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RFDS (heute) - Teil 2 - Eine Sache mit der Liebe

von COHO
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Geoff Standish Kate Wellings/Standish
19.07.2016
28.02.2017
7
23.364
2
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Dieses Kapitel
1 Review
 
26.02.2017 843
 
2.5 Rückblick



Sandra lag im Gästezimmer des Farmhauses und zog die Decke schlotternd um ihren Körper. Sie fand einfach nicht in den Schlaf.

Sie fror. Und das, obwohl es so warm draußen war.

Ihre Gedanken kreisten um die letzten Tage und schlagartig wurde ihr bewusst, warum ihr Körper so reagierte. Er vermisste ihn. Oder sie vermisste ihn. Sie meinte seine Körperwärme zu spüren. So wie er sich in den letzten zwei Nächten eng an sie geschmiegt hatte. Doch seine Wärme übertrug sich heute nicht auf ihren Körper.

Entnervt über den Gedankenrausch in ihrem Kopf drehte sich Sandra aufstöhnend auf den Rücken, verschränkte die Arme hinter ihren Kopf und ließ ihren Gedanken freien Lauf.

Besonders ein Gedanke kam immer und immer wieder. Dabei wollte sie gerade über diesen einen nicht nachdenken… –

„Kommst du mit mir? Nach Coopers Crossing?“ Kevin saß hinter dem Steuer des Wagens und schaute hoffnungsvoll zu Sandra hinüber. „Ich möchte dir gerne mein Leben zeigen.“

„Ich…“ Sandra war sich nicht ganz sicher. „Ich werde bestimmt kommen. Aber erst muss ich noch meinem geplanten Weg folgen. Zumindest ein Stück!“

Verwundert hielt Kevin den Wagen an. „Was meinst du?“

„Ich möchte die Weite des Outbacks erleben…“

„Hinter Crossing fängt das Outback an. Ich kann jedes Wochenende mit dir hinausfahren.“

„Bitte, versteh mich doch.“ Sandra beugte sich zu ihm hinüber und schaute dem Arzt nun tief in die dunklen Augen. „Es ist schön mit dir…“

„Aber nicht mehr.“ Kevin traf die Erkenntnis hart.

Sandra spürte seine Verzweiflung. Er schien sich gerade so richtig in sie zu verlieben.

Wenn sie tief in sich hineinhorchte überschlugen sich da gerade genauso heftige Gefühle in ihr. Gefühle, die es ihr schwer erscheinen ließen, Kevin je wieder loszulassen.

Aber würde sie es nicht später irgendwann bereuen, wenn sie gerade jetzt ihre Reise unterbrach?

Wie sollte sie ihm ihre Gedanken und Gefühle begreiflich machen?

Der Mann neben ihr starrte in die Weite der Landschaft. Er schien am Ende. Dabei hatte er sich ihr in den letzten zwei Tagen völlig offenbart. Sie kannte in groben Zügen sein ganzes bisheriges Leben. Besonders die Zeit mit Pamela, Felicitas Mutter, hatte ihn sehr geprägt.

Ebenso hatte sie mit erschrecken gestern Abend festgestellt, dass sie ihm mehr von sich erzählt hatte, als sie normalerweise einer noch frischen Beziehung anvertraut hätte.

Entschlossen griff sich nach dem Schlüssel im Schloss und schaltete den Motor aus. Noch bevor Kevin ihre Tat wirklich realisieren konnte, hatte sich Sandra rittlings über seine Beine gesetzt.

Überrascht schaute Kevin sie mit traurigen Augen an. Noch bevor er einen Ton sagen konnte, legte sie ihm ihre Hände auf die Wangen und schaute ihm tief in die Augen.

„Kevin, ich bin gerade dabei mich völlig in dich zu verlieren. Die Gefühle überschwemmen mich und ich weiß nicht, wie ich noch atmen soll.

Und gerade deswegen, möchte ich dich bitten, mich gehen zu lassen. Ich verspreche dir, dass ich mich jede Woche mindestens einmal bei dir melden werde. Damit du genau weißt, wo ich bin und das es mir gut geht.

Ich werde zu dir zurückkommen. Aber ich muss erst weiter.“

Kevin Standish nickte nach einem kurzen Moment des Zögerns. „Ich verstehe dich ja. Ein Leben in Coopers Crossing ist nicht so spannend, wie es klingt. Es ist teilweise recht eintönig.“

Sandra schüttelte nur schmunzelnd ihren Kopf. „Ich freue mich schon darauf, dein Leben kennenzulernen. Und ich bin davon überzeugt, dass das Leben mit dir nicht eintönig wird.“

Gierig drückte sie ihm ihre heißen Lippen auf den Mund. Wie konnte sie nur wirklich in Betracht ziehen, jetzt von ihm Abschied zu nehmen… –

Sie hatte ihre Entscheidung getroffen. Sie hatte gewählt…Und doch tat es schrecklich weh. Es hatte bereits begonnen, als sie dem Flug seiner Chesna am Himmel verfolgte. Ein schwerer Abschied. Aber er war nicht für immer, da war sie sich ganz sicher! Dieser Gedanke tröstete sie und ließ sie endlich in einen leichten Schlaf verfallen.



„Und du bist dir wirklich sicher, dass du dich richtig entschieden hast?“ Marie Cadman nahm Sandra drei Tage später zum Abschied herzlich in die Arme. „Kevin hast du mit deiner Entscheidung sehr weh getan.“

„Ich weiß, Marie.“ Sandra versuchte sich an einem unbesorgten Lächeln. So ganz gelang es ihr nicht. „Aber ich habe das Gefühl, dass ich erst etwas Abstand gebrauche.“

„Obwohl du jetzt schon weißt, dass du ihn heute, nach nur drei Tagen, schon schrecklich vermisst?“

Sandra ließ matt ihren Kopf sinken. Der Schmerz in ihrem Innern wurde durch Maries Worte nicht gerade gemildert. Dieser Schmerz, der ihren ganzen Körper erfasst zu haben schien.

„Ich muss es tun…“ Sandra sah entschlossen zu Marie auf. „Ich werde sonst aus Coopers Crossing nicht wieder herauskommen… Nicht bevor meine Aufenthaltsgenehmigung abläuft.“

Von draußen war lautes Hupen zu vernehmen.

„Bob möchte los, Marie… Vielen Dank für die schönen Wochen hier bei euch. Ich werde euch alle schrecklich vermissen.

Und ich verspreche dir, dass ich nach Coopers Crossing zurückkommen. Vielleicht werden wir uns dort ja wiedersehen.“

Marie nickte verstehend. Irgendwie konnte sie Sandras Beweggründe nachvollziehen. Aber innerlich gab sie ihr keine lange Zeit, bis sie in Coopers eintreffen würde.
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