Ein Moment der Schwäche

GeschichteDrama, Romanze / P18
Revy Rock
12.07.2016
12.07.2016
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„Verdammt... Verdammt!“, fluchte Rock zischend. Gebeutelt saß er auf einem Stuhl am Fenster des Hotelzimmers, welches Revy und er für diesen Auftrag in Japan  bewohnt hatten. Der Auftrag war beendet und morgen würde es zurück nach Roanapur gehen. Er fuhr sich mit der rechten Hand übers Gesicht und schließlich durch sein rabenschwarzes Haar. Die Bilder liesen ihn einfach nicht los. Genji, welcher tot auf dem Boden lag, mit einem Kopfschuss hingestreckt und die liebliche Yukio, die ihm gefolgt war, indem sie sich selbst mit seinem Katana getötet hatte. Wieder und immer wieder sah er vor sich, wie das Mädchen ihn anlächelte und sich dann die Klinge durch denn Hals rammte, ehe sie über ihrem Beschützer zusammen brach. Im Tod vereint. Ohne den Geschmack auf der Zunge überhaupt zu spüren, leerte er in einem Schluck das Rumglas, welches Revy Rock auf den kleinen Tisch vor ihm gestellt hatte. Die Eiswürfel klirrten kalt, als er das Glas mit einem dumpfen Laut wieder auf den Holztisch stellte. Ihre Leichen waren inzwischen sicher auch kalt. Vielleicht sogar mit Schnee bedeckt. Man hatte sie vermutlich inzwischen gefunden. Würde es eine feierliche Bestattung geben? Doch wer würde kommen? Ihr Clan war Vergangenheit und ihre gesamte Familie war ausgelöscht worden. „Mann, Rock.“, kam es schließlich von Revy, welche sich mit einer Bierflasche in der Hand aufs Bett plumpsen lies. Balalaika hatte es wohl witzig gefunden, ihnen ein Zimmer mit nur einem Bett zu reservieren, doch Rock hatte, Gentleman wie er war, darauf bestanden auf dem Sofa vor dem Fernseher zu schlafen. Die Rückenschmerzen, die er haben musste, wollte sich Two Hands gar nicht ausmalen. „Jetzt hör auf dich deswegen so fertig zu machen.“, tadelte sie und nahm einen großzügigen Schluck aus der Flasche. Sie hatte ihn gewarnt. Sie hatte ihm gesagt er solle nicht hinsehen. Und jetzt war genau das eingetreten, was sie prophezeit hatte. Innerlich seufzte sie laut auf. „Rock, hör zu.“ Sie wedelte mit der freien Hand durch die Luft. „Du trägst daran keine Schuld, klar? Du hast getan, was du konntest.“ „Ich... hätte sie aufhalten müssen, Revy. Balalaika, Yukio, einfach alle. Ich  hätte sie retten können. Verdammt.“ Er lies seine Stirn auf seine ineinander verschränkten Hände sinken. „Na hör mal. Sie war selbst schuld.“, meinte Revy und hob kritisch eine Augenbraue, „Wäre sie nicht so verdammt stolz gewesen und hätte auf dich gehört, würde sie sich jetzt nicht auf den Ewigen Jagdgründen tummeln.“ Sie schlug die Beine übereinander. „Du hast Balalaika überredet sie in Ruhe zu lassen. Die Kleine hätte sich darauf einlassen sollen. Ende gut, alles gut. Ein Happy End, wie es im Märchenbuch steht.“ Sie setzte erneut die Flasche an die Lippen und nahm hörbar einige Schlücke. Sie setzte das Getränk ab und schnaufte hörbar auf. „Also lass den Mist. Das bringt doch alles nichts.“ „Du hast ja Recht....“, murmelte Rock, „Das weiss ich, aber...“ Seine Stimme schien sich im Nichts zu verlieren. Irgendetwas hätte er doch sicher tun können. Revy betrachtete ihren niedergeschlagenen Kameraden. „Weist du was?“, meinte sie nach einer Weile, „Wenn du weiter jammerst, setzt ich dich vor die verdammte Tür und du kannst draußen in der Gosse pennen.“ Dies entlockte Rock keine Reaktion. Er saß einfach nur da und starrte aus dem Fenster, wo hinter den Wolkenkratzern der japanischen Metropole die Sonne hinterm Horizont verschwand und sich die Wolken und der Himmel zu färben zu begannen. Revy blies beleidigt eine Backe auf, als sie Reaktion ihres Freundes ausblieb und griff zur nächsten Bierflasche.

Revy setzte sich auf und sah Rock er. Er saß immer noch am Fenster, den Kopf auf die Hand gelegt, den Ellenbogen auf den Tisch gestützt, ein neues Glas mit Rum in der freien Hand und aus dem Fenster starrend. „Verdammt, Rock!“, fluchte Revy schließlich, als ihr das Schweigen zu viel wurde, „Wie lange willst du noch da rum sitzen und trauern, verdammt? Ich schmeiß sich wirklich noch raus!“ Bei dieser Drohung drehte der junge Mann ihr langsam sein Gesicht zu. Seine Augen waren glasig und feucht. Müde blickte er seine Kameradin an. Wie viel hatte er schon getrunken? Genug, um beschwipst, aber zu wenig um hackedicht zu sein. „Ja... Du... hast Recht...“, murmelte er schließlich, lehnte sich im Stuhl zurück und löste etwas seine schwarze Krawatte. Seinen Kleidungsstil würde er wohl im Leben nicht ändern. Wie lange war er eigentlich schon bei ihnen? Monate? Jahre? Revy kam es beinahe so vor, als sei er schon ein Leben lang an ihrer Seite gewesen. Erst hatte sie gar nichts von ihm und seiner Moralvorstellung wissen wollen, doch nun akzeptierte sie ihn als Kamerad und Kumpel, auch wenn er immer noch ein ziemlicher Moralapostel sein konnte. „For gods fucking sake.”, sagte die junge Frau und fuhr sich mit einer Hand durch ihren rostbraunen Pony. „Du solltest schlafen, Rock. Du siehst echt verdammt scheiße aus.“ Und das war nicht mal gelogen. Der junge Mann sah tatsächlich ziemlich fertig aus und hatte eine Ruhepause bitter nötig. Daheim würde wieder ordentlich ran geglotzt um Geld zu verdienen, dafür würde Two Hand sorgen. „Revy...“, kam es plötzlich unerwartet von Rock, welcher ins Leere starrte. „Mh?“Die junge Frau, welche sich gerade hatte eine Zigarette anstecken wollen, sah, mit dem Glimmstängel im Mundwinkel auf. „Ich bin dir wirklich dankbar.“, begann der Japaner, „Du hast mich aus meinem öden Leben befreit und in dieses eingeführt. Du hast mir gezeigt, wie es ist, wenn man wirklich lebt. Aber... ich glaube ich muss noch viel lernen.“ Revy grinste sanft. „Was du nicht sagst, Sweetie Pie.“ „Ich bin nicht wie ihr. Ich komme aus einer ganz anderen Welt, aber ich will in eure gehören.“, fuhr Rock fort, „Ich will einer von euch sein. Ich will an eurer Seite sein und dort bleiben.“ Revy hörte ihm zu, die Zigarette immer noch nicht glühend und sie hatte beide Hände locker auf die Bettdecke gelegt. Sie war kurz davor ihren Kameraden mit einem „Ist ja langsam mal gut“ zu unterbrechen, aber irgendwie hatte sie das Gefühl der Japaner bräuchte das. Also schwieg sie. „Aber vor allem...“ Erst jetzt drehte sich Rock richtig zu der jungen Frau um, „Revy, will ich an deiner Seite bleiben.“ Sie blinzelte irritiert. Was für einen Teufel ritt ihn denn nun? „Immer beschützt du mich.“, fuhr er fort, „Doch dabei möchte ich dich beschützen. Ich will dir von Nutzen sein. Ich will für dich da sein, Revy. Ich brauche dich. Du hast mein Leben erst lebenswert gemacht und ich kann nicht mehr ohne dich leben.“ „L-lass das, Rock.“, stoppte die Gunwoman ihn, „Du bist betrunken.“ Rock schüttelte den Kopf. „Ich bin völlig klar.“ Er erhob sich und Revy drückte sich näher gegen die Wand, als er vor ihr stand, die Hände auf das weiße Lacken gelegt, den Oberkörper herab gebeugt und sie genau betrachtend. „Revy...“ Er kam näher. Die Zigarette fiel aus dem geöffneten Mund der jungen Frau. „Rock... Verdammt. Hö...“

In diesem Augenblick berührten Rocks Lippen die ihrigen. Ein unerwartetes Feuerwerk explodierte im Bauch der Gunwoman und sie erwiderte den Kuss. Der Japaner löste sich von ihr, nur um aus den Hausschuhen zu schlüpfen und kam mit seinen Knien auf die Matratze. Der nächste Kuss war länger. Intensiver. Rock schob eine Hand hinter Revy´s Nacken und legte die andere auf ihren Rücken. Während sie mit ihrem Kuss schier verschmolzen, schwang Rock die junge Frau sanft herum, sodass die nun der Länge nach auf dem Bett lag, den Kopf auf dem weichen Kissen gebettet. Nach einem schieren unendlichen Augenblick, trennte sich die Beiden wieder voneinander. „Revy...“, murmelte der Japaner sanft, „Ich...“ Versaute er nun wieder den Augenblick durch Entschuldigungen und langes Reden?, dachte eine Hälfte der Gunwoman und sie lehnte sich vor, um ihn von sich aus erneut zu küssen. „Ist schon gut.“, meinte sie nach dem Kuss. „Revy...“ Der Japaner löste mit einer Hand seine Krawatte und begann langsam sein Hemd aufzuknöpfen, ganz so als wollte er der Frau unter sich die Gelegenheit geben, ihn von sich zu stoßen und wegzulaufen. Doch Revy tat nicht von alledem. Stattdessen grinste sie ihn an. „Zeig mal was du drauf hast.“, frotzelte sie frech und schlang ihre Arme um ihn, zog ihn zu sich herab und fing ihn erneut in einem wilden, leidenschaftlichen Zungenspiel.


Rock hatte inzwischen sein Hemd aufgeknöpft und es achtlos zu Boden fallen lassen. Es gab in diesem Augenblick Wichtigeres als saubere, gebügelte, weiße Hemden. Auch Revy befreite sich von ihrem schwarzen Top, zog es über den Kopf und warf es zu Boden, zusammen mit dem ebenfalls schwarzen BH. Rock schien kurz zu zögern. War das wirklich richtig? Doch schnell übermannte ihn die Leidenschaft und lies alle Zweifel und allen Kummer aus der Welt verschwinden. In diesem Augenblick gab es nur Revy und ihn. Er gab ihr noch einen kurzen Kuss, ehe er seine Lippen ihren Hals hinab wandern lies. Er liebkoste sanft die Haut über ihren Schlüsselbeinen. Seine Hände umfingen sie. Seine Finger fuhren ihre Konturen nach, ihren Rumpf, ihre Hüfte, ihre Oberschenkel. Erst dann wanderte sein Mund zu ihren perfekt geformten Brüsten. Ehe er seine Lippen auf Revy´s weiblichen Rundungen platzierte, lies Rock seine Finger jeden Zentimeter ihres Brustbereiches erkunden. Ihre Haut war von der der thailändischen Sonne gebräunt worden und dennoch kam sie dem Japaner wie weißes Porzellan vor. Weißes, zerbrechliches Porzellan. Genau deshalb hatte er so lange damit gezögert diese Frau zu berühren, abgesehen davon, dass er am Anfang sicher noch einige nette Einschusslöcher als Verzierung davon getragen hätte. Nein, er wollte sie besitzen, aber nicht zerbrechen. Er wollte sie nicht verformen. Sie nicht beschmutzen. Doch die junge Frau lies ihn wissen, dass es in Ordnung sei und er gab sich wieder der glühenden Leidenschaft hin. Seine Zunge kreiste einige Male um ihre Brustwarzen, ehe er seine Lippen darüber platzierte und seinem Instinkt und Revy´s Reaktionen folgend, sein Zunge spielen lies. Dies entlockte der jungen Frau ein leichtes Aufstöhnen. Rock´s Hände wanderten wieder zu ihrer Hüfte herab und sein Mund folgte. Über ihren Bauch, ihr Becken und schließlich kam er bei ihrem Venushügel an. Sanft schob er ihre Beine mit den Händen etwas auseinander und küsste sanft ihre Klitoris. Ohne, dass sie etwas dagegen unternehmen konnte, zuckte Revy´s Körper beinahe unmerklich zusammen. Ihre Unterarme lagen auf ihren Gesicht, sodass Rock nur den geöffneten Mund erkennen konnte. „Rock...“, stöhnte die Gunwoman leise auf, als er ihre Oberschenkel anwinkelte und mit seiner Zunge über ihre äußeren Schamlippen fuhr. Er konnte spüren, wie sie allmählich feucht wurde und seine Zunge glitt beinahe wie von selbst in ihre Vagina. Ein letztes Mal drückte er einen Kuss auf Revy´s Lustperle. Dann sah er der jungen Frau in die Augen. Ihre beinahe bernsteinfarbenden Augen signalisierten ihm, dass es in Ordnung war. Dass er fortfahren durfte. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen. „Ich liebe dich, Revy.“, hauchte der Japaner gab ihr noch einen Kuss, ehe er in sie eindrang. Ein kurzer Schmerzenslaut drang aus Revys geöffnetem Mund, doch bald wurde der Schmerz durch Genuss und Verlangen ersetzt. „R...rock...“, stöhnte die junge Frau im Rhythmus der Bewegungen. Inzwischen hatte der Japaner seine Hände dicht neben ihren Brüsten auf der Matratze platziert und er konnte spüren, wie sich ihre Hände ins weiße Laken krallten. Er versiegelte ihre bebenden Lippen mit seinen und fing sie in einem Kuss, ehe er ein letztes Mal in sie eindrang.

Schwer atmend lies sich Rock neben Revy fallen. Seine Unterhose hatte er inzwischen wieder angezogen und er drehte seinen Kopf zu, dass er der jungen Frau in die Augen schauen konnte. Es dauerte eine Weile, bis sie seinen Blick erwiderte. Er lächelte sie an, doch sie schien das Lächeln nicht erwidern zu können. Ihre Gefühle schwankten zwischen einem Höchstgefühl des Glücks und des Scharms. „Es ist in Ordnung, Revy.“, meinte der Japaner und küsste sanft ihre Stirn. Peinlich berührt schlang die Gunwoman die Decke fester um sich und drehte sich weg, damit Rock ihre geröteten Wangen nicht sehen konnte. Rock lächelte sanft, setzte sich auf, schickte sich an sein Hemd anzuziehen und zum Sofa zu gehen, als ihn jemand an stupste. Er fuhr herum um. Ohne sich umzudrehen hatte Revy ihre Hand nach ihm ausgestreckt. „Bleib...hier...“ Es war aus ihren Worten kaum heraus zu hören, ob es sich um eine Bitte, einen Befehl, oder einen Vorschlag handelte, doch Rock lächelte und war mehr als gewillt dem nachzukommen.

„Wenn du Dutch... oder Benny... Oder sonst irgendjemandem auf dieser gottverdammten Welt davon etwas erzählst, dann knall ich dich ab!“, knurrte die Gunwoman am nächsten Morgen, als sie sich wieder ihre Kleidung anzog und mit dem Rücken zu dem jungen Mann stand. Rock lächelte. Revy blieb eben Revy. „In Ordnung.“ Er trat an sie heran, und gab ihr einen kurzen, unschuldigen Kuss. „Es bleibt unser kleines Geheimnis.“, säuselte er zwinkernd, den Zeigefinger an die Lippen gelegt. „Fick dich, Rock.“, meinte Revy, packte ihre Waffen und stampfte aus dem Hotelzimmer. Kopfschüttelnd kam Rock ihr nach und schloss leise die Tür hinter sich, eher er ihr zur Rezeption folgte um aus zu checken