Diamond ring

von Julirot
GeschichteDrama, Krimi / P12
G. Callen Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks Sam Hanna
08.07.2016
11.12.2016
16
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Hallo da bin ich wieder. Dieses Mal mit einer kleinen Geschichte, mit der ihr wahrscheinlich nicht gerechnet habt. Liebe Janine, ich habe deinen Wunsch nach dem Antrag am Strand nicht vergessen. Und erst wollte ich was ziemlich romantisches schreiben. Doch dann fiel mir ein, dass ich das ja schon mal gemacht habe in meiner Story "Ohne dich" und ich konnte einfach nicht anders als das Thema mal ein wenig anders zu verarbeiten. Ich hoffe ihr reißt mir nicht den Kopf ab. Wer dennoch was romantisches braucht, hier ist der Link zur Geschichte "Ohne dich" und dem Kapitel mit dem Antrag am Strand (Kapitel 16)

http://www.fanfiktion.de/s/54b5228400038f7117ef2f42/18/Ohne-dich

So und nun genug der Worte. Hier die neue Geschichte. Viel Spaß.
LG
Julirot

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Der Tag neigte sich dem Ende zu. Sie hatten ihren Fall gelöst und waren gerade dabei ihre Sachen zusammen zu packen und sich auf den Weg nach Hause zu machen.
„Ich finde wir waren heute ziemlich gut“, meinte Deeks und hängte sich seine Tasche über die Schulter.
„Du meinst wohl wir waren gut“, korrigierte ihn Sam und deutete zuerst auf seinen Partner und dann auf sich selbst. Dabei zierte sein Gesicht ein freches Grinsen.
„Wieso ihr? Kensi und ich waren es, die euch heute den Rücken frei gehalten und den Arsch gerettet haben. Ohne uns wärt ihr sicherlich einen Kopf kürzer gewesen.“
„Aber wir haben die Typen letzten Endes KO geschlagen.“ Sam ließ nicht locker.
„Aber...“, wollte Deeks gerade zu einer Erwiderung ansetzen als Callen sich zu Wort meldete:
„Hey ihr beiden Turteltäubchen. Es ist ja immer wieder herrlich euch dabei zuzuhören wie ihr euch in die Wolle kriegt, aber der Tag war anstrengend. Ich hätte noch Lust auf ein Bier. Wer kommt mit?“
„Bin dabei“, sagte Sam sofort und wandte sich zu seinem Partner um. Deeks klappte beleidigt seinen Mund wieder zu und murmelte irgendetwas unverständliches in seinen Bart.
„Ich auch“, stimmte Kensi zu und schloss ihre Tasche.
„Deeks?“ fragte Callen und hob die Augenbrauen.
„Ähm...naja...also ...“
„Was denn? Keine Lust?“ Callen war überrascht. „Du bist doch sonst immer der Erste, wenn es um solcherlei Aktivitäten geht.“ Mit einem Schmunzeln dachte Callen daran wie Deeks mit ihm vor nicht allzu langer Zeit unbedingt einen Männerabend machen wollte und er nur durch ein Wunder aus dieser Nummer wieder heraus gekommen war. Er mochte Deeks, aber einen ganzen langen Abend alleine mit ihm wollte er dann doch nicht unbedingt verbringen.
„Ich glaube unser Kleiner ist müde“, stichelte Sam und schlug Deeks gegen die Schulter.
„Nein...keineswegs. Ich ... ähm … hatte eigentlich andere Pläne.“ Deeks versuchte Kensis Blick einzufangen, doch diese fragte nur erbost:
„Was für Pläne und warum weiß ich nichts davon?“
„Weil... ähm na weil … das kann ich dir hier nicht sagen...“, verteidigte sich Deeks und legte dann den Kopf leicht zur Seite.
„Deeks...?“ Kensi runzelte die Stirn und schaute ihn fragend an.
„Also ich gehe jetzt. Wenn ihr mitkommen wollt, wir treffen uns bei Tony's“, sagte Callen und ging langsam in Richtung Ausgang. Sam zuckte die Schultern und lief dann seinem Partner hinterher.
„Wartet mal Jungs. Ich bin sicher er kriegt sich gleich wieder ein“, rief Kensi den beiden nach und zog Deeks dann am Arm. Sam hob eine Hand und machte eine wegwerfende Geste. Kensi drehte sich zu ihrem Partner um und fragte:
„Kannst du mir mal erklären was das soll?“
„Ich habe heute keine Lust auf Bier“, meinte er und setzte sich in Bewegung.
„Aber ich...“, maulte sie. Er blieb stehen und schaute sie an.
„Ich wollte dich ganz bestimmt nicht davon abhalten, mit den Jungs noch um die Häuser zu ziehen, aber eigentlich...“
„Ja?“
„Eigentlich … hatte ich heute noch was besseres mit dir vor“, sagte er leise und blickte ihr dann direkt in die Augen. Kensi konnte es sich nicht erklären, aber in seinem Blick lag etwas magisches und sie bekam eine Gänsehaut.
„Was Spezielles?“ fragte sie und merkte wie die Aufregung langsam in ihr hoch kroch. Sie wusste ihr Freund war ein Meister darin sie zu überraschen und das schaffte er in regelmäßigen Abständen immer wieder. Erst recht seit sie ein offizielles Paar waren. Und Kensi liebte seine kleinen Scherze. Ganz schnell waren Callen und Sam und die Aussicht auf ein kühles Bier vergessen und Kensi hakte sich bei Deeks ein, legte ihren Kopf gegen seine Schulter und sah ihn an.
„Nicht was du jetzt denkst Kenselina“, entgegnete er und zwinkerte ihr kaum merklich zu.
„Woher willst du bitte wissen was ich gerade gedacht habe?“
„Ich kann deine Gedanken in der Hinsicht inzwischen ziemlich gut lesen Sweetheart.“ Er strich ihr mit dem Finger über die Nase und sie warf ihm eine Kusshand zu.
„Also keine Massage für mich mit anschließender Ganzkörperentspannung?“ fragte sie noch einmal nach.
„Vielleicht später.“ Er grinste.
„Und wohin gehen wir dann?“ fasste sie noch einmal nach als sie merkte, dass er nicht bereit war, ihr konkret zu antworten.
„Wenn ich dir das jetzt sage Kenselina, dann ist es ja keine Überraschung mehr.“
„Du weißt, dass ich Überraschungen liebe“, rief sie und ihre Augen begannen zu strahlen.
„Ich weiß“, flüsterte er, holte einmal tief Luft und griff  dann nach ihrer Hand. Schließlich zog er sie mit sich fort zum Auto.


„Und ... wohin fahren wir nun?“ fragte sie erneut als Deeks sich in den Feierabendverkehr eingefädelt hatte.
„Lass dich...“
„...überraschen“, beendete sie seinen Satz und lehnte sich seufzend in ihrem Sitz zurück.
„Meinst du du könntest mir nicht doch einen klitzekleinen Hinweis geben?“ Kensi strich ihm sanft über den Arm und hob kokett ihre Augenlider.
„Nein“, sagte er bestimmt und bog einmal rechts ab.
„Wirklich nicht?“ fragte sie noch einmal nach.
„Echt nicht.“
„Warum nicht?“
„Darum.“
„Das ist gemein“, rief sie und zog eine Schnute.
„Es wird dir gefallen“, sagte er und drehte sich lächelnd ein wenig zu ihr herum.
„Brauche ich dazu vielleicht andere Klamotten oder sowas?“ Kensi schaute an sich herunter. Sie trug wie immer Jeans und ein Shirt, darüber eine kurze Jacke und Boots.
„Nein mein Schatz du bist gut so wie du jetzt bist.“ Er zwinkerte ihr zu.
„Wir fahren zum Strand“, stellte sie nach einer Weile fest.
„Ganz genau.“ Deeks konnte sich das Grinsen kaum noch verkneifen und hatte Mühe sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Wenn er nicht selbst so nervös gewesen wäre, dann hätte er die ganze Situation noch viel mehr ausgekostet. Seine ahnungslose Partnerin versuchte beständig ihm etwas zu entlocken und das fand er ziemlich süß.
„Ich habe keinen Badeanzug dabei.“
„Brauchst du nicht.“
„Wie gehen nackt baden?“
„Träum weiter.“
„Es wird bestimmt bald kalt werden.“
„Das, was ich vorhabe, geht schnell.“
„Aha“, rief Kensi und stupste ihn in die Seite.
„Wie aha?“ Er hob eine Braue.
„Du willst mit mir … joggen gehen?“ Sie fuchtelte mit den Armen in der Luft herum.
„Kalt Kenselina.“
„Surfen?“
„Noch viel kälter.“
„Find ich auch. Dazu hätte ich heute Abend wirklich keine Lust mehr gehabt.“
„Weiß ich doch.“
„Und was hast du dann vor?“
„Nun wart's doch mal ab.“
„Kann ich nicht.“
„Das merkt man.“
„Ich hab Hunger.“
„Das ist jetzt wirklich ein Problem.“
„Also Essen gehen wir offensichtlich nicht“, stellte Kensi fest. Er schwieg. Wenig später parkte Deeks den Wagen auf seinem Stammparkplatz am Strand nahe der Stelle zu der er regelmäßig zum Surfen kam und stieg aus. Kensi folgte ihm.
„Jetzt machst du mich echt langsam nervös Deeks“, meinte Kensi als er begann in Richtung Wasser zu laufen.
„Glaub mir, du kannst nicht nervöser sein als ich es bin“, entgegnete er und strich sich einmal durch die Haare. Kensi hob den Kopf und einen kurzen Augenblick starrten sie sich in die Augen, was ihre Herzen dazu brachte ein wenig schneller zu schlagen. Schließlich nahm Deeks wieder ihre Hand und führte sie den Strand hinab bis sie beinahe am Wasser angelangt waren. Es war leer um sie herum, denn es war schon weit nach 20 Uhr und die meisten Leute waren zum Abendessen nach Hause gefahren. Lediglich ein Grüppchen Touristen mit ein paar Hunden standen noch in der Näher herum und unterhielten sich. Die Wellen tosten und ein paar Möwen zogen ihre Kreise. Die Sonne verwandelte den Himmel langsam in ein rötliches Etwas und in einiger Entfernung konnte man bereits den Mond aufgehen sehen. Es wirkte schon beinahe unheimlich die beiden Himmelskörper Sonne und Mond gleichzeitig am Himmel zu erblicken. Plötzlich blieb Deeks stehen und schaute Kensi wieder mit diesem merkwürdigen Blick an, den er schon seit sie in der Zentrale losgefahren waren, aufgesetzt hatte. Ihre Gänsehaut wuchs und sie fragte sich erneut was hier vor sich ging. Deeks räusperte sich und begann dann in seiner Tasche herum zu kramen. Kensi registrierte aus dem Augenwinkel, dass die Gruppe Touristen mit ihren Hunden auf sie zukam. Zunächst nahm sie von ihnen nicht weiter Notiz, denn sie beobachtete ihren Partner, wie er immer noch in seiner Tasche wühlte. Somit registrierte sie auch nicht, dass die vier Leute über irgendetwas in Streit zu geraten schienen.  
„Also Kenselina ...“, begann Deeks und zog dann ein kleines schwarzes Kästchen aus seiner Tasche hervor. Kensi atmete hörbar ein und hielt dann die Luft an. Sie schlug die Hände vor den Mund und starrte ihn an. Einer der Hunde der mittlerweile lautstark streitenden Gruppe kam plötzlich auf Deeks und Kensi zugelaufen und begann um Deeks Beine herum zu schleichen. Deeks schaute nach unten und musste lachen. Kensi begann ebenfalls zu kichern. Das Ganze passte in diesem eigentlich romantischen Augenblick so gar nicht ins Bild.
„Geh weg“, rief Deeks dem Hund zu, doch der machte keinerlei Anstalten.
„Husch“, rief nun auch Kensi und versuchte den Hund beiseite zu schieben.
„Komm schon...ich habe hier wichtige Dinge zu erledigen“, startete Deeks einen erneuten Versuch und stupste den Hund mit dem Knie an. Das schien einem der Männer, die nun ziemlich nahe gekommen waren, überhaupt nicht zu behagen, denn er begann auf Deeks und Kensi zuzulaufen und machte dabei ein ziemlich finsteres Gesicht. Deeks griff nach Kensis Hand und wollte sie von dem Mann weg ziehen, der nun mit stampfenden Schritten und irgendetwas unverständliches brüllend zu ihnen gestoßen war und seinen Hund beiseite zerrte. Dabei rempelte er Kensi ziemlich unsanft an.
„Hey“, rief Deeks und schaute den Mann nun seinerseits böse an.
„Willst du irgendwas von mir?“ fragte dieser und der Hund begann zu knurren. Deeks hob abwehrend die Hände und versuchte zu schlichten.
„Ganz ruhig Mann. Wir sind ja schon weg.“ Kensi war schon ein Stück rückwärts gegangen und hatte ihre Hand instinktiv an ihre Waffe gelegt, versuchte aber die Situation nicht eskalieren zu lassen. Sie vertraute ihrem Partner und wusste, dass er sich mit solchen Situationen ganz genau auskannte. Die Freunde des Mannes waren nun ebenfalls näher gekommen und mischten sich in den Streit, der eigentlich gar keiner war, ein. Plötzlich war Deeks umringt von mehreren Hunden und Männern, die auf Krawall gebürstet waren. Und dann ging alles ziemlich schnell. Weder Kensi noch Deeks konnten später noch sagen woher das Messer gekommen war, aber Deeks spürte den Stich bevor er irgendetwas tun konnte. Offensichtlich hatte er sich den falschen Ort und die falsche Zeit für sein Vorhaben ausgesucht. Der Schmerz kam genauso unverhofft wie der Druck, den das Messer in seinem Körper hinterließ. Und dann ergriff eine Kälte von ihm Besitz, die er noch nie zuvor erlebt hatte. Er sah wie Kensi ihn anstarrte, unfähig irgendetwas zu tun und er hörte wie sie etwas zu ihm sagte, aber er konnte ihre Worte nicht verstehen. Er sank in die Knie und sah an sich herunter. Das Messer stecke in seiner Seite und er griff verzweifelt danach. Dann wiederum hörte er Kensis Stimme, verstand aber die Worte nicht. Alles um ihn herum wurde abwechselnd lauter und leiser und er begriff den Zusammenhang dessen was gesprochen oder vielmehr geschrien wurde, nicht. Er sah wie Kensi ihre Waffe hob und auf den Mann mit dem Messer hielt, wie sie versuchte ihn zu überwältigen und wie sie schließlich alle davon rannten. Die Hunde kläfften. Irgendwo ertönte eine Sirene und dann füllte sich der Strand mit Menschen, die alle wild umher liefen und schrien. Deeks war es egal. Er fühlte wie seine Hände ihm nicht mehr gehorchten und dann merkte er wie Kensi nach ihm griff und ihn festhielt. Er versuchte ihr etwas zuzurufen, aber seine Lippen bewegten sich nicht. Er war unfähig zu denken und zu sprechen und dann war auf einmal alles dunkler als sonst. Kensi beugte sich über ihn und griff nach seinem Arm, drückte ihm auf die Wunde und versuchte verzweifelt die Blutung zu stillen.
„Deeks nein … was machst du... mach die Augen wieder auf“, rief sie entsetzt und sah zu wie er langsam wegdriftete. Sie hatte es nicht kommen sehen. Zu spät hatte sie registriert, was hier gerade passierte. Hatte ihre Waffe nicht gezogen und hatte ihren Partner nicht beschützt. Nun lag er hier, vor ihr und in der rechten Hand hielt er immer noch das Kästchen. Als die Sanitäter eintrafen, nahm sie es ihm ab und öffnete es. Während sie ihm permanent zurief er möge die Augen offen lassen, fiel ihr eigener Blick auf den Inhalt. Und dann spürte sie wie ihr die Tränen aus den Augen schossen als sie auf den wunderschönen Diamanten blickte, den er ihr an den Finger hatte stecken wollen.

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Allen, die sich jetzt fragen, ob es hier zu Ende ist, sei gesagt, dass ich nicht so gemein bin. Da kommt noch was ;-)
LG
Julirot
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