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Zukunft mit Hindernissen!?

von Jussa
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Adrian Ivashkov Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
11.07.2016
21.01.2021
11
40.494
8
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
18.07.2016 4.056
 
So danke noch einmal an alle Reviews und ich kann es immer noch nicht fassen, dass schon so viele die Geschichte mitlesen. Ich hoffe ihr bleibt alle weiterhin dabei, es wird noch einiges kommen. Einen großen Dank an meine Betaleserin. :D Ich versuche die Kapitel jetzt immer ein bisschen länger zu machen. Dabei wird es dann darauf hinaus laufen, dass nur einmal die Woche ein neues Kapitel kommt.

Also viel Spaß bei einer Dimitri POV.

LG Julia



Ich stand an der Wand und beobachtete Tasha. Es war total unspektakulär, genauso wie die letzten Jahre. Nur ab und zu passierte etwas Spannendes. Und schon schweiften meine  Gedanken ab. Damals als der Strigoiangriff war. Es waren Sieben von Ihnen gewesen. Es war das erste Mal, dass Tasha und ich das kleinere Dorf verlassen wollten. Sie hatte mich in das kleinste Dorf geschleppt was es gab. Jedoch schien es so, dass selbst sie es nicht dort aushielt. So hatten wir uns damals entschieden wegzugehen. Doch dann kam der Angriff. Ein Wächter gegen sieben Strigoi. Mit zwei oder vielleicht auch drei wäre ich klar gekommen, aber sieben waren sogar für den besten Wächter der Welt zu viel.

Aber wie durch ein Wunder tauchten dann zufällig diese Wächter auf. Die Wächter von Abe wie sich später herausstellte. Sie besiegten die Strigoi und brachten uns wieder zurück ins Haus. Ihre Aussage war, dass es momentan nicht sicher genug für Tasha war das Dorf zu verlassen. Ich stimmte ihnen zu, da es in der Zeit schon etliche Strigoiangriffe gab. So blieben wir also erst einmal in dem kleinen Dorf.

So lief das ungefähr drei oder vier Mal ab. Immer wieder entschieden wir uns wegzugehen und immer wieder kamen die Strigoi, als hätten sie nur auf unsere Entscheidung gewartet. Dafür waren auch jedes Mal wieder die Männer von Abe da, die mir halfen Tasha zu beschützen. Mit jedem Tag der verging verließ mich die Hoffnung dieses Kaff wieder zu verlassen. Nachdem ich mich wieder auf den Moment konzentrierte beobachtete ich Tasha weiter. Nun wand sich Tasha zu mir.

„Dimitri, so kann das ja nichts werden, wenn du mit deinen Gedanken nicht bei der Sache bist.“ grinste sie mich an.

„Ich bin nur etwas müde, aber es geht schon.“ meinte ich und hatte wieder meine Wächtermine aufgesetzt.

„Ja, kann ich verstehen. Du bist jetzt auch schon fast 12 Stunden im Dienst. Ich glaube, es wäre  besser wenn du jetzt frei bekommst. Ich wollte mich ohnehin gerade hinlegen.“

Ich nickte ihr kurz zu, bevor ich den Raum verließ und auf mein Zimmer ging. Mein Quartier war nicht sehr persönlich. Es bestand hauptsächlich aus einem spartanischen Tisch, einem Bett, einer Kommode und meiner großen Kollektion an Westernromanen, die sich auf dem Schreibtisch befanden. Das war wahrscheinlich das einzige Indiz dafür, dass hier drin jemand lebte. Aber mir reichte es aus.

Ich setzte mich an den Schreibtisch und nahm mir meinen Füller und ein Blatt Papier. Das Material mit dem ich schon so oft versucht hatte Kontakt zu Rose aufzunehmen. Doch jedesmal vergeblich. Sie hatte mir bisher nicht einmal geantwortet.  Wieso auch? Ihre Gründe waren für mich nachvollziehbar und ich konnte es ihr auch nicht verübeln. Sie war sauer, weil ich sie verlassen hatte. Dennoch wollte ich nicht aufhören ihr meine Gedanken mitzuteilen. Also begann ich zu schreiben.

Liebste Rose,
„Längst liebt‘ ich dich, eh ich dich sah“ sagte Puschkin damals und es stimmt auch Heute noch. Ich hatte immer das Gefühl, dass mir etwas fehlte und dieser Teil warst du. Du warst es schon immer. Die folgenden Worte versuche ich Dir aus ganzem Herzen zu schreiben, auch wenn ich weiß, dass Worte niemals das ausdrücken können, was ein Mensch fühlt.

Meine Gefühle und Emotionen für Dich sind viel zu groß, viel zu vielfältig, als dass ich sie in einfache Worte verpacken könnte. Dennoch fällt es mir bedeutend leichter, sie in Ruhe aufzuschreiben, fern von Deiner Anwesenheit, die mich alles vergessen und keinen klaren Gedanken fassen lässt.

An dem Tag, als du in mein Leben getreten bist, hat sich alles verändert. Nie hätte ich gedacht, dass jemand meine Gedanken- und Gefühlswelt so durcheinanderbringen kann. Zu Beginn waren da Euphorie, Leidenschaft und Faszination, wie ich sie bei keinem anderen Menschen erlebt hatte. Immer wenn ich Dich sah, raste die Achterbahn in meinem Inneren erneut los. Jedes Wort, jede Geste und jedes Lächeln zwischen uns waren wie ein altbekanntes Liebesspiel und doch war es völlig neu für mich. Ich merkte schnell, dass Du anders warst. Und zwar anders für mich, weil ich glaube, dass wir zusammen etwas ganz Besonderes waren. Ich weiß nicht, ob ich an Seelenverwandtschaft glauben soll, aber wenn ich mit Dir zusammen war, fühlte es sich vertraut und richtig an. Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen und ich irgendwann wieder etwas ganz besonderes für dich sein kann.
Dein Dimitri


Ich wollte ihn abschicken, jedoch holte mich die Müdigkeit ein und ich legte mich ins Bett.

Als ich am nächsten Tag durch das Klingeln meines Weckers aufwachte, sah ich einen kleinen Zettel auf meinem Nachtisch liegen. Ich las ihn kurz durch und bemerkte, dass er von Tasha war. Sie wollte, dass ich zu ihr ins Wohnzimmer kam sobald ich aufgewacht war. Nachdem ich mich angezogen hatte, kam ich ihrer Bitte nach.

„Morgen Tasha. Was gibt´s?“

„Ich muss mit dir über etwas Wichtiges reden“, begann sie sogleich in ihrem üblichen ernsten Ton, während sie mir mit ihrer Hand einen Stuhl anbot. Ich setzte mich hin und gab ihr zu verstehen, dass sie loslegen sollte.

„Also es geht darum, dass ich einen anderen Wächter möchte und du abgeworben wurdest. Zumindest wurde der Wächter abgeworben, welcher nicht mehr für mich arbeitet und das bist derzeit du.“ Sie kam gleich auf den Punkt und sah mich mit unveränderter Mine an. Irgendetwas hatte sich verändert seit gestern Abend.

„Du möchtest einen anderen Wächter?“

„Ja.“ kam es kurz und knapp ohne jegliche Erklärung, „Ich glaube, du warst nie richtig mein Wächter. Du warst mit deinen Gedanken immer bei ihr und du schreibst ihr Briefe.“

Das war es also. Sie hatte den Brief gelesen und nun entschied sie einfach über mein weiteres Leben. Aber mir sollte es egal sein, so kam ich hoffentlich aus diesem Dorf raus.

„Also heißt das, ich werde versetzt? Wer hat es veranlasst?“

„Ja das heißt es und es war Befehl der Königin“, dabei stand sie auf und legte mir einen Umschlag mit einem Flugticket in die Hand.

„Dein Flug geht in drei Stunden, ich würde mich also beeilen.“ Nach den zwei Jahren gab es nur ein Nicken zum Abschied und ich wusste nicht einmal wo es hingehen würde. Wahrscheinlich an den Hof, wenn es der Befehl von Lissa war.

Also machte ich mich gleich auf den Weg um meine Tasche zu packen. Da ich nicht sehr viele hatte, ging dies auch sehr schnell. Als ich den Brief auf dem Schreibtisch sah überlegte ich kurz. Ich könnte ihn natürlich auf den Weg zum Flughafen einwerfen, nur würde ich in einigen Stunden wieder am Hof sein. Da ich mich noch nicht entschieden hatte, faltete ich ihn erst einmal zusammen und legte ihn in einen meiner Westernroman um ihn als Lesezeichen zu verwenden. Ich würde ihn schon  früh genug loswerden.

Ich machte mich also auf den Weg zum Flughafen und meine Reise ins Ungewisse. Nach einer gefühlten Ewigkeit war der Flug vorbei und ich wurde schon erwartet. Ein Mann drückte mir einen Umschlag und einen Autoschlüssel in die Hand und verabschiedete sich dann wieder. Ich schaute ihm kurz verwirrt hinterher und öffnete den Umschlag. Es war eine Wegbeschreibung und nicht nur irgendeine. Sie beschrieb den Weg zur Academy. Wieso? Warum sollte ich wieder dahin? Sollte ich mich dort wieder meinen alten Pflichten widmen, nach all den Jahren?

Ich packte die Beschreibung wieder weg, da ich den Weg schon so oft gefahren war.

Ich fuhr also in meinem Auto zurück zur Academy. An den Ort, an dem ich schon so lange nicht mehr war. Und dort, wo alles begonnen hatte. Es war für mich überraschend gewesen, dass Tasha den Wunsch hatte einen anderen Wächter zu bekommen. Noch viel überraschter war ich allerdings, dass sie dann diesen Anruf bekam. Den Anruf im Auftrag der Königin. Sie brauchte neue Wächter, hieß es Gestern noch. Ich war mir nicht sicher ob Lissa wusste, dass sie mich damit anwarb und nicht irgendjemand anderes. Man konnte der Königin aber auch kein Angebot ausschlagen, da es eine Ehre war und trotzdem hatte ich ein unwohles Gefühl in der Magengegend. Besonders als ich erfahren hatte, dass es zurück an die Academy ging.
Dimitri, Schluss jetzt! Reiß dich endlich mal zusammen! Das ist doch nur ein Job wie jeder andere  und ich hatte ihn schon einmal gemacht, mit Erfolg. Hatte es mich doch geschmerzt damals, von hier wegzugehen und sie hier alleine zu lassen. Rose. Da war der Gedanke schon wieder. Dieser wundervolle Gedanke, der mich in den zwei Jahren begleitete. Aber ich durfte nicht an sie denken. In der langen Zeit war es allein meine Aufgabe, Tasha zu beschützen. Ja, zu beschützen, nicht mehr. Mehr wollte ich auch nicht. Tasha hatte es mir schwer gemacht. Sie hatte mich in eine Gegend gebracht, in der es weder Kommunikationsmittel, Internet oder gar Strom gab. Das war auch der Grund dafür, dass ich Rose Briefe geschrieben hatte. Viele Briefe, jeden Monat einen und nie kam auch nur ein einziger von ihr zurück. In jedem Brief hatte ich ihr geschrieben, wie sehr ich sie  vermisste und wie gerne ich doch zu ihr zurück wollte. Nur, ich konnte einfach nicht. Ich war am Ende der Welt und versuchte mein Leben, das ohne sie keines war, auf die Reihe zu kriegen. Wir hatten so viel Zeit miteinander verbracht, dass es mir fast so vorkam, als wäre mein Leben ohne sie kein Leben gewesen. Und ich hoffte, es ging ihr genauso.

Ich fuhr also diesen altbekannten Weg zwischen den Wäldern lang und sah schon die Tore der Academy vor mir. Ich war schneller als gedacht und früher als erwartet angekommen. Die Wächter am Tor kamen auf mich zu und musterten meine Gestalt, bevor sich das große Tor durch einen Knopfdruck öffnete. Ich fuhr hinein und parkte den Wagen. Es hatte sich, trotz der langen Zeit, an der Schule nichts verändert. Es war immer noch wie damals. Erinnerungen wurden wachgerufen, als ich den Platz sah, wo ich das erste Mal mit Rose, meiner Rose, entlanggegangen bin. Damals, als ich sie aus Portland zurück geholt hatte, um sie dann wieder an die Schule zu bringen.
Ich kann mich noch an jeden Moment erinnern. Jeden einzelnen, die Nächte die wir zusammen verbracht hatten und besonders die Eine. Jedes Mal lies ich sie vor meinen Augen wieder abspielen. Es war wunderschön, sie war wunderschön! Und doch hatte ich sie verlassen, meine Rose. Es ging einfach nicht anders damals. Es musste so sein. Es war besser für uns beide so. Nun stand ich hier fast schon hilflos ohne es mir anmerken zu lassen und wusste nicht was ich tun sollte.  War Rose noch immer an der Academy? Ich wusste es nicht. Das Einzige was ich aus ihrem Leben der letzten 2 Jahre wusste, war dass sie nicht Lissa´s Wächterin geworden war. Die Gründe hatte Adrian damals für sich behalten. Er hatte mir zwei oder vielleicht auch drei Briefe geschrieben, in denen er so klar wie es nur irgendwie möglich war ausdrückte, ich solle mich von Rose und ihrem Leben fernhalten. Die Briefe kamen genau immer dann, wenn ich den Entschluss gezogen hatte Tasha zu verlassen und zurückzukommen. Nur Adrians Worte hielten mich davon ab. Die Worte hatte ich sehr verinnerlicht und viele davon waren immer noch vor mein geistiges Auge gewandert, wenn wieder dieser eine Gedanke kam. Der Gedanke, jegliche Pflichten meinerseits zu vergessen und zur Liebe meines Lebens zurückzukehren. Aber sie hatte ein anderes Leben begonnen, mit Adrian und vielleicht war es auch besser so, besser für sie. Schließlich hieß es doch: „Liebe, Zuneigung und Gefühl bedeutet auch, den anderen gehen zu lassen“ und so ließ ich Rose sehr oft gehen. Sie kam jedoch immer wieder zurück.

Ich setzte mich schließlich in Bewegung und lief um dem Schulrasen herum. Ich sah mir alles an. Die Blumen waren neu und sie strahlten noch mehr als sie es vor zwei Jahren taten. Es herrschte eine wunderbar ruhige Atmosphäre hier. Ich fand es schön, endlich mal wieder hier zu sein, auch wenn es beruflich war. Unweigerlich gingen meine Gedanken wieder zu dieser einen Person. Sie sind immer bei ihr. Sie war die einzige die mich verstand, mir beistand mich auffing, wenn ich drohte in eine große Schlucht zu stürzen, und so wie sie bei mir war, war ich auch bei ihr.

Ich sah einige Schüler als ich an den Räumen vorbeigegangen bin und einige sahen erfreut aus als sie mich entdeckten, andere nicht. Einige der Gesichter kannte ich auch noch, sie mussten wohl damals in dem ersten Jahr der Oberstufe gewesen sein und somit im Novizen Training mit mir. Ich nickte mit meiner strengen Wächtermine den Schülern zu und wendete mich dann ab.

Etwas weiter von mir entfernt sah ich Alberta und dachte mir, ich könnte ja zu ihr gehen. Früher oder später würden wir uns ja sowieso in ihrem Büro sehen. Ich kam auf sie zu und sie schien mich zunächst nicht zu bemerken, jedoch änderte sich das sehr schnell. Das lag daran, dass wir Wächter waren und man musste ein gutes Auffassungsvermögen besitzen. Das bewies sie damit, dass sie sich umdrehte und mich von oben bis unten beäugte. Ich ging die letzten Schritte zu ihr, bevor ich zu einer Begrüßung ansetzte.

„Hallo, Wächterin Petrov“ ,begrüßte ich sie.

„Guten Morgen. Dimitri, wir waren doch schon beim du“ ,lächelte sie mich nun an. Schon war das Eis, was vor 2 Jahren entstand, wieder gebrochen und ich veränderte meine Mine schlagartig zu einem Lächeln.

„Alberta, schön dich wiederzusehen. Ich hoffe, ich störe dich nicht.“

„Alles gut, ein Wächter mehr bei meiner Schicht wird schon nicht den Weltuntergang herauf beschwören.“ grinste sie mich nun an.

„Das will ich auch meinen. Ich dachte mir, dass wir jetzt schon mal über meine Schichten reden könnten.“

„Du willst als Erstes über deine Schichten reden? Ich hätte da ja was anderes erwartet.“ Interessiert schob sie ihre rechte Augenbraue nach oben.

„Über etwas anderes gibt es nicht zu reden. Ich bin rein beruflich hier.“

„Ja, beruflich, so warst du schon immer. Aber über deine Schichten kannst du mit mir nicht reden. Ich bin nicht mehr Hauptmann“, sagte sie, als hätte ich es eigentlich wissen müssen, aber wie sollte ich ohne jegliche Verbindung zur Außenwelt? Ich wurde  förmlich abgeschottet durch Tasha.

„Du bist kein Hauptmann mehr? Wer hat den Job übernommen? Irgendjemand den ich kenne, damit ich mich schon mal darauf vorbereiten kann?“

„Ja, du kennst sie sehr wohl. Wahrscheinlich mit am besten von allen. So war es zumindest vor zwei Jahren.“ Sie sah mich mit einem ihrer Blicke an, die ich nicht deuten konnte. Wer konnte der Wächter sein den sie meint? Es war doch nicht etwa Rose? Oh doch, diesen Blick den sie mir zuwarf, während meiner Gedanken, konnte Wände versetzten und ich wusste, es war Rose, die ab nun mein Chef sein würde. Konnte ich damit umgehen, sie jeden Tag zu sehen? Zu sehen wie sie mit Adrian glücklich war? Ich musste es, es blieb mir gar nichts anderes übrig als es zu müssen.

„Rose.“ Nur dieses eine Wort entfloh meinen Lippen.

„Ja, Rose. Du bist ja ein richtiger Schnellmerker geworden“, grinste sie.

„Ich habe viel gelernt. Ob das eines der Dinge ist, weiß ich nicht.“ Ich versuchte nicht mehr daran zu denken. Nicht dran zu denken, wie gerne ich sie in meine Arme schließen würde, ihre Lippen berühren und ihre Haare. Die dunklen Haare, die sie perfekt machten. Perfekt als Mensch war sie ja ohnehin schon.

Ich ging noch eine Weile mit Alberta in der Gegend herum, da sie eine Schicht hatte, die beendet werden musste. Es waren viele banale Dinge über die wir uns unterhielten. Sie erzählte mir, wie es ihr in den zwei Jahren ergangen war und ich ihr, wie es mir ergangen war. Ich erzählte ihr alles. Jeden Angriff und die Männer von Abe, die mir meinen Job in dem Moment abnahmen. Ich hatte das Gefühl, dass Abe, also Rose Vater, immer ein Auge auf mich hatte. Ob das nun gut war oder auch nicht. Auch da schien es so, als würde er mir Dinge verheimlichen, genau wie bei Adrian. Es war nicht so, dass ich den beiden nicht vertraute. In einer gewissen Art und Weise jedoch war da immer noch ein Gefühl was zu mir durchdrang, welches ich nur Rose zuordnen konnte. Es war so, als würde sie mich rufen, damit ich zurückkomme und ihr helfe.

Ich hörte ein Lachen von einem Kind. Ein Kind, vielleicht sogar ein Baby, aber was sollte ein Baby auf dem Schulhof der Academy machen? Ich versuchte das Lachen und Kichern zu lokalisieren und ordnete es den zwei Gestalten hinter einem Baum zu. Ich konnte sie nicht richtig erkennen, was mich dazu brachte, ein paar Schritte nach rechts zu gehen.

„Dimitri, was machst du da?“ Alberta sah mich mit großen Augen an.

„Ich will wissen von wem das Lachen war. Es kann ja nicht angehen, dass sich hier ein Baby an der Schule aufhält.“ Mit diesen Worten wendete ich mich von ihr ab,  jedoch hielt ein Arm meine linke Schulter fest sodass ich nicht weitergehen konnte.

„Warte Dimitri, du solltest wissen, dass….“ Ich ließ sie nicht ausreden. Ich erkannte plötzlich, wer da unter dem Baum saß. Rose. Rose und Adrian. Aber konnten mich meine Ohren so getäuscht haben mit dem Kind? Nein, konnten sie nicht. Ich sah, wie eine der Personen, ich vermutete Adrian, sich leicht zur Seite beugte. Da sah ich SIE. Zwei kleine Winzlinge im Kinderwagen. Warte, in einem Kinderwagen? Das konnte doch nicht wahr sein! Rose hatte Kinder?! Kinder mit diesem Adrian und er hatte es mir nicht einmal gesagt? Niemand hatte mir gesagt, dass sie jetzt glücklich war, ohne mich. Mit Adrian und ihren zwei kleinen Kindern. Ich starrte schon ziemlich auffällig in ihre Richtung und begann währenddessen damit wieder mit Alberta zu reden.

„Das sind Kinder? Ich wusste nicht, dass sie Kinder hat“, versuchte ich meinen geknickten Stolz herunter zu schlucken.

„Ja es sind zwei wundervolle Kinder, sie haben sehr viel von ihrer Mutter.“ Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, was daran lag dass ich nicht schaffte meinen Blick abzuwenden.

„Das glaube ich dir. Bestimmt haben sie auch viel von ihrem Vater.“ Ich löste meinen Blick kurz und schaute gespannt zu Alberta.  Mich interessierte das was sie noch zu den Kindern zu sagen hatte. Nach meiner Aussage konnte ich erkennen wie sich ihre ganze Mimik veränderte, sie sah verwirrt aus und hatte vielleicht auch wenig Hoffnung. Aber Hoffnung worauf?

„Ich denke auch, dass die Kleinen etwas von ihrem Vater haben, da hast du recht.“

„Adrian ist bestimmt stolz auf die Beiden und Rose ist es bestimmt auch“, versuchte ich das Gespräch zu beenden. Jetzt sah ihr Blick noch verwirrter aus.

„Klar ist Rose stolz auf die Beiden und in irgendeiner Art ist es bestimmt auch Adrian“, meinte sie, während sich ihr Blick von mir abwendete und zu den Beiden richtete.

„Ich glaube, ich sollte dich nicht weiter stören Alberta.“ sagte ich in der Hoffnung sie würde den Wink verstehen.

„Wir können gerne noch ein Stück gehen, wir haben uns so lange nicht gesehen und besonders jetzt möchte ich alles erfahren. Wie geht’s dir denn damit, seitdem du es weißt, mein ich?“

„Seit dem ich was weiß?“

„Naja das mit Rose und den Kindern, es passiert ja nicht jeden Tag, dass man solche Neuigkeiten erfährt. Und seit wann weißt du es denn überhaupt?“

Ich sah sie verwirrt an. Wollte sie jetzt wirklich mit mir darüber reden, wie ich es finde, dass Rose einen Anderen hatte und mit diesem auch noch Kinder hatte? Das konnte doch nicht ihr Ernst sein? Nein. So was würde sie mich doch nicht fragen und wieso interessierte es sie überhaupt?

„Ich weiß es seit jetzt!“ stellte ich demonstrativ klar. „Von wem sollte ich es auch erfahren? Adrian hatte sowas in der Art nie in seinen Briefen erwähnt. Aber, dass sie ein Paar sind erstaunt mich schon. Ich hätte nicht gedacht, dass Rose, nach allem was passiert ist, einem Anderen die Möglichkeit gibt sie glücklich zu machen. Ich gönne es ihr, keine Frage. Schließlich möchte ich, dass sie glücklich ist, aber dennoch habe ich etwas anderes erwartet.  Und jetzt? Jetzt hat sie Kinder mit einem Anderen und ich werde mit der Sache abschließen müssen, so wie ich es die letzten 2 Jahre versucht habe.“ Ich war etwas erstaunt über meinen Redeschwall, sah zu Wächterin Petrov rüber und erwartete eine Antwort, die mir sagte ich sei selber schuld, schließlich war ich es, der gegangen war und nicht sie. Doch sie stand einfach nur da und sah mich an, als hätte sie nicht verstanden was ich gerade gesagt hatte.

„Adrians‘ Kinder…“, sagte sie nur leise und ich hörte wie sie in sich hinein kicherte. Ich wäre sauer geworden, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sie so etwas öfter tat. Diese Momente, in denen sie vergaß wer um sie herum war und das sie eine Wächterin war.

„Du brauchst mir nichts erklären, Alberta. Es sind zwei Jahre vergangen und sie hat ihr Leben gelebt, genauso wie ich es getan habe.“ Es war selbstverständlich gelogen von meiner Seite aus.

Ich drehte noch einmal meinen Kopf in Rose´s Richtung und wollte mich gerade abwenden, als sie sich ebenfalls einer anderen Richtung zu wandte Sie sah in Alberta´s Richtung, oder doch etwa in meine? Aber woher sollte sie wissen, dass ich wieder da war? Schließlich war ich gestern erst ins Flugzeug gestiegen und heute Morgen angekommen. Unsere Blicke trafen sich und ich war um meinen Verstand gebracht. Schon als ich sie zum ersten Mal gesehen hatte, wusste ich, ich würde ihr für immer verfallen. Ich fühlte wieder dieses Kribbeln im Bauch, dass nur sie in mir hervorrief. Es baute sich eine Eifersucht in mir auf, die ich noch nie erlebt hatte. Eifersüchtig auf Adrian, dass ich das mal erleben würde, hätte ich auch nicht gedacht. Ich konnte meinen Blick einfach nicht von ihr abwenden und ihr schien es nicht anders zu gehen. Mir gingen tausend Fragen durch den Kopf. Hatte sie mich vergessen? Würde sie es akzeptieren, dass ich wieder da war? Und was würde Adrian sagen?

Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte und ohne es auch nur zu bemerken setzten sich meine Füße in Bewegung. Ich hatte keine Kontrolle mehr über die beiden Stolpersteine die an meinen Beinen hingen. Ich konnte sehen wie sie sich von ihrem Stuhl erhob um sich hinzustellen. Nun sah ich auch den Blick von Adrian, der ihrem Blick bis zu mir folgte. Das lies mich abrupt innehalten. Ich wechselte meinen Blick zwischen ihr und ihm und sie schien meine Unsicherheit und Nervosität zu bemerken, denn jetzt war sie es, die sich in meine Richtung bewegte. War ich schon bereit für diese Konfrontation? Ich hatte keine Wahl. Sie war nur noch wenige Meter entfernt und ich sah, dass ihr eine kleine Träne über die Wange lief. Eine Träne wegen mir, wegen alldem was ich ihr angetan hatte. Und ganz plötzlich stand sie vor mir, ich weiß, es war eigentlich nicht plötzlich. Ich hatte sie kommen sehen und doch war es so als hätte ich mich in hundert Jahren nicht auf diesen Moment vorbereiten können. Ich wollte gerade meinen Mund öffnen um etwas zu sagen, da sah ich, wie sich ihre Hand hob und mit einem Klatschen landete sie in meinem Gesicht. Dann stand sie einfach nur da und sah mich an. Mit diesem Blick, der für andere unscheinbar wirkte, mir jedoch so vieles mehr sagte. Sie war sauer, enttäuscht aber ich glaubte, dass ich auch so etwas wie Entspannung in ihrem Blick erkennen konnte.


Soo ich hoffe das reicht für heute erst einmal. Ich weiß noch ist die Geschichte sehr ruhig, aber ich kann euch beruhigen es wird aufjedenfall auch noch spannender, ich muss nur den richtigen Moment erwischen. Ich versuche so schnell wie möglich wieder das nächste Kapitel zu schreiben und hochzuladen. Wenn ihr Ideen und/oder vielleicht Wünsche habt was in dieser Geschichte noch alles passieren soll, schreibt mir.

Ganz Liebe Grüße von mir :D
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