Mein Leben, meine Geschichte

von -reyca-
GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen Susanne Kaspary
09.07.2016
04.02.2019
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Als ich am nächsten Morgen meine Augen öffnete vernahm ich nichts, rein gar nichts. Kein Schnarchen oder Rumschreien meines Stiefvaters, kein Regen der durch den Wind vor mein Fenster geschlagen wurde, keine Schmerzen, und auch kein Babygeschrei aus der Wohnung unserer Nachbarn. Es war einfach still, fast totenstill, bis ich mich auf die Seite drehte um auf meinem Wecker nach der Uhrzeit zu sehen. "Ah, aua.", zischte ich leise vor mich hin und hielt meine Hand vor meine Rippen. Es schien keine böser Traum gewesen zu sein, sondern die bittere Realität. Die Uhrzeit vergaß ich in diesem Moment wieder, da mich die Schmerzen zu sehr einnahmen und ich meine ganze Aufmerksamkeit auf diese richtete. Vorsichtig stieg ich aus meinem Bett, was lediglich eine Matratze auf dem Boden darstellte,  stellte mich vor meinen Spiegel, der nur vor die Wand gelehnt war, und betrachtete mich. Minuten lang stand ich einfach nur dar und machte nichts, bis ich es letztlich wagte und meinen Pulli ein Stück nach oben zog. Wie schon vermutet war mein linker Rippenbereich blau und lila, und ich konnte keine hautfarbene Stelle mehr erkennen. Aber was sollte ich machen, ich konnte ja schlecht zu einem Arzt gehen und dem die Wahrheit erzählen, oder zu Sophie zu gehen und das selbe tun. Nein, auf keinen Fall, die hatte bestimmt genug andere Sorgen mit ihren Klienten in der Schule und der Verarbeitung von Mamas Tod. Da muss ich ihr nicht auch noch zur Last fallen. Die ganzen Gedanken verschwanden aber auch schon wieder, als ich mich erneut fragte, wie viel Uhr es überhaupt war. Draußen war es schon fast komplett hell und es regnete nicht mehr. Der zweite Blick auf meinen Wecker verriet mir dann: 7:56! "Oh mist, ich komme viel zu spät!", kam es dann aus mir heraus. Völlig abgehetzt zog ich mich schnell um; einfache Jeans und ein grauer Pulli mit einem einfachen weißen T-Shirt drunter bedeckten meinen Körper.
Das Frühstück musste wie die meisten anderen Tage auch wohl mal wieder ausfallen. Aber durch die anhaltenden Schmerzen hatte ich eh nicht wirklich hunger.
Als letztes schnappte ich mir dann noch meinen Rucksack, in dem sich ein Block und ein paar Stifte befanden, und mein Skateboard. Um schon dem morgendlichen Ärger aus dem Weg zu gehen, verließ ich das Haus durch das Fenster in meinem Zimmer und kletterte eine Etage nach unten, wie jeden anderen Morgen auch. Entlang der Regenrinne, auf den Balkon der Nachbarn unter uns, und von da aus mit einem Sprung auf den Kieselweg, der sich vor unserem Haus entlangschlängelte.
Auf direktem Wege fuhr ich also nun zur Schule, welche ungefähr eine viertel Stunde vom Käfig entfernt lag.
Als ich endlich ankam war der Schulhof bereits menschenleer und die große Schuluhr zeigte 08:25 an. "Na toll, 20 Minuten zu spät, und das auch noch in der Mathestunde von Herrn Daimler." , dachte ich, als ich das Schulgebäude kurze zeit später betrat.
Doch wirklich weit kam ich nicht, da mich plötzlich jemand an der Schulter packte und um 180 Grad umdrehte.
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