Flo und der Herr der Diebe

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Mosca OC (Own Character) Riccio Scipio Victor Getz Wespe
10.07.2016
08.08.2016
19
41437
2
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
Hallo, liebe Leser
Dies ist meine erste FF zu "Der Herr der Diebe"
Da in meiner FF an manchen Stellen Gewalt und ein bisschen Bad Language vorkommt; so auch im ersten Kapitel in diesem Fall, habe ich mich erstmal entschlossen, das Rating auf 16 zu setzen. Falls es aber jemanden gibt, der weiß, dass die Gewaltszenen nicht so schlimm sind, sodass man sie auf 12 runtersetzen darf, kann dieser jemand mir gerne schreiben. Für Kritik bin ich offen; so auch für Reviews ^^

Da nun alles geklärt ist. Viel Spaß!

Florence Marseille ist eigentlich ein normales 13-jähriges Mädchen, aber es gibt ein paar Unterschiede in ihrem Leben zu anderen. Sie ist eine Weise, lebt aber schon seit knapp 2 Jahren mit ihrem reichen Stiefvater in seiner Villa, seitdem ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Ihr Vater war Italiener und schon tot seit sie 5 war. Trotz allem beherrschte sie seine Muttersprache gut.
Als ihre Mutter, Nicholas Dupont geheiratet hatte, war er noch normal, aber seitdem sie tot war, hatte er begonnen, ihre Tochter zu schlagen, was meist nicht nur Ohrfeigen bedeutete. Immer und immer wieder tadelte er sie, wenn etwas nicht gemacht war, zum Beispiel das Essen, die Wäsche oder sogar wenn ihm irgendwas nicht passte, wofür Flo aber keinerlei Schuld trug. Ja, er behandelte sie regelrecht wie eine Sklavin, eine minderjährige Sklavin, die er schlug, was aber keinem auffiel, da die Villa wie eine Art Festung mit schalldichten Wänden und Türen aufgebaut war. Für Florence war sie aber nur ein Gefängnis und längst kein Zuhause mehr. Vor nicht allzu langer Zeit war es ihr noch erlaubt, aus dem Haus zu gehen, um die üblichen Einkäufe zu machen, aber seitdem sie mal versucht hatte, die Chance zu nutzen, um abzuhauen, während sie dies tat, schloss er immer die Türen ab, wenn er zur Arbeit ging und rief alle paar Stunden an, um zu kontrollieren, ob sie noch da war.

Theoretisch wäre sie längst schon in Freiheit, wäre da nicht dieser Typ gewesen, den ihr Stievater bezahlt hatte, um sie aufzuspüren und zurückzubringen. Dafür gab es dann richtig Ärger. Deshalb hatte sie so einen Fluchtversuch nie wieder unternommen.
Aber eines Tages sollte sich das ändern.

Wie jeden Morgen machte sie gezwungenermaßen das Frühstück für ihren Stiefvater. Rührei, etwas Toast und einen Kaffee. Sie selbst bekam selten etwas, wenn mal etwas übrig blieb, weshalb sie auch so unterernährt aussah. Als sich ihr mürrischer Stiefvater mal für ein paar Sekunden von ihr entfernte, nutzte sie die Chance und spionierte ihm nach, da er das fast immer jeden Morgen machte und sie nun endlich wissen wollte, wohin er immer verschwand. Sie folgte ihm unauffällig in ein kleines Nebenzimmer, das sich direkt neben seinem Schlafzimmer befand, aber immer abgeschlossen war.
Florence staunte, als er sich dort an einem grünen Tresor an der Wand zu schaffen machte und eine Zahlenfolge eingab, die ihn öffnete. Als er das tat, folgte sie aufmerksam seinen Fingerbewegungen und notierte sich den Code für das Schloss auf die Innenseite ihres weiß-gestreiften Pullovers und beobachtete anschließend mit großen Augen, wie er ein Bündel Geldscheine herausholte und es sorgfältig zählte.
Als sie merkte, dass er fertig war, begab sie sich auf Zehenspitzen schnell wieder in die Küche und muss zu ihrem Ungunsten feststellen, dass das Rührei leicht angebrannt war.

Aber bevor sie auch ein Wort sagen konnte, schlenderte ihr Stiefvater wutentbrannt, als ob er ahnte was passiert war, mit stampfenden Schritten in die Küche und schlug Flo mit seiner Faust ins Gesicht, sodass sie mit der Stirn gegen den Herd knallte und eine blutende Platzwunde sich schnell auf der Stelle bildete.
Flo kauerte nun auf dem Boden und fühlte den pochenden Schmerz in der Nähe ihres linken Auges wo sie aufgeschlagen war. Sie spürte auch, wie sich ihr Hals zusammenzog und Tränen sich aus ihren Augen drängten, aber sie wollte nicht mehr weinen. Das hatte sie schon zu oft getan und es hatte nichts gebracht.
Nun schluchzte sie am Boden und traute sich nicht mal, sich zu rühren, aus Angst, ihr Stiefvater könnte weitermachen, aber das tat er ausnahmsweise nicht. Stattdessen blickte er herablassend mit vor Wut zusammengepressten Zähnen auf sie herunter und zischte boshaft: „Du kleine dreckige Ratte“! Du bist sogar zu dämlich um Rührei zu machen“! Du bist wirklich zu nichts zu gebrauchen“! Hör auf zu flennen, du Bastard“!

Nachdem er ihr noch mal einen schmerzhaften Tritt gegen die Beine gab, als ob er prüfen wollte, ob sie noch lebte, nahm er sich einen Schlüssel vom Regal neben der Spüle und bellte: „Wenn ich zurückkomme ist es hier gefälligst sauber und wenn nicht, kannst du was erleben, hast du gehört“! Und eins noch“! Wag es ja nicht wieder abzuhauen“! Ich finde dich, egal wo du bist“!

Unsicher und immer noch auf dem Boden liegend, nickte sie leicht und konnte nur noch hören, wie ihr Stiefvater das Haus verließ und die Tür von außen abschloss. Nach ein paar Sekunden nachdem sie sich endlich sicher war, dass er gegangen war, versuchte sie sich mit zittrigen Armen wieder aufzurichten und wischte sich die Tränen mit ihrem Ärmel von den Augen. Während sie ihre Wunde inspizierte, bemerkte sie, dass das Blut, das aus ihr quoll, sich schon seinen Weg bis zu ihren Wangen gebahnt hatte. Selbst ihre langen blonden Haare waren davon leicht befleckt. Flo stöhnte auf vor Schmerz als sie sich im Spiegel betrachtete und wollte sich gerade alles wegwaschen, als es plötzlich anfing zu donnern, aber der Regen blieb überraschend aus.  Sie erinnerte sich, dass man bei Blitz und Donner niemals ans Wasser gehen darf, wenn es an eine Leitung angeschlossen ist und bei Elektrogeräten lieber die Stecker herausziehen sollte, damit sie nicht durch einen Blitz kaputtgehen.
Etwas leuchtete ihr auf einmal ein und sie ging zum Telefon, hob den Hörer ab, und tatsächlich, die Leitung war tot. Das heißt, ihr Stiefvater konnte nicht anrufen.
Sie überlegte nicht zweimal und wollte diese eine Chance nutzen, die man ihr gab, packte das Bild ihrer Mutter, wo auch leider ihr Stiefvater darauf zu sehen war, in die Hosentasche ihrer engen Jeans und ging anschließend noch zum Tresor. Er musste schon einiges da drin haben, dachte sich Flo und knackte in nicht mal zwei Sekunden das Schloss, zog ein paar Bündel Geldscheine heraus, die fast nur aus 50, 200, 500 und 100 Scheinen bestanden, holte sich einen braunen Sack aus dem Schrank und steckte sie hastig hinein, da sie dennoch befürchtete, dass ihr Stiefvater sofort zurückkommen und sie dieses Mal entgültig umbringen könnte, wie er mal versprach, wenn er sie erwischte. Ihr Herz pochte so schnell, dass sie glaubte, es könnte auf der Stelle aus ihrer Brust springen, als sie jedes Zimmer auf den Kopf stellte um den Ersatzschlüssel fürs Haus zu finden. Als sie am Schlafzimmer ihres Stiefvaters vorbeizog, fiel es ihr wieder ein. Sie hatte mal beobachtet, wie er einen Schlüssel in einer seiner Schubladen versteckte.
Da musste er einfach sein, hoffte Flo inständig, kramte in allen Schubladen und fand ihn auch unter einem Buch.

Mit dem Sack Geldbündel unterm Arm raste sie zur Haustür, schloss die Tür auf, ging raus, schaute sich ein paar Mal um und verschloss sie wieder.
Danach drehte sie noch einmal ihren Kopf in alle Richtungen, um sicher zu gehen, dass sie niemand sah und schmiss den Schlüssel soweit sie konnte in den Nachbarsgarten wo er in einem Rosenbusch landete, aber Hauptsache, sodass ER ihn niemals finden würde, dachte sich Flo, aber Zeit um ihre Freiheit zu feiern, hatte sie nicht, denn ihr Stiefvater könnte noch irgendwelche Verfolger auf sie gehetzt haben, von denen sie nicht wusste, da er meistens genau ahnte, was sie vorhaben würde.
Sie machte sich im Eiltempo auf dem Weg zum Bahnhof, wollte sich gerade ein Ticket kaufen, als ihr etwas Wichtiges einfiel. Etwas, das ihr Stiefvater mal über sein Geld erwähnt hatte.
„Ich könnte jeden aufspüren, der es wagt, mein Geld auszugeben“!
Es klang verrückt, aber es könnte wahr sein, befürchtete Flo, als sie einen nervösen Blick in ihren Sack warf. Mit Scheinen, die zwar keine Augen besaßen, aber ihr trotzdem das Gefühl gaben, dass sie alles ihrem Stiefvater sagen könnten, wohin sie gehen und was sie mit ihnen tun würde.
Flo nickte, schnürte den Sack wieder zu und wandte sich vom Kartenschalter ab. Danach beschloss sie einfach, sich in einen beliebigen Güterzug als blinder Passagier zu verstecken bis er sie in eine andere Stadt oder wenn sie Glück hatte, unentdeckt in ein anderes Land brachte. Völlig egal, dachte sie. Hauptsache, weg von IHM.

Nach ein paar Stunden Fahrt mit dem Güterzug war sie so müde, dass sie gerne schlafen würde, aber ihre linke Gesichtshälfte tat ihr immer noch so weh, dass es sie davon abhielt.  Behutsam versuchte sie einzuschätzen, wie groß und tief die Wunde eigentlich war, die ihr Stiefvater ihr zugefügt hatte, als sie sanft darüber strich.
Wohl doch eine Platzwunde, bemerkte sie ernst. Und sie hatte immer noch nicht aufgehört zu bluten. Womöglich bin ich vielleicht schon verblutet bis der Zug anhält, murmelte sie trüb zu sich selbst, vergrub ihr Gesicht in ihren Knien und weinte, so lange bis sie eingeschlafen war und nicht mehr bemerkte, wie der Zug abfuhr.

Als Flo ihre Augen aufmachte, spürte sie, wie der Zug gerade anhielt und jemand die schwere Tür des Wagons öffnen wollte. Schnell fand sie sich eine große Kiste, die leer war, stieg hinein und legte einen Deckel über ihren Kopf, der passte.

Die Männer, die womöglich die Ware ausluden, merkten glücklicherweise nicht, dass sie auch einen Menschen dabeihatten und trugen die Kisten und Flo auf ein Schiff, das fortfuhr, als es fertig beladen wurde.
Nach weiteren Stunden traute sich Flo, den Deckel ihrer Kiste langsam zu heben und zu schauen, wo sie eigentlich jetzt war und blickte in eine Stadt mit goldenen Dächern mit riesigen Figuren darauf, die schienen, als würden sie die Leute anstarren und tausenden von Gondolas, die über das Wasser glitten.
Eine Stadt aus Gold, murmelte Flo leise und zum ersten Mal seit langem hatte sie wieder die Kraft, zu lächeln und lachte auch ein wenig als sie die beeindruckende Architektur der Stadt bewunderte. Wie El Dorado, flüsterte sie und tauchte rasch wieder in die Kiste, da sie hörte, wie zwei Männer miteinander sprachen, aber nicht in ihrer Sprache, sondern Italienisch.

Natürlich, ich bin in Venedig, stellte sie letztendlich fest und wartete, bis jemand ihre Kiste nahm und nach kurzem Tragen wieder auf den Boden niederließ.
Das ist meine Chance, meinte Flo, lugte noch ein letztes Mal aus dem Deckel, als sie ihn leicht anhob und stieg hastig  aus ihrem Versteck. Beinahe hätte sie ihren Geldsack vergessen, aber sie konnte noch schnell mit einer Hand in die Kiste greifen und ihn sich schnappen, bevor einer der Männer ihn ihr wegnahm.
„Aspetta, aspetta“!  riefen die Männer ihr noch zu und einer wollte sie packen, aber Flo war schneller als er und verschwand rasend in die nächstliegenden dunklen Gassen Venedigs.

Flo war nicht lange ziellos umhergelaufen, als die Sonne begann, dem Mond langsam Platz zu machen. Flo fürchtete sich im Dunkeln, besonders, da sie in verlassenen Gassen in einer fremden Stadt rumlief, die vielleicht doch nicht so verlassen waren, wie sie dachte. Sie sehnte sich ein klein wenig nach einer Taschenlampe, aber zögerte jedes Mal in ein noch offenes Geschäft zu gehen, da das Geld sie noch immer beobachtete, dachte sie deprimiert.  Auch Hunger hatte sie und Durst. Großen Durst. Sie erinnerte sich, dass sie vor knapp 24 Stunden das letzte Mal etwas zu sich nahm und die Wunde, die auf ihrer Stirn lauerte, hörte auch nicht auf zu schmerzen.

Seufzend und schniefend schlenderte sie langsam und einsam durch die immer dunkler werdenden Gassen der goldenen Stadt, die jetzt nur noch fast schwarz aussah.
Flo fühlte plötzlich das Bedürfnis an das Grab ihrer Mutter zurückzukehren, wo sie seit Monaten nicht mehr war und sie fühlte sich so schlecht, dass sie ihre Mutter so lange nicht mehr besucht hatte. Aber eigentlich war ja nur ihr Stiefvater daran schuld, nicht sie selbst, wie sie jetzt begriff.
Was ihre Mutter wohl sagen oder tun würde, wenn sie noch am Leben wäre? Wenn sie mitbekommen hätte, dass ihr toller Ehemann ihre geliebte Tochter schlug und gefangen hielt? Fragte sich Flo in der Sehnsucht nach ihrer geliebten Mutter, die zuließ, dass ihr Stiefvater sie auch noch adoptierte. Sie selber fand, dass das keine gute Idee war, da der neue Mann ihrer Mutter ihr schon immer komisch vorkam, allein schon, da er für die Regierung arbeitete, aber ihrer Mutter zuliebe, hatte sie es akzeptiert.
Den Tränen fast nahe und mit scheußlich knurrendem Magen, dem ein brüllendes Monster schon lange nicht mehr das Wasser reichen konnte, entdeckte sie eine Apotheke zu ihrer linken, die sie mit ihrem grell-grünen leuchtenden Kreuz anstarrte.

Sie schaute mit ihren stahlblauen Augen durch das Fenster des Ladens und dachte sofort an ihre Platzwunde, als sie sah, dass niemand da war.
Vielleicht gibt es dort Pflaster, hoffte sie und schlenderte angespannt in die Apotheke. Flo musste zum Glück nicht lange suchen, denn die eingepackten Pflaster befanden sich gleich neben ihr auf einem Regal. Sie griff mit der linken Hand zu der Schachtel mit Pflastern, schaute sich um, dann wendete sie sich wieder der Packung in ihrer Hand zu. Sie fühlte sich keineswegs gut dabei, einfach so irgendwas zu nehmen ohne es zu bezahlen, besonders da ihre Mutter immer sagte, dass man das Stehlen nie wieder lassen kann, wenn man es erst einmal gemacht hat. Es war einfach falsch. Sie hatte zwar genug Geld dabei. Knapp 9000 Euro, wie sie zählte um genau zu sein, aber sie konnte es nicht benutzen, aber stehlen konnte sie genauso wenig, weil sie damit ihre tote Mutter enttäuschen würde, also legte sie das Päckchen mit Pflastern wieder aufs Regal zurück, als sie jemand gewaltsam an der Schulter packte und sie zwang, sich nach hinten zu drehen. Florence schnappte panisch nach Luft, da ein Mann mit zusammengekniffenen Augen sie entgeistert musterte.

Es war wahrscheinlich der Apotheker, der nur mal kurz im Lager verschwunden war. Er hatte eine Brille auf, einen kurzen Bart und war ungefähr Mitte 70, wie Flo beurteilen konnte und sie barsch anknurrte:  „Scusi“! Er klang keineswegs freundlich und dachte garantiert, dass sie stehlen wollte. Flo bekam Angst und stotterte: „Ich ich wollte nur.. Ich brauche die nur für meine Wunde“!  Sie zeigte zitternd mit ihrem Finger darauf, aber der Apotheker zog sie noch näher an sich und zischte verärgert: „Was du nicht sagst, Kleine. Das kannst du der Polizia erklären“, drohte er in seinem Italienischen.
Als sie das Wort hörte, das sie womöglich wieder zurück zu ihrem Stiefvater zu schicken drohte, riss sie sich von dem alten Mann los, warf ihren Geldsack über den Rücken und rannte davon. Aus dem Laden und schnurstracks in die nächste Gasse, doch der alte Mann raste ohne zu zögern hinter ihr her. Entschlossen, die vermeintliche Diebin zu fassen.

Flo rannte so schnell sie konnte mit dem Geld und obwohl sie aufgrund ihres noch jungen Alters eigentlich schneller sein müsste als der alte Herr, hatte sie Mühe zu entkommen. Kommt wahrscheinlich von den blauen Flecken, die er mir zugefügt hat, dachte sie ärgerlich und verlor sogar allmählich die Hoffnung, da der alte Mann ihr immer dichter auf den Fersen war, obwohl Flo immer in die nächste Gasse einbog, die sich ihr bat um ihn abzuhängen. Nichts half.
Was sie aber nicht mitbekam war, dass eine dunkle Gestalt auf den Dächern jeden Einzelnen ihrer Schritte folgte und sie von oben beobachtete. Auch den Mann.
Als sie eine Brücke überquerte, kletterte die Gestalt an einem Seil hinunter, band das eine Ende des Seils an einem gegenüberliegenden Pfahl fest, hielt die andere Seite davon, wartete bis der Mann vorbeigerast kam, zog an dem Seil und brachte ihn so zum Stolpern.

Flo atmete erleichtert aus, als ihr klar wurde, dass der Mann sie nicht mehr verfolgte und ließ sich erschöpft auf einem kalten Stein in einer Sackgasse nieder. Nachdem sie gerannt war und etwas schwitzte merkte sie, wie kalt es eigentlich nachts in Venedig war. Eiskalt und sie Trottel hatte vergessen, eine Jacke mitzunehmen. Nichts hatte sie, bis auf das Foto und die Geldscheine, die sie nicht mal benutzen konnte, da ihr Steifvater sie so finden würde.  Um nicht zu erfrieren, versuchte sie, den Geldsack als Deckenersatz zu benutzen und drückte ihn wie verrückt an sich, was sich im Nachhinein als totale Schnappsidee herausstelle. Auch der Versuch, sich die Arme so eng wie möglich an ihren Körper zu schmiegen, half nicht. Und so blieb ihr nichts anderes übrig als zu warten, bis es wieder warm wurde. In der Kälte, ohne einen Schutz, falls es anfing zu regnen. Sie zitterte am ganzen Leib und konnte ihre Zähne nicht am Klappern hindern. Auch ein paar Tränen flossen aus ihren Augen. Aber nicht aus Trauer oder aus Schmerz sondern diesmal aus blanker Hoffnungslosigkeit.

So ungefähr stelle ich mir Florence vor ^^
http://media.gettyimages.com/photos/close-up-of-young-blond-girl-big-blue-eyes-picture-id171655177
Review schreiben