How to confuse a siren

GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Axton Maya Salvador Zer0
18.07.2016
02.08.2016
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Verwirrung

„Wirst du Pandora verlassen?“

Er sah sie, aber er begrüßte sie nicht so wie er es sonst immer tat. Die Mission war so deutlich in seinem Kopf gewesen, als er mit Zed darüber gesprochen hatte, aber sobald er ihre Stimme hörte, war alles weg.

„Nicht jetzt“, antwortete er schnell, während er in die grauen Augen der Sirene sah, die nun direkt ihm gegenüber stand. „Ich wollte ein paar Rakk Flügel für Zed besorgen und-“

„Ich habe nicht jetzt gemeint“, unterbrach sie ihn.

Er blinzelte und starte sie noch etwas länger an. Bildete er sich das ein, oder war sie nervös? Was war es, das sie so verunsicherte?

„Dann…was genau hast du gemeint?“

Stille. Maya wirkte etwas aufgeregt und senkte den Blick. Irgendetwas war nicht in Ordnung und Zero fühlte einen ungewohnt starken Drang herauszufinden was es war.

„Wenn Jack tot ist und wir die Kammer geöffnet haben“, sagte sie plötzlich „Wirst du Pandora verlassen?“

Es war das erste Mal, dass sie ihn ansah und aus welchem Grund auch immer fühlte er sich schuldig. Warum klang sie so… verängstigt? Warum fühlte es sich an, als wäre es seine Schuld, dass sie sich so verloren fühlte?

„Warum denkst du das?“, fragte er ruhig.

„Du hast mir nie erzählt warum du hergekommen bist. Das einzige was du gesagt hast war, dass du „nach Herausforderungen suchst“ und so ein Zeug… aber ich habe nie einen ernsthaften Grund von dir gehört“, erklärte sie während sie wieder auf den Boden sah.

Eigentlich hatte sie Recht. Zero hatte nie das Gefühl gehabt, etwas erklären zu müssen. Auch wenn sie sich nach all den Monaten in welchen sie gemeinsam gekämpft hatten viel näher standen, hatte er nie den Eindruck gehabt, dass sie sich um seine Gründe scherte. Er war ein Assassine – ein mysteriöser Killer ohne irgendeinen Sinn für soziale Verbindungen wie Freunde oder Familie. Sie war die erste Person in seinem Leben, die er eine Freundin nennen würde. Und es war noch immer neu für ihn Sanctuary als ein zu Hause zu sehen.

„Ich habe das ernst gemeint“, antwortete er schnell.

„Ja, ich weiß aber-“, sie verstummte. „Vergiss es.“

Sie ging nicht. Es wirkte, als wartete sie auf eine Art Reaktion von ihm. Aber er wusste nicht was sie von ihm erwartete also stand er einfach nur da, starrte sie an, komplett verwirrt.

Nach einer Weile die sich wie eine Ewigkeit anfühlte erwiderte sie seinen Blick, wurde etwas rot und drehte sich um.

Sie hatten nie darüber geredet. Es war passiert, aber er hatte es nie mehr erwähnt. Sie dachte, sie war die einzige Person die wusste was hinter seiner Maske war – aber vielleicht war das nicht halb so besonders wie es klang. Er hatte sich immer so distanziert verhalten, als bräuchte er keine derartige Nähe zu niemandem. Warum sollte sie jemand Besonderes für ihn sein?

Zero stand still. Er rührte keinen Muskel. Er sah sie einfach nur an. Sie konnte beinahe seine Augen hinter dem Helm fühlen, wie er sie musterte, fragend.

„Es geht um meine…“, er machte eine kurze Pause. „Verletzung.“

Maya antwortete nicht. Sie hatte immer noch keine Ahnung was er war. Vielleicht war er nicht mal dazu im Stande überhaupt irgendetwas für sie zu empfinden, sei es Freundschaft oder Sympathie oder etwas Derartiges. Vielleicht folgte er einfach nur Regeln, die er vor Jahren gelernt hatte als er noch jünger war. Es machte noch immer keinen Sinn. Nach alldem erinnerte sie sich, dass es sich warm angefühlt hatte, verwirrend ja aber nicht schlecht. Es hatte ihr gefallen und sie war sicher gewesen, dass er das Gleiche empfunden hatte. Die Zuneigung, das Vertrauen und die Sehnsucht nach mehr. Tage, Wochen vergingen seit diesem Moment und manchmal war sie sich nicht einmal mehr sicher ob es wirklich passiert war. Vielleicht war es einfach nur ein Traum gewesen – ja, ein wirklich seltsamer und irritierender, aber ein Traum. Ein dummer Wunsch den sie tief verborgen in sich hegte.

„Ich bin nicht hier für eine Verbindung.“

So nannte er das also.

„Ich sehne mich immer noch nach neuen Herausforderungen. Wenn Jack besiegt ist und die Kammer offen, werde ich nach Informationen für neue gefährliche Aufgaben suchen“, erklärte er.

Das wäre es zumindest, was er normalerweise tun würde. Er hatte noch immer ein Ziel – Handsome Jack töten und die Kammer finden – aber wenn das alles vorbei war, würde er Pandora ohne zu zögern verlassen, auch wenn er Sanctuary und die anderen Kammerjäger seltsam lieb gewonnen hatte. Er würde sie in guter Erinnerung behalten.

Maya sah noch immer auf den Boden. Die ganze Zeit über, seit sie zusammen gekämpft hatten hatte sie geglaubt zu wissen was zwischen ihnen war. Sie waren Gefährten, Freunde und manchmal sogar Familie. Sie hatte nicht erwartet, dass es so schmerzen könnte. Seine Zurückweisung. Oder war es das überhaupt? Eine Zurückweisung? Wollte sie wirklich etwas anderes als Freundschaft?

Es fühlte sich heiß an, stechend und unangenehm. Sie fühlte sich als wollte sie rennen, flüchten vor diesem peinlichen Moment. Es zählte nicht wie sehr sie sich bemühte, ihre Beine bewegten sich nicht. Er sorgte sich nicht so um sie, wie sie sich um ihn. Er hatte ihr das gerade bestätigt.

„Also…das war’s dann“, war alles was sie sagen konnte.

Zero bemerkte ihre zitternden Hände. Er wollte gehen, seine Mission zu Ende bringen aber ihr bemitleidenswerter Zustand hielt ihn zurück. Maya sah so hilflos aus, etwas verloren und er hatte das Gefühl etwas tun zu müssen. Er dachte, ehrlich zu ihr zu sein wäre das Beste, aber er fühlte, dass er das damit nicht erreichen wollte. Er wollte ihre Hände nehmen, ihr sagen, dass er sie nicht einfach so verlassen würde – die Sirene war ihm sehr wichtig und er würde nie gehen ohne vorher sicher zu stellen, dass sie in Sicherheit war.

Sie hatten sich geküsst. Und das war kein einfacher danke-dass-du-mich-geheilt-hast-Kuss. Sie hatten rumgemacht und nie darüber gesprochen. Sobald sie geschlafen hatte, war er gegangen. Und Tage waren vergangen bis sie sich wiedersahen. Axton und Salvador waren bei ihr gewesen also hatte er nicht wirklich mit ihr darüber sprechen können und um ganz ehrlich zu sein, hatte er das auch nicht unbedingt gewollt. Er hätte nicht gewusst, was er zu ihr sagen sollte außer dass es ihm gefallen hatte ihr so nahe zu sein. Sie hatte es auch nie wieder erwähnt also hatte er versucht sich keine Gedanken mehr darüber zu machen. Aber jetzt wirkte es, als würde es sie kümmern. Sehr sogar.

„Maya“, begann er.

Sie schüttelte den Kopf und lächelte.

„Es ist okay. Ich wollte nur… eine Bestätigung haben.“

Falsch

Das war eine Lüge.

Sie hatte ihn noch nie angelogen.

„Du siehst nicht gut aus.“

Ängstlich. Sie schwieg wieder und sah ihn entsetzt an.

„Was? E-Es geht mir gut“, entgegnete sie schnell und sah ihn an als wäre er derjenige der log.

„Tut es nicht. Und ich bin schuld.“

„Was zum Teufel denkst du eigentlich? Ich wollte nur sicher sein wegen dieser…dieser Sache, weil ich dich nicht zurückhalten will. Ich-“, sie verstummte als er ein paar Schritte näher kam. „…was?“

Ihr Herz schlug schneller und sie spürte die Hitze in ihren Wangen. Was war das für ein blödes Spiel, das er da spielte?

„Du wärst das einzige, was mich hier hält“, flüsterte er, während er sanft ihre Hand nahm und über ihre Finger strich.

Maya wusste nicht was sie sagen sollte. Da war ein langer Moment der Stille, als beide einander einfach nur in die Augen sahen.

„Hey Leute! Ratet mal was ich vor ein paar Stunden gefunden habe. Richtig, diese hübsche Lady hier.“

Die Sirene machte schnell ein paar Schritte zurück um etwas Distanz zwischen den beiden zu bringen, als Axton in den Raum kam. Er erwartete ganz offensichtlich Begeisterung als er ihnen seine neu ergatterte Schrotflinte präsentierte.

„Nett“, war alles was Zero sagte, ehe er sich umdrehte und zur Türe ging.

„Nett? Ernsthaft? Ist dass alles, was ich von dir kriege? Jesus, Zero, dieses Teil ist absoluter Wahnsinn!“, meinte der Commando entrüstet über die neutrale Reaktion des Assassinen.

„Maya, komm schon du kannst mir nicht erzählen, dass du nicht beeindruckt bist“, er wandte sich an sie, um ihr einen besseren Blick auf seine neue Lieblingswaffe zu ermöglichen.

„Wow… das ist eine wirklich schöne Waffe, Axton“, entgegnete sie und warf dem Assassinen einen letzten Blick zu als er den Raum verließ. Er erwiderte ihren Blick mit einem kräftig leuchtenden Herz auf seiner Maske.

Er wusste, wie man eine Sirene verwirren konnte.
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