Die weitere Geschichte von Ronja Räubertochter und Birk Borkason

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Birk Ronja
12.07.2016
03.08.2016
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Hallo :)
Ich bin ein großer Fan von dem Buch 'Ronja Räubertochter und seit ich es vor einiger Zeit wieder gelesen habe, ist mir diese Geschichte in den Kopf gekommen... ;D
Ich hatte schon immer gedacht, dass Birk und Ronja irgendwann zusammen kommen und so ist diese Geschichte entstanden...:)
Ich wünsche viel Spaß mit dem Prolog und dem ersten Kapitel...:))

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Die weitere Geschichte von Ronja Räubertochter und Birk Borkason



Die Jahre gingen ins Land und jeden Sommer verbrachten Birk und Ronja in der Bärenhöhle und die Winter blieben sie daheim in der Matthisburg. Sie spielten im Wald und schwammen, versorgten verletzte Waldtiere und ritten auf Wildfang und Racker durch den Wald. Das Räuberleben ihrer Eltern lief besser denn je und die Fuhrleute hegten immer noch große Angst durch den Wald oder am Wolfsklamm, wo die Räuber auf der Lauer lagen, lang zureisen. Die Vogte hatten immer noch keine Ernte davongetragen, denn die große Räuberbande war ihnen an Schläue weit überlegen.
Doch eine Sache hatte sich verändert, Birk und Ronja waren älter geworden. Gut 17 Jahre waren seid jener Gewitternacht vergangen und aus dem kleinen Mädchen Ronja war eine hübsche junge Frau mit langen schwarzen Locken. Auch Birk hatte sich verändert, er überragt Ronja jetzt über einen Kopf und an sich war er stämmiger geworden und muskulöser. Doch sein kupferfarbenes Haar und seine blauen Augen waren geblieben. Die Beiden konnten sich nun auch allein in der Bärenhöhle versorgen,denn Ronja hatte gelernt Brot zu backen und konnte nun allerlei schmackhafter Gerichte zubereiten. Birk seinerseits hatte genug Kraft um Holz zu schlagen und zur Höhle zu bringen, dass  es dort immer warm und gemütlich war. Außerdem hatte er so viel Kraft, dass er im Frühling sein Bündel und das Ronjas durch den Wald tragen konnte.


Sommer


Ronja erwachte früh am Morgen von den Sonnenstrahlen, die sie an der Nase kitzelten. Langsam schlug sie die Augen auf und blickte sich in der Höhle um.  Alles sah aus wie immer und als sie nach draußen blickte , sah sie keine Wolke am Himmel. Ein wunderschöner Tag, dachte sie als ihr Blick Birk streifte. Er lag neben ihr, wie immer, und hatte das Gesicht ihr zugewandt. Eine seiner Haarsträhnen fiel ihm über die Augen und er lächelte im Schlaf. Wieder einmal kam ihr in den Sinn, wie jung Birk im Schlaf aussah, trotz seiner erwachsenen Züge und den Muskeln. Gerne wollte sie sich an ihn kuscheln und noch ein paar Stunden schlafen, aber sie hatte eine Idee, wie sie ihre Zeit besser nutzen konnte. Sie stand auf, zog sich ihr Hemd über und befestigte es mit ihrem Lederriemen. Dann kämmt sie sich ihr lockiges Haar mit den Fingern durch, statt den Kamm zu benutzen, den sie im  Winter von ihrer Mutter bekommen hatte. Anschließend flocht sie sie zu einem lockeren Zopf, der ihr bis zum Ellenbogen reichte, und befestigte ihn mit einem Lederband. Sie holte eine der Holzschalen, die sie seid dem ersten Jahr hatten und macht sich auf den Weg Wasser zu holen.

Als sie wieder in der Bärenhöhle ankam, weckte sie Birk. Sie frühstückten Brot, Beeren und tranken dazu Quellwasser. Schließlich meinte Birk:" Ich werde heute im Wald Holz hacken. Es hat lange nicht geregnet, das sollten wir uns zu nutze machen." "Das ist in Ordnung," antwortete Ronja, " Ich werde in der Zeit unseren Beerenvorrat auffüllen." Darauf meinte Birk besorgt:" Sei aber vorsichtig." In letzter Zeit hatte Birk einen ausgeprägten Beschützerinstinkt entwickelt und Ronja konnte nur darüber lächeln:" Ja ja, ich werde an der selben Stelle wie sonst auch pflücken und ich kann gut auf mich selbst aufpassen." "Das weiß ich doch," sagte Birk beruhigt und gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach unten, Birk mit seiner Axt und Ronja mit der zweiten Holzschale. Am der ersten Weggabelung trennten sich ihre Wege  und machten einen gemeinsamen Treffpunkt aus. Dann wand sich Ronja nach rechts, doch als sie an der Stelle ankam, wo sie normalerweise Beeren pflückte, waren die Sträucher leer. Irgendein hungriger Bär fand hier wohl sein Frühstück, schlussfolgerte sie und folgte dem weiteren Weg. Am Rand einer Lichtung entdeckte sie schließlich einen Busch mit reifen Brombeeren. Sofort stellte Ronja die Schale auf den Boden und begann die Beeren zu ernten. Sie war dabei unbesorgt und pfiff ein Liedchen vorsichhin. Schnell war die Schale gefüllt und sie wollte sich gerade auf den Rückweg machen, als sie zwei Grausdruden entdeckten. Ronja fing an zu rennen und schaute sich fieberhaft um, doch es gab kein Versteck und die Grausdruden würden sie jeden Moment erreichen. Sie begann zu schreien.

Auch Birk war fleißig bei der Sache und hatte schon einen halben Baum zu Holzscheiten verarbeitet, als er den Schrei hörte. "HILFE! BIRK! HILFE!" Das war Ronjas Stimme gewesen und vor Schreck hatte er fast die Axt fallen gelassen. "HILFE!", schrie sie ein weiteres Mal. Birk reagierte blitzschnell, packte seine Axt fester und rannte zurück zur Abzweigung, wo er und Ronja sich getrennt hatten. Diesmal wandte er sich nach rechts und nach wenigen Sekunden hatte er die Büsche erreicht. Sie war nicht da. Hastig überlegte er, wo sie hingegangen sein könnte. Von klein auf hatte man ihm eingeredet, keine Angst zu haben, doch nun packte sie ihn und er konnte nichts dagegen tun. Wo war Ronja? "HILF...!" Ronja schrie ein drittes Mal als ihre Stimme abrupt abbrach. Doch Birk löste sich ruckartig aus seiner Erstarrung, denn er wusste nun, wie er zu Ronja kam. Er spornte seine Beine zu Höchstleistungen an und folgte dem Pfad, während seine Furcht ihren Höhepunkt erreichte. Sein Herz schlug heftig gegen seine Rippen und seine Lunge stach schmerzhaft. Als er auf die Lichtung trat, bot sich ihm ein grauenhaftes Bild. Zwei Grausdruden stritten sich in der Luft um Ronja, jeder von ihnen hielt eine ihrer Schultern umklammert. Ronja war leichenblass und Blut tropfte aus einer großen Wunde an ihrer Schläfe, die anscheinend von einer Kralle stammte. Birks Angst wandelte sich in einer Sekunde in gleißende Wut, die die Farbe von Blut hatte. Kraftvoll holte er aus und die Axt in Richtung des einen Grausdruden. Diesen erwischte er am Flügel, sodass dieser Ronja vor Schreck losließ und seine ganze Kraft dazu brauchte, weiterhin in der Luft zu bleiben. Ronja hing jetzt nur noch an einer Schulter ungefähr vier Meter überm Boden. Auch der andere Grausdrude hatte Birk jetzt bemerkt und rief laut: "Oh, kämpferisches Menschlein, Blut muss fließen!" Schnell suchte Birk mit den Augen die Umgebung ab und entdeckte seine Axt, die nicht weit von Ihm entfernt lag. Schnell sprintete er darauf zu, während der Grausdrude den anderen ankeifte: "Los, das Menschlein darf uns nicht entwischen! Ich will es zerfetzen, zerfleischen! Juchee!" Doch im selben Augenblick hatte Birk den Hammer erreicht und drehte sich zu seinem Angreifer um. Dieser aber schwebte noch immer hoch über der Erde und versuchte das Gleichgewicht zu halten. Bevor der Andere noch einen Befehl keifen konnte, warf Birk seine Axt nach dem noch Unverwundeten. Diesen traf er zwar an jenen Bein, wo keine Ronja hing, doch reflexartig öffnete dieser beide Krallen. Ronja fiel wie ein Püppchen die restlichen Meter und landete nicht weit entfernt von ihm auf der Lichtung. Sofort eilte er zu ihr und für einen kurzen Augenblick vergaß er die Angreifer. Plötzlich schrie der Grausdrude über ihnen: "Das Menschlein ist zu stark!" "Oh, ja!", bekräftigte der Andere, "Wir holen unsere Schwestern und dann kehren wir zurück!" "Und DANN wird Blut fließen!", meinte der Zweite und so schnell wie die Beiden in ihrem Zustand konnten, flogen sie in Richtung der Berge, wo sie mit ihren wilden Schwestern hausten. Birk wandte sich wieder Ronja zu und bettete ihren Kopf in seinen Schoß. Kalt und weiß lag sie da und unaufhörlich floss Blut aus der Wunde an der Stirn. Oh Ronja, dachte Birk, wenn es DAS war, will ich nie mehr Birk Borkason sein, hörst du? Er fing an zu schluchzten, da klangen die Worte der Grausdruden endlich zu ihm durch und erinnerten ihn daran, dass jene bald wiederkommen wollten. Behutsam hob er Ronja hoch, die Axt war nicht so wichtig und ging schnellen Schrittes den Pfad entlang, der zur Bärenhöhle führte.
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