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Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.08.2016 2.244
 
Hallo Leute! Es tut mir wahnsinnig leid, dass das Update so verspätet kommt. Ich hatte die ganze Woche Spätdienst und komme erst um22 Uhr nach Hause. Ich bin danach immer viel zu müde um irgendetwas zu machen.. Naja hier ist das neue Kapitel, viel spaß :)


Kapitel 22: Der zweite Tag

Am nächsten morgen kam Shawn extrem schlecht aus dem Bett. Er fühlte sich, als wenn er unter einen LKW gekommen wär. Stöhnend wälzte er sich im Bett herum und sah auf die Uhr, die bereits 7:30 Uhr anzeigte.
„Verdammt, um 8 Uhr macht die Bank auf!“ murmelte er vor sich hin und weckte damit Juliet, die eigentlich hätte ausschlafen können da Lassiter die erste Schicht übernahm.
„Shawn, ist alles in Ordnung?“ sie konnte sehen, dass es ihrem Freund heute nicht besonders gut ging und setzte sich im Bett auf um ihn sich genauer anzusehen. Shawn zuckte nur mit den Schultern, da es ohnehin nichts brachte, zu lügen.
„Geht es dir nicht gut?“ besorgt sah sie dem Fake-Hellseher in die müden Augen.
„Könnte besser sein.“ gab er ehrlich zu und kratzte sich verlegen am Nacken.
„Ich rufe sofort den Chief an und sage für heute ab.“ meinte sie sofort und war schon halb aus dem Bett aufgestanden, als sie eine kalte Hand am Arm packte.
„Nein, alles gut, Jules. Ich pack das schon, Lassie passt auf mich auf.“ er zwinkerte ihr zu und zwang sie, sich wieder hinzulegen und weiterzuschlafen, während er sich langsam aus dem Bett quälte und seine Morgenroutine erledigte.
„Ich hab dir gestern schon alles für heute in den Rucksack gepackt.“ meinte Jules vom Bett zu Shawn, der sehr dankbar dafür war. Er gab dem blonden Detective einen Kuss und verabschiedet sich eilig von seinem Dad, da Lassie bereits draußen vor der Tür auf ihn wartete.
„Wurde auch langsam Zeit, Spencer.“ motzte er sofort, ohne ihn zu begrüßen und machte sich auf den Weg zu seinem Auto.
„Zeit ist relativ, Lassie. Dem Doctor in „Doctor Who“ kommen 2 Stunden wie 2 Jahre vor, sag mir nicht du bist ein Timelord!“ gespielt geschockt hielt er eine Hand vor seinen Mund und weitete seine Augen. Lassiter rollte nur mit den Augen, da er die Anspielung ohnehin nicht verstand und wartete bis Shawn sich endlich angeschnallt hatte, bevor er den Motor startete und zur Bank fuhr. Er versuchte dabei das leichte zittern in Shawn’s Händen zu ignorieren, als er eine gefühlte Ewigkeit brauchte um sich anzuschnallen. Er spürte und konnte es auch sehen, dass es Shawn heute nicht gut ging. Das war allein schon an seiner blassen Gesichtsfarbe zu erkennen und das Zittern machte es nicht besser. Lassiter würde ihn heute ganz genau beobachten müssen, da sich Shawn, so stur wie er ist, vermutlich nichts anmerken lassen würde, vor allem nicht vor dem leitenden Detective.
Nachdem sie einen kleinen Stau, von nicht mal 10 Minuten überwunden haben, kamen sie auch bald an der Bank an und quartierten sich wieder wie am Vortag darin ein. Shawn setzte sich auf seinen „alten“ Platz, den er am Vortag nicht all zu oft verlassen hatte und kramte in seinem Rucksack nach seiner Wasserflasche, da ihn sein Wecker gerade daran erinnerte. Langsam nahm er ein paar Schlucke und musste feststellen, dass das Zittern noch nicht besser geworden war.
„Vielleicht sollte ich eine Kleinigkeit essen.“ sagte er zu sich selbst und packte eine Tupperdose aus, in der sich ein Wurstbrot und eine Banane befand. Er griff nach der Banane und aß sie zur hälfte auf, bis er fast platzte.
Lassiter beobachtete das alles aus sicherer Entfernung und schüttelte den Kopf, wie man nur nach einer halben Banane satt sein konnte. In Gedanken ging er sein heutiges Frühstück durch und zuckte mit den Schultern, als er feststelle, wie viel er eigentlich gegessen hatte.
Es vergingen einige Stunden ohne das etwas aufregendes passiert war, bis es ungefähr mittag war und Shawn seine Medikamente einnahm. Sein Zustand blieb ungefähr gleich, es wurde nicht besser, aber schlimmer auch nicht wirklich und dass beruhigte Shawn und Lassie, der jegliche Veränderung sofort bemerkte. Plötzlich ging die schwere Tür der Bank auf und ein Mann Anfang 30 lief verdächtig nervös ein paar Schritte hinein, bis er stehen blieb und sich umsah. Der Mann hatte blonde, lockige Haare und braune Augen, sofern das Shawn aus der Entfernung beurteilen konnte. Seine Klamotten waren sichtlich ramponiert, die Hose durchlöchert und die Weste wurde wohl auch schon eine Ewigkeit nicht mehr gewaschen. Im Grunde sah der Mann aus wie ein Obdachloser, hatte also wohl wenig Geld um für sich, oder seine eventuelle Familie sorgen zu können. Lassiter wurde auch auf den Mann aufmerksam und warf Shawn einen alarmierenden Blick zu, den er sofort erwiderte. Shawn fiel eine kleine Ausbeulung am Rücken des Mannes auf, die unschwer eine Waffe zu sein schien und bewegte sich seltsam auf seinem Stuhl hin und her. Lassie konnte die „Waffe“ von seinem Blickwinkel aus nicht sehen, also formte Shawn mit seinen Fingern eine Waffe, die er sich hinten in die Hose steckte. Lassiter’s Augen weiteten sich sichtlich und er stand so unauffällig wie möglich von seinem Stuhl auf und lief etwas umher. Da die beiden mit Headsets miteinander verbunden waren, flüsterte Shawn leise etwas in sein Mikrofon.
„Warte, Lassie. Lass mich das regeln, so wie wir es besprochen haben.“ Carlton kehrte dem vermeintlichen Täter den Rücken, um Shawn zu antworten.
„Wir haben nichts besprochen, Spencer. Du hast einfach gesagt, dass wir es so machen ohne es vorher mit mir abgeklärt zu haben.“
„Na also, wir haben es so eben besprochen. Bleib wo du bist, Lassie.“ Hastig drehte sich Lassiter wieder um und blickte zu Shawn, der gefährlich wankend auf den Mann zulief. Er wusste nicht, ob dass nun gespielt war, also zu seinem Plan gehörte, oder er wirklich nicht mehr geradeaus laufen konnte. Er versuchte sich einzureden, dass es ersteres war und lehnte sich an der Wand an, immer in höchster Alarmbereitschaft um sofort eingreifen zu können.
Währenddessen kam Shawn dem Mann immer näher und Hustete einmal ausgiebig, damit er seine Aufmerksamkeit bekam. Das gelang ihm erst nach dem zweiten gespielten Hustenanfall und sofort lief der Mann auf ihn zu, weshalb Shawn’s Herz vor Aufregung erst einmal einen Stolperer machte.
„Alles in Ordnung bei Ihnen?“ fragte der Mann. Er hatte eine seltsam helle Stimme, die so gar nicht zu seinem Körper passte. Er war nicht dick, aber war doch relativ groß, zumindest größter als Shawn und wog auch deutlich mehr als er.
Shawn spielte einen erneuten Hustenanfall vor und hielt sich an einer Schulter des Mannes fest.
„Ja, dass ist bald vorbei.“ er lehnte sich nach vorne und atmete einmal tief ein und aus, als sein angeblicher Hustenanfall vorbei war.
„Soll ich jemanden rufen?“ fragte der Mann tatsächlich besorgt und Shawn nickte energisch.
„Nein, nein. Das ist mein Alltag, besser wird’s nicht.“ gab er seufzend zurück und sah den Mann traurig an.
„Wie ist Ihr Name?“ fragte Shawn, um endlich Gewissheit zu haben.
„Warum wollen Sie das wissen?“ der Mann war sichtlich perplex, wahrscheinlich weil er ursprünglich etwas anderes vorhatte, nämlich eine Bank ausrauben. Da war es nicht unbedingt ratsam jemandem seinen Namen zu verraten.
„Naja, ich treffe nicht viele Leute die so hilfsbereit und nett zu einem krebskranken sind.“ Die Augen des Mannes weiteten sich sichtlich und Shawn war sich sicher, dass er jetzt auf einen wunden Punkt gestoßen war.
„Mein, eh Name ist Jim. Ehm Jim Jones.“ Shawn musste fast lachen, so lächerlich klang der Name, den sich der Mann ganz offensichtlich gerade ausgedacht hatte und zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts weiter. Jetzt war er sich zu 100% sicher, dass der Mann Ed Stewart war. Nun musste er ihn nur davon überzeugen, dass er einfach wieder umdrehte und sich alles nochmal durch den Kopf gehen ließ. Doch dass war leichter gesagt, als getan denn Shawn wusste nicht, wie er Anfangen sollte.
„Ich bin Shawn Spencer.“ freundlich gab ihm Shawn die Hand und versuchte sich einfach mit ihm anzufreunden.
„Wollen Sie Geld abheben? Dann könnten wir zusammen zum Schalter laufen, ich könnte eine Stütze gebrauchen.“ Shawn musste irgendwie versuchen, etwas aus Ed herauszubekommen, egal wie.
„Ehm, ja. Ja genau, ich muss Geld abheben.“ Es war so offensichtlich, dass es schon fast zu einfach war. Noch nie hatte er einen Mann so schlecht lügen sehen, nicht mal Gus. Es war deutlich zu sehen, dass Ed Stewart kein böser Mann war, sondern ganz nach Shawn’s Theorie für einen guten Grund Banken überfiel.
„Ich darf mich doch an Ihnen einhalten.“ sagte Shawn ganz selbstverständlich und fasste mit seinem Arm gezielt um Mr. Stewart’s Hüfte und spielte den Überraschten, als er die Ausbeulung an seiner Weste berührte.
„Was ist das denn?“ fragte er und schlagartig veränderte sich die Stimmung von Ed Stewart. Er stieß Shawn von sich und griff blitzschnell nach seiner Waffe und zielte sie auf Shawn’s Kopf. Reflexartig hob der Fake-Hellseher die Arme in die Luft und war überrascht, wie der Mann reagierte. Er wusste zwar, dass Ed vermutlich nur die Beschaffung des Geldes im Kopf hatte, doch dass er alles andere Ausblenden würde, hätte er nicht gedacht. Der Grund war anscheinend sehr dramatisch und traurig zugleich, weshalb er sich von nichts und niemandem davon abbringen ließ. Lassiter war sofort alarmiert und hatte die Hand schon an seiner Waffe, die er vorerst aber noch nicht zog. Aus Erfahrung wusste er, wann der richtige Zeitpunkt dafür wäre und beobachtete stattdessen alles ganz genau. Zum Glück befand sich in der Bank, da es gerade Mittagszeit war, so gut wie niemand darin außer einem älteren Herr, der sofort aus der Bank rannte als er die Waffe sah. Ed konnte so schnell gar nicht schauen und ließ ihn einfach davonrennen und widmete sich wieder Shawn, der sichtlich zu zittern begann. Nicht weil er angst hatte, sondern weil es ihm schlechter ging. Die Angst, die Aufregung, die Nervosität und seine Krankheit waren alle an seinem jetzigen Zustand beteiligt. Ed griff nach dem krebskranken Mann und nahm ihn wie ein Schutzschild vor seinen Körper, während er die Waffe an Shawn’s Schläfe drückte. Jetzt zog auch Lassiter seine Waffe und gab sich bekannt.
„SBPD, sofort die Waffe fallen lassen!“ er schrie durch die ganze Bank und Ed drehte sich sofort zu ihm, Shawn immer noch vor seinem Körper.
„Ich brauche nur das Geld, mehr will ich nicht. Gebt mir das Geld, oder er ist.. er ist … tod.“ er stotterte so sehr vor sich herum, dass man ihn gar nicht ernst nehmen konnte. Das hätte man aber sollen, denn als niemand auf seine Anweisung reagierte, schlug er Shawn mit dem Lauf der Waffe heftig auf den Kopf, sodass er unsanft auf dem Boden aufschlug. Das war aber allerdings ein unkluger Zug, da er jetzt kein Schutzschild mehr vor sich hatte und Lassiter frei ausgeliefert war. Er hatte zwar noch seine Waffe in der Hand, war aber vermutlich nicht schneller als der leitende Detective.
„Waffe fallen lassen oder ich schieße!“ warnte Lassiter noch ein letztes mal und sah zu Shawn, der stöhnend auf dem Boden lag und sich kaum noch bewegte. Er würde vermutlich bald das Bewusstsein verlieren, er musst also schnell handeln.
„Ich will nur das Geld. BITTE.“ Das letzte Wort sagte Ed mit soviel Druck und Emotion, dass ihm die Tränen kamen. Einerseits da er das Geld offensichtlich nicht beschaffen konnte und zweitens weil es ihm leid tat, einen krebskranken Mann geschlagen zu haben. Immer wieder seh er zu Shawn und schüttelte den Kopf bei dem Gedanken, was er gerade getan hatte.
„Das ist die letzte Warnung. Waffe weg oder ich schieße.“ Ed gehorchte diesmal. Lieber verbrachte er den Rest des Lebens hinter Gittern als seine geliebte Tochter nie wieder zu sehen. Seine Tochter, der er eigentlich etwas geschworen hatte. Zitternd legte Ed die Waffe auf den Boden und sofort rannte Lassiter zu ihm und kickte die Waffe beiseite, bevor er ihm Handschellen anlegte.
„Auf den Boden legen!“ schrie er ihn an und befahl einem der Mitarbeiter einen Krankenwagen zu rufen und Ed im Auge zu behalten. Sofort legte sich Ed auf den Boden und Lassiter kniete sich neben Shawn um seinen Zustand zu überprüfen. Er war noch bei Bewusstsein, doch die Platzwunde über seinem Auge blutete heftig, weshalb er seine Augen schloss, da sonst das ganze Blut reinlaufen würde.
„Spencer, kannst du mich hören?“ Shawn stöhnte und nickte leicht.
„Ein Krankenwagen ist unterwegs, ok?“ daraufhin öffneten sich seine Lider leicht und er bereute es bald und öffnete nur das linke Auge, in welches kein Blut lief.
„Kein Krankenwagen, Lassie.“ Lassiter wusste, dass Shawn auf keinen Fall zurück ins Krankenhaus wollte, doch diesmal führte kein anderer Weg daran vorbei.
„Tut mir leid, Spencer. Diesmal geht es nicht anders. O’Hara hat mir erzählt, dass deine Thromirgendwas zu niedrig sind und du deshalb extrem viel und extrem lange blutest. Ich hab keine Lust dass du mir wegen so etwas draufgehst, verstanden?“ Shawn nickte und wurde kurz darauf bewusstlos. Lassiter hatte das erwartet und kontrollierte regelmäßig seine Atmung und Puls, bis der Krankenwagen eintraf. Währenddessen forderte er über Funk Verstärkung an, der Ed Stewart abholen sollte. Die Wunde hörte einfach nicht auf zu Bluten, auch wenn er mit Tüchern darauf drückte. Er betete, dass der Krankenwagen bald kommen würde und machte sich schon jetzt dafür verantwortlich, dass Shawn etwas passiert war, wo er doch für seine Sicherheit verantwortlich war.
„O’Hara bringt mich um.“ nuschelte er leise vor sich hin, als er die Sirenen in der Entfernung hörte.


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