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Isabel White - Life in Albuquerque

GeschichteDrama, Familie / P6
Hank Schrader Marie Schrader OC (Own Character) Skyler White Walter White Walter White jr / Flynn
06.07.2016
05.07.2018
25
25.488
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17.07.2016 1.030
 
„HahA, wenn du dich jetzt nicht mal anstrengst, habe ich dich gleich besiegt“, warnte Junior, der am Fußende seines Bettes saß.
Ich lag am Kopfende und spielte mit ihm irgendein Autorennspiel. Allerdings war ich ziemlich schlecht. Obwohl mein Bruder sich nur über mich lustig machen konnte, brachte es Spaß und war nach einem Schul- und Arbeitstag genau das richtige.
„Hey, alles klar bei euch?“, fragte Mum, die in Juniors Zimmertür stand und über ihren mittlerweile schon sehr prallen Babybauch strich.
„Ja“, war Juniors knappe Antwort.
„Alles bestens“, sagte ich, „Bei dir auch?“
Mum nickte zufrieden.
„Seid nicht mehr so laut, okay? Euer Dad muss sich etwas ausruhen“, bat sie.
„Was hat er denn?“, erkundigte ich mich.
„Er ist nur etwas erschöpft. Das ist normal nach der Behandlung“, beruhigte sie mich.
„Haa! Gewonnen! Hättest du mal aufgepasst, Isabel!“, rief Junior triumphierend und drehte sich zu mir.
„Junior!“, zischte Mum und blickte ihn durchdringlich an.
„Ist okay, Mum“, sagte er ein wenig genervt.
„Ich gehe auch bald schlafen“, sagte Mum.
„Gute Nacht“, wünschte ich.
„Nacht, Mum.“
Sie lächelte und schloss die Tür.
„Okay, neue Runde. Und jetzt zieh dich besser warm an, denn diesmal siehst du nur noch meine Staubwolken“, warnte ich.
„Haha, du bist wirklich lustig“, fand er.
„Ach, meinst du?“
„Schon ein bisschen“, sagte er und der Countdown für den Startschuss lief.
„Ouh, wo sind denn die Staubwolken?“, scherzte Junior, der schon wieder davon gebraust war.



Am Wochenende war Dad immer noch schlapp. Mum brachte ihm Essen ans Bett bevor wir zu dritt im Esszimmer frühstückten. Mum bat mich, das Tablett aus dem Schlafzimmer zu holen, während sie abdeckte.
Ich ging zu Dad, der mit geschlossenen Augen auf dem Rücken lag. Er sah älter und schwächer aus als sonst. Ich betrachtete Dad und plötzlich tat es weh, ihn so zu sehen. Wir hatten doch gehofft, dass nun alles wieder besser wurde. Seine Augen flatterten und öffneten sich. Ich lächelte, als er mich erblickte.
„Hey“, sagte er verschlafen, aber erholt.
„Hey.“
Anscheinend bemerkte er sofort, dass es etwas nicht stimmte und wollte sich ein wenig aufrichten.
„Was ist denn los?“, fragte er.
Ich schüttelte nur überfordert den Kopf und wand den Blick etwas ab.
„Komm, Isabel. Leg dich zu mir“, sagte Dad und machte mir Platz.
„Du musst nicht traurig sein. Mach dir keine Sorgen um mich. Mir geht es gut. Ich bin nur ein wenig erschöpft.“
„Aber der Krebs ist trotzdem noch nicht weg“, bedachte ich niedergeschlagen.
„Wir haben doch alle zusammen darüber gesprochen: Lasst uns jeden Moment genießen. Das heißt nicht, dass morgen alles zu Ende ist.“
In meinen Augen bildeten sich Tränen und ich sagte: „Manchmal kann ich es trotzdem nicht verdrängen. Und ich merke, wie müde du oft bist. Ich möchte einfach nicht daran denken, wie es ist...“
„Das wünsche ich mir doch auch nicht. Ich will doch meine Enkelkinder kennen lernen und sichergehen, dass du auch den richtigen Mann findest. Aber da vertraue ich auch mal deiner Mutter“, fügte Dad hinzu.
Er lachte leise und es steckte sogar an.
„Und ich hoffe doch, Junior und du beendet die Schule und geht aufs College. Aber da mach ich mir bei dir auch keine Gedanken.“
Ich lächelte nachdenklich und ein paar Tränen flossen.
„Aber darüber müssen wir noch überhaupt nicht nachdenken. Das ist noch so weit entfernt und erstmal freuen wir uns auf Holly. Das ist im Moment viel wichtiger.“
„Genau“, stimmte ich zu.
„Ich habe dich lieb, mein Schatz“, sagte Dad und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ich dich auch, Dad.“



Ich war ein bisschen durch Wind: Jesse hatte mich vor der Schule angetroffen, wir hatten uns unterhalten und dann hatte er vorgeschlagen, ob wir uns am Abend treffen wollten. Zuerst war ich unsicher gewesen, weil meine Eltern nicht wollten, dass ich zu ihm Kontakt habe, aber ich konnte doch auch mal etwas lockerer sein.
„Isabel! Junior! Wir gehen dann!“, rief Mum aus dem Wohnzimmer.
Ich hatte gedankenversunken aus dem Fenster gesehen und antwortete dann: „Alles klar, viel Spaß!“
Mum und Dad waren heute mit den Schwartz‘ zum Essen verabredet. Geradezu ideal, um eine Verabredung zu haben. Ich hörte, wie das Auto abfuhr. Dann zog ich schnell ein anderes Oberteil an, trug etwas Mascara auf und nahm eine kleine Umhängetasche von der Garderobe. Wohl oder übel musste ich Junior einweihen. Er würde sich nach einer Weile bestimmt fragen, wo ich bin und jemand sollte Bescheid wissen.
Er saß im Wohnzimmer und schaute fern.
„Hey, was guckst du?“, versuchte ich, ein Gespräch aufzubauen.
„Ich weiß noch nicht, ich zapp noch ein b-bisschen rum.“
„Aha…“
Junior sah sich um und musterte mich von Kopf bis Fuß.
„Was hast DU denn vor?“, fragte er.
„Ich habe… eine Verabredung.“
Mein kleiner Bruder grinste: „Aha. E-etwa mit S-steven?“
Ich rollte mit den Augen und sagte: „Nein, mit Jesse.“
„Was?! Aber Dad hat gesagt-“
„Ich WEIß, was Dad gesagt hat und DU weißt, dass ich mich sonst auch immer an alles halte, was Mum und Dad sagen, aber diesmal bitte ich dich, dass du ihnen nichts davon erzählst. Bitte, ich habe das für dich auch schon getan.“
„Aber nicht bei Sowas!“
„Junior. Das ist mir WICHTIG“, bat ich.
„Dann mach doch“, sagte er leiser und wendete sich wieder zum Fernseher.
„Versprichst du es mir?“, wollte ich sicher gehen.
„Wenn Mum und Dad nicht nachfragen, sage ich nichts“, sagte er, „Und wenn sie kommen, sage ich, dass du bestimmt schon schläfst.“
Wahrscheinlich kamen sie gegen Mitternacht nach Hause. Um diese Uhrzeit gingen sie bestimmt davon aus, dass ich schon schlief und schauten nicht nach mir. Außerdem wollte ich dann auch schon wieder da sein.
„Danke.“
„Mmm.“
Ich lächelte, wuschelte durch seine Haare und ging nervös zur Tür. Ich schloss die Tür und lief zur Straße. Nach einer Weile fuhr ein Auto um die Ecke und hielt neben mir. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz.
„Hi.“
„Hey, geht’s gut?“, fragte Jesse.
„Ja. Alles bestens. Und bei dir?“
Er nickte und fragte: „Wollen wir erst mal zu mir?“
„Klar, vielleicht können wir ja einen Film gucken oder so?“, schlug ich vor.
„Ja“, sagte Jesse und schaltete, „Oder sowas.“
Wir fuhren los und ich konnte mein Glück kaum fassen.
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