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Unheimlicher Eifer

von Ikari
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Beyond Birthday L
19.07.2016
10.12.2016
53
65.930
10
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19.07.2016 695
 
"Diese Haare! Sie machen mich noch wahnsinnig!", ich wuschelte mir wild in meinen schwarzen, widerspenstigen Haaren herum. Oft sahen sie katastrophal aus und nicht so wie ich es mir wünschte. Ich wollte perfekt aussehen... zumindest genauso gut wie L. Er war mein Idol, ein Detektiv der Meisterklasse. Ich wollte genauso gut werden wie er.

Ich drehte mich auf meinem Bett um, sodass ich an der Bettkante saß und nun zu den Gardinen schaute, die diese grässliche Sonne verdeckte. Ich mochte es lieber dunkel. Mein Blick wanderte nach rechts über seinen Schreibtisch, auf dem das pure Chaos herrschte, direkt zu seinem Bett. L saß auf diesem mit angewinkelten Beinen und hatte seinen Kopf zwischen seinen Knien vergraben. Er schlief immer so, wenn er mal schlief. Es kam nicht oft vor, was ich bedauerte, da ich ihn ziemlich niedlich in dieser Position fand. Selbst habe ich es schon einige Male probiert so zu schlafen, aber keine Chance. Langsam beugte ich mich nach vorne und stand auf.
Ich schnappte mir mein schwarzes langärmliges Hemd vom Stuhl neben meinem Bett und schlich langsam zu L.
Kurz hielt ich vor ihm inne und schaute auf seinen verwuschelten Kopf. Meine Hand berührte sanft seine Haare. Ich lies sie durch meine Finger gleiten. Es war nicht allzu lange her, dass ich merkte, das L für mich mehr als nur ein Vorbild war. Ich hatte mich in ihn verliebt. Es schmerzte, dass ich es nicht sagten konnte... wir waren immerhin zwei Kerle im Alter von 20. Sowas würde nicht akzeptiert werden und ich hatte Angst, was L sagen würde. Tierische Angst enttäuscht zu werden. Ich nahm es hin wie es war, mir reichte die tägliche Nähe zu ihm. Lieber so, als anders.
Meine Hand streichelte mittlerweile an seinem Hinterkopf hinab Richtung Nacken. Ich musste mich zusammenreißen und zog meine Hand zu seiner Schulter. Leicht schüttelte ich ihn. Eigentlich mochte ich es gar nicht, ihn zu wecken, wenn er mal schlief, aber ich wusste wie muffelig er werden würde, wenn er das Frühstück verpasste, bei dem es heute seinen Lieblingskuchen gab... Erdbeerkuchen.

"Hey L.... aufwachen..." Er brummelte unverständlich vor sich hin.
"Es ist schon spät. Du willst doch nicht den Erdbeerkuchen verpassen, den es heute gibt?", flüsterte ich mit einem Grinsen in sein Ohr.
"Was?! Was hast du gesagt? Erdbeerkuchen? Heute?!!"
Er sprang so schnell auf, dass sich einer seiner Füße im Bettlaken verhackte und er drohte mit dem Gesicht voran auf den Boden zustürzen. Geistesgegenwärtig packte ich ihn am Arm und zog in zu mir ran. Wir starrten uns nun direkt in die Augen. Eine peinliche Stille herrschte.
"Ähm... nun ja, ich würde sagen: Glück gehabt.", ich räusperte mich und lies ihn los.
Mir stieg das Blut in den Kopf, ich merkte wie mir plötzlich warm wurde, ich hoffte ich würde nicht erröten.
"Danke Beyond, das war wirklich knapp. Was würde ich nur ohne dich machen?", er strecke mir die Zunge heraus und zwinkerte mir zu.
"Du würdest vermutlich heute keinen Erdbeerkuchen mehr bekommen.", entgegnete ich und lachte.
"Da hast du wohl Recht... und jetzt auf!" L zupfte sich sein weißes Hemd zurecht, das er auch beim Schlafen trug, und steckte danach seine Hände lässig in seine Jeans.
Er ging an mir vorbei und sah mir nochmal kurz in die Augen bevor er zur Zimmertür schlurfte, leicht gebückt wie immer. Seit ich als kleines Kind hier in Wammys Heim kam, hatte ich ihn nie anders laufen sehen. Er erklärte mir mal, dass es für ihn gemütlich sei und er so besser denken konnte. Wenn ich im nachmachen wollte, endete es immer mit Rückenschmerzen, also beschloss ich es zu lassen.
"Hey, worauf wartest du?" rief L mir zu. Ich merkte gar nicht, dass ich scheinbar in Gedanken abgetrieben war.  Meine Zuneigung und mein Zwang nahmen von Tag zu Tag zu. Ich wusste nicht, wie lange ich mich noch beherrschen konnte. Ich steckte mir ebenfalls meine Hände in die Hosentasche und lief zu L.
"Na dann auf, holen wir uns unseren Kuchen.", sagte ich, grinste L an und öffnete die Tür zum Flur.
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