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Fight for what you love

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Tybalt
15.07.2016
14.09.2016
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15.07.2016 762
 
Albinas Sicht
Es war noch Morgen als ich mit meinem Bruder Benvolio und unser beider bestem Freund Mercutio durch das bereits sehr belebte Verona stromerte. Zwar  hiessen mein Onkel und meine Tante es nicht gut, dass ich immer mit den Jungs unterwegs war, aber es war mir egal, was die feinen Leute der Stadt über mich dachten. Benvolio und ich waren fast nie zu trennen. Ich liess den Blick schweifen und er fiel auf die rot-schwarze Kleidung einer Gruppe Leute. „Oh, schaut mal!“, rief ich. „Da kommen die Capulets.“ Das würde wieder Ärger geben. Dann bemerkte ich den Mann ganz vorn und bekam starkes Herzklopfen. Tybalt… „Oh… Er sieht gut aus, nicht wahr?“, flüsterte ich und spürte wie sich ein verträumtes Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete.
Mein Bruder packte mich am Arm und zerrte mich hinter eine Hausecke. Dann zischte er mich an: „Weisst du wer das ist? Das ist Tybalt!“ Ach verdammt, er hatte mich gehört. Dabei war es seit langer Zeit mein Geheimnis, dass ich in Tybalt Capulet verliebt war. Das wäre sicher nicht schlimm wenn mein Onkel nicht rein zufällig Lord Montague gewesen wäre.
Ich sah meinem Zwillingsbruder in die Augen. Auf Dauer war es nicht möglich es ihm zu verheimlichen. „Ja und er ist ein wundervoller Anblick“, sagte ich. „Noch hübscher als Romeo wenn du mich fragst. Ausserdem ist er stark und ein herausragender Kämpfer.“ Das musste ich wissen, ich war zum Leidwesen unserer Familie mit dem Schwert um einiges geschickter als mein Bruder. Ich guckte an der Hausecke vorbei, während Benvolio mich festhielt.
Mercutio, der Tybalt ganz genauso gern hatte wie dieser ihn, legte eine Hand auf den Knauf seines Schwerts. „Dem werd ich…“ Er trat vor und hob die Stimme. „Tybalt!“
Tybalt drehte sich zu ihm um, als hätte er alle Zeit der Welt, dann grinste er herablassend. „Ah! Der Schosshund der Montagues“, stellte er fest. Mercutio hasste die Bezeichnung. „Willst wohl eine Abreibung, bei der dein Kopf dort landet, wo er hingehört: In den Hundekot!“, erklärte er.
„Oh nein, gleich streiten sie wieder…“, murmelte ich und sah gebannt zu. „Sollten wir nicht versuchen, Schlimmeres zu verhindern? Sonst bringen die sich noch um.“ Tybalt und Mercutio brachen bei etwa jeder zweiten Begegnung in heftigen Streit aus, der in Kampf mündete, bei welchen die Soldaten des Fürsten bereits mehrmals eingreifen mussten, damit keiner starb.
Benvolio hielt mich fest. „Denkst du, der zögert eine Montague umzubringen?“, fragte er.
Währenddessen zog Mercutio sein Schwert. „Nicht wenn ich Euren Kopf dahin schaffe! Von den Schultern getrennt!“ Ach, das war ja beinahe lustig! Mercutio hatte gegen Tybalt nicht den Hauch einer Chance. Niemand hatte das.
Tybalt hielt ihm sein Schwert entgegen. „So? Will das Hündchen es herausfinden?“ Er sah furchterregend aus. Und trotzdem unwiderstehlich…
„Haltet Ein!“, ertönte plötzlich eine Stimme und alle drehten sich um, als ein Soldat des Fürsten auf den Platz ritt auf dem das stattfand.
Erleichtert atmete ich durch. „Lass mich los, Bruder“, murmelte ich und wand mich aus Benvolios Griff. Unter anderem, weil ich mehr von Tybalt sehen wollte, ehe er verschwand. Ich trat hinter der Ecke hervor.
Mercutio sah die Soldaten seines Onkels wütend an „Was soll das!?“, fauchte er. Es war neu, dass sie Kämpfe unterbrachen, ehe sie anfingen.
Der Soldat sah ihn streng an. „Senkt die Waffen! Der Fürst wünscht Frieden auf Veronas Straßen!“ Keine schlechte Idee.
Tybalt steckte das Schwert weg. „Dann sagt den Montagues, sie sollen ihren Hund an die Leine nehmen!“ Damit ging er weiter, seine Freunde im Schlepptau.
Mercutio musste sich stärker zusammenreissen, er schaffte es gerade noch, sich selbst daran zu hindern, sich auf ihn zu stürzen, aber er knurrte.
Ich schaute Tybalt hinterher und war einfach froh, dass nichts passiert war. Dabei stellte ich mir vor, wie ich Tybalt folgte und ihm ansprach, wie er lächelte, wenn er mich ansah…  
„Was hast du nur für einen Männergeschmack“, riss Benvolio mich aus meinen Träumen und schüttelte Kopf. „Hoffen wir nur, Unser Onkel erfährt davon nichts…“ Besser wärs tatsächlich.
Mercutio hatte ihn gehört. Augenblicklich war seine Wut verschwunden. Er grinste und sah mich an „Ich glaube, ich bin ein bisschen zu alt für dich“, sagte er und zerwuschelte mir die Haare, wie einem kleinen Kind.
Ich wehrte seine Hand ab und sah ihn an „Mein lieber Mercutio.“ Ich schenkte ihm mein schönstes Lächeln. „Nicht, wenn du der letzte Mann auf Erden wärst.“ Noch immer lächelnd schüttelte ich den Kopf.
Mercutio lachte. „Abstreiten kann jeder. Zugeben nicht…“ Er ging stolz weiter. Worüber freute er sich nur so?
Benvolio zuckte mit den Schultern. „Na gut. Dann eben so.“
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