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Victoria Edison - The Maze is just the beginning

von Nyala
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Newt OC (Own Character) Thomas
19.07.2016
14.09.2016
51
63.404
3
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.07.2016 1.175
 
Kapitel 4

Thomas hat Victoria so gut wie alle Fragen beantwortet, die sie hatte. Sie weiß jetzt, dass das Glade von einem riesigem Labyrinth umgeben ist, was die Glader auch Maze nennen. Die vier Tore in den Mauern, die das Glade umgeben, sind Victoria schon eher aufgefallen. Thomas hat ihr erklärt, dass die sich jede Nacht schließen, um die Glader vor den Grievern zu beschützen. Dann hat Thomas noch Griever erklärt, und das sie stechen und man dadurch ziemlich krank wird. Vielleicht sogar stirbt. Alle, die bis jetzt gestochen wurden und noch da sind, haben es rechtzeitig ins Glade geschafft um das Grief Serum zu bekommen. Die anderen haben es nicht geschafft, bevor sich die Mazetore geschlossen haben. Diese armen Menschen wurden von den Grievern getötet. Thomas hat auch noch einiges mehr erzählt, was Victoria erstmal alles verarbeiten muss. Und das tut sie in ihrer Hängematte, die sie zusammen mit Newt vor dem Feuer aufgebaut hatte. Victoria schaut in den Himmel, den sie durch zwei Holzplatten sehen kann. Viele Hängematten hängen unter dem Dach, was von vielen Säulen getragen wird. An ein paar Säulen hängen Fackeln, die etwas Licht spenden. Sie ist die erste, die in ihrer Matte liegt. Die Glader feiern alle noch. Nach wie vor versteht Victoria diese Aufregung nicht. Seufzend dreht sie sich auf ihre Seite und versucht irgendwelche Erinnerungen zu greifen. Etwas später schläft sie ein und träumt.
  Trauer. Eine der einzigen Emotionen, die Victoria im Gesicht der Frau ihr gegenüber sieht, ist Trauer. Neben der Trauer ist auch unendliche Liebe in ihrem Blick. Victoria selbst ist fünf Jahre alt und sitzt mit Tränen in den Augen auf einem Bett. "Süße. Du wirst dort nicht allein sein. Dein Bruder ist auch da. Stephen hat mir versprochen auf dich aufzupassen. Und du kennst die Versprechen deines Bruders. Er hält sie auch." Victoria nickt. Sie weiß genau, dass die Frau nur das Beste für sie will. Sie spürt es. "Komm, Süße. Stephen wartet unten schon mit zwei netten Männern." Die Frau hält Victoria die Hand hin. "Mommy, ich hab' Angst." Ein kleines Lächeln huscht über das Gesicht der Frau, Victorias Mutter. "Ich weiß, aber alles wird gut. Du darfst nur nie vergessen, dass ich dich und Stephen über alles liebe." Victoria wischt sich mit einer Hand über's Gesicht und ergreift die Hand ihrer Mom.
  Unten stehen zwei Männer in der Tür. "Mommy, wo ist Stephen?" fragt Victoria, als sie ihren Bruder nicht sieht. "Hallo Kleine. Dein Bruder sitzt schon im Auto und wartet auf dich." Einer der zwei Männer lächelt das Mädchen an. "Komm! Ich bringe dich zu ihm." Victoria schaut den Mann an und umschlingt dann ganz fest ein Bein ihrer Mutter. "Ich will nicht! Ich will bei Mommy bleiben." Die Frau legt eine Hand auf den Kopf ihrer Tochter. "Süße, wir haben doch gerade darüber geredet." Im nächsten Moment wird Victoria von dem Mann, der noch nicht geredet hat, gewaltsam von ihrer Mutter entfernt. "Wir müssen jetzt los." sagt er nur schroff. Victoria fängt an mit weinen und treten und schlagen. Sie will bei ihrer Mommy bleiben. Sie will nicht mit den fremden Männern mit. Das letzte was sie sieht, ist wie ihre Mutter Tränen überströmt die Haustür schließt.


Victoria wird wach gerüttelt. "Hey, Tori. Alles ist gut! Das war nur ein Traum." Victoria öffnet ihre Augen und sieht Thomas vor sich. Sie merkt das Tränen über ihr Gesicht laufen. "Was ist denn los? Was hast du geträumt?" Victoria krabbelt aus ihrer Hängematte und läuft ohne ein Wort zu sagen von dem Schlafplatz der Glader weg. Während sie läuft, wischt sie sich mit beiden Händen über die Wangen, um die Tränen weg zuwischen. "Hey, Tori!" Thomas läuft ihr hinterher, bis er neben ihr geht.
  An 'ihrem' Baum lehnt sich Victoria gegen den Baum und rutscht an der Rinde runter, bis sie sitzt. Thomas setzt sich stumm neben sie. Ihm ist bewusst, dass es nichts bringt sie dazu zu überreden wollen, dass sie sich ihm anvertraut. Wieso sollte sie auch? Victoria kennt ihn nur ein paar Stunden. Auch wenn sie sich anscheinend vor dem Glade sehr gut kannten. All die Erinnerungen sind weg. All das, was davor war, gibt es nicht mehr. Für Victoria fängt hier im Glade ein vollkommen neues Leben an, genau wie für alle anderen Glader vor ihr, und die, die noch kommen werden.
  Nach geraumer Zeit schaut Victoria zu Thomas. Unsicherheit und etwas Trauer liegen in ihrem Blick. "Ich hatte eine Erinnerung." Thomas, der halb eingedöst ist, schaut sofort zu ihr. "Zumindest nehme ich an, dass es eine Erinnerung war." Victoria schaut wieder nach vorne. "Und die war so schlimm?" Das Mädchen zuckt mit den Schultern und nickt dann leicht. "Willst du mir davon erzählen?" Victoria lehnt ihren Kopf gegen den Baum und dreht ihn so, dass sie Thomas ansehen kann. "Willst du's denn wirklich hören?" Entschlossen nickt Thomas. "Klar. Sonst würde ich ja nicht fragen, oder Shank?" Ein lächeln zeigt sich auf Thomas' Gesicht, was Victoria ebenfalls schwach lächelnd erwidert. "Okay." Victoria schaut wieder nach vorne. "Ich... war jung, vielleicht fünf oder so. Ich saß mit Tränen in den Augen in einem Zimmer. Vor mir eine Frau."
  Victoria erzählt ihren Traum so genau wie möglich. Am Ende laufen ihr Tränen über die Wangen. "Ich habe gesehen, wie ich meiner Mutter weggenommen wurde. Und ich habe einen Bruder." Mitleidig schaut Thomas den Greenie an. "Das tut mir wirklich leid." Ohne groß darüber nachzudenken, wirft sich Victoria ohne Vorwarnung in Thomas' Arme. Zögernd erwidert der überrumpelte Junge die Umarmung. Victoria hält sich an dem T-shirt des Jungen fest, den sie erst weniger als einen Tag kennt. Ihren Kopf legt sie auf seine Schulter, Gesicht zum Hals. Beruhigend streicht Thomas ihr über den Rücken. Für beide fühlt es sich okay an. Irgendwie richtig. Vertraut.
  Nach etwa zehn Minuten setzt sich Victoria wieder richtig hin und schaut Thomas entschuldigen an. "Tut mir leid. Ich wollte nicht—"
"Hey, ist okay." unterbricht Thomas sie. "Ich hab' mich einfach um deinen Hals geworfen, obwohl wir uns kaum kennen." Thomas seufzt. Im Prinzip sind sie sich ja nicht komplett fremd. "Wir hatten früher schon miteinander zu tun. Es ist wirklich alles gut." Aufmunternd lächelt er sie an. Sie zurück. "Ich hab' dein Shirt total nass geheult." meint sie schniefend und zeigt auf Thomas nasse Schulter. Sein Blick wandert da hin. "Egal. Geht's dir besser?" Victoria nickt. Sie ist erleichtert, dass es ihm nichts ausmacht. "Siehst du. Und dafür lohnt sich doch so eine nasse Schulter." Victoria lacht kurz auf und schaut dann zum Himmel. Er verfärbt sich langsam. Ein neuer Tag bricht an.
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