The great Journey of the Straw Hat Pirates

von Cessy
GeschichteHumor, Romanze / P16
Lorenor Zorro Monkey D. Ruffy OC (Own Character) Tony Chopper Vinsmoke Sanji
14.07.2016
12.01.2019
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- Speisesaal-

Mit hochrotem Kopf hielt sich Celest an der Lehne eines Stuhles fest, ihre Augen klebten an dem kaputten Tisch, aus dem etliche Nägel in alle Himmelsrichtungen zeigten. Die Jüngste der Crew fegte noch immer die Überreste von Zorros Gefühlsausbruch zusammen, „Alles in Ordnung Ces?“ Stumm nickend antwortete die Rosahaarige und ließ sich schlussendlich auf den Stuhl sinken. „Mit Verlaub, du siehst nicht danach aus.“ Schmunzelnd hielt sich die Schiffszimmerin ihren vor Chaos schmerzenden Kopf. Wo war sie da nur wieder reingeraten? Wann war das alles passiert, wo fing diese ganze Misere an? Seufzend starrte sie auf Raine, die mit einem kleinen Besen den angefallenen Staub zusammenkehrte. „Du hast Recht. Mir geht es wirklich nicht so gut...“, gab sie zu, ließ den Kopf Richtung Boden hängen. „Geht es um Zorro und Silas?“ Wie bitte? Ertappt schnellte der Kopf nach oben. Raine hatte wirklich ein ausgesprochenes Gespür dafür, trotz ihrer Naivität ausgerechnet die unschönen Dinge schonungslos beim Namen zu nennen. „Ich nehme das als ja.“ Nickend bestätigte Celest die Vermutung. „Ja... Ich... ich weiß nicht was ich davon halten soll. Was ich von ihnen halten soll und vor allem... was ich von mir halten soll.“, verzweifelt ließ sie ihren Kopf in den Nacken sinken und betrachtete den Himmel. „Sie sind...wie...ich weiß auch nicht...“ Raine beendete vorerst ihre Putztätigkeit, hockte sich hinunter auf den Boden, um sich im Schneidersitz vor Celest zu platzieren. Nachdenklich rieb sich das Feuermädchen den Kopf, einige Haarsträhnen waren von ihren Gummihandschuhen elektrostatisch aufgeladen und standen ihr zu Berge. „Hmm... Sie sind sehr unterschiedlich.“ Diese Erkenntnis war für die Handwerkerin nichts neues, was sie gleich Augenverdrehend bekundete, „Völlig.“, „Weißt du Ces...“, „Hm?“, „Du solltest dich fragen was du an ihnen magst und dich nicht unter Druck setzen. Sag beiden dass du verunsichert bist, damit bist du auf der richtigen Seite.“ Irritiert hob die Schiffszimmerin ihre Augenbraue in die Höhe. „Erde an Raine, Erde an Raine... Bist du das wirklich?“ Lachend strich sie die abstehenden Haare zur Seite, „Ich glaube, ich habe mich gewandelt.“, „Ich glaube du bist verrückt geworden.“, „Nein wirklich, Cessy. Ich habe einige Gespräche geführt. Über dich.“ So weit war es also schon gekommen, das ausgerechnet die Naivste der Crew Coaching gab. Beeschämt schlug sich die Rosahaarige mit der Hand vor die Stirn als Raine weiter sprach. „Und... Falls du das noch nicht getan hast, dann solltest du zu deinen Gefühlen stehen. Zorro ist sehr anfällig für Disharmonien zwischen dir und ihm. Er wirkt nicht so, aber er ist empathischer und auf manchen Ebenen vielschichtiger als du vielleicht denkst. Er macht sich ständig Gedanken um dich...“, „Zorro...“, unterbrach die Kleinere, hielt sich vorwurfsvoll die Stirn, als könnte es einen Unterschied machen in welcher Lage sie sich derzeit befand. „Bei Silas sieht es ein wenig anders aus.“ Sie hatte auch mit ihm gesprochen? Ungläubig weiteten sich die rehbraunen Augen, sie konnte nicht recht glauben, dass Raine mit dem Musiker auch nur ein Sterbenswörtchen -und schon gar nicht über sie- gesprochen hatte. „Ihr habt über mich gesprochen?!?“ Ihr Gesicht fuhr eine wilde Kirmes als Raine die Aussage bestätigte. „Und?!?“, „Hm. Ehrlich gesagt, Ces. Ich weiß es nicht. Er ist schwer zu lesen. Aber dennoch solltest du mit beiden sprechen.“

Nachdenklich führte die Handwerkerin ihre zierliche Hand zum Mund, tippte gegen ihre Unterlippe. Mit Zorro hatte sie tatsächlich schon reinen Tisch gemacht, mit Silas hingegen hatte sie noch nie über ihre Emotionen gesprochen. Aber wie auch? Kaum war sie mit ihm zusammen in einem Raum, schien er sie entweder zu provozieren, zu sticheln oder... Rückblickend fuhr ihr das Bild durch den Kopf, wie er sie an der Werkstatttür fixiert hatte. Wie sollte man mit so einer Person ein ernsthaftes Gespräch führen?!? Genervt raufte sie sich die Haare. „Ich kann nicht.“, „Wieso nicht?“ Seufzend ließ Celest nun endgültig den Kopf hängen, berührte beinahe die korallenfarbigen Haare des Feuermädchens, die noch immer im Schneidersitz vor ihr saß und ein Mädchengespräch der ersten Güteklasse mit ihr führte. „Versuch es.“, „Das geht nicht. Du weißt doch gar nicht wie er ist.“, „Ich habe selbst mit ihm gesprochen...“, stockte der Wuschelkopf, betrachtete die Handwerkerin die sich insgeheim fragte, ob Silas solche Annährungsversuche auch bei anderen Mädchen versuchte?! Das wäre ja die Krönung schlechthin gewesen! Jedoch... als sie an Silas Umgang mit Rosie dachte, konnte das eigentlich nicht sein. Kaum waren sie auf der Sunny angekommen, bezeugte er, die Meerjungfrau sei tot und man solle sie die Toilette runter spülen... „Es ist nur ein gut gemeinter Rat, Cessy. Wenn du nicht weißt wo oben und unten ist, kannst du nur so deine Mitte finden. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“ Warum musste dieses Mädchen so verdammt klug sein? Schnaubend ließ sich das rosahaarige Monster zu Boden fallen, fiel auf die Größere drauf und zwackte ihr vehement in die Seite. „JAJAAJAJA!!!! DU HAST JA RECHT OH HEILIGE MIESMUSCHEL!“, „Was für eine Muschel?“, „ENTSPANN DICH MAL!!!“ Rigeros versuchte die Rosahaarige sie zu kitzeln, fuhr dabei aber gegen eine Wand. „Was machst du da?“, „Ich wollte dich kitzeln...“, peinlich berührt setzte sich Celest hin, die Nacht brach langsam über die Thousand Sunny herein. „Ich prüfe jetzt nochmal den Kurs und gehe auf mein Zimmer. Vergiss nicht was ich dir sagte.“, „Hm...“, stillschweigend blickte sich Celest um, auf Deck war tatsächlich niemand mehr zu sehen, scheinbar hatten sie sich alle in ihre Kabinen verzogen. Angestrengt streckte auch sie sich. Der Tag war wiedereinmal schwer für sie gewesen, plötzlich erinnerte sie sich an Zorros Übernachtungsangebot. „Hm...“, gab sie erneut von sich, beobachtete wie Raine sich zum Steuerbord begab, dieses sanft umfasste, auf eine Karte blinzelte, aber vor Dunkelheit nichts mehr sehen konnte. Sie schnippste in die Finger, was ein lautes Krachen auslöste. Kaum war die kleine Explosion verpufft schrie Zorro aus seinem Zimmer, „GEHT DAS NICHT LEISER FEUERSCHNALLE?!?“ Die Angesprochene konnte einen kurzen Blick über die Karte streifen lassen, zog das Steuer kurz nach links, um kurz darauf die Treppen zum Aquarium zu betreten. Lächelnd über den Kommentar des Schwertkämpfers stand das rosa Monster auf. Heute würde sie nicht mit Crescent sprechen sondern morgen. Vielleicht. Wenn es nicht anders ginge... Diesen Abend würde sie bei dem Schwertkämpfer übernachten und zwar ohne „Wenn“ und „Aber“ und dieser verdammte Messi würde sie nicht aus dem Zimmer tragen, so lautlos er auch hereinzukommen pflegte. Sie beschloss einen Eimer mit kaltem Wasser über der Tür aufzuhängen, sollte er versuchen in die Kabine einzutreten. Triumphierend über ihren zweifelsfrei genialen Plan ging sie ebenfalls die Stufen hinunter ins Aquarium, aus den Kabinen war bereits lautes Schnarchen zu vernehmen. Kurz blickte sie in alle Kabinen hinein, um sicher zu gehen das wirklich alle schliefen, diesmal würde sie keinen Fehler begehen und durch irgendetwas auffallen. In ihrem Zimmer herrschte absolute Stille, sie zündete eine Kerze an, betrachtete den Raum, hob sogar die Vorhänge an den Fenstern an, um sicherzustellen ob der gottverdammte Perverse irgendwo zu sehen war. Ein undefinierbares Geräusch ließ sie plötzlich zusammenzucken. Blitzschnell drehte sich die Handwerkerin um, doch zu ihrer Freude war es nur die Waschmaschine die auf das Schleuderprogramm wechselte. „Puh...“, seufzte sie aus, ging aus ihrem Prinzessinenzimmer und schaute sich weiter um. Ruffy war bereits selig in den Schlaf gefallen, Chopper und Sanji taten es ihm gleich.

Als sie durch die offen stehende Tür an Raines Zimmer spähte, war das Feuermädchen nicht zu erkennen. Irritiert musterte sie abermals den spatanisch eingerichteten Raum, doch es war wirklich keine Spur von ihr zu sehen. Die Bettwäsche war ordentlich zusammengelegt und im Bad war Ces erst kurz vorher, wo sie ebenfalls niemanden angetroffen hatte. Sorgsam schloss Celest die Tür, ging einige Schritte weiter nach oben und hörte plötzlich eine kaum wahrnehmbare Stimme. „...falls es dich gibt, lass ihn sich erinnern. Wir warten alle auf seine Rückkehr, er ist stets willkommen.“ Die Rosahaarige traute ihren Ohren kaum, ging der Stimme des Mädchens nach und ortete sie im Zimmer von Alaric. „Raine...“, flüsterte die Handwerkerin besorgt vor der abgeschlossenen Tür, schluckte trocken als sie den Rest des Gebets halb mithörte. Während sie kurz darauf die restlichen Zimmer unter die Lupe nahm, schwang eine gewisse Melancholie mit ihr mit... Sie hatten an Bord alle ihre Baustellen, aber Raine vermochte es, ihre Probleme mit sich selbst zu klären. Würden Zorro oder Silas auf einmal verschwinden, wie würde sie dann reagieren? Angespannt tappste sie weiter durch das Aquarium, die Tür zu Silas Zimmer stand sperrangelweit auf. Die Gedanken an das Feuermädchen versuchte sie abzuschütteln, kam fast geräuschlos in dem Zimmer an, das von einigen Kerzen spärlich ausgeleuchtet wurde. Sie räumte einige Pappschachteln, Tupperwaren, das Stillset, ein Jahresvorrat an Windeln, einen Ventilatoren, Latexhandschuhe, Handschuhe, Schuhe, Insektenabwehrspray, Elektroschrott, den Gartenschlauch samt Rasenmäher, einige Zollstöcke, Papiere und Katzenfutter bei Seite und schnaubte angestrengt schließlich innerlich zu sich selbst. „Wie geht das? Wie kann er überhaupt leben?“ Als sie an einem Turm Büchern vorbeibalancierte und zum krönenden Abschluss ein Sortiment von Klarsichtfolie bei Seite schaffte, bis sie fast ans Bett gelangte, dass aber durch Unrat kaum erreichbar war. Ernüchtert schlug sie die Hände über den Kopf zusammen... Bis sie hier so weit vorgedrungen war, um zu schauen ob er nun da war oder noch irgendwo an Deck rumlungerte, würde Zorro bestimmt nicht mehr auf sie warten. Zudem hatte sie ihr Zimmer abgeschlossen, den Schlüssel bei sich geführt und würde diese Nacht dasselbe mit Zorros Tür anstellen. Eigentlich könnte gar nichts schief gehen, es sei denn der verdammte Messi würde sie jetzt mitten im Zimmer überfallen. Panisch drehte sie sich um, als schonwieder ein Geräusch zu hören war »NEIN NEIN NEIN« flog es ihr durch den Kopf, warum jetzt? Wieso konnte er sie nicht einmal in Ruhe lassen? Wütend versuchte sie eine Sillouette an der Tür zu erspähen, sah aber nichts. Anstatt dessen rannte eine äußerst fette Ratte an ihr vorbei die sich ängstlich in eine Ecke verkrochen hatte. Erleichtert seufzte sie aus... Keine Sekunde länger wollte sie in diesem Schrotthaufen verbringen. Auf allen Vieren krackselnd kroch sie durch den hüfthohen Müll und zahllosen Spinnennetzen, die sich prompt in ihrem Haar verfingen. Kaum hatte sie die Tür erreicht, klopfte sie sich einmal auf die Wangen, ermahnte sich selbst zur Ruhe und ging strammen Schrittes östlich, griff in der Dunkelheit suchend nach dem Türknauf zu Zorros Zimmer. Ihre nächtliche Suchaktion schien mit einem Mal zu platzen, als sich ihre Ohren spitz erhoben „Tse...“.

Das zischende Geräusch war diesmal keine Ratte, sondern Silas selbst der sich lässig am Türrahmen zu Zorros Kabine angelehnt hatte und scheinbar nur darauf wartete, das Celest endlich von den anderen Zimmern abließ. Erschrocken blitzten ihre braunen Augen auf, erkannten die hellen Konturen des Körpers neben sich. Das durfte doch nicht wahr sein? Woher wusste dieser Typ eigentlich immer wo sie war? Mit einem Mal umfasste Silas die Hand der Jüngeren, zog sie hinter sich her. Celest traute sich keinen Laut von sich zu geben, sie wollte sich eine ähnliche Situation wie letzte Nacht ersparen und Zorro nicht wieder erzürnen. Kurz ging sie das Szenario in ihrem Kopf durch, versuchte die gedachte Katastrophe abzuschütteln, betete anstatt dessen das er sie nicht in sein vermülltes Zimmer oder in ihre eigene Kabine befördern wollte. Einige Schritte später bemerkte sie eine Erhöhung, es waren die Treppen die die Strohhüte nahmen, um aufs Deck zu gelangen. Sie konnte die Stufen zwar nicht sehen, erkannte es aber am markant knarzenden Holz unter ihren Füßen. Erleichtert seufzte sie auf, versuchte mit dem Blauhaarigen Schritt zu halten, der sie noch immer am Handgelenk gepackt hatte. Was hatte dieser Verrückte jetzt schon wieder vor? Sie waren Nachts allein an Deck. Eine Mischung aus Aufregung und Angst pumpte durch ihre Venen, als der Seelensammler plötzlich stockte. „Hör zu.“, „Was soll das schon wieder?“, flüsternd versuchte sie den Anschein zu erwecken, nicht mit Silas Nachts auf diesem gottverdammten Deck zu stehen. „Ich brauche deine Hilfe.“ Verwirrt zeigte Celest auf sich selbst, „DU?“, „Hum.“, „Von...“, stockend zeigte sie noch eindringlicher auf sich selbst. „MIR?“, „Hum.“, „Ehm... das hatte ich jetzt nicht erwartet.“, gestand sie ein und erntete ein provokantes Grinsen. „Will die Dame lieber ihre Schenkel spreizen?“, „DU GOTTVERDAMMTES...“, „Hum.“, „WIDERLICHES!!!“, „Hum.“ Ihr fielen keine neuen Adjektive mehr ein um die Provokationen kreativ zu beschreiben. „Ich nehme das als ja.“ Wütend ballte Celest ihre Hände. In der Dunkelheit konnte sie nicht einmal mehr die Umrisse des Hochgewachsenen erkennen, nur seine bleiche Haut schien ein wenig Licht zu reflektieren, bis er eine Öllampe hervorzückte und diese ansteckte. Das plötzliche Licht blendete das rosahaarige Monster, schützend hielt sie sich die Augen zu, traute sich erst nach einigen Sekunden durch die Finger zu spähen. Silas stand direkt vor ihr, aber in einem sicheren Abstand. Neben ihm türmten mehrere halbgeöffnete Pappschachteln. Flüstern nahm sie die Hände aus ihrem Gesicht, „Was soll das werden? Willst du mir deine neuste Messierrungenschaften zeigen?“, „Das hast du doch schon übernommen...“, selbstherrlich griffen seine langen Finger in die Haare des Mädchens, zogen einige Spinnenfäden aus der zerstörten Frisur. Ertappt errötete Celest sofort, als Silas die weißen Fäden über die Reling warf, sich zu den Pappschachteln hinunter beugte und anfing zu kramen. „Sag mir einfach was das werden soll.“ Stummschweigend zog der Blauhaarige einige Lichterketten, Christbaumkugeln, Plakate, Lametta, Kunstschnee, Sprühschnee und was sonst noch zu einer anständigen Weihnachtsdekoration gehörte aus. Celest Augen weiteten sich ungläubig. Er wollte doch nicht etwa das Schiff dekorieren? Eine weitere Kiste entpuppte sich als Miniaturkarussell für Kinder. Selbst die Bedienungsanleitung war noch dabei. „Bau das auf. Um den Rest kümmer ich mich.“ Celest schien nicht mehr Herrin ihrer eigenen Worte zu sein so sehr war sie überrascht von der ungewohnten Seite des Blauhaarigen. „Eh..ja..ja natürlich.“, „Ein Teil Lieferung kam erst vor einigen Stunden.“ Überfordert schaute die Rosahaarige auf die zahlreichen Kartons, ihr Blick wechselte zwischen Silas, der sich einige Weihnachtsgirlanden um den Hals wickelte und dem Miniaturkarussell hin und her. „Warum machst du das?“ Es war vielleicht der perfekte Zeitpunkt um endlich mehr über den Musiker zu erfahren. „Hum?“, „Du willst doch wieder nur deinem Konsum fröhnen...“, war sie nun enttäuscht, überrascht oder eine Mischung aus beidem? Sie wusste es nicht, hob das Karussel aus dem Karton, strich die zahlreichen Spinnenweben und Staubschichten von den kitschig geschnitzten Pferdeköpfen und begann schließlich die Einzelteile zusammen zu stecken. „Wie du meinst.“, entgegnete ihr Silas kühn. „Wenn du dem Captn keine Freude machen willst, packen wir das alles wieder ein.“ Ihr Blick wich fassungslos von dem Spielzeugpferd ab, starrte Silas ungläubig an. „Ist das dein Ernst?“ Nichtssagend war der Schwarzgekleidete dabei, die vielen Dinge wieder in den Karton zu sortieren, als Celest diesen mit ihrer Hand verschloss. „N...Nein. Lass mich das aufbauen.“, „Gut.“ Diese kurzen, knappen Antworten würden sie irgendwann in die Verzweiflung treiben. „Brauchst du keine Hilfe? Ich meine...“, verstummt blickte sie erneut auf die Dekoration die an die tausend Teile mit sich brachte. „...das ist wirklich sehr viel.“, „Lass das meine Sorge sein.“ Kaum sprach der Blauhaarige seinen Satz aus, schien er augenblicklich zu verschwinden. Suchend blickte sich die Handwerkerin um, spürte nur dann und wann einen kühlen, raschen Luftzug an ihrem Körper. „Ein Phantom...“, sprach sie zu sich selbst, griff nach den Werkzeugen die er für sie bereit gelegt hatte und begann eifrig zu schrauben.

Sie hatte irgendwann kein Gefühl mehr für Zeit und Raum, als sie ihre Arbeit schließlich unter schmerzenden Händen vollrichten konnte. Der Verband war nicht mehr durchgesifft, sondern von Blut durchtränkt. Schmerzend blickte sie auf, in der Aufwärtsbewegung knackte ihr Oberkörper geräuschvoll, es war wohl einiges an Zeit vergangen seitdem sie das letzte Mal aufgeblickt hatte. Zu ihrer Überraschung erkannte sie durch das Licht des zunehmenden Mondes und der Öllampe die Silas ihr da gelassen hatte, die Thousand Sunny in ein Wintermärchen gekleidet. Aus allen Ecken und Enden ragte Kunstschnee und Dekoration hervor, es wirkte wie auf einem überaus kitschigen, aber dennoch schön anzusehenden Weihnachtsmarkt entsprungen. Beeindruckt erhob sich das rosahaarige Monster, musterte alle Ecken und Enden des Schiffes und fand neue Kleinigkeiten die der Blauhaarige angebracht hatte. Mehrere Girlanden zierten die Mäste, bei jedem Wellengang fiel Kunstschnee auf sie herab die in Christbaumkugeln gefüllt waren. Die kleinen Löcher in den Blechkugeln rieselten auf sie herab, reflektierten das fahle Mondlicht, als sie sich wie eine Decke auf dem Holzboden des Schiffes absenkten. Ihre Füße waren bereits vollständig in Kunstschnee getaucht, als Ces am Heck eine unbekannte Melodie zu hören vermochte. Langsam wurden ihre Schritte schneller, gewöhnten sich an die zahlreichen Engelsfiguren und Tannenbäumchen die das Schiff mit einem harzigen Geruch umwehten. Und doch, es war wie aus einem Traum. Sie hoffte inständig das es diesmal keiner war, obwohl sie die sonstigen Träume und auch Realitäten in denen sie sich mit dem Seelensammler befand öfters nicht herbeiwünschte. Oder doch? Die Rosahaarige wusste es selbst nicht und lange würde sie wohl keine Antwort erhalten, bis sie am Heck stehend, die schwarzen Konturen des Musikers ausmachte. Eine weiße Violine war auf seiner Schulter abgelegt, vorsichtig, beinahe zärtlich strich er den Bogen über die Saiten, erfüllte die Nacht mit der bittersten Melodie die ihre Ohren jemals erreichten. Spontan bildeten sich Tränen in ihren Augen, als Silas die höheren Töne anspielte und sich sanft dazu wog. Er schien völlig in seinem Spiel versunken zu sein, der sonst so Aufmerksame bemerkte nicht, wie die Handwerkerin immer weiter zu ihm voran schritt. Ihre Schritte waren zeitlupenhaft, vorsichtig. Um nichts in aller Welt wollte sie diesen Moment stören, das Spiel unterbrechen. Sie wusste nicht, dass er außer dem Klavier und dem Cello auch die Violine beherrschte. Beherrschen war noch untertrieben ausgedrückt, er perfektionierte das Instrument wie ein Meister... Mit einem Mal dachte Ces an Zorro, wie er vor dem Seelensammler warnte, er würde versuchen zu manipulieren. Doch in diesem Moment beschloss die Handwerkerin für sich selbst, das niemand der jemals diese Melodie aus seinen Fingerspitzen gespielt hören würde, ihn für einen Lügner halten könnte. Die Töne schlichen sich in ihren Körper, die Melancholie schien aus ihr zu schwemmen, als er sich schließlich zu ihr umdrehte. Die Violine war noch immer an sein Kinn gelehnt, kurz nahmen seine Irden sie zu Kenntnis, schlossen sich dann aber flüchtend. Celest meinte, sie hätte einen kurzen Moment die Schwere in den tiefen seiner silbernen Augen sehen können... Das Spiel wand sich einem tiefen Ton zu und erstummte urplötzlich. Silas lehnte die Violine auf dem Boden ab, wand sich der Reling zu und sprach über das offene Meer. „Bist du fertig?“ Celest brachte nur ein Nicken zu stande. Zu sehr war sie noch gefangen von dem Anblick der sich ihr bot. Ihr war bewusst, dass dieser Moment ein seltener sein würde. „Celest?“ Ihr Name ruckelte sie einen Moment zurück in die Realität. „Was war das?“, „Ein Lied.“, „Ach was, du Spaßvogel...“, langsam trat sie auch der Reling näher, versuchte den Punkt auszumachen, den Silas fixierte, fand ihn aber nicht. „Eine lange, ...unwichtige Geschichte.“ Der Mond schien auf das ungleiche Paar, das blasse Licht ließ sein Gesicht wie gemeißelt aussehen. Trocken schluckte die Schiffszimmerin einen Kloß aus Wehmut herunter, verlor sich in den Gesichtszügen des Älteren, der sich mit einem Mal zu ihr wand, ihr Gesicht bestimmend zu sich zog und sie plötzlich küsste. Gebannt von den Eindrücken nur wenige Minuten zuvor, konnte sie sich nicht wehren... Diese Nacht war er weder widerlich, verdammt oder abscheulich. Nichtmal als er ihr sie an den Haaren näher zu sich zog, sie gefangen nahm und den Kuss noch weiter intensivierte, rührte sie sich nicht vom Fleck, bebte nur unter der Berührung, ließ ihre Lippen das brennende Gefühl der Aufregung durchleben. Bis er von ihr abließ. „Du gehörst mir.“ Sie spürte wie das Blut durch ihre Adern bebte, die Stimme an ihrem Ohr schien sich wie ein Echo in ihrem Gehirn zu festigen. Noch lange verharrte Silas an der Seite des Mädchens, teilte erneut ihre Lippen zum Kuss, als seine andere Hand plötzlich nach ihrem Gesäß packte schienen ihre Knie nachgeben zu wollen. Wackelig hielt sie sich an dem Mantel fest, bis er sie mit einem Ruck auf seine Arme beförderte. „W..was machst du?“, „Ich bringe dich zum Schwertkämpfer“ Still verharrte Ces in seinen Armen, ängstlich ob er die Hitze, die in ihrem Körper aufgekommen war, bemerkte. Sie versuchte flach und entspannt zu atmen, beobachtete das nüchterne Gesicht des Hochgewachsenen. Er verzog keine Miene, sein Ausdruck war wie ein klares, kühles Gewässer. Er trug Celest als hätte sie kein Gewicht mit festem Schritt übers Deck, vorbei an den rieselnden Schneekugeln hinab zu den Treppen, die er mit einem geräuschlosen Sprung überwand. Erst an der Tür des Schwertkämpfers blieb der Ältere stehen, beugte sich zu ihr hinab, küsste sie abermals. Seine elektrisierende Präsenz brachten ihre Nackenhaare zum stehen... Als er den Griff um ihren Nacken und Gesäß beinahe gewaltsam verstärkend näher zu sich zog, ertappte sich Celest, wie sie alle Hemmungen, ihre Moral über Bord werfen und einfach mehr wollte.  

Doch prompt setzte er die Kleinere ab, tippte gegen ihre volle Unterlippe, die der Schwere des Fingers wegen ein wenig heruntergezogen wurde. „Schlaf gut.“ Ihr Körper bebte noch einige Sekunden nach, als ihr Blick dem Schwarzgekleideten folgte, der langsam die knarzende Tür zu seiner Rumpelkammer öffnete und nicht einmal zurückblickte. Celest sackte an der Tür des Schwertkämpfers in die Knie und kämpfte gegen das weiche Gefühl in ihrem Körper an, wie durch eine Nebelwand spürte sie, wie ihr Körper auf dem harten Boden aufschlug. Sie hatte das unsinnige Gefühl, dass die Luft um sie herum leise summte, als sei sie elektrisch aufgeladen. Während sie ihre Augen einen Moment schloss, stieß sie heiser ihren Atem aus. Ihr war schwindelig und schlecht zu gleich... Still verweilte sie auf dem Boden und kämpfte gegen die Schmetterlinge in ihrem Bauch an. Ihr Magen fühlte sich an als würde er gleich einfach abheben und nach Oben fliegen, die Rosahaarige wog ihn einen Moment beruhigend mit ihren Händen. Was war nur los mit ihr? Die vergangenen Stunden spielten wie ein kitschiger Schwarz/Weiß Film vor ihrem inneren Auge. Immer und Immer wieder... Einen Moment küsste sie Zorro in Zweisamkeit, schmiegte sich in seinen starken Armen und dann saß sie plötzlich in einem Winterwunderland neben Silas, lauschte seiner Musik und küsste ihn unter unzähligen bunten Lichtern an Deck. Der Eine sagte er würde sie dem Anderen nicht kampflos überlassen, er würde sie lieben. Der Andere bestand darauf sie gehöre ihm bereits und sie könne nichts mehr daran ändern. Ces atmete gedankenverloren tief ein und wieder aus, vernahm sowohl den Duft des Grünhaarigen in ihrem Haar, als auch denn des Blauhaarigen an ihrem Körper und spürte dem Chaos in ihrem Kopf, Bauch und Herzen nach. Mit einem Schaudern erinnerte sie sich wieder an die warmen Lippen von Zorro... Ces liebte seine Fürsorglichkeit, seine Stärke und sein großes, weiches Herz unter der harten Fassade. Er war so zärtlich und verständnisvoll... Dachte immer zuerst an sie, oder die anderen Crewmitglieder bevor er sich um sein eigenes Wohlergehen sorgte. Mittlerweile rätselte sie selbst darüber, warum sie seine Eifersucht - die Gefühle ihres fortwährenden Beschützers - so lange übersehen hatte. Warum sie selbst erst jetzt aus der Reserve gekrochen war und sich so lange gegen die unbestreitbare Anziehung wehrte... Die Spannung zwischen ihnen lag schon lange in der Luft. Es war nur eine Frage der Zeit... Wenn der Schwertkämpfer der Prinz aus dem weißen Pferd war, war Silas hingegen wohl der dunkle Ritter der Versuchung. Schon seine dunkle Stimme genügte um ihr eine Gänsehaut am ganzen Körper zu verschaffen... Seine silbernen Augen, seine kalten Hände auf ihrer Haut und seine Lippen an ihrem Hals, seine Berührungen und die Dominanz, die er ausstrahlte. Er würde für sie töten wenn es darauf an kam, das hatte er schon auf Enies Lobby bewiesen. Doch die Seite die sie heute an ihm kennengelernt hatte, war ihr neu, fremd und fast überraschend iebenswert. Er verwirrte sie... Immer und überall’. Auch heute, wo er sie einfach nach seinem Besitzanspruch, bei Zorro abgeladen hatte. Sah’ er überhaupt eine Konkurrenz in in dem grünhaarigen Schwertkämpfer?

Ces seufzte leise... Beide Männer trieben sie nahezu in den Wahnsinn. Jeder für sich auf seine eigene Art, mit allen Ecken und Kanten. Langsam gestand sie sich ein, dass sie es in all’ dem Chaos tatsächlich geschafft hatte, für beide Männer Gefühle aufzubauen. Was für eine Farce... Wo sollte das nur hin führen? Celest schluckte trocken und erinnerte sich an das weisende Gespräch mit ihrer Freundin. “Raine...”, hauchte sie leise und ohrfeigte sich innerlich sofort selbst, dass sie so in ihrer eigenen Welt gefangen war. Der Korallfarbigen ging es schließlich weitaus schlechter als ihr... Wie konnte sie nur so egoistisch sein und sich tatsächlich in einer Traumwelt zwischen zwei Männern zu verlieren, so dreist sein darüber Gedanken zu verschwenden bei wem von Beiden sie heute Nacht übernachten würde, ...wenn die einzig naheliegende Antwort direkt vor ihrer Nase lag und sich nur ein Zimmer weiter, einsam und traurig in ihre Decke kuschelte. “Ich bin so verdammt dämlich...”, verfluchte sich die Rosahaarige nun selbst. Ihre Luxusprobleme rückten endlich von ihren Schultern, als sie sich zurück auf ihre noch immer wackeligen Beine begab und schließlich kurz darauf im nahezu leerstehenden Zimmer ihrer Freundin verschwand, leise auf den ruhenden Körper zutrat und sich schließlich mit unter die dunkle Decke begab.

“Alaric?”, wisperte Raine leise und hoffnungsvoll in die Dunkelheit, sofort legte sich ein schwerer Stein auf das Herz der Schiffszimmerin. Selbst im Schlaf schien er sie zu verfolgen... “Es tut mir leid... Ich bin es nur.” Die petrolfarbenen Augen öffneten sich, füllten sich mit Tränen, doch keine lief ihr übers Gesicht. “Es war... kein Albtraum? ...” Mitfühlend zog Celest sie augenblicklich in ihre Arme, küsste sanft ihre Stirn. Sie zitterte innerlich so stark, wie der zusammengekauerte Körper der in ihren Armen bebte, doch äußerlich gab sie sich gelassen. Celest wollte stark für Raine sein, “Nein, war es nicht...”., beruhigend kraulte sie den Rücken der Feuernutzerin, legte ihren Kopf behutsam über ihren ab. “Es tut mir leid, dass ich nicht früher bei dir war...”, ihre Stimme wirkte brüchig. Raine schluchzte nun leise, vergrub ihre Nase tief in der Brust der Kleineren und krallte sich geradezu in deren Rücken. Allmählich tränkten Tränen das Shirt der Kleineren, “Es ist okay, Raine. Ich bin da... Ich werde immer da sein.” Mit den Zähnen biss sich Celest auf ihre Zunge. Eine einzige, mitfühlende Träne glitzerte einsam in ihren braunen Augen... "Versprochen."

Einige Zimmer nebenan saß Silas zwischen seinem Unrat auf seinem antiken Canapé Sofa. Entspannt streckte der Blauhaarige seine Beine über die Lehne, auf der Polsterung lag ein aufgeschlagenes Buch, in dem er dann und wann blätterte und laß, wenn er sich nicht seiner Hauptbeschäftigung widmete. Mehrere Kerzen erhellten den Raum, leuchteten fahl auf die vielen Notenblätter, die um ihn herum wie herausgerissene Seiten aufgetürmt waren. Fast alle waren mit schwarzer Tinte beschrieben, schwungvolle Notenschlüssel zierten allesamt die ersten Reihen der Papiere, danach folgten unterschiedliche Kompositionen für Violine, Cello und seinem favorisierten Instrument, dem Piano. Seufzend hielt er sich den Kopf, schlug die Beine übereinander, tauchte die Schreibfeder in ein Glässchen Tinte, als diese zu viel der Flüssigkeit abgegeben hatte und strich die letzten Eindrücke vom Papier. Sein Blick verweilte auf den durchgestrichenen Noten, folgten dem Papierchaos hinab zu einem hölzernen Koffer „...“, stillschweigend trat er auf, ging mit angehobenen Schritten durch sein allgegenwärtiges Chaos um unter seinem Bett zu kramen und den besagten Koffer zu sich zu ziehen. Kurz prüften seine Ohren die Tür, sie nahmen kein Geräusch wahr. Lautlos öffneten sich die Schnallen des Objekts. Zwischen einigen Zeitungsartikeln und gekauten Kaugummis blitzten ihm zwei Kleinwaffen entgegen, die er in einer weiteren, gläsernen Schatulle gelagert hatte. Beim öffnen des Mechanismus flog seine Hand kurz über den dunkelroten Samt in der die Dolche gelagert waren, bis er sie heraushob. Die Klingen waren nicht zu verachten, er hatte sie sich in irgendeinem Kaufrausch aus der neuen Welt angeschafft, um nicht immer auf die überdimensionale Sichel auf seinem Rücken angewiesen zu sein, sie aber nie benutzt.

Viele Jahre später schienen sie nun ihren Platz zu finden. Sein Daumen prüfte die Schärfe. „Hum.“, gab er vielsagend von sich, zückte mehrere der vielen unterschiedlich gekörnten Schleifsteine die er besaß, um seine eigene Waffe zu schärfen und begann mit wenigen Handbewegungen die in die Jahre gekommenen, von Staub stumpf gewordenen Klingen zu bearbeiten. Schnell zog er die Klingen samt Scheide aus den dazugehörigen schwarz ledernen Unterarmschienen. Die ausfahrbaren Unterarmdolche mussten mindestens 20 Jahre alt sein, waren perfekt geeignet für schnelle Kampfsituationen, vorausgesetzt der Eigentümer hätte eine rasche Kombinationsgabe und könnte sich ebenso schnell bewegen. Unter den vibrierenden Bewegungen musterte er den verschnörkelten Mechanismus unter dem die Dolche auszufahren waren, dieser war, im Gegensatz zu den Klingen, noch tadellos in Ordnung, sogar die aus Silber gefertigten Kreuzornamente die sich auf Mechanismus und der Schiene wiederfanden, waren nicht Opfer der Zeit geworden, noch immer blitzten sie in seinen ebenso farbigen Augen auf.


-Am nächsten morgen-

Müde streckte sich Celest die Extremitäten vom Körper. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, doch an der Seite der Feuernutzerin schlief sie unfassbar gut, fühlte sich energiegeladen und konnte sogar für einige Zeit das Chaos in ihrem rosanen Kopf vergessen. „Oh guten Morgen Celest.“ Raine war schon längst aufgestanden, stand wie Gott sie erschaffen hatte vor einem riesigen Spiegel, zu ihren Füßen lagen allerhand Kleidungsstücke des Navigatoren. „Himmel! Zieh dir was an Raine!“, „Ich versuche es ja.“, überfordert sprangen ihre Augen zwischen der Vielzahl von Hemden und Hosen hin und her, ihre eigene Kleidung lag zusammengefaltet auf dem Fensterbrett und waren das komplette Gegenteil zu der extravaganten Garderobe des Verschollenen. Überfordert griff sie nach völlig unpassenden Kleidungsstücken, bund sich aus einem weißen Hemd eine Art Rock, zudem sie ein violettes T-Shirt anzog, das einen fürchterlichen zu ihren Haaren abgab. „Was hälst du davon?“ Peinlich berührt schüttelte Celest ihren Kopf, „Besser nicht.“. Auch die nächsten Kombinationen waren wenig erfolgsversprechend. Von Hawaiihemd kombiniert mit grüner Hose , in der der Wuschelkopf förmlich unterging, bis zu einer Kombination aus ockerfarbenen Lederstiefeln mit blauen Shorts war alles dabei, was das modebewusste Auge als Vollkatastrophe wahrnehmen würde. Allmählich wurde der Handwerkerin klar, weshalb Raine immer nur in Schwarz anzutreffen war. „Lass mich mal...“, zielsicher zog Ces eine bordeuxrote Weste aus dem Schrank, die Alaric vermutlich nur bis zur Taille ging, hervor. „Zieh das mal an und...“, sie war fast halb in den Schrank eingetaucht, als der Rosahaarigen der Atem stockte. Ganz hinten, in einer Klarsichthülle eingepackt und gut versteckt, ragte ein verspieltes, champagnerfarbenes Kleid aus den Anzügen hervor. Vorsichtig öffnete sie den Reißverschluss der Verpackung, am Saum des Kleides ragten einige Blumenstickereien hervor, die in mühsamer Kleinstarbeit handgefertigt wurden. „Alles in Ordnung Ces?“ In der Weste gekleidet, ansonsten aber völlig nackt spähte Raine nach der Suchenden, als ihr das kurze Kleid entgegen gehalten wurde. „Ich denke das ist ...für dich.“ Ungläubig weiteten sich Raines Augen, sie warf die Weste ab und schlüpfte sofort in das ihr gegebene Kleid. „Es steht dir hervorragend.", gab Celest zu verstehen und in der Tat legte sich der geschmeidige Stoff wie eine zweite Haut auf der Größeren ab. Ihre langen Beine wurden perfekt betont, der Ausschnitt war, wie für Alarics Geschmack üblich, ziemlich gewagt. Still betrachtete sich die Größere im Spiegel, hielt sich die Hand vor der Brust und atmete tief ein und aus. Auch wenn sie es nicht gerne zur Schau stellte, nagte der Verlust des Rothaarigen jede Sekunde an ihr. Das Celest sie letzte Nacht besucht hatte, machte es ein wenig einfacher, „Danke Ces.“, „Ich hab das Kleid doch nicht gekauft, du Dummkopf.“, „Das meine ich nicht.“, geschwind drehte sich das Feuermädchen um und lächelte die Rosahaarige an. Es waren Wochen vergangen, seitdem sie Raine das letzte Mal hatte lachen sehen. Mit einem Mal wurde das Herz der Handwerkerin ein wenig leichter. Seufzend legte sie die übrige Kleidung zusammen, platzierte die bordeuxrote Weste samt schwarzer Shorts, die sie ebenfalls aus dem Schrank gefischt hatte auf einem Stuhl, vielleicht würde Raine das morgen anziehen wollen...

„GYAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH!!!!“, schrie es plötzlich über Deck. „Was war das denn?“, fragte die Schiffszimmerin in den Raum, während sie die schweren Türen des Schrankes schloss. „ICH KRIEG NEN VERFLUCHTEN HERZINFARKT!!!!“, „Es klingt nach Ruffy. Ich schau nach ihm.“, „Ich komme gleich nach...“ Celest blickte an sich hinab, noch immer trug sie die selbe Kleidung wie am gestrigen Tag. Sie hatte es nicht mehr geschafft sich umzuziehen, stand förmlich in Schweiß und Dreck und fühlte sich ungesund. Weshalb ihr Captn so aus dem Häusschen war, konnte sie sich derweil schon denken. „Bis gleich.“ Als Raine aus dem Zimmer verschwand, wollten Celest' Gedanken schon wieder zu rotieren beginnen. Es war sicherlich wegen des märchenhaften Anblicks der Thousand Sunny, den sie die gestrige Nacht mit Silas in der Dunkelheit aufgebaut hatte. Silas... Seufzend setzte sie sich aufs Bett. So sehr ihre Probleme auch Luxusprobleme im Gegensatz zu Raines waren, so waren es nicht minder Probleme die sie auch beschäftigten. Was sollte sie nur in Zukunft mit den beiden Männern anstellen? Ihre Wangen stolperten über das letztere Wort, verfielen ein wenig in Scham, was sie dazu trieb sich innerlich zu ohrfeigen. Seit wann war sie so? Und woher kam das? Bevor ihre Gedanken sie weiter malträtieren konnten, beschloss das Schiffszimmermädchen erst einmal das Bad aufzusuchen, ihren Kopf frei zu machen und endlich mal baden zu gehen. Auf dem Weg ins Badezimmer, das ironischerweise direkt neben Alarics Kabine anzutreffen war, wollte sie vorab in ihr eigenes Zimmer gehen um sich frische Wäsche zu holen. Langsam öffnete sie den Knauf des Zimmers, doch jenes war abgeschlossen... Ces schlug sich mit einer Hand vor die flache Stirn, sie hatte vergessen dass sie gestern Abend bei ihrer Schleichaktion abgeschlossen hatte. Schnell zückte sie den Schlüssel hervor, drehte ihn im Schlüsselloch um und begab sich in ihren Prinzessinentraum. Zu ihrer Überraschung befand sich auf dem erhöhten Bett ein weintraubenrotes, relativ großes Päckchen, samt schwarzer Schleife. Interessiert hob sie den lose aufliegenden Deckel an, prüfte woher dieses ominöse Ding herzukommen vermochte, fand aber keinen Absender, sondern eine gläserne Schatulle, in der irgendetwas schwarzes verborgen lag. Ihre Neugierde kannte keine Grenzen, sodass sie das Köfferchen prompt heraus hob. Sich den Kopf kratzend fragte sie sich was das sollte, öffnete den metallenen Verschluss des Etuis, hob vorsichtig den schwarzen Stoff an und entfaltete die ausklappbaren Dolche samt Armschienen. Zwischen den beiden Waffen ragte ein Zettel, auf welchem nur geschwungener Schrift „Für deine Mühe.“ stand.

Zwiegespalten beäugte Celest die markante Schrift, versuchte sich zu erinnern ob sie überhaupt jemals einen der Crew hatte schreiben sehen -oder ob überhaupt jemand schreiben konnte- und viel wichtiger noch: Wie war derjenige in das Zimmer gelangt? Musternd wich ihr Blick über die Armschienen, betätigte das kaum erkennbare kleine Knöpfchen, als zu ihrer Überraschung zwei spitze Dolche aus der Scheide fuhren. Auf den äußeren Seiten waren in Silber jeweils zwei längliche Kreuze anzufinden, die über das untere Material herausragten, was sie zu dem Schluss brachte, dass dieses Präsent eigentlich nur von einem ihrer Crew stammen konnte. Wie zum Teufel war er überhaupt in ihr abgeschlossenes Zimmer hinein gekommen? Ehe sie den Gedanken weiter verfolgen konnte, kam ihr plötzlich wieder Zorro in den Sinn. Wenn er dieses Geschenk sehen würde, würde er vermutlich komplett ausflippen und dem Blauhaarigen wieder einen Schlag verpassen, zudem hatte sie doch gar keine Ahnung wie sie damit hätte kämpfen sollen? Seufzend bettete Celest die tödlichen Waffen zurück in ihr seidenes Gemach, verschloss das gläserne Etui und brachte es in einer ihrer zahlreichen Schubladen unter.

An Deck war derweil die Hölle los. „ICH KANN NICHT GLAUBEN DAS DER WEIHNACHTSMANN HIER WAR!!!“, „Buhuhuhu ich hab ihn verpasst!“, „ICH HABE IHM ALTEN SOCKEN HINGELEGT!!! ES IST SOOOO COOOOOOL!!!“, „Buhuhuhu warum war er nicht länger hier?“, „WEIHNACHTSMANN!!!! WOOOO BIST DUUUUU?!?“, spähend sprang Ruffy, den Gummikräften sei Dank, von einem Ende des Schiffes zum Nächsten, traf dabei die rieselnden Christbaumkugeln und verfing sich letztendlich in eine Lichterkette. „ER HAT UNS SOGAR SCHNEE GEBRACHT!!!“, „Buhuhuhu...“, „HEY SANJI!!! DER WEIHNACHTSMANN WAR DA!!!“, „Das war doch nicht der Weihnachtsmann ihr Nullnummern.“ Lässig lehnte sich der Koch an einen der Mäste und zog eine Zigarette aus seiner Brusttasche, um sie anzuzünden. „Das war irgenjemand aus...“, der Anblick von Raine ließ ihn kurzerhand verstummen. „Entschuldige bitte.“, „RAINEYLEEEEEIN <333“ Ihm fielen fast die Augen auf das Dekolteé, als sie in ihrem Kleid zum Captn eilte, der grade dabei war, einen der riesigen Engelsstatuen zu umarmen. „HEY RAINE!!! SCHAU MAL!!!“ Ungläubig weiteten sich ihre Augen, das Schiff war wohl über Nacht von einer höheren Macht heimgesucht worden. "Unglaublich...", flüsterte das Feuermädchen zu sich selbst. "WAHNSINN ODER?!?", "Ja." Freudig hüpfend sprang der Schwarzhaarige durch den Kunstschnee, schrie unentwegt nach den anderen Crewmitgliedern, die sich langsam aber sicher, des Lärmes sei Dank, ebenfalls auf dem Deck sammelten. „Humpf... Na ganz toll. Und wer macht den Kram wieder weg?“, brummte Zorro verschlafen. „GYAHAAHAHAHAHA!!!“, „Ich übernehme diese Aufgabe freiwillig.“, „Oh Raineeeey du bist so unheimlich hilfsbereeeeeit!“ Wie ein Fähnchen im Wind wackelte der Smutje nun zur Krönung um die Jüngste der Mannschaft, hielt sich die Hände an die tiefroten Wangen und schwebte in die Kombüse. „Ich mach' dir Plääääätzchen.“ Die Augen der Feuerfruchtnutzerin weiteten sich sofort. „Plätzchen?“, wisperte sie leise zu sich selbst, ihre Füße liefen automatisch dem Koch hinterher. „Kann... kann ich dir helfen?“, „Natüüüüürlich mein Regenschauer am heißen Sommertaaaag <3“

Entgegen Sanjis Vergleich zog sich der Himmel jedoch langsam zu. Eine dicke Wolkendecke versperrte die Sicht. „Jaja..“, debil wie eh und je war der Lachsopa dazugekommen, musterte den Himmel nur nebensächlich, sein grauer Star ließ auch keine weitere, eingängige Betrachtung zu. Er tippelte mit seinem Krückstock, der den Haltegriff eines riesigen Fischmauls besaß, zu den Stufen zum Steuerbord, um den Kurs zu ändern. Sein Log-Port schlug schon seit heute morgen aus, offenbar war ein Sturm oder Gewitter im Anmarsch. Ruffy verfing sich derweil in die fünfte Lichterkette, die durch einen Stoßwind getragen in seinem lachenden Mund Platz fand. Überglücklich grinste der Captn, die Lichter waren noch immer eingeschaltet und beleuchteten seine Zähne in allen Farben.

„Hum.“ Silas war mittlerweile auch an Deck angekommen und fand ein dezentes Chaos vor. Durch die Glücksanfälle seines Captns getrieben, der ihm ein lautes „HUUUUUHUUUU“ entgegenschrie, war einiges an Dekoration zu Boden gegangen. Keine zwei Minuten war der Schwarzhaarige wach und schon schaffte er, wie Silas selbst, alles in einen Haufen Chaos zu verwandeln. „ICH BIN EIN WEIHNACHTSELF!!!“, jodelnd griff Ruffy nach einer der Lichterketten und schwang zwischen den Mästen hin und her. „WEIHNACHTSMANN WOOOOO BIST DUUUU?!?“, „Hum.“, „HALLOOOO SENSENMANN!“, freudig landete der Captn direkt vor seinen Füßen und begann wie ein Äffchen zu plappern. „Hast du das gesehen?!? Wahnsinn oder? Der Weihnachtsmann war da!!! Ich hab ihm ein paar alte Socken hingelegt, aber das ihn das so sehr freut?!? Ich hab ihm deswegen heute Nacht noch ein paar Socken hingelegt! Wow!!! Stell dir vor er kommt nochmal hier hin, wäre das nicht ober COOOOOL? Ich hab ihm eine Liste hingelegt, die liegt auf meinem Fass. Manno Mann!!! Ich kanns gar nicht fassen dass er hier war und uns DAS hier alles mitgebracht hat!!!“, „Erstaunlich. Er hat den weiten Weg für dich aufgenommen.“, „JA!!! WEIL ICH SO EIN SUPER CAPTN BIN!!!“ Das größte Honigkuchenpferdgrinsen ließ die Sonne nun endgültig verblassen. „Hum. Du hast es dir wohl verdient.“ Kaum hatte Silas seiner Anerkennung kund getan, umarmten ihn schon die langen Gummiarme des Schwarzhaarigen. „FROHE WEIHNACHTEN!“ Irritiert blieb der Seelensammler stehen, bewegte sich keinen Zentimeter. „MORGEN IST ERST WEIHNACHTEN!!!“, die brüllende Stimme stammte von Celest, deren rosa Kopf langsam zwischen den Stufen zum Aquarium sichtbar wurde. Über die Schulter blickend verweilte Silas Blick auf dem Zimmermädchen. Frisch gebadet eilte sie hinauf, schaute sich um, roch den süßen Geruch von backenden Keksen und hielt inne als sie Silas und Ruffy sah. Letzterer war wie ein Kaugummi an dem Größeren festgeklebt, plapperte irgendwas von Weihnachten und dem Weihnachtsmann, während der Blauhaarige scheinbar nichts wissend mit den Achseln zuckte und Celest ein kokettes Grinsen entgegenbrachte. Sie hatte jedoch keine Zeit auch nur eine Sekunde auf die Annäherung einzugehen, als sie plötzlich die halb zerstörte Dekoration erblickte. „DAS IST NICHT DEIN ERNST, RUFFY?!?“, Stampfend begab sich das Temperamentbündel zu Ruffy, zog dem Captn höchstpersönlich am Ohr von Silas weg und deutete auf eine der zahlreichen, zu Boden gegangenen Lichterketten. „WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN?!?“, „Aber Ceeeees...ich bin doch eine Weihnachtselfe.“, „Wölfe? Jaja das erinnert mich an...“, „KLAPPE DA OBEN! Räum das sofort WEG Ruffy!!!“, „Aber Cessy …“ Aufgebracht deutete die Kleinere auf das Miniaturkarussell, das sich nicht mehr drehte. „Aber Ces ich hab doch gar nichts getan...“, „DAS sehe ich“ Noch immer klebte der Captn an dem Mantel des Seelensammlers der sich zur Krönung nun auch einmischte. „Celest. Hast du etwa gesehen wie er es zerstörte, hum?“, „Was geht dich das an Perversling?“, „Nun, eventuell war es eine Windböe. Wer weiß.“, „JA ES WAR VIELLEICHT EINE WINDBÖE!!!“, triumphierend feierte sich der Captn selbst, band sich eine der Lichterketten um seinen Oberkörper und begann hin und her zu rollen. Zwinkernd wand sich der Blauhaarige von Ruffy und dem rosahaarigen Monster ab, beugte sich hinab zu Chopper, um ihm seine Wunde zu präsentieren. „Ach herrje... das hatte ich ja fast ganz vergessen.“ Eilig lief der kleine Elch nach unten zur Praxis, wank den Hochgewachsenen zu sich her, der stumm folgte.

Angekommen in der Praxis löste der halbe Mensch das Pflaster mit einer Tinktur. Unter dem längst durchgesifften Stück fand er eine tief geschwollene, kreisförmige Wunde vor, „Da hat Celest dich aber ordentlich erwischt, Silas.“, „Hum.“, „Ich sehe gar keine Bissspuren.“ Irritiert kratzte sich Chopper an seinem Geweih, suchte nach einigen Kräutern in seiner Schublade und dem dazugehörigen Mörser, um sie auf seinem Tisch zu einer Paste zu verarbeiten und auf die Wunde aufzutragen. Mit kreisenden Bewegungen massierte die Hufe die Salbe auf die gereizte Haut. „Sie hat deformierte Zähne, schätze ich.“, „Deformierte Zähne?“, „Celest. Ich denke, du solltest sie untersuchen. Ihr ungewöhnlicher Speichelfluss könnte auf ihre porösen Zähnen zurückzuführen sein.“, „ICH HÖRE ALLES CRESCENT!!!“, motzend stand das rosahaarige Monster im Türrahmen. „Oh hallo Cessy. Würdest du eben deinen Mund öffnen?“, „Ehm NEIN?!? WAS SOLL DAS ALLES?!?“, „Hum. Ich sehe die Paradontose von hier.“, „DU VERDAMMTER MISTKERL!!!“, „Ich hatte mit einer herzlicheren Begrüßung gerechnet.“

„ICH BIN EINE ELFE!!!“ Krachend fiel ein Mast zu Boden. „HÖRST DU WAS DU ANGERICHTET HAST?!?“, „Was meint sie denn, Silas?“, „Ich denke die Bakterien steigen ihr zu Kopf.“ Celest' Geduldsfaden schien gerissen. Sie würde ihn jetzt endgültig töten müssen. Es gab keine Frage mehr nach Schwarz, Weiß, Grau und kein oben und unten mehr. Erzürnt lief die Schiffszimmerin durch die kleine Praxis, eine ihrer Halsschlagadern stand gefährlich ab. „Ich schwörs dir ich werde dich...“, „Hum? Ich bin gespannt.“ Provokant schlug der Blauhaarige die Beine übereinander, seine Augen verengt zu Schlitzen, während die pechschwarzen Wimpern seinen Blick verschleierten, was ihn nur noch arroganter aussehen ließ. Wenige Schritte vor dem Seelensammler blieb die Handwerkerin stehen. „Erst gibst du mir ein Päckchen mit dem ich nichts anfangen kann, dann blamierst du mich vor unserem Captn und nun lügst du wegen meiner Zähne herum?!? HIER SCHAU!!!“ Celest Öffnete ihren Mund, biss die Zähne aufeinander und starrte mit aufgerissenem Mund und blitzblankem Gebiss durch den Raum. Silas konnte nicht widerstehen, als ein Lachen über ihren Anblick zu verlieren. „Ich erzittere.“, „DU WIDERLICHER ARROGANTER...“, „BUHUHUHU streitet euch nicht“, flennend hatte Chopper sich in eine Ecke gehockt. Seine Knopfaugen schienen Tränen zu vergießen. Lässig stand der Älteste der Dreien auf, wank Celest schwerfällig zu. „Ja. Lass uns nicht streiten, Celest.“ Seine Stimme klang fest und über allem erhaben, doch die übliche Arroganz fehlte. Verwundert blickte sie dem Mann hinterher der neben ihr zum stillstand kam und sie fragte sich, ob nicht doch die Hoffnung bestand, dass er sie vielleicht nicht blamieren wollte? Vielleicht waren seine Provokationen nur Fassade und er hatte wirklich Interesse daran, die Unbeschwertheit in der Crew aufrecht zu erhalten? Vielleicht log er wirklich nur deshalb... und sie schätze seine Sticheleien nur falsch ein? Das konnte doch eigentlich nicht sein, oder? Es passte so überhaupt nicht in das Bild das sie von dem Blauhaarigen hatte.

Langsam näherte er sich ihr, ging zeitverzögert an ihr vorbei. „Ich erwarte dich heute Nacht bei mir.“, „WIE BITTE?!?“ Ihre Gutgläubigkeit wurde mit einem Mal bestraft. Wie konnte sie nur annehmen dass dieser Mann auch nur EINE gute Absicht oder EINEN guten Gedanken an Andere verschwenden würde? Im vorbeigehen tätschelte er beiläufig ihren Kopf, stuppste mit den Fingerspitzen vor ihre Stirn. "Bis später.", "OHJA UND DANN WIRST DU WAS ERLEBEN MEIN FREUND!!!", "So weit sind wir schon?", "WIE KANNST DU NUR MIT DIR SELBST ZUFRIEDEN SEIN?!?", "Danke für die Behandlung Tony. Ich denke das wird vorerst genügen.“


-In der Kombüse-

„Ganz wunderbar, Raineylein <3“, zwitschernd legte Sanji die ausgestochenen Plätzchen von Raine auf das Backblech, sie hatten bereits das dritte Blech abgebacken. „Findest du?“, vom Kochen oder Backen hatte das Feuermädchen nun wirklich keine Ahnung, sie hielt sich stumpf an das ihr aufgetragene Rezept des Smutje, stach mit den Blechformen einen Keks nach dem anderen aus, naschte dann und wann, wenn der Blonde nicht hinsah und rollte die Reste des Teiges weiter aus. Der Duft der das Schiff umgab, lockte nach kurzer Zeit ihren verfressenen Captn an, „INNNNN DER WEIHNACHTSBÄCKEREIIIIII!!!“, „GUMMIFLOSSEN WEG RUFFY!!!“ Ein bestimmender Schlag mit dem Nudelholz ließ die Finger des Schwarzhaarigen überrascht zurückweichen. „Auauaauauauauaua, du bist so gemein Sanji!!!“, „DIE SIND FÜR MORGEN!!! ISS LIEBER MAL EINEN APFEL!!!“ Die rote Frucht traf Ruffy mitten ins Gesicht, seine überdimensionale Futterluke öffnete sich zu einem Schlund, schluckte das Obststück mit einem Bissen runter. Eine Mischung aus Faszination als auch Unbehaglichkeit zierte das Gesicht des Mädchens, als Ruffy laut hustend einen runden Klumpen im Hals runterschlucken zu versuchte. „Alles … in Ordnung Captn?“, „ICH ERSTICKE!!!“, röchelnd lag der Strohhutträger am Boden, klopfte sich auf den schmerzenden Brustkorb. „Hast du verdient Gummibirne.“ Sanji hatte endgültig genug von der lebenden Essstörung, beförderte den Captn samt seines Kugelhalses nach draußen. „KOMM HIER NICHT MEHR UNGEFRAGT REIN!!!“ Mit einem lauten Knall schloss sich die Tür zur Weihnachtsbäckerei, schnell wusch sich der Koch die Hände und wand sich den Streuseln zu, die die Feuerfruchtnutzerin in ihren Händen hielt. „Lass uns weiter backen Raineylein <3“ Nach Atem ringend klopfte Ruffy vor der Tür auf den hölzernen Boden, „WEIIIHH...NACHTS.....MANN....HI...LF.....MIR....“, „Bist du dir sicher das es ihm gut geht?“, „Ach der hat schon ganz andere Dinge gefressen!!! Was sollen wir als nächstes backen, mein Blumenfeld?“, „Hm. Wie wäre es mit Strohhutkeksen? Oder...“, nachdenkend starrte sie Sanji an, der unter dem ungewohnten Blick zu japsen begann. „ALLES WAS DU WILLST MEIN STERNCHEN!!!“, „Wie wäre es mit Keksen die aussehen ...wie wir?“, „EINE GANZ WUNDERBARE IDEE!!! <3“


-An Deck-

Schwer atmend klatschte der Captn noch immer auf den Boden der Thousand Sunny. Sein Gesicht war von Schweiß benetzt, die Apfelkugel in seinem Hals schmerzte. „Jajaja... das erinnert mich an damals als ich einen ganzen Lachs.“, „Hiiiiilf miiii...“, röchelnd deutete der Schwarzhaarige auf seinen geschwollenen Hals. „Schilf? Ich soll das Schilf einholen? Ja, wo haben wir denn hier Schilf?“, „SCHIIIIILF MIIIIIR...“, krampfhaft hustend versuchte Ruffy auf seinen Hals aufmerksam zu machen. „Ja sag doch, dass du Hilfe brauchst!“ Aus der Hosentasche zückte der senile Alte einen Gummilachs, schlug mit seinen mikrigen Ärmchen auf den verstopften Hals, ehe nur wenige Sekunden vergingen bis der Captn schlucken konnte. Aufspringend umarmte der Befreite seinen vielfach Kleineren Retter. „DANKE LACHSOPA!!!“, „Jajaja...Lachse sind multifunktional einsetzbar.“ Einen wilden Kampfschrei von sich gebend, schwang Ruffy erneut von Mast zu Mast, als hätte es diesen Vorfall nie gegeben. „ICH BIN EIN WEIHNACHTSELF!!!“, „Hum.“ Die dicke Schicht Salbe auf seiner Brust ließ die pochende Hitze allmählich zurückgehen. Silas Augen musterten die Thousand Sunny, blickten auf das vortreffliche Chaos, das sich ihm bot, vorbei an dem feiernden Tarzanruffy, zum Lachsopa der sich nach seiner Rettungsaktion zurück zum Steuerbord begeben hatte, herunter zum Aquarium in dem sich noch Celest und Chopper aufhielten. Was nun? Gelangweilt trat der Seelensammler zu den vielen Lichterketten, die dank des Captns einen neuen Platz am Boden gefunden hatten und begann diese erneut aufzuhängen. Sein Treiben wurde durch einen äußerst schlecht gelaunten Schwertkämpfer gestört, der ihn prompt von der Seite anpöbelte. „Na Fräulein?“ Den Grünhaarigen ignorierend, hing er die Konstruktion aus Christbaumkugeln und Lichterkette zurück an den heruntergekommenen Mast. „Oh verstehe. Die Dame mag nicht mehr mit mir sprechen, seitdem ich sie gekränkt habe.“ Wo hatte er letzte Nacht nochmal die Orangenschalen aufgehangen? Irritiert kratzte sich der Blauhaarige an seinem Kinn. Hatte er sie überhaupt aufgehangen, oder hatte er sie auf den Holzsockeln platziert? Die Schalen begutachtend beschloss er, sie lieber auszutauschen, sie hatten zu viele Bissspuren des Captns ertragen müssen. „HEH! ICH REDE MIT DIR!!!“, fauchend stand der Grünhaarige direkt vor Silas, bäumte sich grummelnd vor ihm auf. „WO IST CELEST?!?“ Kurz blitzten die Pupillen auf, blickten hinab in die schwarzen Augen des Schwertkämpfers. „HATS DIR DIE SPRACHE VERSCHLAGEN ODER WAS?“

Zorro schien gleich zu explodieren. Erst hatte irgendeine Nullnummer das Schiff in ein kitschiges Schlachtfeld verwandelt, dann verschwand er mit der Schiffszimmerin in der Praxis von Chopper, keiner schien zu bemerken das dieser Lachsopa irgendwas im Schilde führte, sie hatten keinen Mast mehr weil Ruffy meinte, es sei eine gute Idee, sich mit umfunktionierten Lichterketten von Mast zu Mast schwingen zu lassen, als seien sie Lianen im Dschungel und nun sprach dieser selbstgefällige Mistkerl, der seine schmutzigen Pfoten an IHR ausgelassen hatte nicht mal mehr mit ihm. Brodelnd baumelten seine Fäuste dicht an seinem Körper. Die übliche Eifersucht war in ihn gefahren, beobachteten Silas dabei, wie er eine Girlande an einem Eck des Schiffes befestigte und wieder gleichgültig an ihm vorbei trat. „Weißt du was? Ich habe deine Psychospielchen satt. Ich habe es dir gesagt ...und sage es dir nochmal: Deine Fassade bröckelt. Du sprichst doch nur nicht mit mir, weil du wieder irgendeinen bescheuerten Plan ausheckst oder Angst hast!“, „Kannst du das halten, Lorenor?“ Ohne die Antwort abzuwarten hatte Silas ihm das andere Ende der Girlande um das Handgelenk gewickelt. „Vielen Dank.“, „WILLST DU MICH VÖLLIG VERSCHEISSERN?!?“, „Hum.“ Erneut ging der Musiker zum anderen Ende des Schiffes, um die Enden an einem kegelförmigen Vorsprung zu wickeln. „Mit Nichten, Lorenor. Ich bin deiner überdrüssig.“, „Über – was?!?“ Langsam trat der Hochgewachsene erneut an ihm vorbei, nahm die Schlinge von dem bebenden Handgelenk um auch diese verknoten zu können. „ICH SCHWÖRS DIR, BEVOR WIR BEI SABAODY ANKERN...“, „Schon dein Stimmchen. Dein ständiges Schreien belastet die Stimmbänder.“, „ICH … NEIN, WIR HABEN DIE NASE VOLL VON DEINER ARROGANZ, PÜPPCHEN!!!“, „Sehr harte Worte zu einer Dame, findest du nicht?“, grinsend ging der Schwarzgekleidete in die Kombüse um neue Orangenschalen abzuholen, kreuzte den Weg der Rothaarigen, die zufrieden mit einem Korb Plätzchen die dampfenden Öfen verließ.

An Deck stand derweil noch immer Zorro, der aufgebracht atmend nach Ruhe suchte. So konnte es nicht weitergehen... Wer konnte schon wissen was dieser Mann im Schilde führte? Was auch immer es war, es konnte nichts gutes bedeuten. Er würde nicht zulassen, dass Celest wieder verletzt werden würde. Auf welche Art auch immer. Die Zähne zusammenbeißend, schossen ihm die Bilder durch den Kopf die er am Strand der Asiainsel mit ansehen musste... Sie spielten sich immer wieder vor seinem inneren Auge ab, ihr Gesicht zoomte immer näher heran, schienen sich zu vervielfältigen, neue Aspekte zu zeigen, die er eigentlich gar nicht gesehen hatte und sehen wollte. Würde er den Verstand unter dieser Erinnerung verlieren? Langsam sackte der Grünhaarige in sich zusammen, ließ sich auf den Kunstschnee nieder und hielt sich schmerzend den Kopf. „Ich lass das nicht zu.“, flüsternd sprach der Schwertkämpfer zu sich selbst. „Wie konnte ich nur so dumm sein?“

„Keks?“

Ein süßes Gebäck starrte ihn plötzlich an. Das Plätzchen, das verdächtig nach Zorro selbst aussah, hielt der korallenhaarfarbige Wuschelkopf in ihrer zierlichen Hand. Langsam setzte sie sich zu ihm ab, legte einen Arm um seine Schulter. „Alles wird gut Zorro.“, „Pfah, du hast ja keine Ahnung!“, „Und wie ich das habe.“, auffordernd positionierte sie das Zorroplätzchen auf den Knien des Namensgebers. „ISS MICH!!!“, scherzend hatte sie ihre Stimme ins tiefe verstellt, kratzte sich dann aber irritiert am Kinn. „Ruffy kann uns besser imitieren, ich weiß...“ Ein kurzes Lächeln zierte die Lippen des Mannes. „Du bist viel erträglicher als früher, Feuerschnalle. Weißt du das?“


- Praxis von Chopper-

“Ohhh... Das ist wirklich beeindruckend. Wirklich, wirklich beeindruckend, Cessy.” Warm betrachtete die Rosahaarige die kleinen, arbeitenden Hufen auf ihrem Bauch. “Und du sagtest, du würdest deine Selbstheilungskräfte schon länger nicht in Anspruch nehmen?”, “Seit Water Seven um genau zu sein...”, “Wie aufregend!”, “Mhm?” Ein sanftes lächeln schmückte ihre Lippen, als Chopper plötzlich von ihr weg eilte und in einer Schublade nach einem Notizbuch kramte. “Was suchst du?”, “Ich notiere eben die Untersuchungsergebnisse.”, grinsend kritzelte der Kleinere drauf los. “Faszinierend... Du regenerierst dich offenbar auch ohne bewussten Einsatz deiner Teufelskräfte ungewöhnlich schnell. Deine Bauchwunde ist so gut wie abgeheilt... Unter normalen Umständen hättest du noch Wochen damit zu kämpfen.” Chopper kaute nun nachdenklich an seiner Schreibfeder, “Hättest du... etwas dagegen, wenn ich dir ein wenig Blut abnehmen würde?”, “Nein, nein. Nur zu.”, “KLASSE!!!” Celest kicherte amüsiert über die Euphorie des Schiffsarztes. “Was versprichst du dir denn davon?”, “Abgesehen von dem Schwangerschaftstest den Silas mir aufgetragen hat? Ich habe die Hoffnung dass ich mit deiner Hilfe eine Art Serum oder Trank zur schnelleren Regenration herstellen kann. Achja, übrigens habe ich dir die Eisentabletten zusammen mit etwas Folsäure und einem Vitaminkomplexpräperat auf dein Zimmer gebracht. Es liegt alles auf deiner Nachtkonsole... Ich finde es toll dass du so bewusst auf Nahrungsergänzung achtest! Da könnte sich manch’ einer was von abschneiden...” Chopper plauderte fröhlich weiter, Ces hingegen schien immer noch den Schwangerschaftstest zu verarbeiten, sie blinzelte irritiert Löcher in die Luft. “Raine ernährt sich z.B. ausschließlich von Süßigkeiten. Zorro fast nur von Fleisch... Sanji hingegen raucht mehr als er isst, ebenso wie Silas den ich tatsächlich noch nie etwas essen gesehen habe... Unser Opa besteht ausschließlich auf Fisch. Ich glaube du bist tatsächlich die Vernünftigste von uns. Ich achte zwar auch auf eine ausgewogene Ernährung, liebe aber Süßkram wie verrückt!” Während Chopper nun zu seinem Blutentnahmetablett tappste, fiel der Schiffszimmerin das Kinn bis zu ihrem Dekolleté. Die Informationsverarbeitung hatte etwas länger gedauert... “CRESCENT HAT WAS????!!!”, “Ich fand es auch ein wenig seltsam... Hast du heute eigentlich schon etwas gegessen?” Apathisch schüttelte Celest den Kopf. Wie konnte es der Perverse nur wagen.... ?! “Super! Nüchternblut ist viel aussagekräftiger, weißt du? Reich’ mir doch bitte mal deinen Arm, Ces. Ich hoffe du hast keine Angst vor Nadeln... Zorro ist mir letztens nämlich kollabiert.” Der Gedanke an den muskulösen Grünhaarigen, der wegen einer kleinen Spritze in Ohnmacht fiel, ließ Celest plötzlich wieder laut auflachen. Die sorgfältige Desinfektion in ihrer Armbeuge spürte sie derweil nicht. “Das ist nicht witzig... Ich hab mir wahnsinnige Sorgen gemacht! Jetzt bitte einen Moment still halten... uuuuuuuuund da haben wir es ja. Tadaaaaaaaaaaa!” Der kleine Elch hielt strahlend ein rubinrotes Röhrchen empor und tappste kurz darauf auf ein Mikroskop zu. “Drück die Einstichstelle bitte noch etwas ab, Ces.”, “In Ordnung, Doc. Ähh... wegen dem Schwangerschaftstest, also...”, Ces kratzte sich peinlich berührt am Hals. “Negativ.”, “Was? Wie bitte?”, “Der Test ist negativ. Möchtest du es ihm sagen? In diesem Raum gilt ärztliche Schweigepflicht, weißt du? Schade eigentlich... Ich wollte schon immer mal sehen wie ein Baby geliefert wird.”, “DU HAST JETZT ERNSTHAFT AUF ANORDNUNG DES BLAUHAARIGEN MESSIS EINEN GOTTVERFLUCHTEN SCHWANGERSCHAFTSTEST GEMACHT????!!!!! EINEN TEUFEL WERDE ICH!!!!”, “BUHUHUHUHUHUHUUUUU!!! BITTE SCHREI’ MICH NICHT AN CES!!! ICH FÜRCHTE MICH VOR DIR UND DEINEN HAIZÄHNEN!!! BUHUHUHUHU!!!”, “UND WIE KOMMST DU VOLLIDIOT EIGENTLICH DARAUF DAS BABYS GELIEFERT WERDEN??!!!”, “BUHUHUHUHU!!! DER STROCH BRINGT....”, “DER STORCH????!!!! WIE ZUM GEIER BIST DU EIGENTLICH ARZT GEWORDEN???!!!”, “DU BIST SOOO GEMEIN, BUHUHUHUHUHUHU!!!” Der schreiende Haischlund der Rosahaarigen klappte aprupt wieder zu, sie vergrub ihr Gesicht mit geröteten Wangen in beiden Händen. “Tut mir leid, Chopper... Ich wollte dich nicht anschreien. Ich bin eigentlich wütend auf Silas, nicht auf dich.”, “Schon in Ordnung, buhu...”, er wischte sich dicke Krokodilstränen aus den Augenwinkeln und widmete sich wieder seinem Mikrosop. “Warum erwartet dich Silas eigentlich heute Abend in seinem Zimmer?”, “Eh?”, “Na er sagte doch, er erwarte dich, bevor er gegangen ist.”, “Äh... ja... also... weißt du... mhm... das... öhm.”, nervös zwirbelte Ces eine Haarsträhne um den Zeigefinger. Wie sollte sie dem wohl unschuldigsten Wesen auf dem Schiff nur beibringen, dass der Blauhaarige ein gottverdammter Perverser war? Chopper glaubte schließlich sowohl noch an den Storch, als auch den Weihnachtsmann. “Ich denke... also. Er will... ähm. Ich denke er will etwas mit mir... spielen?” Die Antwort der Schiffszimmerin entpuppte sich als Frage, die gegen Ende drei Oktaven in die Höhe geschnellt war. Mittlerweile hatte sie vor Nervosität fast ihre komplette Haarpracht um die Hand gewickelt, die Frage was Silas eigentlich von ihr wollte schien berechtigt. Sie wusste es selbst nicht genau... Dass sie ausgerechnet das Wort “spielen” für seine dubiose Einladung benutzt hatte, trieb ihr dank’ offensichtlicher Zweideutigkeit augenblicklich feuerrote Schamesröte auf die Wangen. “Oh cool! Was will er denn mit dir spielen? Darf ich vielleicht mit?” IRKS! Celest ohrfeigte sich nun innerlich selbst für ihre dämliche Antwort und geriet ins stottern, “E-ein... B-bettspiel.”, “Ein Bettspiel?”, “BRETTSPIEL GOTTVERDAMMT!”, “Waaaaas??! Ich LIEBE Brettspiele!!! OH BITTE LASS MICH MITKOMMEN!”, “D-das ist keine gute Idee, denke ich.”, “Aber warum? Buhuhuhuhu...”, “Ähm... Das ist ein Bett.... BRETTSPIEL für Erwachsene.”, “Buhuhuhuhu... Könnt ihr nicht eine Ausnahme machen? Ich bin doch schon groß! Buhuhuhuhu!!!”

“Hey Chopper... Könntest du mal eben bitte kurz einen Blick auf Rosie werfen?” Was für ein Timing... Die Rosahaarige zuckte bei der bekannten Männerstimme augenblicklich zusammen und erblickte im nächsten Atemzug Zorro, der die ebenso Grünhaarige auf seinen Armen hinein trug. Der Anblick wie Rosie sich um seinen Hals schlang, ließ ihre Augen bedrohlich funkeln. “Oh, ja sicher doch. Was ist denn mit ihr? Setz’ sie doch bitte neben Ces auf die Krankenliege.”, “Ces?... Was machst du denn hier?”, “Könnte ich dich ebenso Fragen.” Zorro setzte die Meerjungfrau behutsam neben der Rosahaarigen ab, welche sie sofort von oben bis unten abcheckte. Sie wirkte kerngesund und streckte Ces zur Krönung frech die Zunge entgegen. “Rosie beklagte Unwohlsein.”, “Für mich wirkt sie gesünder als manch’ andere hier.”

“Ohhhhhh Doktoooorrrrr...”, Rosie warf theatralisch und wie auf Knopfdruck den Unterarm gegen ihre Stirn, “Es ist schrecklich!!!”, “Was ist denn Rosie?”, behutsam war Chopper auf die vielfach Größere herangetreten. “Es ist... mein Herz!”, Dein Herz?”, alarmiert zückte er sofort sein Stethoskop. “Ich habe ja soooolche Herzschmerzen! Ich halte es nicht mehr aus!!!” Ces Hand traf energisch auf ihre Stirn. Diese Seifenoper war schlimmer als die billigen Dramas der Asiapandas... Genervt hopste sie von der Krankenliege und ließ Chopper seinen Job machen. “Also, was machst du hier?” Zorro verschränkte die Arme vor die Brust und Ces musste deutlich zu ihm herauf blicken. Wahrheit! Sag die Wahrheit, Ces. Du bist Silas hinterher gelaufen und... “Ich wollte Chopper einen Blick auf meine Zähne werfen lassen.” Ein geschauspielert Zahnpastagrinsen gen Zorro ließ ihn irritiert den Kopf kratzen. “Das ist auch bitter nötig!!!”, mischte sich nun Rosie ins Geschehen. Die arrogante Stimmlage der Grünhaarigen entlockte ein schnaufen aus der Kehle der Kleineren, “Bist du nicht gerade an deinen Herzschmerzen am verrecken?! GEHT DAS NICHT ETWAS SCHNELLER?!!!” Rosies Augen verengten sich einen Bruchteil zu Schlitzen, als sie panisch beide Hände über ihr Herz presste, “Es ist sicher ein Herzinfarkt!!!”, “Wohl eher Hirninfarkt!”, keifte Ces konternd, während Chopper seine Untersuchungen mittlerweile abgeschlossen hatte. “Dein Herz ist völlig in Ordnung, Rosie.”, lächelte er. “Keine Sorge.”, “Untersuch’ mal lieber ihr Erbsenhirn oder tu was gegen den erbärmlichen Fischgestank. Ist ja nicht auszuhalten...” Die Meerjungfrau ignorierte die Sticheleien der Handwerkerin gekonnt, “Und warum schmerzt mein Herz dann so, Herr Doktor?”, “Ähm... Wann treten die Beschwerden denn üblicherweise auf?”, “Also... Eigentlich immer. Immer dann wenn ich Silas sehe!” Die Rosahaarige gab sich einen erneuten Facepalm. Wie hohl war die Fischfresse eigentlich? “Zum Glück hat mich der grünhaarige Muskelmann gerettet! Ich hätte sterben können!” War das ihr ernst? Genervt ballte Ces die Hände zu Fäusten... Diese billige Schauspieleinlage konnte und wollte sie sich nicht länger geben, sie war gerade dabei die Praxis des Elchs zu verlassen, als dieser sie zurückrief, “Hey! Ces! Warte doch mal!”, “Mhm? Was denn noch?”, “Nimmst du mich denn nun heute Abend mit? Biiiiiiiitteeeeeeeee!!! Ich bin doch wirklich groß genug!”, “Wohin soll sie dich mitnehmen, Chopper?”, fragte nun Zorro und Ces standen die Schweißperlen buchstäblich auf der Stirn. Sag es nicht Chopper... “Silas hat Cessy heute Abend zum spielen eingeladen!” Die verletzte Hand der Rosahaarigen fand zum dritten Mal den Weg zu ihrer Stirn, so langsam gewöhnte sie sich an die typische Alaricgeste. Warum? Warum sie???!!

“SILAS HAT WAS???!!”, schrien nun die beiden Grünhaarigen im Chor. Während sich Rosie nun panisch auf den Rücken warf und einen erneuten Herzanfall vortäuschte der sogleich geistesanwesend von Chopper untersucht wurde, stemmte Zorro beide Hände auf seiner Hüfte ab. “ICH WERDE IHN UMBRINGEN!”, “Zorro... Ich...”, “JETZT GLEICH! WIE KANN ER ES NUR WA............” Binnen eines Atemzuges hatte sich Celest auf ihre Zehnspitzen gestellt und sich am Bauchgurt des Grünhaarigen hochgezogen, um diesen mit einem Kuss zum Schweigen zu bringen. Ihr Plan ging auf, statt wie üblich rumzubrüllen und womöglich noch weiteres Blut zu vergießen, starrte der Größere geschockt in ihre braunen Augen und errötete vor Scham, als er die ungläubigen Blicke hinter dem Rücken der Kleineren bemerkte. Rosie hatte tatsächlich damit aufgehört wie ein gestrandeter Fisch an Land zu zappeln, während Chopper die Kinnlade bis zum Boden herunter geklappt war und panisch mit beiden Armen in der Luft wedelte. Kaum hatte sich Celest wieder von den Lippen des Schwertkämpfers gelöst, entpuppte sich ihr voreiliger Plan schnell als Desaster... “BUHUHUHUHU!!! DAS IST SO EKELHAFT!!!!”, pikierte sich Chopper alsbald und hielt sich vor Scham beide Augen zu, Rosie hingegen schien noch immer ihre Zunge verschluckt zu haben und blickte mit riesengroßen Augen zu dem seltsamen Pärchen hinüber. “BUHUHUHUHUHU!!!”, “Äh... Würdest du mir... Ähm....... also.”, Ces biss sich peinlich berührt auf die Unterlippe. Die Idee den Grünhaarigen vor den Augen Anderer zu küssen, erschien ihr plötzlich nicht als die hellste Idee, insbesondere nicht vor Rosie die mittlerweile ein siegessicheres grinsen auf der Lippen trug. “Würdest du mir bei der Reparatur des Hauptmasts helfen? Ich könnte zwei starke Arme gebrauchen...”, “S-sicher doch, Ces...”, Zorro wirkte derweil wieder zahm wie ein gefüttertes Löwenbaby. “D-danke.”, die Rosahaarige starrte fortwährend auf den Boden, als sie nach der Hand des Größeren griff und ihn schließlich hinter sich her aus der Praxis zog.

“Bringst du mich bitte wieder zurück ins Aquarium, Doc? Ich würde gerne ein Wort mit Silas wechseln...”, “Buhuhuhuhuhuhuuuuu.... So ekelig.”, plärrte Chopper derweil noch immer traumatisiert, als hätte er seine Eltern bei irgendwelchen Schweinerein erwischt. “Äh, Doktor?”

“Ich hatte übrigens nicht vor sein Angebot wahr zu nehmen.”, “In Ordnung.” In Ordnung?! Irritiert warf die Kleinere einen Blick über ihre Schulter und beobachtete wie Zorro auf die in einander verschlungenen Hände starrte, sie konnte ein amüsiertes kichern nicht unterdrücken. “Hm? Was ist?”, “Ach, nichts du Vollidiot... Komm wir müssen uns beeilen, ich will es schnell hinter mich bringen. Es wartet noch eine menge Arbeit in meiner Werkstatt auf mich.”, “CES! HEY! Moment mal!!!”, “Raine?”, “Puh, ein Glück dass ich dich erwische, bevor du wieder in deiner Werkstatt verschwindest.”, “Eigentlich wollte ich jetzt den Hauptmast reparieren.”, “Ah, gut gut. Ich habe da noch etwas für dich. Ein kleine Stärkung!”, nachdenklich verweilten die petrolfarbenen Augen einen Moment auf die haltenden Hände und dann auf den geröteten Gesichtszügen des Grünhaarigen. “Oh, wie erfreulich.”, “Schnauze, Feuerschnalle!” Grinsend zückte Raine ein hübsch verpacktes Tütchen aus einem weißen Bastkorb und hielt es der Rosahaarigen vor die Nase, in der durchsichtigen Folie tummelten sich allerhand Kekse mit bekannten Crewgesichtern, Herzchen und ein paar rosa Marshmellows. “Die sind für dich. Du kannst sie auch gerne mit Zorro teilen, er hatte seine Portion allerdings bereits... Es ist übrigens eine gute Idee ihn bei der Hand zu nehmen, Ces. Er verläuft sich recht schnell, weißt du?” Zorro verdrehte brummend seine Augen, als die Feuernutzerin schließlich fortfuhr. “Ich muss dann weiter... Opa und Chopper haben noch kein Tütchen von mir bekommen und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich verfolgt werde. Treffen wir uns später im Speisesaal? Ich würde gerne deine Meinung hören, Ces.”, “Ich werde da sein! Vielen dank’ Raine. Die Kekse sehen bezaubernd aus!”, “Nicht wahr? Bis später!”

Kaum war Raine um die Ecke verschwunden, kroch Ruffy erbärmlich mit riesigen Nasenlöchern herbei und zog sich sentimental über den Holzboden der Sunny. “Keeeeeeeeeeksseeeeeeeeeeeeeeeeee...”, seine Nasenflügel wackelten penetrant, als er nach dem Knöchel der gebräunten Handwerkerin fasste. “Wo... Wo sind die Kekse hingerannt, rosa Monster?” Eine knappe, richtungsweisende Kopfbewegung ließ den Strohhutkapitän schließlich weiter ziehen, “Danke. Keeeeeeeeekseeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee...”.
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