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Wer wolft denn da bei Nacht?

OneshotDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
OC (Own Character) Sauron
11.07.2016
11.07.2016
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Sauron hatte mal wieder zu einem Spieleabend gerufen und als mächtiger Herrscher mussten seine Gefolgsleute ihm Folge leisten. So begaben sich die Menschen, unter Anführer von Linux und seinem engsten Berater Tux, einige Orks, ein Sithlord mit einem Kopfgeldjäger und ein einzelner gefallener Elbe nach Mordor. Die Menschen und der Sithlord mit Gefolge waren wie immer pünktlich, nur die Orks und der Elbe ließen wie immer auf sich warten.

Sauron betrachtete seine hübsche Gattin Maya, die die Gäste empfing und bewirtete. Wie immer war er von ihr bezaubert, aber es reichte ihm einfach nicht. Hin und wieder brauchte er auch jemanden, der ihm ordentlich Paroli bieten konnte.
„Mit deiner Frau läuft es ja ganz gut, wie es aussieht“, wurde er da von Linux angesprochen. Sie hatten mal was miteinander gehabt, aber das war vor einer langen Zeit gewesen, bevor er Maya kennen gelernt hatte. Jetzt konnte er sich zärtliche Liebe bei ihr holen und musste nicht auf einen Menschen zurückgreifen.
„Da hast du Recht“, bestätigte Sauron die Aussage und machte sich an das Vorbereiten einiger Spiele.
Ein paar Runden Schafkopf, Cluedo und Activity später waren alle versammelt, auch ein paar verspätete  Menschen und sie konnten endlich mit dem Hauptteil des Abends anfangen: Dem Spiel Werwolf.
Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass dies in größeren Runden einfach gespielt werden musste und ebenso, dass Sauron immer als einer der ersten abgemurkst wurde. Dies war die einzige Möglichkeit, wie er solche eine Provokation akzeptierte, da er einfach dieses Spiel unglaublich lustig fand.
Die Nacht fing an und nur ein Mensch war wach. Er weckte verteilt über die Nacht die verschiedenen Gruppen auf. Am nächsten Morgen wachten alle auf bis auf wie immer Sauron, der in der Nacht getötet worden war. Aber so hatte er wenigstens den Überblick und konnte die verschiedenen Verhaltensweisen analysieren.

Im nächsten Spiel dann wurde er jedoch nicht in der ersten Nacht getötet, jedoch mitten in der Nacht geweckt. Was war denn da los? Er war doch nur ein einfacher Dorfbewohner!
„Du und Emanuel sind nun verliebt“, verkündete ihm der Mensch und ging weiter. Emanuel war der eine gefallene Elbe, der sich ihm angeschlossen hatte, da er es nicht mehr bei den Elben ausgehalten hatte und ihm die meisten Menschen zuwider waren. Außerdem hatte er einfach eine dunkle Art, die sich unter anderem darin zeigte, dass er einfach in so gut wie jedem Spiel Werwolf war. Sauron seufzte. Das würde lustig werden.

Am nächsten Tag schlenderten die beiden gemeinsam über den Hof. „Wir sind also das Liebespaar, das ist irgendwie witzig“, fing Sauron das Gespräch an. Emanuel zuckte mit den Schultern und gähnte.
„Heute Nacht zu lange wach gewesen?“, zog der Große ihn auf. Zwar war auch Emanuel als Elbe nicht gerade ein Zwerg, aber im Vergleich zu Sauron doch recht klein und schmächtig. Aber auf diese Provokation zwinkerte Emanuel nur und machte sich auf zum Essen.

Sie kämpften gemeinsam gegen die anderen und deckten sich bedingungslos gegenseitig den Rücken, ohne zu wissen, was der andere nachts machte. Zwar ärgerten sie sich hin und wieder, waren aber recht friedlich und frotzelten sich nicht wie sonst, was auch beim Rest der Versammlung Aufmerksamkeit erregte.
Sauron hatte nach einigen Nächten dann endlich einen Verdacht, dass der Sithlord, der über seine Vorlieben Bescheid wusste, ihn bewusst mit diesem verkuppelt hatte, um ihm mal wieder einen kleinen Loverboy zu besorgen. Wissend grinste er diesen an, woraufhin der aber nur unter seiner Maske schnaufte.

Als sie dann gemeinsam starben, da sich Emanuel zu sehr in seiner Rolle als Werwolf verdächtig gemacht hatte, spielten sie noch ein wenig das miteinander sterbende Liebespaar, bevor sie gemeinsam den Raum verließen.
„Und was machen wir jetzt?“, erkundigte sich der Elbe. „Was hältst du von einem kleinen Duell?“, zwinkerte Sauron als Antwort verspielt. Gespielt erotisch packte sich Emanuel den Großen und fragte: „Glaubst du wirklich, dass du gegen mich ankommst?“
So verkloppten sie sich einige Stunden mit etlichen Waffen, verschanzten sich teilweise, um menschlichen Bedürfnissen nachzugehen und hatten viel Spaß. Irgendwann sank der Elbe erschöpft auf das Bett, das in dem Zimmer stand, das er grade erklommen hatte. Sauron ließ nur kurz auf sich warten und bedrohte den liegenden Elben. Der gab auf: „Ich kann nicht mehr. Du bist einfach ein zu mächtiger Gegner.“
„Und dir gefällt meine Macht nicht?“, erkundigte sich Sauron beleidigt. „Oh doch“, verbesserte sich Emanuel sofort, „mir gefällt sie sogar außerordentlich gut. Ich besitze nur selbst nicht so viel Macht und bin deswegen unterlegen.“
„Möchtest du meine Macht auch mal spüren?“, fragte Sauron grinsend. „Tief in mir“, antwortete Emanuel, aber grinste nicht, sondern blickte dem mächtigen Herrscher tief in die Augen. Der lächelte beeindruckt über den Mut und beugte sich über den Elben.
In dem Moment platzte Linux herein: „Das nächste Spiel beginnt!“, aber schloss die Tür wieder, als er bemerkte, was sich da vor seinen Augen abspielte. Er hatte gedacht, dass Sauron mit seiner Gattin glücklich war und deshalb nicht mehr zu ihm kam, aber dass er sich einen anderen Gespielen gesucht hatte, verletzte ihn. Lag es daran, dass er nur ein Mensch war?

Kurze Zeit später tauchten Sauron und Emanuel wieder in der Halle auf, ohne irgendwelche Anzeichen, dass etwas geschehen war. Auch beim nächsten Spiel waren sie wieder ein Liebespaar. Sie dachten sich nicht viel dabei, aber als Linux getötet wurde und sich als Amor outete, wurde Sauron stutzig.
Gab er ihnen den Segen und wollte er seine Ehefrau darauf aufmerksam machen. Die ahnte vielleicht etwas, aber konnte es noch in ihrer Psyche unterdrücken, um nicht den Schmerz spüren zu müssen. Sie würde bis zu ihrem Tod bei Sauron bleiben müssen, deshalb war es besser für sie, wenn sie mit einer Lüge lebte.

Nach der Partie küsste er seine Gattin zärtlich, sah Linux bedeutsam an und verließ mit Emanuel den Raum.
Oben in einem abgelegenen Turmzimmer gaben sich die beiden ihren Gelüsten hin und Sauron ließ Emanuel seine Macht spüren.
Als sie einige Stunden später wieder zurückkehrten, zwinkerte der Sithlord ihnen zu: „Ich habe eine Erschütterung der Macht gespürt.“
Sauron ging zu seiner Gattin, die sich mit dem Kopfgeldjäger unterhielt und kuschelte sie liebevoll, um sämtliche Zweifel Uneingeweihter auszumerzen.
So spielten sie noch einige Tage weiter und hatten großen Spaß alle gemeinsam, nur Linux reiste mit Tux reiste etwas früher ab, da er angeblich als Herrscher noch einiges zu tun hatte. Doch dass er in Wirklichkeit stocksauer war, das merkte Sauron nicht. Ebenso wenig wie er das riesige Heer sah, dass einige Zeit später auf Mordor zumarschierte.

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Mal was anderes, eher eine Failfiction, aber vielleicht unterhält es euch ja etwas ;)
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