.07.2016 2.562
 
Endlose Wochen wartete ich auf eine entsprechende Nachricht. Eines Abends raunte Rick mir zu, er habe einen Scheck in beträchtlicher Höhe erhalten. Mein Plan ging auf, ich wurde mit dem Versprechen, mich zu Hause in weitere Behandlung zu begeben, entlassen. Rick brachte mich zu meinem Schiff und unsere Wege trennten sich. Es war dunkel wie damals als ich gegangen war, als ich fern den Hafen erblickte und eine einsam leuchtende Kerze im Fenster des alten Bootshauses leuchten sah. Offenbar war sie auf meine Ankunft vorbereitet. In banger Vorfreude begann mein Herz schneller zu schlagen. Ich ging von Bord und lief ohne mich umzublicken auf das kleine Licht zu. Vorsichtig öffnete ich die Tür, die Scharniere gaben keinen Laut von sich. Dann sah ich sie, meine alte Vertraute, mehr als eine Freundin.
„Danny“, schluchzte ich und sie wandte sich zu mir um.


Ich starrte sie an, die dürre Gestalt vor mir, welche mir nur allzu bekannt war, aber trotzdem irgendwie fremd. Ich stand auf, doch meine Knie waren butterweich. "Oh Gott..", flüsterte ich und ließ mich auf meine Knie fallen. "Du bist es wirklich", hauchte ich und fing an, zu weinen. Vor Wut und vor allem vor Enttäuschung, dass sie mich damals allein gelassen hatte, ohne auch nur ein Wort zu sagen. "Ich wusste genau, dass du nicht gestorben bist", flüsterte ich und richtete mich ganz langsam wieder auf. Ich hatte Angst, sie zu berühren. Hatte Angst, dass sie gleich wieder verschwinden würde, sich in Luft auflösen. "Becca, warum nur bist du von mir gegangen? Weist du, wie sehr es wehgetan hat ohne dich? Ich habe 2 Menschen umgebracht, als ich das Anwesen angezündet habe", hauchte ich leise und sah ihr aus traurigen Augen in das Gesicht. "Meine geliebte Becca..", murmelte ich und zog sie einfach fest in meine Arme.


Ich ließ es geschehen, ihre anklagenden Blicke bohrten sich in mein Herz. „Ich konnte es Dir nicht sagen“, sagte ich mühsam die Tränen zurück haltend, die ich in mir aufsteigen spürte. Für einen Moment hielten wir uns nur ganz fest, ehe wir uns von einander lösten und ich in die Stille, die zwischen uns entstanden war begann meine Geschichte zu erzählen.


Ich wollte das nicht. Ich war sauer auf sie. Abgrundtief hatte sie auf mein Herz eingeschlagen, als sie gegangen war. Und das würde sie nicht einfach so wieder gut machen. "Ich verstehe es, Rebecca. Aber hoffentlich verstehst auch du, dass aus uns nie mehr was werden kann.", murmelte ich und atmete tief durch. "Ich kann nie wieder jemanden in mein Herz lassen. Auch dich nicht. Du hast es völlig zerstört und das verzeihe ich dir nicht einfach so.", murmelte ich. "Ich hatte Depressionen, Wahnvorstellungen. Ich war total verrückt", hauchte ich und sah sie leidend an. "Es macht mich kaputt, dich jetzt hier zu sehen. Ich... Ich habe niemals unsere Nacht vergessen oder deine Küsse. Aber du hast schon immer nur mit mir gespielt. Abends hast du dich dann mit einem deiner Kerle im Bootshaus vergnügt und ich lag weinend im Bett, das war dir egal..", flüsterte ich.


„Ich kann das nie wieder gut machen“, flüsterte ich. „Doch ich kann es versuchen. Ich hatte Krebs. Ich war dem Tod geweiht und vor lauter Angst und Verzweiflung musste ich diesen Ort hinter mir lassen, um meine einzige Chance am Leben zu bleiben zu nutzen. Doch hättest Du es verstanden? Du weißt doch, wie die Vergangenheit aussah und welche Hürden wir zu meistern hätten. Vielleicht kann es eines Tages wieder ein Bisschen sein wie früher. Lass uns die Wunden streicheln und sie verheilen lassen.“


"Nein, Rebecca.", sagte ich und atmete tief durch. "Geh zu Jack und verbringe deine Zeit mit diesem dreckigen Kerl. Aber nicht mit mir.", murmelte ich und hatte Tränen in den Augen. "Ich habe lange auf dich gewartet. 2 Jahre, Rebecca. 2 Jahre hab ich einfach nicht gelebt ohne dich.", murmelte ich und atmete tief durch. "Zeig mir erst einmal, dass du mir treu bist. Dann reden wir nochmal..", flüsterte ich.


„Du hast hier im Bootshaus auf mich gewartet“, sagte ich und schloss sie wieder in die Arme. Der Seitenhieb auf die vergangene Liaison mit Jack schmerzte mich mehr als ich zugeben mochte. „Wie ist es Dir ergangen? Was ist das für eine Person, die nun an meiner Stelle an Maxims Seite weilt?“, fragte ich aus Neugierde und um sie von dem leidigen Thema abzulenken.


Ich seufzte. "Du wirst dich niemals ändern, Becca. Du denkst nur an deine Männer.", sagte ich. "Es ist eine junge, naive Frau. Sie hat deinen Platz nicht verdient.", hauchte ich dann aber ehrlich und biss mir auf die Lippe. "Mir ging es furchtbar", murmelte ich und atmete tief durch. "Ich konnte das erste Jahr kaum schlafen ohne deine Arme um mich.", hauchte ich. "Ich liebe dich", flüsterte ich und fing wieder an, zu weinen. "Warum nur hast du mich betrogen."


Von Mitgefühl gepackt strich ich über Dannys Rücken und spielte mit den Fingern in ihrem Haar. Schließlich murmelte ich nur, „Du arme.“, und verschloss ihre Lippen mit einem Kuss.


Ich riss meine Augen auf und drückte sie sofort von mir weg. "Fass mich nicht an. Nicht so", hauchte ich und räusperte mich. "Bitte... Ich will dir nicht wieder verfallen", murmelte ich und fuhr mir durch mein dichtes, welliges Haar. "Ich will keine romantische Beziehung mehr zu dir, Rebecca. Du kannst nicht einfach für 2 Jahre gehen und dann plötzlich wieder so zu mir sein. Mich halten, mich küssen... Das geht nicht", hauchte ich und drückte ihre Hand sanft. "Wir können es langsam angehen lassen, wenn du möchtest.", hauchte ich und sah sie verzweifelt an. "Ich liebe dich. Wirklich. Aber ich bin noch nicht bereit, dass gleich wieder alles ist, wie früher.", murmelte ich und biss auf meiner Lippe herum. "Wenn du aufhörst, dich mit den ganzen Männern zu treffen, dann gebe ich dir noch eine Chance", hauchte ich.


Für einen Moment war ich verblüfft. Dann fing ich mich wieder und antwortete, „Ich war zwei Jahre fort, eine Zeit die ich am liebsten aus meinem Gedächtnis und meiner Vergangenheit tilgen würde. Nach unermesslichen Qualen war ich gefangen in einer Anstalt und musste dort erst einmal zu mir zurück finden. Die Männer mit denen ich früher meine Spielchen trieb glauben noch immer ich sei tot und der einzige Mann mit dem ich in der letzten Zeit zu tun hatte, war ein Pfleger und hat bis zu diesem Tag nichts als Träume von mir. Leere Versprechen um zu Dir zurück zu kommen. – Ich wollte immer nur Dich, oder warum glaubst Du, komme ich nach Hause?“ Ich überlegte kurz, ob ich ihr sagen sollte, dass ich sehr wohl plante meinen Mann noch einmal zurück zu nehmen, um sein kleines Leben endgültig zu zerstören. Ich würde ihm so lange beiliegen, bis ich einen Erben für das Anwesen bekommen würde und er mit seinem Flittchen die Stadt verließ. Statt dessen lächelte ich nur gequält und in Gedanken versunken.


Ich seufzte leise und legte meine Arme vorsichtig um sie. "Komm zu mir, mein Mädchen", flüsterte ich und setzte mich mit ihr auf die Ledercouch im Bootshaus. Bestimmt hatte sie hier schon sehr viele Männer gehabt, doch daran wollte ich jetzt einfach nicht denken. "Becca, ich...", es war so kompliziert alles. Ich wollte ihr helfen, doch gleichzeitig wollte ich mich nicht wieder von ihr erniedrigen lassen. "Ich liebe dich. Werde ich immer tun", hauchte ich und zog sie sanft auf meinen Schoß. "Weist du noch, wie wir früher immer gespielt haben?", hauchte ich. "Als du ein ganz kleines Mädchen warst und wir immer reiten waren. Weist du noch? Da hast du immer gewollt, dass ich dir zum Einschlafen eine Geschichte vorlese. Du hast immer so süß geschlafen.", murmelte ich und strich ihr sanft durchs Haar, lächelte sie sanft an. "Ich habe deinen Brief gelesen. Und ja, ich kann mich an alles erinnern. Auch an... Unsere Nacht. Und du? Denkst du manchmal daran?", hauchte ich.


Ich beschloss ihr die Wahrheit zu sagen. „Ich hatte sie vergessen. Es ist nicht, wie Du jetzt denkst, ich war sehr krank und hatte mich selbst schon verloren. Doch als die Erinnerung zurück kam, warst Du die Erste, an die ich dachte. Meine Kindheit mit Dir zusammen, die Erfahrungen, die ich nur mit Dir machen konnte und eine unendlich tiefe Liebe, die mir halfen gesund zu werden. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als die Zeit zurück zu drehen und wieder die Bürste im Haar zu spüren, oder an unsere gemeinsame Nacht anzuknüpfen.“


Das zu erfahren tat mir sehr weh, ich spürte einen Stich in meinem Herzen. Sanft streichelte ich mit meinen Fingerspitzen ihre Wange. "Es war wunderschön.", flüsterte ich und atmete tief durch. Es tat einfach weh, zu erfahren, dass sie so etwas wundervolles hatte vergessen können. "Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht, ob es jemals wieder so weit kommen wird. Ich... Weiss nicht, ob ich mich dir wieder anvertrauen will und kann.", flüsterte ich und sah ihr traurig in die Augen. "Lass es uns bitte einfach langsam angehen lassen. Bitte. Ich flehe dich an.", flüsterte ich. "Leg deinen Stolz für mich ab und lass Max gehen. Bleibe bei mir.", ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und näherte mich nach und nach immer mehr ihrem Gesicht, bevor ich meine Lippen ganz vorsichtig auf ihre legte.


Vor Erschöpfung schloss ich die Augen und ließ mich in die weichen Polster sinken. Es roch sauber, als hätte jemand gründlich geputzt, ehe ich hierher zurück kam. „Ich weiß, dass es wunderschön war“, flüsterte ich. „Genau wie Du es bist. Doch ich verstehe nicht, was Maxim mit uns zu tun haben soll. Er muss erfahren, dass es mich noch gibt, denn nur auf diese Weise können wir beide glücklich werden. Soll ich für immer in diesem Schuppen kampieren? Es ist mein zu Hause, und ich will es zurück haben.“ Trotzig verharrte ich nach dem letzten Ton und legte meinen Kopf an die Rückenlehne. Als ich die Augen wieder öffnete, war ich bereits mit einer weichen Decke zugedeckt worden. Es fühlte sich bereits jetzt ein bisschen an, wie zu Hause.


"Möchtest du das wirklich? Möchtest du wirklich mit mir zusammen sein? Und mit mir glücklich sein?", hauchte ich und sah ihr tief in die Augen. "Sei ehrlich zu mir, bitte. Ich weiß, dass ich dir nicht so viel geben kann, wie die Männer, die du hattest. Aber... Wenigstens kann ich dir Wärme und Nähe geben. Und Liebe", hauchte ich und deckte sie liebevoll zu. "Ich habe hier alles frisch geputzt und aufgeräumt. Du kannst doch erstmal hier bleiben, bevor du bereit bist, mit ihm zu reden?", lächelte ich und legte mich vorsichtig zu ihr. "Du kannst dich hier sicher fühlen, bei mir.", lächelte ich ehrlich und vergrub mein Gesicht an ihrem Hals, schloss meine Augen und fing an, stumm zu weinen. Ich konnte einfach immernoch nicht glauben, dass sie wieder da war.


„Natürlich möchte ich das.“, murmelte ich. „Deinetwegen bin ich zurück gekommen, denn Du warst immer für mich da, so lange ich denken kann. Eine solche Liebe kann nur aufrichtig sein und verdient es nicht zu vergehen. Wenn Du mich noch möchtest, dann lass uns Manderley für uns erobern und gemeinsam in eine Richtung blicken.“ Bevor ich weiter sprechen konnte schlief ich ein. Tief und traumlos und das erste Mal seit zwei Jahren glücklich.


Ich sah ihr beim Schlafen zu und seufzte. Sie hatte sich nicht verändert. Sie wollte nur Geld und Ruhm. Und Ansehen. Ich grübelte noch lange über uns beide nach, bevor auch ich langsam einschlief und mich im Schlaf an sie kuschelte.


Als ich am nächsten Morgen erwachte fühlte ich mich frisch und ausgeruht, doch dieses Gefühl hielt nicht lange an. Denn der Platz neben mir war leer. Danny war verschwunden.


Ich war nur draußen vor dem Bootshaus und schnupperte etwas Seeluft. Ich hatte uns Frühstück gemacht und wartete damit auf sie. Ich kam rein zu ihr und lächelte verliebt. "Guten Morgen. Frühstück?", hauchte ich grinsend.


Ich sprang auf und lief ihr entgegen. Statt einer Antwort umarmte ich sie, gab ihr einen kurzen Kuss und antwortete „und zum Nachtisch?“, mit einem schelmischen Grinsen.


Ich grinste breit. "Becca, wir wollten es langsam angehen lassen...", kicherte ich und drückte mich an sie. "Ich will noch warten, bevor wir wieder miteinander... naja, du weißt schon", flüsterte ich und streichelte über ihre Arme. "Ich habe dir dein Lieblingsfrühstück gemacht", lächelte ich liebevoll und setzte mich mit ihr, bevor ich sie grinsend mit ein paar Früchten fütterte.


„Ich habe beschlossen, dass es heute sein muss. Je eher, desto besser!“, sagte ich und wartete auf ihre Reaktion.


Ich sah sie entrüstet an. "Du wirst dich niemals ändern. Es geht nicht immer nur um dich, versteh es doch endlich", sagte ich enttäuscht und drückte sie von mir weg. "Du entscheidest sowas nicht alleine. Ich will das noch nicht und das musst du verstehen. Lass mich in Ruhe, Rebecca", sagte ich traurig und stand auf.


Verblüfft starrte ich sie an. „Wovon redest Du?“, fragte ich sie und war mit meinen Gedanken schon wieder ganz woanders.


Ich seufzte leise und hatte Tränen in den Augen. "Wovon redest DU?", stellte ich die Gegenfrage und fing an, vor Verzweiflung zu weinen. "Reiche ich dir nicht mehr?", hauchte ich.


Trotzig stieß ich meinen Stuhl um und verließ den Tisch. Mit ihr zugewandtem Rücken sagte ich leise, „Es geht nicht nur um mich, es geht um uns. Ich werde dafür tun, was ich kann und muss und Du solltest das auch tun. Wenn Du das nicht verstehen kannst, gehe ich allein. Und wenn Du keinen Verdacht wecken möchtest, wäre es wohl besser, Du gingest wieder an Deine Arbeit und wir setzen das Gespräch fort, wenn die Zeit gekommen ist.“ Ich zwang mich, mich nicht nach ihr umzudrehen als ich leise einen Schritt vor den anderen tat und mich dem schmalen Weg zuwandte, der zum Anwesen führte.


Ich seufzte leise. "Schon wieder lässt du mich im Stich. War ja klar", hauchte ich und biss mir auf die Lippe. Sie tat mir nur weh. "Ich will dich niemals wieder sehen", hauchte ich und schluchzte, bevor ich aufstand und das Tablett runterschmiss. "Geh und lass mich alleine", schrie ich, bevor ich aus dem Bootshaus hinausrannte und dort am Strand zusammen brach. Ich fing an, zu weinen und zu schreien.


Entsetzt blieb ich stehen. Sie verstand mich tatsächlich nicht. „Wie es Dir beliebt Danny“, brachte ich mit zusammengebissenen Zähnen hervor, mühsam meine aufkeimende Wut und Enttäuschung beherrschend. „Dann gehe ich jetzt, doch Du wirst mich wieder sehen, ob es Dir gefällt oder nicht. Dies ist immernoch mein Haus und ich werde es nicht noch einmal verlassen.“


"Verschwinde!", knurrte ich. "Und komm wieder, wenn du gelernt hast, dass nicht nur du wichtig bist.", sagte ich. "Geh zu deinem Maxim. Betrüg mich mit all deinen tollen Männern. Komm, das kannst du doch so gut.“
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